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Erpolzheim
Bei Bauarbeiten wurden im Jahre 1953 mitten im Dorf zwei Bronzenadeln zu Tage gefördert, die einst einem Toten an seiner Bekleidung mitgegeben worden waren, ferner ein Kupferflachbeil von 11,5 cm Länge. Nach Sprater [Sprater, Fr., Urgeschichte der Pfalz] wurden auch aus der an die Bronzezeit anschließenden Eisenzeit, die etwa von 1200 bis zur Geburt Christi dauerte, Funde geborgen.
In diesen Urkundenbüchern ist auch Erpolzheim genannt. Im Jahre 781 schenkte ein Hermenfried dem Kloster Lorsch einen Weinberg in der Mark von Erbholfesheim, im Jahre 790 ein Gerolf und seine Frau Gailsuint eine Wiese und ein Willibert im Jahre 814 ebenfalls eine Wiese in Erpholfesheim. Im Jahre 946 übergab Graf Konrad der Rote von Worms dem Domstift Speyer seine in Speyer gelegenen Besitzungen und Rechte und erhielt dafür von diesem dessen in Erpolzheim gelegene Mühle und 3 Huben Feld (etwa 100 bis 120 Morgen) [Hilgard, A., Urkunden zur Geschichte der Stadt Speyer Nr. 4].
Wir können aus den späteren schriftlichen Quellen Lage, Größe und Rechte dieses Salhofes, so wie er uns in seinem fertigen und geschichtlich erfaßbaren Bild entgegentritt, wiedergeben.
Der Abt Edelin des Klosters Weißenburg ließ um 1200 Besitz und Rechte seines Klosters unter Benützung von etwa 400 Jahre älteren Urkunden schriftlich aufzeichnen [Zeuss, E., Traditiones possessionesque Wizenburgenses Nr. 180]. In diesem Verzeichnis ist der Erpolzheimer Besitz wie folgt beschrieben: "Ad Erfholfesheim area I, de terra salica mansus I, vinum ad carradas V, pratum ad carradas XXX, basilica I cum decima inde veniunt unc VI." Das Kloster hatte also im Dorf ein Hofhaus (area) mit einem Herrengut (terra salica) und einer Hofraite (mansus) für die Hörigen, einen Weinberg, der 5 Fuder (carradas) Wein gibt, eine Wiese (pratum) mit einem Ertrag von 30 wagen Heu, eine Kirche (basilica) mit dem Zehnten (decima), d. h. dem Zehnten Teil des von den Bauern gebauten eigenfeldes in Höhe von 6 Unzen. Die lateinische Bezeichnung terra salica bewist klar, daß der Hof des Klosters einst dem Herren- oder Urmaierhof des Dorfgründers und Sippenführers Erbold und die Kirche jedenfalls auch die von ihm an seinem Hof erbaute Eigenkirche war.
Die zu einem Fronhof gehörigen großen Einzelgrundstücke können wir 200 Jahre später ebenfalls nachweisen. Die Grafen von Leiningen hatten im Dorf ein Gut von 183 3/4 Morgen Feld und Wiesen. Diese waren im Jahre 1685 in 51 Einzelstücke aufgeteilt, darunter war ein Stück mit 20 Morgen und elf Stücke hatten zusammen 92 Morgen. Ein bäuerlicher Feldbesitz von gleicher Größe war in jener Zeit schon in 180 bis 200 Einzelstücke aufgeteilt. Auch das immer zum Salhof gehörige Flurstück "Brühl" mit 12 Mannesmat Wiesen, fehlt nicht in unserem Markbild. Ein Auszug aus dem Lagerbuch vom Jahre 1611 gibt einen untersten Brühl an und einen äußersten, der am Rietweg lag. Diese Tatsachen würden allein schon genügen, das leiningische Hofgut als den ehemaligen Salhof des Ortsgründers zu betrachten. Das Gut der Pfalzgrafen mit 165 Morgen Feld bestand aus vielen kleinen Einzelstücken.
Zeit und Art des Überganges des Salhofes in den Besitz des Klosters Weißenburg bleiben dunkel. Fest steht aber, daß er so alt ist wie das aus ihm erwachsene Dorf.
Das aus dem alten Sal- oder Herrenhof des Dorfgründers Erbold mit dem davon herrührenden Gerichts- und Grundherrenrecht erwachsene Dorf war aber stets ein Allod, d. h. ein freieigener Besitz der Grafen von Leiningen-Hardenberg. In einem Streit mit der kurpfälzischen Regierung lehnte Graf Johann Friedrich von Leiningen im Jahre 1716 die Durchführung deren Anordnung ab, mit der Begründung, daß sein Dorf Erpolzheim ein von Kaiser und Königen immediater (= ihnen nicht untergeordneter) Besitz sei, in dem ihm die hohe Obrigkeit allein zustehe [Staats-Archiv Speyer, Leiningen Akten 11 I.] Es sei mit keinem Lehnsnexus belastet. Unser Dorf gehörte zum ältesten freieigenen leiningischen Besitz der näheren Umgebung.
Bei der leiningischen Teilung im Jahre 1317 erhielt Graf Friedrich V. die Wiesen in Erpolzheim und das Dorf Dürkheim zur Hälfte und sein Bruder Joffried die Hälfte von Erpolzheim. Dieser Text ist etwas unklar, da nicht ganz genau zu ersehen ist, wer die andere Hälfte von Erpolzheim erhielt [Lehmann, J. G., Urkundl. Geschichte der Burgen und Bergschlösser der Pfalz Band III.]. Bei der Teilung der Grafschaft im Jahre 1448 erhielt aber Emich VII. das ganze Dorf und bei der Teilung im Jahre 1560 erhielt es Johann ebenfalls ganz [Lehmann, J. G., Urkundl. Geschichte der Burgen und Bergschlösser der Pfalz Band III.]. Das Dorf verblieb nun bei dessen Nachkommen bis zur franz. Revolution bzw. bis zum Frieden von Luneville im Jahre 1801. Fast 600 Jahre stand Erpolzheim unter der leiningischen Herrschaft von 17 Generationen leiningischer Grafen und Fürsten.
Fortsetzung folgt.