Geschichte von Kerzenheim

Über die Entstehung Kerzenheims liegen keine historischen schriftlichen Quellenangaben vor. Aber wie Kerzenheim als Fundort schon von Steinwerkzeugen bekannt ist, so weisen Bodenfunde innerhalb des heutigen Kerzenheim (z. B. ein Viergötterstein u. a.) schon auf eine römische Besiedelung der Kerzenheimer Gegend hin. Möglicherweise war Kerzenheim eine fränkische Siedlung. Jedenfalls gehörte die Gemarkung des bei Kerzenheim - nach Rodenbach zu - gelegenen, schon früh zur Zeit Karls des Großen bestandenen und früh untergegangenen Dorfes Babenheim nachweislich schon seit Jahrhunderten zu Kerzenheim.

Schon 1188 oder 1189, spätestens 1190 wird Chercenheim zum ersten Mal namentlich erwähnt, und zwar in den Lehensverzeichnissen des Bolander Grafen Werner II. bezügl. eines Lehens des Ritters Gottfried von Kerzenheim. Der Ort Kerzenheim selbst wird im Jahre 1265 direkt erwähnt (Tabelle für neues Amtshandbuch 17.10.1845).

Zu dieser Zeit war Kerntzenheim schon ein größeres und bedeutenderes Pfarrdorf, denn die Urkunden dieser Zeit (von 1265 und 1283) berichten davon, daß es damals schon in Kerzenheim sowohl im "unteren Teil von Kerzenheim" eine Pfarrkirche mit einem Pfarrer, als auch im "oberen Teil" von Kerzenheim eine Kapelle mit einem Kaplan gab.

Kerzenheim gehörte zu der Herrschaft Stauf, welcher wohl die Pfarrkirche und die Kapelle ihre Entstehung verdankt.

Der Rosenthaler Hof verdankt seine Entstehung dem daselbst von dem Grafen Eberhard von Eberstein, der Herrschaft Stauf, und dessen Gemahlin, einer Gräfin von Sayn, im Jahre 1241 gegründeten Cisterzienser Nonnenkloster Rosendale. (Nach Pfarrbeschreibung 1836.)

Der Kerzweiler Hof war früher ein eigenes Dorf, Corbisweiler genannt, das schon vor der Gründung Rosenthals bestanden und eine eigene Kapelle hatte. Es war wahrscheinlich ebenfalls eine fränkische Gründung und gehörte auch zur Herrschaft Stauf.

Die Oswaldkapelle Corbisweiler wird zum ersten Mal urkundlich im Jahre 1229 als Filiale des Prämonstratenserinnenklosters zu Enkenbach genannt. (Staatsarchiv Speyer A Urkunden I Archivabteilung Fürtstentum Nassau Nr. 182 (Jahr 1296)).

Göllheimer Häuschen. Die Entstehung des Göllheimer Häuschens ist unbekannt; da aber an demselben die alte Heeerstr. von Kaiserslautern nach Mainz vorbeiführt, so ist wohl auf diesen Umstand seine Entstehung zurückzuführen.

Quelle: Prot. Pfarramt Kerzenheim, Pfarrbeschreibung, 1957

Up