| Ingrid Lemberg | ||||
Die Wörterbuchartikel für das Deutsche Rechtswörterbuch (DRW) werden auf einer Basis
von rund 8.000 Quellen erstellt. Die Quellentexte liegen zum weitaus größten Teil in
Buchform vor, zu einem sehr kleinen, aber hoffentlich immer größer werdenden Teil auch
in Form von maschinenlesbaren Texten sowie in Form von elektronischen Faksimiles, d.h. in
Bilddateien. Die Wörterbuchartikel werden in der lexikographischen Datenbank des DRW
erfaßt, redaktionell überarbeitet und verwaltet. Auf diese Art und Weise entsteht mit
der voranschreitenden Produktion des Wörterbuchs auch ein elektronisches Belegarchiv,
das, ebenso wie das Zettelarchiv, Benutzern und Benutzerinnen zur Verfügung steht. Im
Augenblick kann man die Datenbank nur in Heidelberg selbst benutzen, aber die
Überlegungen und Vorbereitungen, die Recherchemöglichkeiten auch online [1] anzubieten, sind im Gang. Zur Zeit [2] ist das
DRW mit einer Homepage im Internet präsent, die die Konzeption des Wörterbuchs
vorstellt, einen Einblick in seine Geschichte gibt und eine erste Version von
Probeartikeln bereithält. Die Adresse lautet:
http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/adw/drw/
Das DRW [3] beschreibt den Wortschatz des
westgermanisch-deutschen Rechts von den Anfängen seiner schriftlichen Überlieferung im
5./6. Jahrhundert bis in das beginnende 19. Jahrhundert hinein, und zwar des Rechts im
weitesten Sinne: nicht nur Fachtermini wie Mord, Notar, Obrigkeit oder Pacht sind
Beschreibungsgegenstand des Wörterbuchs, sondern auch alle Wörter, die rechtsbezügliche
Fakten, Handlungen oder Gegenstände repräsentieren, also Substantive wie Apfel,
Muttersprache oder Ohr, Verben wie machen oder nehmen und Adjektive wie links, nackt oder
ohnmächtig. Damit ist das Wörterbuch ein Nachschlagewerk für rechts- und
sprachhistorische Verständnisfragen - und es ist darüber hinaus auch eine
"Fundgrube kulturgeschichtlichen Wissens" [4].
Die sprachlichen Grundlagen sind schriftliche Quellen zum Frankolateinischen,
Langobardischen, Altenglischen, Altfriesischen, Mittelniederländischen und vor allem zu
allen Varietäten des Hoch- und Niederdeutschen.
Die Struktur der Wörterbuchartikel [5] ist bestimmt durch einen
Artikelkopf, der neben der Lemmaangabe und der Angabe der Wortart gegebenenfalls auch
Angaben zur Etymologie, sprachgeographische Angaben sowie
Sachhinweise enthält, durch die Gliederung des Bedeutungsspektrums und den
Bedeutungserläuterungen, die den sprachlichen und sachlichen Informationsanliegen der
Benutzer Rechnung tragen, durch ein explizites und implizites Verweissystem, das eine
Vernetzung auf der Ebene der Wortbildung, Onomasiologie und enzyklopädischen Angaben
herstellt, sowie einer möglichst reichen Belegdarbietung, in der die diachronische, die
diatopische, die diastratische und die situative Differenziertheit der Belege abgebildet
wird, und in der den rahmenkennzeichnenden Belegen [6] ein
besonderes Gewicht zufällt.
76.476 Wörterbuchartikel von Aachenfahrt bis opferbar sind bisher in neun kompletten
Bänden sowie dem ersten Doppelheft des zehnten Bandes [7]
gedruckt.
Die Computerisierung des DRW [8] erfolgte ab der Mitte der
achtziger Jahre bei laufender Artikelproduktion, zunächst mit der Anschaffung von
Terminals und der Verbindung zum Universitätsrechenzentrum. Darauf folgte eine Phase der
Texterstellung mit dem stand-alone-Betrieb von PC's. Seit 1991 schließlich wird das
Wörterbuch in einer lexikographischen Datenbank erstellt. Die Programmbasis unserer
lexikographischen Datenbank ist ein kommerzielles Dokumentationsprogramm namens FAUST [9], das sich durch nicht standardisierte, extrem flexible
Erfassungsmasken, Volltextretrieval- und Indexierungsfunktionen sowie zahlreiche
Verknüpfungsmöglichkeiten auszeichnet.
Die lexikographische Datenbank des DRW ist in verschiedene Arbeitsbereiche aufgeteilt - in
der Softwaresprache werden diese Bereiche Dokumentationen genannt.

