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Die englische Heirat Pfalzgraf Ludwigs III.

Von Walther Holtzmann

(Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins NF 43 (1930), 1-22)

Auf die englisch-pfälzische Heirat, von der hier die Rede sein soll, hat jüngst auf dem Speyerer Archivtag im Jahre 1927 die Archivarin Dr. Ulla Deibel die Aufmerksamkeit der pfälzischen Geschichtsfreunde hingelenkt (Anm. 1-1). Sie hat vollkommen überzeugend nachgewiesen, dass die pfälzische Krone in der Münchener Schatzkammer aus England stammt und durch die erste Ehe von König Ruprechts Sohn Ludwig mit Heinrichs IV. Tochter Blanca nach Heidelberg gekommen sein muss. Aber auch abgesehen von diesem kostbaren Vermächtnis, das sich aus den Stürmen der Zeit bis auf unsere Tage herübergerettet hat, verdient diese erste englisch-pfälzische Allianz als ein Vorspiel der späteren, an Enttäuschungen und Folgen so sehr viel reicheren des Winterkönigs mit der Stuarttochter und als eine Episode pfälzisch-deutscher Geschichte betrachtet zu werden. Wenn es wahr ist, dass die Heiratspolitik eines Herrschers des Spätmittelalters nur eine und vielfach die hauptsächlichste Form seiner auswärtigen Politik ist, so muss die Ehe des Pfalzgrafen mit einer Engländerin auch vorzugsweise als ein Teil der auswärtigen Politik seines Vaters, des einzigen Pfälzers auf dem deutschen Königsthron, gewürdigt werden. Neben der politischen hatte aber auch diese Ehe eine finanzielle Seite; wir werden sehen, wie stark diese peinliche Tatsache in den pfälzisch-englischen Beziehungen Ruprechts hervortritt. Das hat indes nicht verhindert, dass aus der politischen Heirat, bei der sich wie üblich in solchen Fällen in damaliger Zeit die Brautleute am Hochzeitstage zum ersten Male zu Gesicht bekamen, eine glückliche Ehe geworden ist, wie der Schmerz des Gatten beim frühzeitigen Tode Blancas zeigt: auch über den traurigen Ausgang der Ehe wird zur Berichtigung irriger Anschauungen in der bisherigen Literatur einiges zu bemerken sein. Ich beabsichtige nun nicht, den Gegenstand abschliessend zu behandeln, sondern möchte nur, nachdem die deutschen Quellen zur Sache einigermassen vollständig erschlossen sind (Anm. 2-1), die künftige Forschung auf englische Materialien hinweisen und sie in den Zusammenhang der Dinge einzuordnen versuchen, ohne auch hierbei Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben; denn was ich biete, sind nicht Ergebnisse systematischer archivalischer Nachforschungen, die mich zu weit von meinem Wege abgeführt hätten, sondern, wenn ich im Bilde bleiben darf, nur Wegweiser für künftige Forschung, die im fremden Lande den Spuren der Heimatgeschichte nachgehen will.

Die Beziehungen der pfälzischen Wittelsbacher nach England hinüber sind schon älteren Datums. Bezeichnenderweise beginnen sie mit einem Heiratsprojekt: schon Ludwig II., der Oheim und Vormund Konradins, hat wenige Monate nach jener grauenvollen Ermordung seiner ersten Gemahlin Maria von Brabant um eine englische Prinzessin geworben (Anm. 2-2). Die Braut und ihre Mitgift von 12000 Mark Sterling sollte der Preis dafür sein, dass Ludwig dem englischen Bewerber um die deutsche Königskrone, Richard von Cornwall, seine Stimme gab. Die Wahl ist unter Mitwirkung des Wittelsbachers bekanntlich erfolgt, von dem Heiratsplan erfahren wir aber weiterhin nichts mehr. Fast hundert Jahre später sind die Pfalzgrafen am Rhein wiederum in einem Thronstreit nach dem Tode Ludwigs des Bayern für die Kandidatur eines Engländers, dieses Mal des Königs selbst, Eduards III., eingetreten (Anm. 3-1), wohl unter dem Einfluss des Mainzer Erzbischofs; man weiss aber, wie dann die Pfälzer durch einen plötzlichen Frontwechsel ihrer Politik sich mit Karl IV. ausgesöhnt haben. Von der englischen Freundschaft blieb nichts übrig als ein Soldvertrag, durch den Ruprecht I. dem englischen König für I5ooofl. die Ausrüstung von 500 Mann versprach (Anm. 3-2). Eine derartige Bindung eines deutschen Territorialfürsten an eine auswärtige Macht wollte um die Mitte des 14. Jahrhunderts nicht allzuviel bedeuten (Anm. 3-3). Es ist bekannt, in wie grossem Umfang die westdeutschen Fürsten im ausgehenden Mittelalter in Lehensbeziehungen zu den Nachbarn, vor allem zu Frankreich und England, getreten sind; der beginnende grosse englisch-französische Krieg hat dieses in lehensrechtliche Formen gekleidete Söldnerwesen stark befördert (Anm. 3-4). Und so ist es kein Wunder, wenn wir die Pfälzer auch weiterhin auf der englischen Seite finden; 1397 haben der Neffe Ruprechts I., Ruprecht II., und sein Sohn, der spätere König, das Vasallitätsverhältnis zu Richard II. von England erneuert, und gerade von Ruprecht III. wissen wir, dass er gegen eine jährliche Pension von 1000 Mark in englische Dienste getreten ist (Anm. 4-1). Ob sich diese Aufwendungen der Engländer gelohnt haben, steht dahin; jedenfalls haben aber die so erneuerten Beziehungen das ihre beigetragen zu dem Heiratsprojekt, das wenige Jahre später zur Verhandlung und Durchführung kam.

Aber es stehen doch noch andere, politische Motive dahinter. Am 29. September 1399 unterzeichnete Richard II. von England im Tower zu London die Urkunde über seine Thronentsagung, und am nächsten Tage fand in der grossen Halle von Westminster jene denkwürdige Parlamentssitzung statt, deren Verlauf allerdings etwas anders war, als Shakespeare sie schildert. Heinrich Bolingbroke, Herzog von Hereford und Lancaster, Sohn des dritten Sohnes Edwards III., John of Gaunt, bestieg als Heinrich IV. den englischen Thron (Anm. 4-2). Und kaum ein Jahr später, am 20. August 1400, erlebte die Welt die Absetzung Wenzels durch die Mehrzahl der deutschen Kurfürsten in Oberlahnstein und die Erhebung des Pfalzgrafen am Rhein Ruprechts III. zum deutschen König. Heinrich wie Ruprecht waren, mochten sie ihre Thronbesteigung noch so sehr in Formen des Rechts kleiden, vom legitimistischen Standpunkt aus Usurpatoren; man kann daher zweifeln, welchem von beiden mehr daran gelegen war, den Glanz seiner Familie durch eine möglichst vornehme Heirat zu vermehren. Wir wissen nun leider nicht, von welcher Seite der Gedanke einer Eheverbindung zwischen den beiden neuen königlichen Häusern ausgegangen ist. Ich möchte aber annehmen, dass die Initiative beim englischen König gesucht werden muss. Sehen wir ihn doch sofort nach seinem Staatsstreich sich auch anderwärts um Heiratsverbindungen bemühen, so schon nach zwei Monaten um eine französische Prinzessin für seinen Erstgeborenen, den Prinzen Heinz, selbstverständlich nur, um den schlimmen Eindruck zu verwischen, den die Absetzung von Richard II., dem Gemahl von KarlsVI. Tochter Isabella, in Frankreich machen musste (Anm. 5-1). Aber die Absetzung Richards hatte auch den bisherigen deutschen König Wenzel berührt, der nicht nur durch seine Schwester Anna, die erste Gemahlin Richards II., mit diesem verschwägert, sondern auch mit England durch einen Freundschaftsvertrag verbunden war (Anm. 5-2), und der noch 1397 dem englischen Schwager in seinen innerpolitischen Schwierigkeiten Hilfe angeboten hatte (Anm. 5-3). So wurde Heinrich IV. durch sein eigenes Interesse auf die Seite des deutschen Todfeindes des Böhmenkönigs geführt, und man darf wohl mit einiger Wahrscheinlichkeit behaupten, dass von ihm das Heiratsprojekt ausgegangen ist (Anm. 5-4). Ruprecht wird in die dargebotene Hand mit Freuden eingeschlagen haben; in einer Aufzeichnung von der Wende des Jahres 1400 wird der König von England unter den Fürsten, die Ruprechts Königtum anerkannten, an vierter Stelle angeführt (Anm. 6-1): das ist alles, was wir über die Anfänge dieser pfälzisch-englischen Beziehungen wissen.

Um so besser sind wir über die Verhandlungen unterrichtet, die zu dem Abschluss eines Heiratsvertrags führten, denn sobald die Dinge soweit gediehen waren, dass sie geschäftsmässig behandelt wurden, haben sie auch ihren Niederschlag in den Akten gefunden, die uns von beiden Seiten erhalten sind, in den englischen Rolls (Anm. 6-2) und in den glücklicherweise erhaltenen Registern Ruprechts (Anm. 6-3). Aber diese offiziellen Aktenstücke, Vollmachten für Gesandte, Verträge und Zusatzprotokolle, diese jeweils mit neuen umständlichen Vollmachten, ihre Ratifikationen und Bürgschaften für die Ausführung der Verträge sind noch nicht alles, was uns über die Angelegenheit erhalten ist. Eine doch wohl ursprünglich ebenfalls amtliche Sammlung von Aktenstücken über die Heiratsverhandlungen, die weithin nur das Material der Rolls wiedergibt, hat uns auch einige Instruktionen aufbewahrt, die uns doch ein klein wenig hinter die englischen Kulissen blicken lässt (Anm. 7-1), wie wir das aus dem gleichen Grunde schon bezüglich der deutschen Politik tun konnten. Ich teile diese Instruktionen im Anhang im Wortlaut mit, will aber den Gang der Verhandlungen nicht im einzelnen mit aller Ausführlichkeit verfolgen, sondern nur einige allgemeiner interessierende Punkte herausgreifen.

