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VL Geschichte der Kurpfalz
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(a) Wir über uns: Beteiligte an diesem Projekt
(b) Über diese Seite: Ziel und Gegenstand




(a) Wir über uns: Beteiligte an diesem Projekt

Diese Homepage ist entstanden am Institut für Fränkisch-Pfälzische Geschichte und Landeskunde (FPI) der Universität Heidelberg (Direktoren: Prof. Dr. Bernd Schneidmüller und Prof. Dr. Stefan Weinfurter, wissenschaftliche Mitarbeiter: Dr. Joachim Dahlhaus und Dr. Jörg Peltzer). Die technische Betreuung der Homepage erfolgt durch Jürgen Wetteroth und Max Gawlich. Für zahlreiche Beiträge und langjährige Mitarbeit dankt das Institut (in alphabetischer Reihenfolge: Dr. Werner Bomm, Dr. Jochen Goetze, Dr. Ursula Perkow. Für Mitarbeit an der Abteilung 'Rechts- und Verfassungsgeschichte' danken wir Frau Dr. Melanie Fattler, geb. Hägermann. Hinweise und Kritik senden Sie bitte an kurpfalz-geschichte@urz.uni-heidelberg.de.




(b) Über diese Seite: Ziel und Gegenstand

Diese Homepage ist eine Sektion der Virtual Library Geschichte (VLG) und dient der Sammlung, Ordnung und Kommentierung von WWW-Angeboten zur Geschichte der ehemaligen Kurpfalz.

Wer heute von "Kurpfalz" spricht, meint gewöhnlich die Gegend in der Nordwestecke des Landes Baden-Württemberg am Unterlauf des Neckar um Mannheim und Heidelberg. Der Sprachgebrauch hält das Andenken an einen Gliedstaat des Heiligen Römischen Reiches wach, der hier sein Kerngebiet hatte, aber infolge der Französischen Revolution von 1789 im Jahre 1803 von der politischen Landkarte verschwand. Bis dahin war "Chur-Pfalz" die Kurzbezeichnung für das (Haupt-)Land eines Fürsten, dessen vornehmster Titel "Pfalzgraf bei Rhein" lautete und der einer der Kurfürsten des Reiches war. Vor den Revolutionskriegen gehörte zur Kurpfalz ein Territorium, das vom vorderen Hunsrück im Norden bis in den Kraichgau im Süden und von der Mittelmosel im Westen bis an die Tauber im Osten reichte, allerdings keineswegs geschlossen war. Es umfaßte Teile der heutigen Länder Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz. Der Aufbau der Herrschaft der rheinischen Pfalzgrafschaft in diesem Raum begann im 12. Jahrhundert. Ihr territorialer Bestand unterlag starken Veränderungen, doch wurde sie seit 1214 stets von Mitgliedern des Fürstenhauses Wittelsbach regiert, das zuvor schon das Herzogtum Bayern innehatte. Im 14. Jahrhundert teilte sich die Familie in einen pfälzischen und einen bayerischen Ast. Dieser starb 1777 aus und wurde von dem damaligen Kurfürsten von der Pfalz beerbt. Die pfälzischen Wittelsbacher ihrerseits, denen Teile Bayerns verblieben waren (Oberpfalz), bildeten seit dem 15. Jahrhundert verschiedene Zweige aus, deren ältester jeweils die Kurwürde besaß.

Etwas ausführlichere Informationen zur Herkunft des Wortes "Pfalz" und zur Geschichte von Pfalzgrafschaft und Kurpfalz finden sich im Abschnitt (d).

Gegenstand dieser Homepage ist die Geschichte der Pfalzgrafschaft bei Rhein bzw. der Kurpfalz vom 12. Jahrhundert bis 1803. Eine eindeutige geographische Abgrenzung des Arbeitsfeldes ist unmöglich. Vorrangig soll der Raum behandelt werden, den die Kurpfalz in der Neuzeit einnahm. Ältere, nur kurzfristig zugehörige Positionen, etwa am südlichen Oberrhein und im späteren Württemberg, aber auch die Oberpfalz und sonstige Nebenländer der Kürfürsten wie Jülich-Berg oder Neuburg werden weitgehend ausgeblendet, jedenfalls nicht im Detail bearbeitet. Ebenso werden die Nebenlinien der pfälzischen Wittelsbacher und ihre Territorien (wie Pfalz-Zweibrücken) zunächst nicht systematisch erfaßt.

Zwangsläufig ergeben sich Überschneidungen mit anderen landesgeschichtlich orientierten Sektionen der VLG, insbesondere mit der Abteilung Bayerische Landesgeschichte.