Abbildung 1 zeigt das Arbeitsfenster von FAUST mit der
Auswahlmöglichkeit derjenigen Datenbankdokumentationen, die, mit Ausnahme der
Dokumentation Adressen, für die Wörterbucharbeit relevant sind:
1. in der Dokumentation Manuskript werden die Wörterbuchartikel erfaßt und
bearbeitet,
2. in der Dokumentation Textarchiv sind die maschinenlesbaren Quellentexte
untergebracht,
3. die Dokumentation drwartikel dient der Zwischenablage der konventionell
gedruckten, maschinenlesbar gemachten Wörterbuchstrecken, die für den Datenbankimport
überarbeitet werden müssen,
4. in der drwtitel-Dokumentation werden das Quellencorpus und die
Sekundärliteratur nach bibliothekarischen und lexikographischen Gesichtspunkten
verwaltet,
5. die von uns faksimilierten, d.h. als Bilddateien abgelegten Quellentexte werden in der
Dokumentation Faksimiles verwaltet.
Zwischen den einzelnen Dokumentationen sind vielfältige Verknüpfungen [10] möglich.
Die Erfassung der Wörterbuchartikel erfolgt in der Dokumentation Manuskript, innerhalb
derer es für die verschiedenen makro- und mikrostrukturellen Einheiten des Wörterbuchs
verschiedene Objektarten, darunter die Objektart Beleg gibt. Für die Bearbeitung
der Wörterbuchartikel sind die Objektarten Artikel (für die Erfassung des
Artikelkopfes und der Erläuterungsteile) und Beleg wesentlich.

In einer Objektart werden verschiedene Datenfelder so
gebündelt, daß sie alle für einen bestimmten Zweck, zB. die Erfassung eines Belegs,
erforderlichen Informationen aufnehmen kann. Für jede Objektart wird eine eigene
Erfassungsmaske [11] definiert. Die Verwaltung der einzelnen
Objekte in der Datenbank erfolgt numerisch, das heißt, jedem Objekt wird eine
Objektnummer zugeordnet.
Für den Druck der Wörterbuchartikel werden die entsprechenden Daten aus der Datenbank
exportiert, das Layout und die typographische Gestaltung werden mit Druckmakros gesteuert,
die vom Anwender selbst zu gestalten sind.
Die folgende Abbildung 3 zeigt die Erfassungsmaske für die Belegeingabe (also für die
Objektart Beleg in der Dokumentation Manuskript).

Kommentierung der Erfassungsmaske
--> Dieser Pfeil dient der Kennzeichnung einer sogenannten Referenz, also der
Verknüpfung von Informationseinheiten innerhalb der einzelnen Objekte oder
Dokumentationen.
zu Gliederungsebene: Hier erfolgt die Zuordnung des Belegs zum entsprechenden
Erläuterungsteil des Wörterbuchartikels. Ausführlicher dazu in Kap. 3.1.
Referenz auf Artikel: Dieses Feld dient der Zuordnung des Belegs zum
entsprechenden Erläuterungsteil beim Export aus der Datenbank (für einen Ausdruck des
Artikels). - Die Einträge in diesem Feld werden indexiert, in diesem Index sind alle
Belege zu einem Wort, bei polysemen Wörtern: zum entsprechenden Gliederungspunkt eines
Wortes recherchierbar.
Beleg weglassen? Wird dieses Feld ausgefüllt, dann wird der Beleg nicht
ausgedruckt.
Nur Fundstelle? Füllt man dieses Feld aus, erscheint der Beleg im Ausdruck als
Fundstellenangabe ohne Wiedergabe des Belegzitats.
verwendet bei: Kennzeichnet die Mehrfachverwendung von Belegen (Verweisbelege).
Belegtext: Eingabe des Belegzitats; ausführlicher dazu in Kap. 3.2.
Sigle: Eintrag der Quellenabkürzung; ausführlicher dazu in Kap. 3.3. - Die
Einträge werden indexiert; im Index 'Zitierte Quellen' ist eine Recherche nach allen
zitierten Belegen aus einer bestimmten Quelle möglich.
Datierung: Eintrag der Datierung des Belegs.
Sortierdatierung: Die Wiedergabe der Belege in den Wörterbuchartikeln erfolgt in
chronologischer Reihenfolge. Der Eintrag in diesem Feld steuert die chronologische
Sortierung der Belege durch das Programm. - Die Einträge werden indexiert; im Index
'Sortierdatierung' kann man Belegrecherchen unter chronologischen Aspekten durchführen.
Fundstelle: Eintrag der Fundstelle des Belegs
Region/Textsorte: Angabe der regionalen Zuordnung eines Belegs z.B. bei
Weistumssammlungen [12] bzw. Textsortenspezifizierung bei Zitaten
aus Wörterbüchern oder kleineren Sammlungen mit unterschiedlichen Texten[13]. - Der auf diesen Einträgen basierende Index 'Region/Textsorte'
ist für entsprechende Recherchen also nur bedingt und in Kombination mit Recherchen zur
Quellensigle verwendbar.