Dazu wird allerdings nötig sein, den Vertrag kennenzulernen, den die am 9. Januar 1401 ernannten deutschen Unterhändler (Anm. 7-2) mit den Engländern, deren Vollmacht vom 13. Februar datierte (Anm. 7-3), am 7. März in London abschlossen. Eine Ehe zwischen der ältesten Tochter (senior) Heinrichs IV., Blanca, und dem ältesten Sohn (senior) Ruprechts, Ludwig (III.), soll geschlossen werden unter folgenden Bedingungen: 1. Heinrich IV. wird seiner Tochter 40000 Nobeln (die Goldmünzeinheit der Zeit) als Mitgift mitgeben und sie 2. mit geziemender Aussteuer an Schmuck usw. versehen; 3. Ruprecht und Ludwig werden Blanca auf Lebenszeit und ihren etwaigen Nachkommen Besitzungen in der Pfalz und im Herzogtum Bayern im jährlichen Ertragswert von 4000 Nobeln anweisen (ihre Mitgift mit 10 % verzinsen); 4. Heinrich IV. wird seine Tochter zwischen Ostern (26. März) und Jubilate (16. April) 1402 nach Köln geleiten lassen, von wo 5. Ruprecht und Ludwig die Braut nach Heidelberg bringen lassen werden ; 6. Heinrich IV. kann zur Entgegennahme des Wittums zwischen 15. August und 8. September Bevollmächtigte absenden; 7. stirbt Ludwig nach der Heirat und nach Empfang der Mitgift, dann darf Blanca unbeschadet des Anspruchs auf eine jährliche Rente von 4000 Nobeln ihren Wohnsitz nach Belieben wählen; 8. stirbt Blanca vor Ablauf der festgesetzten Zahlungstermine, so verfällt die etwa noch ausstehende Restsumme; 9. stirbt Ludwig vor völliger Bezahlung der Mitgift, so darf die Rente seiner Witwe soweit gekürzt werden, dass sie 10% der tatsächlich ausbezahlten Mitgift beträgt —- soweit war man ohne Schwierigkeit einig geworden; aber der 10. Punkt berührte ein heikles Thema, und da waren die Meinungen auseinander gegangen: die Pfälzer hatten völlige Ausbezahlung der Mitgift bei Übergabe der Braut verlangt (Anm. 8-1), die Engländer dagegen drei Ratenzahlungen vorgeschlagen: 16000 Nobel bei der Hochzeit und je 12000 Nobel in den beiden folgenden Jahren, Da man sich darüber nicht einigen konnte, sollte über diesen Punkt zu Pfingsten in Dortrecht weiter verhandelt werden (Anm. 8-2).

Für diese neuen Verhandlungen ist uns nun die Instruktion der englischen Unterhändler erhalten (Anm. 8-3). Sie zeigt insofern ein Entgegenkommen, als die zweite Rate von 12000 auf 16000 Nobel (Anm. 8-4) erhöht wurde, hält aber an dem ursprünglich vorgesehenen Zahlungsmodus — die beiden folgenden Pfingsten, also 1403 und 1404 — fest und gestattet nur im äussersten Notfall ein Nachgeben für den letzten Termin. Der Vertrag vom 7. Juni zeigt, dass die Pfälzer dieses äusserste Entgegenkommen erzwungen hatten, da die letzte Rate von 8000 Nobeln schon an Martini (11. November) 1403 fällig werden sollte (Anm. 8-5). Auch mit dem Vorschlag der Engländer, die beiden letzten Raten in London oder Brügge — aus Gründen des Geldwechsels — zu bezahlen, waren die Pfälzer nicht einverstanden; in neuen Verhandlungen setzten sie Köln als Zahlungsort durch (Anm. 9-1).

Damit war das Allgemeine der Vorverhandlungen zur beiderseitigen Zufriedenheit unter Dach und Fach gebracht; was die Akten sonst noch enthalten, sind mehr Formalien, die die Ratifizierung der Verträge (Anm. 9-2) und den Austausch der Bürgschaften für ihre Innehaltung (Anm. 9-3) zwölf fürstliche Herren wurden auf beiden Seiten aufgeboten — betreffen. Was die Ausführung betraf, so war es nun zunächst Ruprechts Sache, das Wittum für seine künftige Schwiegertochter zu bestimmen; er scheint dafür schon vor seinem Aufbruch zum italienischen Feldzug Germersheim, Neuburg und Hagenbach (beide jetzt zum Bezirksamt Germersheim gehörig) bestimmt zu haben (Anm. 9-4), denn schon während seiner Abwesenheit in Italien verhandelten am 5. November 1401 englische und pfälzische Prokuratoren in Germersheim, vorwiegend über formale Dinge und über die Sicherstellung der Reise der Braut (Anm. 9-5). Daneben scheinen sich die englischen Bevollmächtigten aber schon damals für das in Aussicht genommene Wittum interessiert zu haben, denn wir besitzen eine Aufzeichnung über die einzelnen Einkünfte der drei Herrschaften, Rhein- und Landzoll, Lehnsabgaben, Gerichtsgefälle, Naturallieferungen usw. — den Dürkheimer und Leimener Wein nicht zu vergessen! — , die offenbar von der Hand eines der Kommissare glossiert ist (Anm. 10-1), und aus diesen Bemerkungen sehen wir, wie genau es die Engländer mit der Berechnung nahmen; verlangt doch der Glossator z. B. zum Beleg über den mit 3000 Gulden veranschlagten Germersheimer Rheinzoll Vorlage der Zinsbücher (Anm. 10-2) oder über die Lieferung einer Abgabe von fünf Malter Salz die Auskunft, auf wessen Kosten dieses Salz nach Germersheim angefahren wird (Anm. 10-3). Wenn auch nach dieser Aufstellung die Summe von l0.000 Gulden, die der ausbedungenen jährlichen Rente von 4000 Nobeln entsprach, nicht ganz erreicht wurde, so scheint man sich doch damit zufrieden gegeben haben, und es war nun an den Engländern, ihrerseits die Bedingungen des Vertrags zu erfüllen. Das war aber nicht ganz einfach, denn Heinrich IV. befand sich in den ersten Jahren seiner Regierung in ziemlichen Geldverlegenheiten (Anm. 10-4). Allerdings gaben ihm die Gesetze des Landes das Recht, die Auslagen bei der Verheiratung der ältesten Tochter (Anm. 10-5) auf die Lehnsträger der Krone umzulegen, und Heinrich machte davon Gebrauch und schrieb eine »reasonable aide« für Blanca aus; aber das Geld ging nur langsam ein (Anm. 10-6), so dass sich die Abreise der Braut verzögerte und der König durch einen scharfen Brief an seinen Rat die Zahlungen monierte (Anm. 10-7). Sein Eingreifen scheint gewirkt zu haben, so dass das königliche Kind mit einiger Verspätung endlich Anfang Juni unter der Obhut des Bischofs Richard von Worcester und des Grafen Johann von Somerset von Harwich abfahren konnte. Am 30. Juni erreichte der bräutliche Zug Köln, wo am 6. Juli die Hochzeit stattfand. Wenige Wochen später konnten Ruprecht und Ludwig dem englischen König in schmeichelhaften Ausdrücken die Ankunft seiner Tochter in Heidelberg mitteilen (Anm. 11-1).

