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Wer heute von "Kurpfalz" spricht, meint gewöhnlich die Gegend in der Nordwestecke des Landes Baden-Württemberg am Unterlauf des Neckar um Mannheim und Heidelberg. Der Sprachgebrauch hält das Andenken an einen Gliedstaat des Heiligen Römischen Reiches wach, der hier sein Kerngebiet hatte, aber infolge der Französischen Revolution von 1789 im Jahre 1803 von der politischen Landkarte verschwand.
Bis dahin war "Chur-Pfalz" die Kurzbezeichnung für das (Haupt-)Land eines Fürsten, dessen vornehmster Titel "Pfalzgraf bei Rhein" lautete und der einer der Kurfürsten des Reiches war.
Vor den Revolutionskriegen gehörte zur Kurpfalz ein Territorium, das vom vorderen Hunsrück im Norden bis in den Kraichgau im Süden und von der Mittelmosel im Westen bis an die Tauber im Osten reichte, allerdings keineswegs geschlossen war. Es umfaßte Teile der heutigen Länder Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz.
Der Aufbau der Herrschaft der rheinischen Pfalzgrafschaft in diesem Raum begann im 12. Jahrhundert. Ihr territorialer Bestand unterlag starken Veränderungen, doch wurde sie seit 1214 stets von Mitgliedern des Fürstenhauses Wittelsbach regiert, das zuvor schon das Herzogtum Bayern innehatte.
Im 14. Jahrhundert teilte sich die Familie in einen pfälzischen und einen bayerischen Ast. Dieser starb 1777 aus und wurde von dem damaligen Kurfürsten von der Pfalz beerbt. Die pfälzischen Wittelsbacher ihrerseits, denen Teile Bayerns verblieben waren (Oberpfalz), bildeten seit dem 15. Jahrhundert verschiedene Zweige aus, deren ältester jeweils die Kurwürde besaß.
Gegenstand dieser Homepage ist die Geschichte der Pfalzgrafschaft bei Rhein bzw. der Kurpfalz vom 12. Jahrhundert bis 1803. Eine eindeutige geographische Abgrenzung des Arbeitsfeldes ist unmöglich. Vorrangig soll der Raum behandelt werden, den die Kurpfalz in der Neuzeit einnahm. ältere, nur kurzfristig zugehörige Positionen, etwa am südlichen Oberrhein und im späteren Württemberg, aber auch die Oberpfalz und sonstige Nebenländer der Kürfürsten wie Jülich-Berg oder Neuburg werden weitgehend ausgeblendet, jedenfalls nicht im Detail bearbeitet. Ebenso werden die Nebenlinien der pfälzischen Wittelsbacher und ihre Territorien (wie Pfalz-Zweibrücken) zunächst nicht systematisch erfaßt.