Faksimile: --> Referenzierung zur entsprechenden Seite in der
Faksimiledokumentation; ausführlicher in Kap. 4.3.
Textarchiv: --> Referenzierung zur entsprechenden Seite in der Dokumentation
der maschinenlesbaren Texte; vgl. dazu Kap. 4.2.
Weitere Angaben: Eintragung von zusätzlichen Angaben unterschiedlicher Art, die
in den Ausdruck des Wörterbuchartikels mit übernommen werden.
andere Quelle: In seltenen Fällen werden in den Wörterbuchartikeln Belege aus
Texten zitiert, die nicht zum Quellenkorpus des DRW zählen. In diesem Fall wird statt der
Quellensigle der Titel des Texten in diesem Feld eingetragen.
Kommentarfeld: Dieses Feld dient dem Eintrag aller möglichen, für die
Wörterbucharbeit relevanten Kommentare zum Beleg, die z.B. bei der redaktionellen
Überarbeitung eine Entscheidungshilfe für das Kürzen der Wörterbuchartikel sein
können. Dieses Feld wird nicht ausgedruckt.
Syntagma: Eintragung der syntaktischen Verbindung des Belegwortes
Belegklassifik.: Eintrag der Textsorte, wobei wir nicht über ein eigenes
Textsortensystem verfügen, sondern die in den Quellen selbst verwendeten Klassifikationen
verwenden. - Die Einträge in diesem Feld werden indexiert.
Verwandter Beleg --> Von diesem Feld aus werden Referenzen zu Belegen mit
einer inhaltlichen Gemeinsamkeit hergestellt, die sich nicht auf der Ebene der
lexikalischen Vernetzung in den Erläuterungsteilen darstellen läßt, also z.B. derselbe
Wortlaut einer normativen Aussage in unterschiedlichen Texten in einem Wörterbuchartikel
oder derselbe oder ähnliche Wortlaut eines normativen Textes in verschiedenen
Wörterbuchartikeln. Damit lassen sich also in der lexikographischen Datenbank z.B.
Rechtstraditionen darstellen, die Felder sind recherchierbar.
- Verwandter Beleg --> Eintrag der Gegenreferenz, die automatisch gesetzt
wird.
Beleg gedruckt --> Entfällt künftig.
Lautverweis-Obj.: --> Das mehrsprachige Corpus des DRW erfordert sog.
Lautverweise, das sind Verweise von einer besonders ausgefallenen Belegwortgraphie auf das
entsprechende Lemma (z.B. von ofentüre auf Abenteuer oder von oxan auf Ochse). Die
Lautverweise sind über dieses Referenzfeld mit dem zugehörigen Beleg verbunden.
gleiche Dat.? bis anderer Band: Diese Feldergruppe wird ausgefüllt,
wenn mehrere Belege aus einer Quelle zitiert werden. Die Eintragungen in diesen Feldern
steuern die Umsetzung der Fundstellenangabe ebd. im Ausdruck des Wörterbuchartikels.
Korrekturobjekt: Dieses Feld ist in Vorbereitung. Korrekturvorschläge sollen über dieses
Feld mit dem entsprechenden Beleg verbunden werden.
erfasst durch: Die Eintragung des Bearbeiters oder der Bearbeiterin erfolgt
automatisch beim Anlegen des Belegobjektes. Das Feld ist recherchierbar und dient in
Kombination mit dem folgenden Feld statistischen Erhebungen innerhalb der
Forschungsstelle.
Erfassung: Eintragung des Erfassungsdatums, erfolgt ebenfalls automatisch.
verändert: Derjenige Bearbeiter bzw. diejenige Bearbeiterin, die ein Belegobjekt
anstelle der ursprünglichen Person verändert, soll hier das Namenskürzel eintragen.
letzte Änderung: Wird das Objekt zur Korrektur aufgerufen, erfolgt hier
automatisch der Eintrag des aktuellen Datums.
Abweichung Druck: Dieses Feld wird ausgefüllt, wenn nach der Publikation des
Wörterbuchartikels am Beleg nochmals Veränderung vorgenommen werden.
3.1. Referenz zur Gliederung
Die folgende Abbildung 4 zeigt in der linken Bildhälfte wiederum die Erfassungsmaske für
Belege, in der rechten Bildhälfte ist die Indexliste Gliederung eingeblendet.
Sie enthält die Wörterbuchartikel in alphabetischer Reihenfolge, sowie bei polysemen
Wörtern die einzelnen Gliederungspunkte der Wörterbuchartikel.

In den ersten beiden Feldern der Belegerfassungsmaske erfolgt die Zuordnung eines Beleges
zu einer Bedeutung. Vom ersten Feld mit der Bezeichnung zu Gliederungsebene:,
einem Referenzfeld, kann man sich die Gliederungsliste der Wörterbuchartikel einblenden,
man kann in dieser Liste blättern oder gezielt darin suchen, und mit einer Funktionstaste
kann man sich die Bedeutungsangaben ansehen. Mit einer weiteren Funktionstaste kann man
das Belegobjekt einer Bedeutung zuordnen - in der Datenbanksprache heißt dies: eine
Referenz herstellen.