Englische Quellen ermöglichen es, uns ein genaueres Bild zu machen von den Aufwendungen der Heimat für die würdige Aussteuer der Königstochter, von ihrer Reise und den Geschenken, die sie unterwegs empfing; sie verschweigen aber auch nicht ihr Erstaunen über das nach englischen Begriffen wenig königliche Auftreten des Pfalzgrafen in Köln (Anm. 11-2), und der neueste Biograph Heinrichs IV. hat sich dies alles nicht entgehen lassen (Anm. 11-3). Allgemeingeschichtlich wichtiger sind aber die politischen Pläne, die sich an diese englisch-pfälzische Heirat knüpften. Schon den ersten Unterhändlern über die Heirat hatte Heinrich neben einer engeren eine weiter gefasste Vollmacht ausstellen lassen, durch die sie auch zu Verhandlungen über ein Bündnis ermächtigt wurden (13. Februar 1401) (Anm. 11-4), ohne dass daraus etwas geworden wäre. Im Herbst, während die englischen Kommissare in der Pfalz mit den Forrnalien der Heirat beschäftigt waren, Ruprecht aber seinen italienischen Plänen nachjagte, sandte Heinrich IV. Gesandte an den römischen König (Anm. 12-1) und an den römischen Papst Bonifaz IX., bei dem sie für die Kaiserkrönung Ruprechts wirken sollten (Anm. 12-2). Dem deutschen König aber bot Heinrich für den Romzug militärische Hilfe an, gerade im richtigen Augenblick, um Ruprechts gesunkenen Mut neu zu beleben. Er nahm das Angebot an; eine deutsche Gesandtschaft, die er Anfang Februar 1402 nach England schickte, sollte Heinrich um Zusendung von 2000 »artschieren« (arcerii, archers) ersuchen, aber nur, wenn Heinrich sie »uf sine koste« schicken wolle (Anm. 12-3). Im übrigen aber sollten die Gesandten etwaige Bündnisvorschläge des Engländers ad referendum nehmen. Heinrich scheint die versprochene Hilfe tatsächlich abgeschickt zu haben; aber inzwischen hatte Ruprecht das italienische Abenteuer endgültig aufgegeben, so dass er am 24. April um Rückberufung der Truppen bitten musste (Anm. 12-4). Unzweifelhaft ist in diesen englisch-pfälzischen Beziehungen wiederum der englische König der drängende Teil, und die Absicht, Ruprecht in ein Bündnis hineinzuziehen, das seine Spitze gegen das königliche, vom Herzog von Orléans beherrschte Frankreich richtete, ist deutlich genug. Er mochte glauben, Ruprecht durch seine Anerbietungen während des italienischen Feldzuges genügend verpflichtet zu haben, so dass er im nächsten Frühjahr bei der Übergabe der Braut in Köln mit einem konkreteren Bündnisvorschlag hervorzutreten gedachte. Die Vollmacht für die Gesandten und der Vertragsentwurf dafür waren bisher schon bekannt (Anm. 12-5); sie werden ergänzt durch den Entwurf für eine Instruktion (Anm. 12-6), aus der wir lernen, dass der Vertrag nach dem Muster des früher zwischenRichard II. und Wenzel bestehenden ausgearbeitet war (Anm. 13-1), dass die Gesandten sich aber der Aufnahme eines Artikels über den Papst gegenüber möglichst zurückhaltend zeigen sollten. Das geht doch wohl auf die nach seiner Rückkehr nach Deutschland schwankende Haltung Ruprechts in der Frage der Kirchenunion; es ist ja bekannt, dass er sich damals in seiner Enttäuschung über das Zaudern des Papstes Bonifaz IX. vorübergehend der französischen Kirchenpolitik genähert hat, die die Unionsfrage durch Obödienzentziehung lösen wollte (Anm. 13-2). Die englischen Begleiter Blancas haben in Deutschland wohl kaum Gelegenheit gehabt, sich ihres Auftrags zu entledigen (Anm. 13-3); Ruprecht selbst war nicht in Köln anwesend, und die Instruktionen seiner nächsten Gesandtschaft nach England berühren den materiellen Inhalt des englischen Entwurfs mit keinem Wort. Sie zeigen aber mit aller Deutlichkeit, dass Ruprecht in diesem Augenblick seine neu eingeleiteten Verhandlungen in Frankreich durch ein Bündnis mit England nicht stören wollte; die Gesandten sollten etwaigen Anträgen ausweichen, denn »so meint unser herre, daz er ... von der hirat wegen dem kunige von Engellande also verbunden si, daz er mit libe und gûte dun wolle daz imme liebe ist, als billich ist (Anm. 13-4)«. Damit verschwindet das Bündnisprojekt aus der deutsch-englischen Korrespondenz dieser Zeit, um nicht mehr wieder aufzutauchen; dagegen klingt schon in dieser letzten Instruktion ein anderer Ton an unsere Ohren, der bald alles andere übertönen sollte: die Forderung nach einer völligen Bezahlung der Mitgift. Die erste Rate von 16000 Nobeln war, wenn auch verspätet, Anfang Juli 1402 in Köln bezahlt worden (Anm. 13-5). Aber schon nach wenigen Wochen, Ende August 1402, liess Ruprecht durch jene Gesandtschaft, die sich den Bündnisanträgen des Engländers taub stellen sollte, unter Hinweis auf seine grosse Geldbedrängnis wegen seiner Kriege in Italien und gegen Wenzel den Vorschlag unterbreiten, die ganze Restsumme schon Ostern 1403 zu bezahlen (Anm. 14-1); wenige Tage zuvor hatte er von seinem Sohn den gesamten Betrag der Mitgift entliehen und ihm dafür eine Reihe von Ortschaften im linksrheinischen Gebiet verpfändet, wobei es allerdings zweifelhaft bleibt, ob ihm Ludwig wirklich die ganze Summe damals auszahlen konnte (Anm. 14-2). Aber wenn Ruprecht geglaubt hatte, auf so einfache Weise und ohne Gegengabe an den Engländer zu seinem Gelde zu kommen, so täuschte er sich einem so überlegenen Gegner wie Heinrich IV. gegenüber gründlich. Man kann sich dem Eindruck nicht verschliessen, dass für Ruprecht die ganze Heiratsangelegenheit lediglich eine Spekulation auf das englische Geld war (Anm. 14-3); Heinrich dagegen hatte von Anfang an die Verbindung als eine politische aufgefasst und betrieben; da der Pfälzer sich nun nicht weiter in seine Pläne einspannen liess, so liess er ihn ruhig auf Bezahlung warten. Immer wieder wurden die Teilzahlungen hinausgezögert und immer kleiner wurden die Summen, die der pfälzische Unterhändler in dieser peinlichen Angelegenheit, Friedrich von der Huben, nach Hause brachte — wenn sie ihm nicht schon unterwegs durch Bezahlung dringendster Schulden durch die Finger geronnen waren (Anm. 14-4).

Die Gesandtschaft vom August 1402 wurde von Heinrich IV. mit mündlichen Erklärungen abgefertigt (Anm. 15-1), deren Inhalt wir nicht kennen; Geld hat sie auf alle Fälle keines bekommen, dagegen hat Heinrich sie in die Schwierigkeiten hineinblicken lassen, die er im eigenen Lande hatte: Ruprecht gratulierte ihm hierauf zu dem Siege über die Schotten an der nordenglischen Grenze (Anm. 15-2). Nach einem Jahr, im August 1403, ging ein neuer Bote über den Kanal, dieses Mal jener Friedrich von der Huben; wir besitzen seine Instruktion (Anm. 15-3): sie betrifft ausschliesslich die Geldforderung — von anderen Dingen ist gar nicht mehr die Rede, denn auch der Hinweis auf die dem Herzog von Orléans nicht geleistete Hilfe sollte doch nur die Eindringlichkeit der Mahnung verstärken. Das Angebot, die Zahlung in Dortrecht statt in Köln anzunehmen, will dagegen kaum etwas bedeuten und wird so wenig Eindruck gemacht haben wie die Vorstellungen, Ruprecht müsse, wenn das Geld nicht käme, Besitzungen veräussern. Heinrich war damals trotz seines Sieges über die Rebellion der nördlichen Grafschaften (Schlacht bei Shrewsbury, 21. Juli 1403) durch die Verbindung der aufständischen Walliser mit den Franzosen in einer schlimmen Lage; das Parlament hielt mit Geldbewilligungen zurück (Anm. 15-4), und so war denn auch die Abzahlung, die er leistete, ganz geringfügig: ganze 1000 Nobel, die die englischen Begleiter Blancas bei ihrem Aufenthält in Köln geborgt hatten. Damit kehrte Friedrich von der Huben im Frühjahr 1404 zurück (Anm. 16-1). Man scheint ihm in England Hoffnung auf völlige Bezahlung gemacht zu haben, so dass Ruprecht ihn sofort wieder nach England schickte, dieses Mal ausgerüstet mit Quittungen über eine Teilzahlung von 16000 Nobeln und mit einer Generalquittung über die Gesamtsumme (Anm. 16-2). Auch Pfalzgraf Ludwig liess es an Mahnbriefen an den König und seine Räte nicht fehlen (Anm. 16-3). Lange wurde der deutsche Gesandte hingehalten; am 5. Oktober schickten die Pfälzer ein ganzes Bündel von Briefen nach England und baten, Friedrich von der Huben doch endlich zurückzuschicken (Anm. 16-4); Ludwig machte sogar die Garanten des Heiratsvertrags mobil (Anm. 16-5). Und endlich erfolgte auch, nachdem der Termin für die Gesamtsumme schon längst verfallen war, eine Teilzahlung von 6000 Nobeln; die Quittungen darüber datieren vom II. Mai 1405 (Anm. 16-6); aber nur 42 Gulden wurden schliesslich in der königlichen Kammerrechnung verbucht (Anm. 16-7), der Rest wird unterwegs zur Bezahlung von Schulden verwendet worden sein. Eine weitere Teilzahlung von 4000 Nobeln erfolgte im Herbst 1406; die Originalquittungen von Vater und Sohn vom 17. September sind noch vorhanden (Anm. 16-8) und dieses Mal floss auch ein grösserer Betrag von 2602 Gulden der königlichen Kasse zu (Anm. 17-1). Eine weitere Summe von 4000 Nobeln muss dann in den folgenden Jahren noch zu Lebzeiten Ruprechts gezahlt worden sein, über die wir keine Quittung besitzen, denn am 7. Februar 1411 bevollmächtigte Kurfürst Ludwig III. wieder Friedrich von der Huben, den Rest von 10000 Nobeln in Köln in Empfang zu nehmen (Anm. 17-2). Aber erst im folgenden Jahr, am 23. Februar 1412, wurden weitere 2000 Nobel gezahlt (Anm. 17-3); das war die letzte Zahlung, die Heinrich IV. leistete. Aber Ludwig III. liess nicht locker: der Brief, den ich im Anhang (Anm. 17-4) veröffentliche, zeigt, dass er seinen Schwager an seine Schuld mahnte, und wenn Heinrich V. auch zunächst wegen seiner Beanspruchung durch den französischen Krieg ablehnte, so hat er doch im August 1416 eine weitere Rate von 3000 Nobeln gezahlt (Anm. 17-5). Dann hören wir lange nichts mehr von der Mitgiftschuld, die ja bis auf 5000 Nobel beglichen war. Sie trat anscheinend in den Hintergrund, als Ludwig das traditionelle Pensionsverhältnis seines Hauses zu England erneuerte, das nunmehr auch zu einem aktiven Eingreifen des Pfälzers in den englisch-französischen Krieg führte (Anm. 17-6). Aber nach dem vorzeitigen Tod Heinrichs V. (1422) gerieten wohl auch diese Beziehungen langsam in Vergessenheit; was Ludwig III. bewogen hat, kurz vor seinem Tode ausser den verfallenen Pensionsschulden auch noch einmal die alte Mitgiftschuld auszugraben, wissen wir vorläufig noch nicht. Jedenfalls kam es aber 1435 zu einem Vertrag zwischen Ludwig und seinem Neffen Heinrich VI., der die Bezahlung des Restes von 5000 Nobeln Mitgift und 6000 Mark (= 12000 Nobel) Pensionsschuld regelte (Anm. 18-1). Aber bald genug gerieten die Engländer erneut in Rückstand, und zuletzt hören wir von der Mitgift Blancas in einem Mahnbrief Ludwigs IV. und vage gehaltenen Versprechungen Heinrichs VI. im Jahre I44O (Anm. 18-2); ob die Pfälzer wirklich restlos zu ihrem Gelde gekommen sind, steht vorläufig noch dahin.