(c) Technische Hinweise

Diese Homepage wurde für eine Bildschirmauflösung von 1024x768 Pixel optimiert. Sie kann jedoch ebenso bei 800x600 Pixel betrachtet werden, wobei es allerdings - ohne Beeinträchtigung der Funktionalität - zu kleineren Ungenauigkeiten im äußeren Erscheinungsbild kommen kann. Durch eine systematische Gliederung und ein stringentes Layout sollen die Benutzer rasch zu weiteren Kurpfalz-Seiten geführt werden. Auf technische Besonderheiten wie Frames, Java-Script o.ä. wurde verzichtet. Diese Homepage wird regelmäßig aktualisiert.

Anregungen zum Layout und zur Funktionalität unseres Angebotes werden vom Seitenbetreuer Jürgen Wetteroth (E-Mail: kurpfalz-geschichte@urz.uni-heidelberg.de) gerne angenommen.




(d) Pfalz - Pfalzgrafschaft (bei Rhein) - Kurpfalz

Während "Kurpfalz" nur mehr ein inoffizieller Name ist, lebt das Grundwort "Pfalz" unter anderem in den amtlichen Namen eines deutschen Landes (Rheinland-Pfalz), je eines rheinland-pfälzischen und bayerischen Regierungsbezirks (Rheinhessen-Pfalz, Oberpfalz) und eines rheinland-pfälzischen Kommunalverbandes (Bezirksverband Pfalz) fort. All diese Räume unterstanden zu größeren oder kleineren Teilen einst den Kurfürsten von der Pfalz.

Das Wort "Pfalz" geht letztlich auf das lateinische Palatium zurück, den Namen eines der Hügel des alten Rom. Er wurde zunächst auf die dort befindliche Residenz der Kaiser übertragen, dann auch auf andere Herrschaftszentren des Imperium Romanum und seiner Nachfolgereiche. Im Frankenreich des 6. Jahrhunderts begegnet erstmals ein "Pfalzgraf" (comes palatii), dem die Verwaltung des königlichen Hofes oblag. Unter den karolingischen Herrschern stieg der Pfalzgraf am Hof zur höchsten Instanz für weltliche Angelegenheiten auf und erhielt insbesondere den Vorsitz im Pfalzgericht. Im 9. Jahrhundert treten einerseits mehrere Pfalzgrafen gleichzeitig, anderseits besondere Pfalzgrafen in bestimmten Reichsteilen auf. Das ostfränkisch-deutsche Reich des 10. Jahrhunderts besaß je einen Pfalzgrafen (jetzt gewöhnlich als comes palatinus tituliert) bei jedem der großen "Stämme". Die sächsische und die bayerische Pfalzgrafschaft gingen nach 1179 in der Landgrafschaft Thüringen bzw. nach 1208 im Herzogtum Bayern auf, die schwäbische wurde nach 1268 zum leeren Titel; nur die fränkische oder (wie die Wissenschaft lieber sagt) lothringische entwickelte sich von einem königlichen Amt zu einem bedeutenden Fürstentum und Territorium.

Seit dem späteren 10. Jahrhundert erscheinen als Inhaber des wohl primär mit der Pfalz Aachen zusammenhängenden Amtes Mitglieder der Familie der Ezzonen, so benannt nach Ezzo (Erenfrid), der eine Schwester Ottos III. heiratete und 1034 starb. Zu ihren amtlichen Funktionen gehörten anscheinend die Aufsicht über ausgedehnte Wälder und der Schutz der Straßen im Raum Aachen - Bonn - Köln; außerdem verfügten sie über zahlreiche Grafschaften, Kirchenvogteien und Güter vor allem um den Niederrhein. 1045-1085 hatten Seitenverwandte Ezzos, die Hezeliniden, die Pfalzgrafschaft inne; sie verloren jedoch einen Großteil der niederrheinischen Positionen und verlegten ihr Herrschaftszentrum an die untere Mosel. Mittelrhein- und Moselgebiet blieben auch die Basis der folgenden lothringischen Pfalzgrafen, die verschiedenen Familien entstammten, sich zeitweise gegenseitig den Rang streitig machten und für die erstmals 1131 der Titel comes palatinus de Reno belegt ist.

