Forschungsgruppe: Quantitative Paläobiologie und Karbonatsedimentologie
PD Dr. Stefan Götz
Das genaue zeitliche Einordnen aller Veränderungen in der Erdgeschichte ist für das Verständnis der abgelaufenen Prozesse von großer Bedeutung. Durch präzise Korrelation der paläontologischen Daten (Biostratigraphie) mit geophysikalischen (Paläomagnetismus), chemischen (radioaktive und stabile Isotope, Anreicherung bestimmter Elemente) und sedimentologischen Datensätzen (Sequenz- und Eventstratigraphie) wird die Verfeinerung der stratigraphischen Zeitskala angestrebt. Erst diese genaue Auflösung erlaubt es, den Verlauf von ökologischen, biologischen und klimatischen Veränderungen in einem präzisen zeitlichen Rahmen zu erfassen. Die so gewonnenen Daten zu vergangenen Prozeßabläufen können dann auch in die Zukunft projiziert werden.
Taxonomie und Systematik , also die Klassifikation von Fossilien, sind als Grundlage aller weiteren paläontologischen Untersuchungen von fundamentaler Bedeutung. Sie erst liefern die Basisdaten für alle nachfolgenden paläontologisch-geowissenschaftlichen Interpretationen, etwa in Bezug auf Veränderungen der Biodiversität und der Evolutionsgeschichte. Wechselwirkungen zwischen Ozean-/Atmosphäresystem und Biosphäre lassen sich durch multidisziplinäre Arbeiten dokumentieren. Hierzu gehören Faunenuntersuchungen (hochauflösende Biostratigraphie und Paläoökologie), fazielle Untersuchungen der Ablagerungsgesteine, Analyse der stabilen Isotope, geochemisch-mineralogische Zusammensetzung des Sedimentes, insbesondere der Tonminerale, und Spurenelemente.
Mehrfach kam es in der Erdgeschichte zu ökologischen Katastrophen, in denen weltweit innerhalb kurzer Zeiträume ein massives Artensterben folgte. Der zeitliche Ablauf, die Gründe und die Konsequenzen dieser Massensterben sind entscheidend für die Bewertung heute ablaufender Prozesse. So helfen paläontologische Befunde, das Ausmaß eines künftigen Meeresspiegelanstiegs und Verschiebungen der Klimagürtel und ihre möglichen Auswirkungen vorauszusehen. Unsere aktuellen Forschungen zu diesen Themenbereichen befassen sich vor allem mit dem Zeitabschnitt der Kreide im globalen Rahmen, jedoch mit einem Schwerpunkt in Spanien.
Arbeitsschwerpunkte
- Karbonatsedimentologie und Paläontologie
- Fossile Riffe
- Taxonomie und Paläobiologie von Rudisten und Korallen
- Quantitative Paläobiologie
- Schleiftomographische Methoden
- Sequenzstratigraphie
- Stratigraphische Datenbanken
Forschungsprojekte
Diplom-/Bachelor-/Masterarbeiten / Dissertationen
Labore
- Dünnschliff-Labor
- Schleiftomographie-Labor