Es nimmt nicht wunder, dass bei diesem Verhalten Heinrichs IV., das sicherlich zum Teil auch seine Erklärung in seiner lange Zeit schwierigen innerpolitischen Lage findet, die Beziehungen zwischen ihm und Ruprecht sich merklich abkühlten. Die freundschaftlichen Wendungen in ihren Briefen oder gelegentlich die Absicht Ruprechts, dem englischen König ein Turnierpferd zu senden (Anm. 18-3), können darüber nicht hinwegtäuschen. So hatte denn Ruprecht auf den Versuch Heinrichs, ihn Anfang 1407 in ein kriegerisches Unternehmen gegen Frankreich hineinzuziehen, das die Antwort auf die Belagerung von Calais durch Herzog Johann von Burgund sein sollte, nur eine höfliche Ablehnung (Anm. 18-4). Und so ist später auch nicht mehr die Rede von irgendwelchen politischen Verbindungen; nur über die Konzilsfrage sind die beiden Könige in einen Gedankenaustausch miteinander eingetreten (Anm. 18-5); aber man sucht in den Briefen darüber vergeblich nach dem wärmeren Ton der früheren Jahre. Nur ein Ereignis hat gegen Ende von Ruprechts Königtum noch einmal zu einem herzlicheren Briefwechsel Anlass gegeben: der Tod Blancas.

Sie war ein zehnjähriges Kind (Anm. 19-1), als der im besten Heiratsalter von 26 Jahren stehende Ludwig (Anm. 19-2) sie als Gemahlin heimführte. Über ihre Schicksale in Deutschland erfahren wir naturgemäss nichts; erst gelegentlich ihres Todes lichtet sich das Dunkel, das über das Leben dieser wie so mancher anderer fürstlichen Frauen gebreitet ist. Die ältere Literatur war lediglich auf eine Nachricht in den Hirsauer Annalen des Johannes Tritheim angewiesen, wonach Blanca am 21. Mai 1409 unter Hinterlassung eines im sechsten Lebensjahre stehenden Sohnes, Ruprechts »des Engländers«, gestorben ist (Anm. 19-3). Diese Notiz wird nun — wenigstens zum Teil — bestätigt durch einige Briefe, die die englische Geschichtsforschung im vergangenen Jahrhundert entdeckt, aber nicht ganz zutreffend gedeutet hat (Anm. 19-4).

Es handelt sich um zwei auch menschlich ansprechende Schreiben Ruprechts und Ludwigs an Heinrich IV., in denen sie ihm den Tod seiner Tochter Blanca mitteilen. Die ausführlichere Schilderung ihres Endes enthält der Brief des Ehemanns, des Pfalzgrafen Ludwig; er datiert aus Neustadt vom 4. Juni 1409 (Anm. 20-1). Wir lesen da, Blanca sei im Mai während eines Aufenthalts mit ihrem Gemahl im Elsass (Anm. 20-2) von intermittierendem Fieber (febra quadam triduana) befallen worden, was insofern bedenklich gewesen sein muss, als sie nach Ludwigs Angabe im sechsten Monat schwanger war (ante sex ut puto mensibus impregnatam). Nachdem der Fieberanfall sich soweit gelegt habe, dass man schon habe Hoffnung auf völlige Wiederherstellung der Patientin schöpfen dürfen, sei ein dauerndes Fieber (cotidiana febris supervenit) eingetreten, das die zarte junge Frau so stark mitgenommen habe, dass man täglich das Schlimmste befürchten musste. Es stellten sich zahlreiche Ohnmachten (syncopis) und Nasenbluten ein, das die Ärzte zwar mit Gottes Hilfe gestillt hätten; aber trotzdem habe man ihr die Sterbesakramente gereicht, und so »ist an dem unseligsten 22. Mai (Anm. 20-3) im Morgengrauen meine Gemahlin von dieser schlechten Welt in eine bessere eingegangen«. Am folgenden Tage habe in Neustadt die Beisetzung stattgefunden. Kürzer ist die Krankengeschichte in dem Brief Ruprechts; auch er weiss etwas von einer Schwangerschaft Blancas, und zwar von einer zweiten (cum secunde (Anm. 21-1)) prolis iam esset germine impregnata), erzählt dann aber nur von einem dauernden Fieber (continuatis febribus) und dem Tod am 22. Mai. Man hat aus diesen Berichten bisher allgemein herausgelesen, dass Blanca bei der Geburt eines Kindes gestorben sei (Anm. 21-2), aber ich glaube mit Unrecht. Was hätte Ludwig veranlassen sollen, einen solchen Sachverhalt, auch wenn das Kind gestorben oder tot zur Welt gekommen wäre, zu verheimlichen? Seine Worte über die unmittelbaren Todesursachen: sed quidem cum vires essent interiores exhauste, nullus fuit digestioni locus nec amplius natura aliquid habuit sustentamentum können in keiner Weise auf eine Geburt gedeutet werden. Was die eigentliche Todesursache war, werden auch Mediziner aus den vorliegenden Berichten schwer feststellen können. Die febris triduana war schon den alten Ärzten, Hippokrates und Galen, bekannt als die gewöhnlichste Form der im Süden heimischen Malaria, und wenn diese in ein perniziöses Stadium eintrat, wurde die febris eine continua. Aber an Malaria wird man bei einem Krankheitsfall in der oberrheinischen Tiefebene im 15. Jahrhundert nicht denken dürfen. Das Fieber war und ist das auffälligste Symptom jeder Krankheit, und so werden im Mittelalter alle möglichen Krankheiten mit febris bezeichnet. Woran Blanca also gestorben ist, das wissen wir nicht; nur soviel darf dem Schweigen. Ludwigs mit Sicherheit entnommen werden, dass es bei ihrer Krankheit nicht zu einer Geburt gekommen ist. Die entgegengesetzte Meinung der neueren Literatur rührt daher, dass in beiden Briefen — bei Ruprecht kürzer, bei Ludwig ausführlicher — nach der Schilderung des Begräbnisses und dem Ausdruck des Schmerzes über den Verlust der Gedanke begegnet: der einzige Trost in diesem Leid ist der überlebende Knabe (Anm. 22-1). Aber dass es sich dabei nicht um ein am 22. Mai 1409 geborenes, unter den damaligen Verhältnissen doch wohl kaum lebensfähiges Kind handeln kann, schliesst der übrige Inhalt des Briefes sicher aus. Auch die Tatsache, dass von dem überlebenden Kind, dem Prinzen Ruprecht, erst im weiteren Verlauf der Briefe die Rede ist, weist darauf hin, dass der Adressat, Heinrich IV., von seiner Existenz schon etwas wusste, und das ist in der Tat die einzige mögliche Lösung: Ruprecht »der Engländer« ist das erste und einzige Kind aus der Ehe Ludwigs und Blancas gewesen (Anm. 22-2); zu einer zweiten Geburt ist es gar nicht gekommen, sondern Blanca ist als werdende Mutter ins Grab gegangen (Anm. 22-3).

Links:
- Max Perkow: Die englische Heirat
- Die englische Heirat: Quellen online
- VLGK: Ludwig III.


Anmerkungen:

1-1
Vg. Ulla Deibel, Eine pfälzische Krone in der Münchener Schatzkammer in: Pfälzisches Museum 1927, S. 157—162 (hier mit einer Abbildung) und im Korrespondenzblatt des Gesamtvereins der deutschen Gesehichts- und Altertumsvereine 76 (1928), Sp. 32—40.

2-1
Regesten der Pfalzgrafen am Rhein, Bd. I, bearbeitet von A. Koch und J.Wille (Innsbruck 1894), Bd. II, bearbeitet von L. Grafen von Oberndorff (Innsbruck 1912—1919). Der zweite Band kommt für unseren Gegenstand über das in den deutschen Reichstagsakten Bd. IV—VI (zit. RTA.) mitgeteilte oder erwähnte Material kaum hinaus, unterlässt es sogar, die dort zitierte gedruckte Literatur erschöpfend zu benutzen, so dass schon aus ihr für die englischen Familienbeziehungen, die der Herausgeber in der Vorbemerkung zu berücksichtigen verspricht, Nachträge zu machen sind. Dagegen ist eine Reihe von Mandaten Heinrichs IV., die wohl mit der Vorbereitung der Reise Blancas nach Deutschland im Zusammenhang stehen, aber mit Ruprecht oder Ludwig nichts zu tun haben, registriert: n. 2068, 2074, 2077, 2078, 2087 usf. Sehr irreführend sind in n. 517, 632, 944, 1240, 1243 die Verweise auf RTA. IV, wo es V heissen muss.

2-2
Koch-Wille n. 664—70, 673—74; die Aktenstücke über das Heiratsprojekt und die Wahl Richards von Cornwall jetzt auch Mon. Germ. Const. II 479—86 n. 376— 87.

3-1
Koch-Wille n. 2313 (2590), 2315 (2592, 4933), 2319 (2597, 4935); die deutsche Hauptquelle dafür ist Mathias von Neuenburg, jetzt hrsg. von A.Hofmeister in Script. rer. Germ, nova series IV I c. 98 (p. 248), c. 106 (p. 256); vgl. auch Mon. Germ. Const. VIII 502 n. 474, 541 n; 524 (Koch-Wille n. 2594), 585 n. 575.