In den Raum der späteren Kurpfalz wanderte die rheinische Pfalzgrafschaft unter dem Staufer Konrad (1156-95), einem jüngeren Halbbruder des Kaisers Friedrich I. Dieser Konrad verband Reste der alten Pfalzgrafschaft mit Teilen des Erbes der Salier, mit der Vogtei über die Reichsabtei Lorsch und mit Lehen von den Bistümern Worms und Speyer. Hauptstützpunkte Konrads waren Bacharach (mit Burg Stahleck), Alzey und wohl auch schon Heidelberg.

Nach einem welfischen Zwischenspiel belehnte 1214 König Friedrich II. den bayerischen Herzog Ludwig I. mit der rheinischen Pfalzgrafschaft, die hinfort bei dessen Familie, den Wittelsbachern, verblieb. Über ein Jahrhundert stand die "Pfalz" (der lateinische Landesname Palatia taucht 1233 auf) in enger Verbindung mit Bayern (seit dessen Teilung 1255 mit Oberbayern), bis nach langem Familienstreit 1329 (Vertrag von Pavia) eine Trennung erfolgte, bei der Kaiser Ludwig der Bayer den Erben seines älteren Bruders Rudolf I. die Pfalz am Rhein zusammen mit einigen bayerischen Gebieten nördlich der Donau (Keimzellen der "Oberpfalz") überließ.

Im 13. Jahrhundert war das pfalzgräfliche Territorium unter anderem um ehemalige Lorscher Besitzungen sowie Lindenfels und Kaub (bedeutende Zollstätte) vergrößert worden; nach 1329 fügten die Pfalzgrafen umfangreiche Reichspfandschaften (Neckargemünd, Eberbach, Mosbach, Sinsheim, Germersheim, Annweiler, Kaiserslautern, Oppenheim), die Schutzherrschaft über das Kloster Maulbronn und weitere Erwerbungen (Bretten, Simmern, halb Ladenburg) hinzu. Die Goldene Bulle Kaiser Karls IV. sicherte den pfälzischen Wittelsbachern die Würden eines Erztruchsessen, Kurfürsten und Reichsvikars. Heidelberg wurde feste Residenz der Kurfürsten und erhielt 1386 eine Universität, die älteste auf dem Boden des heutigen Deutschland. Kurfürst Ruprecht III. wurde 1400 zum römischen König erhoben, war aber in der Reichspolitik wenig erfolgreich. Nach seinem Tode (1410) wurden die pfälzischen Lande unter seine vier überlebenden Söhne geteilt, doch behielt der älteste mit der Kurwürde ein relativ starkes Territorium. Die Brüder begründeten drei Nebenlinien, deren zweite (Pfalz-Simmern-Zweibrücken - fast nur linksrheinisch) sich 1459 abermals spaltete und in der Neuzeit weit verzweigte, während die erste (Pfalz-Neumarkt - nur oberpfälzisch) schon 1448 von der dritten (Pfalz-Mosbach) und diese 1499 von der Kurlinie beerbt wurde.

Die Territorialherrschaft der Kurfürsten wuchs im 15. Jahrhundert um weitere Reichspfänder (Landvogteien in Elsaß und - halb - Ortenau) und andere Erwerbungen, so am Nordrand des Odenwaldes (Otzberg, halb Umstadt), an der Bergstraße (Amt Starkenburg), um Alzey, an der Nahe und auf dem Hunsrück (Teile der Grafschaft Sponheim), in den Vogesen (Grafschaft Lützelstein) und um den mittleren Neckar (Grafschaft Löwenstein, Herrschaft Weinsberg). Die Regierung Friedrichs I. (des Siegreichen, 1449/51-76) markiert den Gipfel der kurpfälzischen Macht. Im Landshuter Erbfolgekrieg von 1504/05 aber unterlag die Kurpfalz den alten Gegnern Friedrichs, wurde durch Habsburg und Württemberg vom südlichen Oberrhein und mittleren Neckar verdrängt und erlitt kleinere Verluste an Kurmainz, Baden, Hessen und Pfalz-Zweibrücken.

Letzter Kurfürst aus der alten Kurlinie war Ottheinreich (1556-59), der in der Kurpfalz die lutherische Reformation einführte. Nach seinem Tode fiel die Kurpfalz an die Linie Simmern, unter der das Bekenntnis des Landes noch im 16. Jahrhundert dreimal zwischen Luthertum und Calvinismus wechselte. Die Kurfürsten beanspruchten eine Führerrolle im deutschen Protestantismus, doch trug die Politik Friedrichs IV. und Friedrichs V., der 1619 die böhmische Königskrone annahm, zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges bei, in dem die Kurpfalz zeitweilig unterging und die pfälzische Kurwürde dem wittelsbachischen Herzog von Bayern verliehen wurde. Im Westfälischen Frieden von 1648 erhielt Friedrichs V. Sohn Karl Ludwig die Kurpfalz mit einer neuen - achten - Kur, aber ohne Oberpfalz und Starkenburg zurück. Er vereinigte das Fürstentum Simmern, das über 1559 hinaus (mit Unterbrechungen und in wechselndem Zuschnitt) fortbestanden hatte, definitiv mit der Kurpfalz. Die Kriege Ludwigs XIV. brachten abermals schweres Unglück über das Land, das 1685 an das Haus Pfalz-Neuburg (einen Zweig von Pfalz-Zweibrücken) überging.

