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Viele raten zu einer Art Schacher: Laßt
uns die ss/ß-Regelung mitmachen, wenn denn der (schlimmere) Rest
wegfällt!
Es gibt Elemente der Rechtschreibreform, die erhaltenswürdig sind,
zum Beispiel die Zusammenschreibung von “statt dessen”. Es sind aber vernachlässigenswert
wenige. Fast alle deutschsprachigen Bücher liegen in der herkömmlichen
Rechtschreibung vor, und täglich kommen neue dazu (weil die Verleger
von Büchern ihre Verantwortung vor der Sprache, den Autoren und den
Lesern ernster nehmen als opportunistische Zeitungsverleger.) Die völlige
Rücknahme der Reform wäre daher nach wie vor die vernünftigste
und kostengünstigste Lösung. Welcher Nutzen sollte in einem Kompromiß
liegen, der z.B. nur die Heysesche s-Regelung beließe? Dennoch müßten
alle Wörter- und Schulbücher wieder angepaßt werden - es
ist völlig egal, ob man 100 oder 1000 Wörter ändert! (Da
die in Schulbüchern zitierten Autoren ohnehin darauf bestehen, daß
ihre Texte dort in Original-Rechtschreibung erscheinen, wäre die Rücknahme
auch dort die beste Lösung.)
Wieso sollte die Rechtschreibung eigentlich “vereinfacht” werden? Heute
weiß die Antwort auf diese Frage niemand mehr. Hinter diesem Wunsch
standen Ideologien, die so stark wirkten, daß Vernunft und Sachkenntnis
zurücktreten mußten. |