Diese Referenzen werden bei der Bearbeitung der Wörterbuchartikel automatisch
berücksichtigt: das heißt, stellt man die Gliederung eines polysemen Wortes um, ändert
sich die Belegzuordnung automatisch.
Das zweite Feld Referenz auf Artikel dient der Sortierung und Zuordnung der
Belege für den Ausdruck der Wörterbuchartikel.
3.2. Das Feld Belegtext
Abbildung 5 zeigt den Ausschnitt einer ausgefüllten Belegerfassungsmaske.
Das Feld Belegtext ist ein frei beschreibbares Feld, in das das Belegzitat
eingegeben wird. Für dieses Feld besteht die Möglichkeit der Verdoppelung, die wir für
die redaktionelle Bearbeitung der Belegzitate nutzen, die hauptsächlich in der Kürzung
des Zitattextes besteht. Die ursprünglich eingegebene Langversion des Belegzitates bleibt
in der Datenbank erhalten, im Ausdruck erscheint hingegen nur noch die gekürzte Version.
Dieses Feld ist ein sogenanntes Invertierungsfeld, d.h., daß die einzelnen
Zeichenketten in diesem Feld beim Abspeichern des Objektes einer alpha-numerisch
sortierten Liste hinzugefügt werden und für Indexrecherchen sofort zur Verfügung
stehen. Auf diese Art und Weise wird in der lexikographischen Datenbank eine
Belegwortliste geführt, die ständig auf aktuellem Eingabestand ist.
Diese Invertierungsfunktion ermöglicht auch eine Schnellrecherche nach Belegwörtern, die
für die lexikographische Arbeit von großem Nutzen ist: setzt man den Cursor auf ein Wort
im Text und macht einen doppelten Mausklick, so erhält man sofort den Zugriff auf
sämtliche Belegobjekte, in denen das angeklickte Wort in der identischen Schreibweise
enthalten ist. Dies ist die einfachste Technik zur Behebung von Datenerhebungslücken, es
ist aber auch eine Möglichkeit, die eigene Verstehenskompetenz rasch zu erweitern: indem
man die anderen Texte liest, lernt man auf die rascheste Art und Weise den Gebrauch eines
Wortes in den unterschiedlichen Belegtexten besser kennen und erhält natürlich auch ein
differenziertes Sachwissen, was bei einem fachsprachlichen Wörterbuch nicht unwesentlich
ist.
3.3. Die Quellensigle
Abbildung 6 zeigt auf der linken Seite wiederum eine ausgefüllte Belegerfassungsmaske (in
der Dokumentation Manuskript), auf der rechten Seite ist das Objekt mit der
Titelaufnahme der im Beleg zitierten Quelle mit der Sigle TeutschForm. aus der
Dokumentation drwtitel eingeblendet.

Das Feld Sigle für den Eintrag des Quellennachweises ist ein Referenzfeld.
Die Quellenabkürzungen werden also nicht von Hand eingegeben, sondern aus der
Titeldokumentation heraus in dieses Feld einkopiert. Dabei kann die gesuchte Sigle in ein
Suchfeld mit der Mindestzahl von Zeichen hineingeschrieben werden, die eine eindeutige
Identifikation ermöglicht. Als Ergebnis wird der entsprechende Eintrag gezeigt und kann
mit einem Tastendruck in das Belegobjekt übernommen werden. Fortan steht das
entsprechende Titelobjekt an dieser Stelle in der Belegerfassungsmaske über die
Referenztechnik mit allen enthaltenen Informationen zur Verfügung. Und dies sind neben
den bibliographischen Angaben zur Quelle auch Angaben zur Datierung der Quelle, zur
Zitierweise, zum Standort, aber auch zu verwandten Texten oder zur zugehörigen
Sekundärliteratur.
Die Grundlage für die Erarbeitung der Wörterbuchartikel ist das Belegarchiv mit
seinen mehr als 2,2 Mio. Belegzetteln.
Die Exzerption erfolgte hauptsächlich in den Anfangsjahrzehnten des DRW [14], also Ende des 19. und Anfang des 20. Jhs. Sie war zum größten
Teil von freiwilligen Helferinnen und Helfern durchgeführt worden. Das Ergebnis ist ein
extrem inhomogenes Zettelarchiv, wie die folgende Abbildung 7 von zwei beliebig
ausgewählten Beispielen zeigt.

Wie das Beispiel zeigt, kann die Belegaufnahme in die Datenbank also nicht etwa anhand
der Exzerptzettel erfolgen, sondern muß jeweils anhand der Quellentexte vorgenommen
werden. Das Zettelarchiv dient dabei als Fundstellenverzeichnis.