3-2
Koch-Wille n. 2436.

3-3
Vgl. über die Anfänge dieser Erscheinung jetzt Walther Kienast, Die deutschen Fürsten im Dienste der Westmächte bis zum Tode Philipps des Schönen von Frankreich I (Utrecht 1924 = Bijdragen van het Instituut voor middeleeuwsche geschiedenis uitgegeven door prof. Dr. Oppermann X).

3-4
Vgl. Jul. Ficker, Vom Heerschilde (Innsbruck 1862) 8.72—80, Fr. von Bezold, Das Bündnisrecht der deutschen Reichsfürsten bis zum westfälischen Frieden (Bonn 1904) bes. S. 7 f. und allgemeiner Ernst Clason, Die Pensionsverhältnisse deutscher Fürsten mit fremden Mächten (Diss. Bonn 1905).

4-1
Koch-Wille n. 5694, 5698, 5850, 5852. 5893, 5948.

4-2
Das englische Hauptwerk über Heinrich IV. ist James Hamilton Wylie History of England under Henry the fourth I—IV (London 1884—98), ein Werk, dessen Niederschrift und Veröffentlichung vor Beendigung der Materialsammlung begonnen wurde, so dass in späteren Bänden vielfach früher Gesagtes wiederholt und berichtigt wird. Daneben seien erwähnt J. H. Ramsay Lancaster and York 1399—1485. I. Bd. (Oxford 1892), der 4. Band der Political History of England von C. W. C. Oman,The History of England from the Accession ofRichard II. to the Death of Richard III. (London 1906) und der Artikel von T. F. Tout im Dictionary of National Biography XXVI 31—43. Der Abschnitt über Heinrich IV. in R. Paulis Geschichte von England Bd. V (Gotha .1858) ist noch immer lesenswert.

5-1
Th. Rymer Foedera; conventiones, litterae usw. VIII (Londini 1709) 108 (ich benutze die erste Ausgabe dieses Werkes, da die neuste London 1816—69 nur bis 1383 reicht); vgl. Wylie I 86 und über die Stellung des französischen Hofes zu Heinrich IV. Otto Cartellieri, Gesch. der Herzöge von Burgund I (Leipzig 1910) S. 90f.

5-2
Vgl. den Heiratsvertrag zwischen Richard II. und Wenzel bei Rymer VII 290.

5-3
Vgl. den Brief Wenzels in: Official Correspondence of Thomas Bekynton ed. G. Williams I (London 1872, Rolls Series) 287 n. 204. Wylie 165 N. 2 setzt den Brief, verleitet durch das falsche Kopfregest bei Williams (richtig in der chronological table" p. CXXVII) zu 1399 und bringt ihn in Verbindung mit einer Gesandtschaft Roger Siglems nach Deutschland, über die er Daten angibt, die ich nicht verifizieren konnte. Die Instruktion an Roger Siglem und andere im cod. Cott. Galba B I fol. 180 (früher 130, 87) vom 21. Februar 1400 zeigt aber, dass er vor allem mit dem Herzog von Holland wegen einer holländischen Prinzessin verhandeln sollte. Über den Anlass des Briefes Wenzels vgl. Oman Political Hist. of England IV 133.

5-4
Ich befinde mich bei dieser Auffassung im Gegensatz zur bisherigen Literatur, die geneigt ist, die Initiative zu der englisch-pfälzischen Heirat bei Ruprecht zu suchen, so vor allem zuletzt Theodor Lindner, Deutsche Geschichte unter den Habsburgern und Luxemburgern II (Stuttgart 1893, Bibliothek deutscher Geschichte) S. 196. Ich weiss aber nicht, auf welche Quelle Lindner sich stützt bei der Behauptung, Ruprecht habe sich schon bei seiner Krönung in Köln an Heinrich IV. gewandt, der sofort auf den Antrag eingegangen sei. Die ältere Literatur, so Ludwig Häusser, Geschichte der rheinischen Pfalz I (Heidelberg 1845) 221 und K. A. Konstantin Höfler, Ruprecht von der Pfalz (Freiburg 1861) 227 spricht sich weniger bestimmt aus. Auch englische Historiker neigen der Initiative Ruprechts zu, so Mrs. Mary Anne Everett Green, Lives of the Princesses of England from the Norman Conquest III (London" 1851) 316 (p. 302—341 eine Biographie Blancas) und Wylie I 166, wie ich glaube, kaum mit Recht.

6-1
Vgl. RTA. IV 220 und ebda. N. I zur Begründung der Datierung.

6-2
Für die auswärtigen Beziehungen der englischen Könige im Mittelalter kommen aus der Masse der Rolls vor allem die jetzt unter dem Titel Treaty Rolls vereinigten »Almain« (für Deutschland) und »French« Rolls in Frage, auf die die Verweise bei Rymer gehen. Sie enthalten allerdings mehr die formellen Aktenstücke, Vollmachten, Verträge usw., nicht die geheimen wie die Instruktionen. Vgl. über die Bestände des Publ. Rec. Office in London allgemein jetzt M. S. Giuseppi, A Guide to the Manuscripts preserved in the Public Record Office I (Legal Records, mittelalterliche Bestände) II (State Papers), London 1923—24. Was aus dem diplomatischen Einlauf erhalten ist — bei Rymer ist vieles davon ex orig. gedruckt — ist jetzt in zwei Serien von Diplomatic Documents, Chancery und Exchequer, vereinigt und in ausführlichen Regesten beschrieben in: Publ,. Rec. Office, Lists and Indexes [fernerhin: L. and I.] Bd. 49 (London 1923).

6-3
Vgl. über sie zuletzt H. Bresslau, Handbuch der Urkundenlehre 2I (Leipzig 1912) 138.

7-1
Es ist die Hs. Brit. Mus. Cott. Vitellius G XI,. auf die A. E. Green III 317 N. i hingewiesen hat, ohne dass Wylie sie benutzt hätte. Die Hs. enthält auf fol. 5—29 zeitgenössische Abschriften von Aktenstücken über die Heirat, die grösstenteils aus Rymer bekannt sind. Ausser den weiter hinten mitgeteilten Instruktionen und einigen (9) Briefen Heinrichs IV. vom 15. Februar 1402 an niederländische Herren mit Bitte um freies Geleit sind nur wenige Stücke unbekannt; an deutschen verzeichne ich daraus nur die Vollmacht Ruprechts aus Nürnberg 1401 Mai 4 für die Verhandlungen über den Zahlungsmodus (nicht bei Oberndorff); vgl. auch S. 9 N. 3.

7-2
Oberndorff Reg. n. 392.

7-3
Oberndorff Reg. n. 517.

8-1
Der von Oberndorff Reg. n. 393 nach dem Druck Würdtweins in den Acta acad. Theodoro—palat. vol. hist. VI (1789) 358 n. 8 aus cod. Vat. Pal. lat. 701, ch. s. XV, fol. 379 registrierte Vertrag ist der pfälzische Entwurf; vgl. auch RTA. V 13 N. I.

8-2
Oberndorff Reg. n. 632.

8-3
Vgl. Anh. n. I.

8-4
Die Instruktion rechnet nach marcae — 8000, noch einmal 8000 und 4000 — woraus hervorgeht, dass eine marca = 2 Nobeln ist; vgl, über die englischen Geldsorten auch S. 13 N. 5.

8-5
Oberndorff Reg. n. 944.

9-1
Oberndorff Reg. n. 1498, Orig. London, PRO., Exch. Dipl. Doc. 340 (vgl. L. and I. 49, 35). Englische Vollmacht dazu: Oberndorff Reg. n. 1242; pfälzische: Oberndorff, Reg. n. 1328, Orig. London, PRO. Exch. Dipl. Doc. 351 (vgl. L. and I. 49, 35).

9-2
Die pfälzischen Ratifikationsurkunden sind Oberndorff Reg. n. 1240 und 1241, beide Orig. London PRO. Exch. Dipl. Doc. 347 und 356 (vgl. L. and I. 49, 35), die englischen Oberndorff Reg. n. 1389 und 1390.

9-3
Pfälzische Urk.: Oberndorff Reg. n. 1027, englische ebda. n. 1243. Von den meisten dieser Urkunden finden sich zeitgenössische Kopien in dem schon erwähnten Dossier, Brit. Mus. Cott. Vitellius C XI, nämlich von Oberndorff Reg. n. 517, 632, 944, 1027, 1241, 1242, 1243, 1328, 1498.

9-4
Die offiziellen Urkunden über das Wittum Blancas sind in Venedig am 31. Dezember 1401 ausgestellt: Oberndorff Reg. n. 1957, Orig. London PRO., Exch. Dipl. Doc. 354 stark beschädigt (vgl. L. and I. 49, 35) und 1958; dazu 2007 und 2008; da aber die Ortschaften schon am 18. Januar 1402 in einer Urkunde Heinrichs IV. genannt werden (Oberndorff Reg. n. 2005), muss eine Verständigung darüber im Herbst 1401 vorausgegangen sein.

9-5
Vgl. Anh. n. 2.

10-1
Vgl. Anh. 3. Das Stück ist auch wirtschafts- und ortsgeschichtlich von Interesse, doch muss ich seine Erläuterung im einzelnen der Lokalgeschichtsforschung überlassen; ich habe es so genau wie möglich wiedergegeben.

10-2
Anh. 3, Art. 1.

10-3
Anh. 3, Art. 7.

10-4
Vgl. Ramsay I 28.

10-5
Vgl. die Magna charta Art. 12. Heinrich IV. nennt Blanca primogenita in dem Ausschreiben zur feudal aid, Rymer VIII 232.

