Eberstein
Eberstein (Grafschaft). 1085/1120 erscheinen Edelfreie, die sich nach
der Burg E. im Murgtal benennen. Sie stifteten um die Mitte des
12. Jahrhunderts die Klöster Herrenalb und Frauenalb und bauten eine
bedeutende Herrschaft im Nordschwarzwald mit dem Hauptort Gernsbach auf (nach
1102 unter anderem Lehen des Bischofs von Speyer um Rotenfels am Unterlauf
der Murg). Um 1200/70 wurden sie Grafen. Im 13. Jahrhundert (vor 1251)
zogen sie in das neuerbaute Schloß E. bei Gernsbach. 1219 erfolgte eine
Erbteilung. 1283 erwarben die Markgrafen von Baden die Hälfte der
namengebenden Burg. 1387 mußte der größte Teil der Grafschaft an die
Markgrafen von Baden verkauft werden. 1660 erlosch das Geschlecht im
Mannesstamm, der ebersteinische Anteil an Gernsbach fiel an Speyer als
Lehnsherren, 1803 an Baden, das 1666/7 bereits andere Teile der Güter
erhalten hatte. Die dem schwäbischen Reichskreis angehörige Grafschaft,
die 6 Quadtratmeilen groß war und unter anderem Schloß und Flecken E.,
die Stadt Gernsbach, die Abtei Frauenalb und den Marktflecken Muggensturm
umfaßte, hatte Sitz und Stimme im schwäbischen Reichsgrafenkollegium des
Reichsfürstenrates und im schwäbischen Reichskreis.
Quelle: Gerhard Köbler, Historisches Lexikon der deutschen Länder: die
deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart, München, 1992