Die katholischen Neuburger, die neben bayerischen Gebieten die niederrheinischen Herzogtümer Jülich und Berg beherrschten, betrieben in der Kurpfalz eine späte Gegenreformation. Regierte Kurfürst Johann Wilhelm (1690-1716) vorzugsweise von Düsseldorf aus, so machte sein Bruder und Nachfolger Karl Philipp 1720 Mannheim zur Residenz. Ihm folgte 1742 als nächster Agnat Karl Theodor von Pfalz-Sulzbach, der 1777 auch Kurbayern erbte und deswegen nach München übersiedelte.

Als Karl Theodor 1799 starb, vereinigte Max Joseph, zuvor Herzog von Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld, alle wittelsbachischen Länder wieder in einer Hand - die westlich des Rheins gelegenen waren allerdings inzwischen vom revolutionären Frankreich besetzt und wurden diesem im Frieden von Lunéville förmlich abgetreten. Der Reichsdeputationshauptschluß von 1803 besiegelte auch das Ende der rechtsrheinischen Rest-Kurpfalz, die unter die zum Kurfürstentum erhobene Markgrafschaft Baden, die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und die Fürstentümer Leiningen und Nassau-Weilburg verteilt wurde. Der Anteil Leiningens kam bei dessen Auflösung 1806 ebenfalls an Baden.

Das Territorium der eigentlichen Kurpfalz hatte sich seit 1685 weniger durch echten Zuwachs (Teile von Pfalz-Veldenz 1694/1733) oder Verlust als durch Tauschgeschäfte und die Auflösung von Kondominaten (Verträge mit Kurmainz, mit den Hochstiften Worms und Speyer, mit Baden, Nassau, Württemberg u. a.) verändert. Im Jahre 1789 erstreckte sich die kurpfälzische Landeshoheit über ein Gebiet, das - einschließlich der Orte mit fremden Ortsherren - etwa 5000 qkm groß, aber immer noch stark zersplittert war. Das Land gliederte sich in die drei Hauptstädte Mannheim, Heidelberg und Frankenthal und die 19 Oberämter Alzey, Bacharach, Boxberg, Bretten, Germersheim, Heidelberg, Kaiserslautern, Kreuznach, Ladenburg, Lauterecken, Lindenfels, Mosbach, Neustadt (an der Weinstraße), Oppenheim, Otzberg, Simmern, Stromberg, Umstadt (Kondominat mit Hessen-Darmstadt) und Veldenz.

Heute findet man dieses Territorium in drei Ländern - Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz - oder acht Stadt- und 24 Landkreisen wieder. Die Städte Heidelberg, Kaiserslautern und Mannheim bestehen zu 100 % aus ehemals kurpfälzischem Gebiet, die Stadt Ludwigshafen zu 88 %. Anteile über 70 % haben die Kreise Frankenthal (Stadt) und Rhein-Neckar-Kreis, über 60 % Alzey-Worms, Neustadt (Stadt), um 50 % Kaiserslautern (Land), Mainz-Bingen, über 40 % Bad Dürkheim, Bad Kreuznach, Ludwigshafen (Land), Worms (Stadt), über 30 % Germersheim, Neckar-Odenwald-Kreis, Rhein-Hunsrück-Kreis, Südliche Weinstraße, über 20 % Donnersbergkreis, Kusel, Landau (Stadt), über 10 % Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, über 5 % Heilbronn (Land), Karlsruhe (Land), Main-Tauber-Kreis und Südwestpfalz. Unter 5 % bleiben die Kreise Bernkastel-Wittlich, Groß-Gerau, Odenwaldkreis, Rheingau-Taunus-Kreis und Rhein-Lahn-Kreis.




(e) Abkürzungen, Sonderzeichen und häufig verwendete Links mit Kommentar
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(f) Pressespiegel: Reaktionen auf die Virtual Library - Geschichte der Kurpfalz