10-6
Vgl. Oberndorff Reg. n. 2005 und 2074, dazu Wylie I 203. Einige Berichte der Kollektoren der reasonable aide liegen im PRO., Duchy of Lancaster, Returns of Knight's Fees, bundle I n. 17 — 22; vgl. L. and I. 14 (1901) 66; vgl. auch Ramsay I 152.

10-7
Vgl. den Brief vom 15. Mai 1402 ed. H. Nicolas Proceedings and ordinances of the privy council of England I (London 1834) p. 184.

11-1
Oberndorff Reg. n. 2387 und 2388. — Zu den mehr die Formalien betreffenden Vorverhandlungen gehört noch die Instruktion, die ich im Anhang n. 4 mitteile. Von den beiden Anweisungen Ludwigs an die Bürgermeister usw. von Germersheim, Neuburg und Hagenbach, Oberndorff Reg. n. 2119 und 2122, die bei Rymer VIII 246 und 248 arg entstellt gedruckt sind, liegen Originale im Publ. Rec. Office Exch. Dipl. Doc. 350a und 1360, vgl. L. and I. 49, 35. Einige weitere deutsche Urkunden sind so schlecht erhalten, dass sie kaum mehr zu entziffern sind.

11-2
Annales Henrici IV. in: Chronica Monasterii s. Albani ed. H. T. Riley vol. III (London 1866, Rolls Series) p. 342 . . ad Coloniam Agrippinam, ubi occurrit filius imperatoris in apparatu simplici, qui nec decuit nomen tanti fastigii nec par erat in occursum venire tantae virgini. Dass aber die englischen Herren in Köln bei den Deutschen Schulden gemacht haben, weiss weder der Chronist von St. Albans noch die neuere Literatur; vgl. S. 15.

11-3
Vgl. Wylie I 249 ff. III 252 ff.

11-4
PRO. Chancery Treaty Rolls 2 Henr. IV mb. 8 vom 13. Februar 1401, gleichzeitig mit Oberndorff Reg. n. 517. RTA. V 14. Zeile 27 f. ist der betreffende Satz über die amoris foedera abgedruckt; er kehrt genau so wieder in der Vollmacht Oberndorff Reg. n. 2185 und gehört zu einem für Bündmsvollmachten geläufigen Formular dieser Zeit.

12-1
Oberndorff Reg. n. 1784.

12-2
Vgl. RTA. V 163 n. 116, Oberndorff Reg. n. 2062, auch n. 2052.

12-3
Vgl. Oberndorff Reg. n. 2054, auch 2042, 2053 und nicht ganz zutreffend, 2062; hierzu den von A. Winkelmann, Der Rornzug Ruprechts von der Pfalz (Innsbruck 1892) 145 f. veröffentlichten Brief Ruprechts an Herzog Philipp von Burgund mit der Bitte um Durchzug für die Engländer (nicht bei Oberndorff).

12-4
Oberndorff Reg. n. 2178, 2179; vgl. dazu Winkelmann S. 117 mit N. 4.

12-5
Oberndorff Reg. n. 2185, 2189.

12-6
Anh. n. 5.

13-1
Das ist richtig, wie der Vergleich von Oberndorff Reg. n. 2189 (RTA. V 338 n. 257) mit dem Vertrag zwischen Richard II. und Wenzel, Rymer VII 290, zeigt.

13-2
VgL Noeël Valois, La France et le grand schisme d'Occident III (Paris 1901) 303 f.; Joh. Loserth, Geschichte des späteren Mittelalters (München und Berlin 1903) S. 442.

13-3
Vgl. RTA, V 279.

13-4
Oberndorff Reg. n. 2477 (RTA. V 399 n. 294 § 12).

13-5
Quittungen Ruprechts und Ludwigs darüber Oberndorff Reg. n. 2335 u. 36. Über die Zahlungen geben von englischer Seite Auskunft die Issue Rolls des Exehequer, teilweise veröffentlicht von Frederick Devon, Issues oft the Exchequer (London 1837); dort ist p. 285 die Zahlung von 5333 £ 6 s. 8 d. an den Schatzmeister Blancas verbucht (ebda. p. 283 f. und 292 weitere Ausgaben, die mit der Aussteuer und Reise Blancas zusammenhängen, in Höhe von zusammen 780 £ 17 s. II d.). Zum Verständnis der Geldsorten bemerke ich, dass ein Nobel der dritte Teil eines Pfunds, also 6 s. 8 d. ist; die Mark ist nur Rechnungseinheit und gleich zwei Nobel oder 2/3 Pfund (135. 4 d.); die Gesamtschuld, 40 000 Nobel, wird in Oberndorff Reg. n. 2463 mit 100 000 rhein. Gulden gleichgesetzt.

14-1
Oberndorff Reg. n. 2477.

14-2
Oberndorff Reg. n. 2463; dazu Häusser I 237, Lindner II 220, Loserth 8.443.

14-3
Vgl. zu dieser Beurteilung auch Lindner II 196.

14-4
Die Geschichte dieser Schuld ist eine Strecke weit durch die Zusammenstellungen RTA. V 405 N. I geklärt, aber nicht zu Ende geführt. Der Überblick über das Material in den Regesten Ruprechts ist verwirrend, da eine Reihe von Quittungen in die Register eingetragen wurde, die nicht zur Auslieferung gelangten — mangels Bezahlung. Ich versuche im folgenden, an Hand des gedrückten Materials, das bei Oberndorff nicht vollständig verwertet ist, die Frage zu klären, ohne mich auf zeitraubende Nachforschungen in den Issue Rolls einzulassen, wo natürlich die authentischste Auskunft über die englischen Zahlungen zu finden wäre. Von deutschen Quellen kommt daneben das Fragment des Kammerregisters Ruprechts ed. RTA. VI 759 ff. in Frage.

15-1
Das geht aus Oberndorff Reg. n. 2714 hervor. Die hier genannten Johann von Hirschhorn und Ulrich Albeck sind nach Oberndorffs Vermutung (Reg. n. 2477) wohl die Gesandten vom August 1402 gewesen.

15-2
Nämlich in der Schlacht bei Humbledon, 14. September 1402; vgl. Oman p. 176 f., Ramsey I 47; Wylie I 292 ff.

15-3
Oberndorff Reg. n. 3051 (RTA. V 403 n. 295) und die Quittung n. 3036.

15-4
Vgl. Ramsay I 6o ff., 69 ff.; Oman 180 ff.

16-1
RTA. VI 762 n. 145, dazu Oberndorff Reg. n. 3037 und 3158. Vielleicht gehört der Brief Heinrichs an Ruprecht, Bekynton II 377 n. 307 (nicht bei Oberndorff), in dem er sich über die geringe Summe entschuldigt, hierher.

16-2
Oberndorff Reg. n. 3469, Vollmacht Ruprechts vom 7. Mai 1404; gleiche Vollmacht Ludwigs: MartèneThes. I 1708 n. 73 (nicht bei Oberndorff). Quittungen vom 8. Mai: Oberndorff Reg. n. 3471—74.

16-3
Martène Thes. I 1709 n. 74 an den Earl of Somerset, einen consiliarius, einen cancellarius und den Magister Kington (nicht bei Oberndorff).

16-4
Oberndorff Reg. n. 3723; hier die Bitte um Zahlung an Friedrich apud vos degentem, wodurch wahrscheinlich wird, dass der Registervermerk non transivit zu den Quittungen Reg. n. 3471—74 sich auf die Quittungen bezieht.

16-5
Ludwigs Brief Oberndorff Reg. n. 3724 ist begleitet von einem an den Herzog Edmund von York, Martène; Thes. I 1711 n. 77 und gleichlautenden an die übrigen Garanten des Heiratsvertrags (nicht bei Oberndorff).

16-6
Oberndorff Reg. n. 3986; hierher gehört der Brief Heinrichs an Ludwig Bekynton II 376 n. 306 (dieser und ein Brief der Prinzen Heinrich an Ruprecht Bekynton II 375 n. 305 nicht bei Oberndorff).

16-7
RTA. VI 765 n. 190.

16-8
Oberndorff Reg. n. 4518 (Ruprecht) und eine gleichlautende Ludwigs vom selben Datum Orig. PRO. Exch. Dipl. Doc. 364 u. 1592; vgl. L. and I. 49, 36 f. Hierher gehört der Brief Heinrichs an Ruprecht Bekynton II 373 n. 304 (nicht bei Oberndorff), denn die darin erwähnten 2000 marcae sind 4000 Nobel.

17-1
RTA. VI 766 n. 224 und 225.

17-2
So RTA. V 405, Zeile 38b nach den Registern.

17-3
Vgl. Devon, Issues of the Exchequer, p. 318.

17-4
Vgl. Anh. n. 8. — Die Hs. enthält ausser einem Brief Heinrichs IV. an Ruprecht mit der Bitte um Geleit für einen Kleriker J. M., der nach Rom reist, noch mancherlei Materialien für deutsch-englische Beziehungen aus der Zeit von Ludwig d. Bayer bis Sigismund sowie für die Stellungnahme Englands zum Schisma.

17-5
Die Quittung darüber bei Rymer IX 376; vgl. für diese spätere Geschichte der Schuld Williams in Bekynton I, p. CXIII f., § 196 und 197.

17-6
Der Pensionsvertrag ist m. W. nicht bekannt, dagegen veröffentlichte Rymer X 126 eine Quittung vom 3. Juni 1421. Im cod. Vat. lat. 701 f. 369 und 369v stehen nach gütiger Mitteilung von Dr. C. Erdmann vom Preuss. histor. Institut in Rom zwei undatierte Briefe Heinrichs V. an Ludwig III. mit Bitten um Unterstützung im französischen Krieg; im Publ. Rec. Office Exch. Dipl. Doc. 1071 (vgl. L. and I. 49, 42) liegt eine gleichzeitige Kopie emer Fehdeansage Ludwigs an den Dauphin von Frankreich, datiert St. Seine 8. August 1420.