4.1. Bücher
In der Regel müssen die Bearbeiterinnen und Bearbeiter des DRW für die Eingabe der
Belegzitate die entsprechende Quelle zur Hand nehmen und das Belegzitat von Hand eingeben.
Dies ist aufwendig, denn es bedeutet, daß man pro Beleg von seinem Arbeitsplatz aufsteht,
an die Regale geht, die über sieben Räume verteilt sind, das Buch mit an seinen
Arbeitsplatz nimmt und nach der Benutzung möglichst rasch wieder an den Standort
zurückbringt. Der Aufwand erhöht sich natürlich noch um einiges, wenn das Buch bestellt
werden muß. Hinzu kommt, daß sich diese Vorgänge bei der redaktionellen Überarbeitung
in vielen Fällen noch einmal wiederholen.
4.2. Maschinenlesbare Texte
Daher sind wir außerordentlich daran interessiert, so viele maschinenlesbare Texte wie
möglich in die Datenbank zu importieren. Ist dieser Import erst einmal erfolgt, können
wir in den einzelnen Texten verschiedene Recherchen vornehmen, wir können beliebige
Textausschnitte markieren und in das Belegobjekt einkopieren. Die Vorteile dieses
Verfahrens liegen auf der Hand. Leider sind wir nicht selbst in der Lage, unser Corpus mit
seinen rund 8.000 Quellen maschinenlesbar zu machen. Dankenswerterweise haben uns schon
einige Institutionen, Herausgeber und Verlage die maschinenlesbaren Fassungen von Texten
zur Verfügung gestellt [15], und wir nehmen natürlich jedes
diesbezügliche Angebot, sei es entgeltlich oder unentgeltlich, dankbar an.
Die maschinenlesbaren Texte sind in einer eigenen Dokumentation untergebracht. Neben
Volltext-, String- und numerischen Recherchen sind u.a. Abfragen in Indices zu den
Wortbelegungsformen, Seiten und Stichwörtern möglich.

In Abbildung 8 sieht man auf der linken Seite die Indexierung der
Quellen mit den zugehörigen Seitenzahlen, auf der rechten Seite den eingeblendeten
Volltext der links im Index mit dem Balken markierten Quellenseite [16].
Bei der Belegaufnahme aus einem maschinenlesbaren Quellentext geht man über das
entsprechende Referenzfeld in der Erfassungsmaske in die Dokumentation für
maschinenlesbare Texte, sucht den erforderlichen Text über den entsprechenden Index, geht
über die entsprechende Seite in den Text hinein, wählt den Zitatausschnitt, kopiert ihn
in eine Zwischenablage, geht zurück in das Belegobjekt und holt den Text aus der
Zwischenablage in das Belegfeld - insgesamt ein sekundenschneller Vorgang. Über die
Referenzierung im Belegerfassungsfeld steht der Volltext fortan für weitere
Belegbearbeitungsschritte immer zur Verfügung.
4.3. Elektronische Faksimiles
Das FAUST-Programm verfügt über ein Bildarchiv. Dieses Bildarchiv haben wir in unsere
lexikographische Datenbank integriert und nutzen es, um von bestimmten Quellen
elektronische Faksimiles anzulegen, so daß die entsprechenden Buchseiten als
Graphikdateien in der Datenbank abgelegt und unter der jeweiligen Quellensigle verwaltet
werden. Damit ist bei der Belegerfassung der sofortige Zugriff auf diese Gruppe von
Quellentexten möglich. In diesem Fall müssen die Belege allerdings von Hand aus der
Faksimile-Datei abgeschrieben werden. Wir haben in der Belegmaske ein Referenzfeld zur
Faksimiledokumentation eingerichtet, so daß man nach der Belegerstellung jederzeit auf
raschem Weg sich die entsprechende Faksimileseite auf den Bildschirm holen - und bei
entsprechendem Bedarf - auch ausdrucken kann. Abbildung 9a zeigt die Belegerfassungsmaske
eines Beleges, der als elektronisches Faksimile im Bildarchiv vorliegt. Die Referenzierung
zur entsprechenden Grafikdatei erfolgt in dem Feld Faksimile: mit dem
entsprechenden Referenzierungspfeil -->.

Über das Referenzfeld kommt man mit der entsprechenden Funktionstaste auf die
zugehörige Scan-Seite, deren Vollbild die folgende Abbildung 9b zeigt.
Abb. 9b: Grafikdatei, die zwei Seiten eines elektronischen Faksimiles abbildet

Der lexikographische Nutzen dieses Zugriffs auf den Originaltext
liegt auf Hand: Binnenauslassungen des Belegzitats sind irrelevant, und da man in diesen
Grafikdateien seitenweise blättern kann, spielt der Belegschnitt für ein umfassenderes
begriffliches Verständnis des Benutzers keine Rolle mehr. Damit wird das elektronische
Belegarchiv zu einem Arbeitsmittel für jede begriffsgeschichtliche Fragestellung, die auf
den Volltext als Untersuchungsgrundlage angewiesen ist [17].