18-1
Der Heidelberger Vertrag vom 21. Oktober 1435 wird erwähnt in der ihn anerkennenden Urkunde Heinrichs VI. bei Rymer X 436 und in dem Mahnbrief Ludwigs IV. von 1440 bei Bekynton I 180 n. 132.

18-2
Vgl. die Briefe Bekynton I 180 ff. n. 132—134. — Eine Reihe von pfälzischen Originalquittungen, zum Teil nicht mehr leserlich, aus den Jahren 1436, 1440 und 1444 verzeichnen die L. and I. 49, 46 ff.; vgl. auch Rymer XI 70 und Nicolas, Proceedings of the privy Council III 12, 76. 77, 179 usw. für die Pensionszahlungen.

18-3
Vgl. Oberndorff Reg. n. 2715.

18-4
Vgl. Oberndorff Reg. n. 4812, dazu Wylie III 64. Ein Brief Ludwigs aus der gleichen Zeit (28. Mai 1407) an Heinrich IV. ed. Martène Thes. I 1721 n. 82 (nicht bei Oberndorff).

18-5
Oberndorff Reg. n. 5340, 5424, 5578, alle aus dem Jahre 1408.

19-1
Green III 307 hat die Zeit ihrer Geburt auf Frühjahr 1392 bestimmt, da um diese Zeit die Wardrobe Accounts Ausgaben für ihre Tauffeier verzeichnen, die Wylie IV 160 zum Teil veröffentlicht hat. In dem Ausschreiben der feudal aide vom 1. Dezember 1401, Rymer VIII 232, heisst es: pro Blanchia primogenita filia nostra, aetatis quatuordecim annorum existente, und in einem analogen Ausschreiben vom 1. Dezember 1406, Rymer VIII 460: aetatis quatuordecim annorum et amplius existente. Aber die Angabe Rymer VIII 232 ist unmöglich richtig, denn dann müsste Blanca vor dem 1. Dezember 1388 geboren sein: aber am 9. August 1387 wurde der älteste Sohn, der spätere Heinrich V., vor 1. Oktober 1388 Thomas, der spätere Herzog von Clarence, und im Jahre 1389 Johann Herzog von Bedford geboren, vgl. Ramsay I 159. In einem frühen Rundschreiben Heinrichs IV. vom 20. April 1401, Cott. Vitellius C XI f. 8V, sagt er von Blanca: licet nondum annos pubertatis attingat. Damit darf ihre Geburt im Frühjahr 1392 als gesichert gelten.

19-2
Er war am 23. Januar 1376 geboren; vgl. Häusser I 267.

19-3
Joannis Trithemii Spanhemensis Annalium Hirsaugiensium tom. II (Typis mon. S. Galli 1690) p. 328 ad a. 1409: Anno praenotato vigesima prima die mensis maii obiit Blanca Henrici Anglorum regis filia et uxor Ludovici cormtis palatini ... unicum relinquens ei filium nomine Rupertum, sextum annum aetatis agentem... Über die Hochzeit Blancas vgl. ebda. p. 314 ad a. 1402. Häusser I 311 gibt das Alter des Sohnes mit 3 Jahren an; aber seine wie Höflers (S.464) Quelle ist nur Tritheim.

19-4
Es sind die Briefe Anh. n. 6 und 7, beide in der Hs. Cott. Vitellius E X entdeckt von Green, die sie zum ersten Male benutzt und nr. 6 p. 449 Append. n. VIII veröffentlicht hat. Die Brandlücken der Hs. sind hier teilweise richtig ergänzt (aber eine Form wie susciperi hätte nicht ergänzt werden dürfen: cupio a vestra paterna cl[ementia susciperi]!). Ohne Kenntnis des Druckes bei Green wurden dann beide Briefe und eine Antwort Heinrichs IV. aus der Hs. der Leipziger Universitätsbibliothek n. 1249 f. 203 ff. herausgegeben von Williams ed. Bekynton II 366—72 n. 301 und 302. Alle drei Briefe fehlen bei Oberndorff. Die Leipziger Hs., über die ich nähere Auskunft Herrn Prof. Dr. R. Scholz verdanke (vgl. auch Williams I, p. CCVI ff.), ist schlechter als die Londoner und teilweise gekürzt, leistet aber zur Ergänzung der Brandlücken im Cottonianus erwünschte Dienste. Ich gebe im Anhang eine kritische Edition nach beiden Hs.; die Leipziger ist nach Mitteilung von H. Prof. Scholz durch Williams im allgemeinen korrekt wiedergegeben. Wylies Darstellung über Blancas Schicksale I 252—256 sind III 248—53 teilweise berichtigt, lassen aber kritische Schärfe vermissen.

20-1
Die Ergänzung des nur in der Londoner Hs. überlieferten Datums in Nova civitate pre[dicta] quarto die mensis iunii, die schon Mrs. Green vorgenommen hat, ist sicher richtig.

20-2
Ludwig war Landvogt im Elsass, vgl. Oberndorff Reg. n. 5319.

20-3
Das Tagesdatum bei Tritheim ist also nahezu richtig.

21-1
In der Londoner Hs. fehlt cum, was aber durch den folgenden Konjunktiv gefordert wird, secunde ist ausgeschrieben; die Leipziger Hs. hat: cum re prolis, was Williams zu dem grammatisch unmöglichen cum de prolis emendiert hat; aber dieses re, geschrieben ce, ist sicher ein Lesefehler, entstanden aus einem 2° der Vorlage.

21-2
Nach Greens Darstellung III 335 soll ein erstes Kind tot zur Welt gekommen und Blanca bei der Geburt eines überlebenden Sohnes gestorben sein. Dem widersprechen — abgesehen vom im Text Vorgebrachten — die Nachricht Tritheims und doch wohl auch medizinische Erwägungen. Wylie II 252 f. vereinigt die Nachricht Tritheims über den 5jährigen Sohn mit den Briefen, behauptet aber auch: »she had died in childbirth«. Auch Ulla Deibel Sp. 37 (bzw. S. 161) deutet die Briefe so (». . . war sie bei der Geburt eines Sohnes gestorben«).

22-1
Auch in der Antwort Heinrichs IV., Bekynton II 366 n. 300, findet sich dieser Gedanke: Sed et consolationis materia saltem ex suae sobolis masculinae graciosa dimissione superfluit, sui memoriam universis relinquens.

22-2
Die Angabe Tritheims, dass der junge Ruprecht beim Tod seiner Mutter im sechsten Lebensjahr stand, ist schwerlich richtig, denn dann müsste er vor dem 22. Mai 1404 von einer zwölfjährigen Mutter geboren worden sein; vgl. dazu S. 18, N. 4.

22-3
Über das Seelgerät, das Ruprecht und Ludwig für die Heimgegangene stifteten, vgl. Oberndorff Reg. n. 5948 und 5951; über die Entlohnung von Dienerinnen ebda. n. 5913 und 5914.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Das Schicksal einer zehnjährigen Prinzessin
Aus dem Buch Heidelberger Geschichte: Vor 560 Jahren „aus politischen Gründen“ verheiratet.

(Max Perkow, Heidelberger Tageblatt, 6.8.1962)

Wortgetreue Abschrift des Artikels unter Bereinigung einiger offensichtlicher Druckfehler.

Als im Sommer 1936 im Kurpfälzischen Museum aus Anlaß des 550järigen Jubiläums der Universität die Ausstellung „Heidelberg. Vermächtnis und Aufgabe“ viele Besucher anzog, da erregten zwei Ausstellungsstücke auf den ersten Blick besonderes Aufsehen: die Große Heidelberger Liederhandschrift (die als Manesse-Codex bekannte einzigartige Sammlung von Mineliedern) und als glanzvollstes Prunkstück die aus Gold und vielen funkelnden Edelsteinen gefertigte “Krone der Blanka“, wie die Beschriftung lautete. Wer war Blanka, werden sich die meisten Besucher gefragt haben, denn nicht sehr viele Menschen wußten von ihr, weil ihr in der Kurpfalz verbrachtes Leben kurz und ohne geschichtliche Bedeutung gewesen war. Wichtige Urkunden wie jene über die Goldene Bulle, die Hausmacht der Wittelsbacher in der Pfalz begründete, die älteste Lehensurkunde von 1225, Königsurkunden Ruprechts III. und Bestätigungsurkunde zur Gründung der Universität, die im gleichen Raum lagen, damit konnte man natürlich eher etwas anfangen!
Es war eine aus manchen Gründen uns heutigen sehr anfechtbar erscheinende Vereinbarung zwischen dem pfälzischen Kurfürsten und damals neugewählten deutschen König Ruprecht III. in Heidelberg und dem englischen König Heinrich IV., des letzteren erst zehnjährige, älteste Tochter Blanka dem damals 26 Jahre alten Thronfolger und als Statthalter im Elsaß wirkenden Pfalzgrafen Ludwig (späterem Kurfürsten Ludwig III.) zu verloben und in kürzester Frist nach Festsetzung der Mitgift und sonstiger Vereinbarungen zur Heirat zum Festland hinüberzuführen. Blanka war im Frühjahr 1392 geboren, und ihre Hochzeit mit dem Kurprinzen Ludwig, der ihr nach Köln entgegengefahren war, fand dort nach Angaben von W. Holtzmann am 6. Juli 1402 statt.

Zu dem Entschluß der Verheiratung beider Fürstenkinder kam es (nach Häußer), weil Ruprecht durch die ihm neu zugefallene Königswürde so viele politische Schwierigkeiten hatte und angesichts einer schon längerwährenden denkbar ungünstigen geldlichen Lage „sich durch einen mächtigen Familienbund seine Stellung sichern wollte, wofür er das damals erblühende Haus Lancaster in England wählte“. Ruprecht wollte also sein Ansehen erhöhen und seine geldlichen Verhältnisse durch die sofortige Inanspruchnahme der für seinen Sohn vereinbarten, in Raten zahlbaren Mitgift, die sehr verschieden mit 40 000 bis 100 000 Gulden beziffert wird, verbessern. König Heinrich dagegen war es wohl in der Hauptsache um militärische Hilfe durch Truppen zu tun, da er einen Feldzug auf dem Festland plante. Sie wurde ihm auch zugesichert, doch konnten die Soldaten kampflos in die Pfalz zurückkehren.
Die Krone der Prinzessin Blanca ist ein herrliches Werk von wahrscheinlich englischer Arbeit in spätgotischer Form, gefertigt aus 18karätigem Gold und besetzt mit Perlen, Smaragden, Saphiren, Rubinen, geziert mit viel Schmelzarbeit. Ihr Gewicht beträgt 1,5 kg, das reine Goldgewicht 1,25 kg. Der Kranz besteht aus zwölf einzelnen Rosen, ist durch Einfügung von Gelenken beweglich, mißt im Durchmesser (Angaben von Ulla Deibel) 57 cm und ist mit Lilien besetzt. Die Krone mußte im Jahr 1421 von Kurfürst Ludwig III. gegen eine Anleihe von 3000 Gulden an das Kloster Maulbronn für ein Jahr verpfändet werden. Weiterhin erlebte sie als ein vom Kurfürstenhof immer besonders hochgeschätztes Stück viele Verschickungen zum Verhindern von Beschlagnahme als Kriegsgut, kam später mit dem Kurfürsten Carl Theodor nach München und nach dessen Tod in den Hausschatz der Wittelsbacher. Sie wird heute noch in der Schatzkammer der Münchner Residenz aufbewahrt, von der sie 1936 nach Heidelberg verliehen wurde.

Die jugendliche Blanka dürfte bei ihrem Aufenthalt als Kurprinzessin im Elsaß und der linksrheinischen Pfalz und Pfalzgräfin nicht sehr viel Schönes erlebt haben. Die Zeiten waren unruhig. Blanka und Rudolf [d. h. Ludwig] hatten einen dreijährigen Sohn. Auch trug Blanka von neuem seit sechs Monaten ein Kind unter dem Herzen, als sie am 22. Mai 1409 einem schweren Fieber erlag. In feierlichem Zug wurde die Leiche nach Neustadt gebracht und in der Kurfürstengruft der Stiftskirche beigesetzt, wo auch die ersten beiden Ruprechte lagen. Zur Trauerfeier hatten sich neben Pfalzgraf Ludwig König Ruprecht, dessen Gemahlin, Ludwigs Brüder und viele Angehörige des Hofes eingefunden.

Im Orleanskrieg waren die Fürstengräber in der Stiftskirche zu Neustadt, darunter auch die der beiden ersten Kurfürsten Ruprecht, durch französische Truppen zerstört worden, aber bei Ausgrabungen in der verwüsteten Gruft wurde ihr Grab mit Inschrift wiedergefunden. Die lateinische Inschrift lautet deutsch: „Im Jahr des Herrn 1409 am 22. Mai ist gestorben die erlauchte Frau Blanchia, Tochter des verehrungswürdigen Königs von England und Gattin unseres verehrungswürdigen Herzogs und Pfalzgrafen bei Rhein Ludwig.“ Der Eintrag im Neustadter Seelbuch deckt sich mit dieser Grabinschrift. Der bei Blankas Tod drei Jahre alte Sohn hatte den Namen Ruprecht erhalten, führte den Beinamen „der Engländer“ und starb im Alter von 19 Jahren. Kurfürst Ludwig III. ging erst acht Jahre nach dem Ableben Blankas mit Mathilde von Savoyen eine neue Ehe ein, der sechs Kinder entsprangen, darunter Ludwig IV. und Friedrich I. Kurfürst Ludwig starb 1436 und wurde in der Heiliggeistkirche beigesetzt.
Wir sehen, daß Blankas kurzes Leben gleich dem so mancher anderen im Mittelalter aus politischen oder dynastischen Gründen verschacherten Prinzessin mit viel Enttäuschung und Leid durchsetzt war. Pfalzgraf Ludwig rühmte sie als „freundliche und liebevoll gegen jedermann und untadelig in ihrem Lebenswandel.“


Abgekürzt zitierte Literatur:

Deibel, Ulla: Eine pfälzische Krone in der Münchener Schatzkammer. In: Pfälzisches Museum 44 (1927), 157- 162.
Häusser, Ludwig [Häußer]: Geschichte der Rheinischen Pfalz nach ihren politischen, kirchlichen und literarischen Verhältnissen. Unveränd. Neudr. d. Erstausgabe von 1845. 2 Bde Heidelberg 1924.
Holtzmann, Walther: Die englische Heirat Pfalzgraf Ludwigs III. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins NF 43 (1930), 1-38

 


Quellen zur "englischen Heirat" aus den Regesten der Pfalzgrafen bei Rhein in der Online-Ausgabe der Regesta Imperii:

  • (Pfalzgraf Ruprecht III.) Fundstelle/Zitat: Regg. Pfalzgrafen 2 n. 393, 1401 jan. 9 märz 7? Heidelberg: Pfälzischer entwurf des heiratsvertrages zwischen pfgr. Ludwig und prinzessin Blanca von England.
  • (Pfalzgraf Ruprecht III.) Fundstelle/Zitat: Regg. Pfalzgrafen 2 n. 1328, 1401 aug. 5 Heidelberg: Kg. Ruprecht und sein sohn pfgr. Ludwig beglaubigen Nicolaus Burgmann, decretorum doctor thesaurarius der Wormser kirche, und Tilman von Smalenburg, decan der kirche Maria ad gradus in Köln, als ihre procuratoren bei den gesandten kg. Heinrichs IV. von England [...]
  • (Pfalzgraf Ruprecht III.) Fundstelle/Zitat: Regg. Pfalzgrafen 2 n. 1498, 1401 aug. 16 Dordrecht: Die bevollmächtigten kg. Ruprechts und kg. Heinrichs von England setzen als zahlungsort der beiden auf mai 13 (16000 engl. nobeln) und nov. 11 (8000 nobeln) 1403 fälligen raten der mitgift der prinzessin Blanca von England, Köln fest.
  • (Pfalzgraf Ruprecht III.) Fundstelle/Zitat: Regg. Pfalzgrafen 2 n. 206, 1402 febr. 14 Westminster: Befehl kg. Heinrichs IV. von England an die als reisebegleiter der prinzessin Blanca bestimmten personen, um mitfasten mit dieser die reise nach Köln anzutreten, wo sie 3 wochen nach ostern pfgr. Ludwig übergeben werden soll.
  • (Pfalzgraf Ruprecht III.) Fundstelle/Zitat: Regg. Pfalzgrafen 2 n. 5913, 1409 aug. 4 Heidelberg: Verspricht Agnes, der cretzlin jungfrau der verstorbenen pfgfin Blanca (von England) für ihre dienste 400 fl. und verschreibt ihr 150 fl. an der stadtsteuer von Friedberg, fällig auf der nächsten Frankfurter fastenmesse über ein jahr und 250 fl. auf den zoll zu Selz.
  • (Pfalzgraf Ruprecht III.) Fundstelle/Zitat: Regg. Pfalzgrafen 2 n. 5914, 1409 aug. 4 Heidelberg: Verschafft der Barbara der Wyselyn, jungfrau der verstorbenen pfgfin Blanca (von England) für ihre dienste folgende stadtsteuern: 1) 100 fl. von der reichssteuer der stadt Friedberg auf nächste Frankfurter fastenmesse. 2) 167 fl, von derselben steuer zur herbstmesse. 3) 100 fl. auf der stadtsteuer von St. Gallen Martini übers jahr. 4) 50 ? heller von der steuer von Weinsberg zum gleichen termin.

Zur Illustrierung der langwierigen Bemühungen um die Eintreibung der Mitgift mögen folgende Regesten dienen:

  • (Pfalzgraf Ruprecht III.) Fundstelle/Zitat: Regg. Pfalzgrafen 2 n. 3036, 1403 juli 17 Altzey: Bevollmächtigt den Friedericus de Mitra (v. d. Huben)* zum empfang einer weiteren rate von 16000 nobeln der mitgift der prinzessin Blanka von England in Köln und quittiert darüber dem kg. Heinrich von England.
  • (Pfalzgraf Ruprecht III.) Fundstelle/Zitat: Regg. Pfalzgrafen 2 n. 3051, 1403 aug. 10 Trier: Anweisung kg. Ruprechts für seinen gesandten an kg. Heinrich von England, Friedrich von der Huben
  • (Pfalzgraf Ruprecht III.) Fundstelle/Zitat: Regg. Pfalzgrafen 2 n. 3158,1403 okt. 16 Heidelberg: Befiehlt Friedrich von der Huben, den er mit procura und briefe zur eintreibung der englischen mitgift nach England gesandt hat, sobald er das geld erhalten hat, davon dem schreiber Heinrich Harsdorffers zu Nürnberg, überbringer der urkunde, 2073 fl. rhein. oder »der werde an nobeln vnd ander pagement« gegen quittung auszuzahlen.
  • (Pfalzgraf Ruprecht III.) Fundstelle/Zitat: Regg. Pfalzgrafen 2 n. 4489, 1406 aug. 17: Quittiert über 4000 englische noblen als abschlagszahlung der 40000, die als heiratsgut für Blanca, die tochter des königs von England und verlobte des hzg. Ludwig versprochen waren, so dass nur noch 14000 zu zahlen übrig bleiben.

(*Friedrich von der Huben erscheint zwischen 1400 und 1410 unter den Burgmannen von Alzey (Regesta Imperii))