Es zählt zu den Serviceleistungen der Forschungsstelle, Anfragen zu beantworten und
das Belegmaterial auch zur Verfügung zu stellen. Kleine Belegmengen werden bei
entsprechenden Anfragen für die Benutzerinnen und Benutzer kopiert, größere Belegmengen
konnten bisher nur in der Forschungsstelle in Heidelberg eingesehen werden.
Für die Zukunft bieten wir neben der Benutzung des Belegzettelarchives auch die Benutzung
unserer Datenbank an. Die Softwarefirma plant die Entwicklung eines
Datenbankserverprogrammes, so daß für die Zukunft auch die Arbeit mit der
lexikograpischen Datenbank des DRW im Internet möglich sein wird.
5.1.Für die Arbeit mit den Belegen stehen dabei unter anderem folgende
Recherchemöglichkeiten [18] zur Verfügung:
1. Man kann sich über die neuhochdeutsche Lemmaliste (= Indexliste Gliederung) alle
zugehörigen Belegzitate holen. Diese sind unter Umständen wesentlich zahlreicher als im
gedruckten Wörterbuch und sie stehen häufiger in einem größeren Kontext als in der
Druckfassung zur Verfügung.
2. Man hat die Möglichkeit der Volltext- oder Stringrecherche.
3. Eine weitere Möglichkeit ist die Auflistung aller Wortbelegungsformen.
4. Oder man kann sich auch die Belege einer bestimmten Region, eines bestimmten Zeitraumes
oder einer bestimmten Textsorte ansehen,
5. oder aber sich alle Belege aus einer bestimmten Quelle holen.
Mit anderen Worten: die von uns im Rahmen der Wörterbucharbeit zusammengetragenen
Belegzitate können im Sinne eines Datentransfers oder der Datenbankrecherche für
vielfältige Fragestellungen aus den Bereichen der Rechts- und Sprachwissenschaft genutzt
werden.
Eine Hürde bei der problemlosen Übernahme unseres Sprachmaterials stellt allerdings
unsere Zitierweise dar, da wir die Belegzitate nicht diplomatisch genau, sondern mit
einigen nderungen aus der Quelle abgeschrieben werden.
Daher wurde an uns die Bitte herangetragen, die Verdoppelungsfunktion des Belegtextfeldes
dazu zu nutzen, um einmal den diplomatisch getreuen Text aufzunehmen, und dann im zweiten
Feld die redaktionell überarbeitete Fassung herzustellen. Die Vorstellung eines
größeren Schreibaufwandes schreckte uns, aber die Scheu vor Zusatzarbeiten macht
bekanntlich erfinderisch. Daher haben wir uns überlegt, daß wir die Faksimilefunktion
des Programmes dazu nutzen könnten, um das jeweilige Textumfeld des von uns aufgenommenen
Belegzitates aus der Quelle einzuscannen, aber auf die zeitaufwendige Umrechnung in
Ascii-Dateien zu verzichten, und statt dessen den eingescannten Text als Bilddatei in
FAUST abzulegen und von den jeweiligen Belegobjekten aus Referenzen auf die entsprechenden
Bilddateien zu legen.
Auf diese Weise kann man sich beim Lesen oder Bearbeiten der Belege mit Tastendruck die
Originaltextseite auf den Bildschirm holen und sie gegebenenfalls auch problemlos als
Bilddatei ausdrucken.
Die Scanzeit und die Einbindung des Faksimiles dürfte einen geringeren zeitlichen Aufwand
ausmachen als die diplomatisch genaue Abschrift eines Textausschnittes und die
erforderlichen Korrekturgänge und die Zitatbearbeitung.
5.2. Dieses Verfahren hat mehrere Vorteile:
1. Für unsere Wörterbucharbeit bedeutet es eine eindeutige organisatorische Entlastung.
Man kann das Belegzitat für den Wörterbuchartikel knapper schneiden, ggfs. entfällt das
Kürzen der Zitate im Redaktionsgang. Den für die Plausibilitätskontrolle der
Bedeutungserläuterung sehr häufig benötigten größeren Kontext kann man sich auf der
Faksimileseite ansehen. Dies wiederum heißt, daß man künftig die Quelle nur noch einmal
zur Hand nehmen muß, und nicht mehrmals, wie bisher. - Ein nicht unwesentlicher Aspekt
ist dabei auch die Schonung der kostbaren alten Drucke.
2. Die Benutzer unserer Datenbank haben auf die eingescannten Textseiten den selben
Zugriff, sind also nicht mehr darauf angewiesen, für ihre eigenen Arbeiten entweder das
von den Bearbeitern und Bearbeiterinnen des DRW erstellte Zitatmaterial zu übernehmen,
oder alles noch einmal anhand der Quelle selbst zu verifzieren.
Die Einrichtung der lexikographischen Datenbank mit den vorgestellten
Recherchemöglichkeiten ist auf die Wörterbucharbeit mit allen lexikographischen
Fragestellungen und Prüfmethoden zugeschnitten. Die Arbeitsmöglichkeit mit unserem
elektronischen Belegarchiv ist von unserer Seite aus ein Nebenprodukt unserer
Wörterbucharbeit, so daß es bei bestimmten Fragestellungen auf die Findigkeit der
Rechercheabfrage, auf Kombinationen von Recherchen und vielleicht auch auf ein bißchen
Fleißarbeit beim Auswerten der Rechercheergebnisse ankommt.
Für das DRW hat sich die Umstellung auf die EDV, und insbesondere die Arbeit mit und in
der Datenbank gelohnt:
- Band VII des DRW, mit getipptem Manuskript und konventionellem Drucksatz wurde in 11
Jahren erstellt.
- Für Band VIII reduzierte sich die Bearbeitungszeit auf 7 1/2 Jahre, etwa die Hälfte
des Bandes wurde mit EDV-Mitteln erarbeitet.
- Und für Band IX, vollständig mit EDV erarbeitet, davon zur Hälfte in der Datenbank,
haben wir nur noch 5 1/2 Jahre benötigt.
| Dickel, Günther / Speer, Heino (1979): Deutsches Rechtswörterbuch. In: Helmut Henne (Hrsg.), | |
| Praxis der Lexikographie. Berichte aus der Werkstatt. Tübingen: 20-37. (RGL 22). | |
| Kammerer, Matthias (1995): Bildschirmorientiertes Abfassen von Wörterbuchartikeln. Dargestellt am Beispiel | |
| des Frühneuhochdeutschen Wörterbuches. Tübingen. (Lexicographica Series Maior 68). | |
| Lemberg, Ingrid (1996): Die Entstehung des Deutschen Rechtswörterbuches. In: Lexicographica. | |
| Internationales Jahrbuch zur Lexikographie 12, 105-124. | |
| - (1996a): Die Belegexzerption zu historischen Wörterbüchern am Beispiel des Frühneuhochdeutschen | |
| Wörterbuches und des Deutschen Rechtswörterbuches. In: Wörterbücher in der Diskussion II. Vorträge aus dem Heidelberger Lexikographischen Kolloquium. Hrsg. von Herbert Ernst Wiegand. Tübingen, S. 83-102. (Lexicographica, Series Maior 70). | |
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| Wörterbuch der älteren deutschen Rechtssprache. Erscheint in: Wörterbücher in der Diskussion III. Vorträge aus dem Heidelberger Lexikographischen Kolloquium. Hrsg. von Herbert Ernst Wiegand. Tübingen (im Druck). | |
| Lemberg, Ingrid / Petzold, Sybille / Speer, Heino (1997): Der Weg des Deutschen Rechtswörterbuchs | |
| in das Internet. Erscheint in: Wörterbücher in der Diskussion III. Vorträge aus dem Heidelberger Lexikographischen Kolloquium. Hrsg. von Herbert Ernst Wiegand. Tübingen (im Druck). | |
| Lemberg, Ingrid / Speer, Heino (1997): Bericht über das Deutsche Rechtswörterbuch. | |
| Erscheint in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte 114, 679-697. | |
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| Reichmann, Oskar (1977): Rezension zu: Deutsches Rechtswörterbuch. Wörterbuch der älteren | |
| deutschen Rechtssprache [...] Bd. VII, Hefte 1-4. In: Muttersprache. Zeitschrift zur Pflege und Erforschung der deutschen Sprache. 87, 197-204. | |
| Schröder, Martin (1997): Brauchen wir ein neues Wörterbuchkartell? Zu den Perspektiven einer | |
| computergestützten Dialektlexikographie und eines Projekts "Deutsches Dialektwörterbuch". In: Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik LXIV, Heft 1, 57-66. | |
| Speer, Heino (1979): s. Dickel/Speer. | |
| - (1989): Das Deutsche Rechtswörterbuch. Historische Lexikographie einer Fachsprache. | |
| In: Lexicographica. Internationales Jahrbuch zur Lexikographie 5, 85-128. | |
| - (1991): Das Deutsche Rechtswörterbuch: Vorstellung des Wörterbuchs und lexikographische Praxis | |
| am Beispiel "magdeburgisch". In: Historical Lexicography of the German Language. Edited by Ulrich Goebel and Oskar Reichmann in collaboration with Peter I. Barta. Lewiston/Queenston/Lampeter, vol. 2, 675-711. (Studies in Russian and German 2). | |
| - (1994): DRW to FAUST. Ein Wörterbuch zwischen Tradition und Fortschritt. In: Lexicographica. | |
| Internationales Jahrbuch zur Lexikographie 10, 171-213. | |
| - (1997): s. Lemberg / Speer. | |
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( 1 ) Vgl. dazu Lemberg/Petzold/Speer 1997.
( 2 ) Stand: August 1997.
( 3 ) Zur Konzeption des DRW vgl. Dickel/Speer 1979; Lemberg 1997;
Reichmann 1977; Speer 1989 u. 1991; zur Geschichte des DRW: Lemberg 1996; Lemberg/Speer
1997.
( 4 ) So eine Rezension zum DRW in der internationalen Ausgabe der
Neuen Züricher Zeitung vom 1./2. März 1997.
( 5 ) Vgl. Lemberg 1997.
( 6 ) Dazu ausführlich mit Beispielen Speer 1991.
( 7 ) Als Erscheinungstermin ist der Oktober 1997 vorgesehen. Das
Wörterbuch ist auf 16 Bände konzipiert, es soll im Jahr 2032 abgeschlossen werden.
( 8 ) Alle Schritte der Computerisierung wurden von dem Leiter der
Forschungsstelle, Dr. Heino Speer, selbst erarbeitet und durchgeführt. Die einzelnen
Schritte der Computerisierung sind von ihm in einer Dokumentation dargestellt (Speer
1994).
( 9 ) Ein Produkt der Firma Doris-Land-Software-Entwicklung
(http://www.land-software.de).
( 10 ) Vgl. dazu die Abbildungen bei Kammerer 1995, 103/4.
( 11 ) Diese Erfassungsmasken sind nicht starr festgelegt, sondern
können während der laufenden Arbeit jederzeit geändert werden. Man ist also im
Unterschied zu einem konventionellen Datenbanksystem nicht gezwungen, die Erfassungsfelder
im vorhinein und ein für alle mal festzulegen. Und wir haben auch viele Erfassungsmasken
im Lauf der praktischen Arbeit mit dem Programm noch optimiert und die Felder auch
reduziert.
( 12 ) Die Zitierweise im Wörterbuchartikel sieht wie folgt aus:
Eifel/GrW. II (= Edition der Grimmschen Weistumssammlung), Preußen/Sehling,EvKO.
(Sammlung evangelischer Kirchenordnungen).
( 13 ) Vgl. zum Beispiel die Quellensiglen
Ahd.Benediktinerregel/AltTBibl. 50 oder Beda/BiblAgsProsa.
( 14 ) Vgl. dazu Lemberg 1996a.
( 15 ) Das Verzeichnis der maschinenlesbaren Texte ist in der
Homepage des DRW aufgelistet.
( 16 ) Die maschinenlesbare Fassung der Deutschordensstatuten im
vorliegenden Beispiel wurde uns dankenswerterweise von der Trierer Forschungsstelle zum
Neuen Mittelhochdeutschen Wörterbuch unter der Leitung von Kurt Gärtner zur Verfügung
gestellt.
( 17 ) Vgl. dazu Lemberg/Petzold/Speer 1997, Kap. 8.1.
( 18 ) Eine andere Erweiterung der Recherchemöglichkeiten in
unserer Datenbank ist die unverzichtbare Integrierung der bereits gedruckten Bände. Band
V - VIII liegen bereits maschinenlesbar, aber zum Teil noch nicht korrigiert vor. Wir
haben hierzu das Programm OPTOPUS der Firma Macrolog benutzt und die Arbeiten durch
Hilfskräfte ausführen lassen. Band VIII ist nahezu vollständig in die Datenbank
importiert worden. Um eine Vorstellung von dem dazu erforderlichen Zeitaufwand zu
vermitteln: Herr Speer hat mit der Bearbeitung des Quelltextes von rund 800 Spalten, also
einem halben Band, vor etwa drei Monaten begonnen. Der nur mit Schriftartenkennzeichnung
versehene Fließtext wurde von ihm mit Hilfe eines normalen Texteditors, der allerdings
über eine an REXX angelehnte sehr umfangreiche Macro-Sprache verfügt, in vielen
Durchläufen und mit immer wieder neu formulierten Macros, zum Teil aber auch mit
händischen Korrekturen in solche Sinneinheiten zerlegt, die den Datenbankfeldern
entsprechen. Das Parsen eines historischen Wörterbuchs scheint sich nur auf eine derart
pragmatische Weise erledigen zu lassen. Sein Zeitaufwand betrug hierfür etwa siebzig
Stunden reine Arbeitszeit, die allerdings neben der Manuskripterstellung und den
Korrektur- sowie normalen Verwaltungsarbeiten zu leisten waren. Das Ergebnis - eine
Textdatei von rund 410.000 Zeilen, die etwa 26.000 neue Objekte in Faust ergaben - läßt
diesen Aufwand als durchaus vertretbar erscheinen.
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