Juni 1997

Universität Heidelberg bundesweit Vorreiter
Auswahl von Studierenden beginnt schon jetzt

Das Thema „Auswahl eines Teils der Studierenden durch die Universitäten“ ist zur Zeit in den Schlagzeilen – auch wegen der bevorstehenden Novellierung des Hochschulrahmengesetzes. Die Universität Heidelberg nimmt hierbei bundesweit eine Vorreiterstellung ein und hat mit der Auswahl bereits begonnen.

Schon bald finden in der Biologie Gespräche unter vier Augen zwischen Bewerbern und Professoren statt, bei denen Motivation und Eignung für das künftige Studienfach abgefragt werden. In der Psychologie gibt es einen Bonus für soziales Engagement, in der Sportwissenschaft wird ein Trainerschein honoriert – um nur einige Beispiele zu nennen.

Der Senat der Universität Heidelberg hat Ende Mai Satzungen für die offiziell so bezeichneten „Eignungsfeststellungsverfahren“ beschlossen: für die Fächer Biologie/Lehramt, Psychologie (Nebenfach) und Sportwissenschaft.


Satzung der Universität Heidelberg
für das Eignungsfeststellungsverfahren
Biologie/Lehramt

vom 27. Mai 1997 Aufgrund des § 6 Abs. 3 Satz 3 Hochschulzulassungsgesetz vom 22. März 1993 (GBl. S. 201), zuletzt geändert durch Art. 6 des Änderungsgesetzes vom 05. Mai 1997 (GBl. S. 173) hat der Senat der Universität Heidelberg am 27. Mai 1997 die nachstehende Satzung beschlossen:

§ 1
Studiengang

Die Universität Heidelberg führt für Studienanfänger im Hauptfach Biologie mit dem Abschlußziel Lehramt ein Eignungsfeststellungsverfahren durch.

§ 2
Bewerbung

  1. An der Vergabe der für das Eignungsfeststellungsverfahren zur Verfügung stehenden Studienplätze nimmt nur teil, wer sich darum innerhalb der allgemeinen Bewerbungsfrist auf dem dafür von der Universitätsverwaltung vorgeschriebenen zusätzlichen Formular beworben hat und im Hauptverfahren nicht schon für die Quoten nach § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 oder 2 Hochschulzulassungsgesetz (HZG) ausgewählt worden ist. Mit folgenden zusätzlichen Unterlagen können sich die Zulassungschancen der Bewerberin oder des Bewerbers erhöhen:
    1. Einem tabellarischen Lebenslauf, der den bisherigen Werdegang darstellt;
    2. einem schriftlichen Bericht, der die Erwägungen darlegt, die zur Wahl des angestrebten Studiums und des angestrebten Berufs geführt haben (maximal eine Seite);
    3. . Kopien der Zeugnisse und anderer Dokumente, die den bisherigen Werdegang belegen.
  2. Die Originale der nach Abs. 1 Nr. 3 eingereichten Kopien sind im Falle der Zulassung bei der Einschreibung zur Prüfung vorzulegen.

§ 3
Auswahlkommission

Die Fakultät für Biologie setzt eine Auswahlkommissionen ein, der mindestens sechs Professorinnen oder Professoren des in § 1 genannten Faches angehören. Die Auswahlkommission führt die Auswahlgespräche. Sie berichtet der Fakultät nach Abschluß des Vergabeverfahrens über die gesammelten Erfahrungen und macht Vorschläge für die Weiterentwicklung des Eignungsfeststellungsverfahrens.

§ 4
Erste Auswahlstufe

  1. Zum Zwecke einer Vorauswahl wird unter allen Bewerberinnen und Bewerbern eine Rangfolge auf der Grundlage bestimmter schulischer Leistungen gebildet (fachspezifische Gesamtpunktzahl).
  2. Die fachspezifische Gesamtpunktzahl wird aus den Leistungen in den Oberstufenkursen folgender Fächer, wie sie in der Hochschulzugangsberechtigung ausgewiesen sind, gebildet:
    1. Deutsch,
    2. Englisch,
    3. Mathematik,
    4. Biologie oder hilfsweise die bestbenotete Naturwissenschaft.
  3. Die Gesamtpunktzahl wird in folgenden Schritten ermittelt:
    1. pro Fach werden die Punktezahlen addiert (Punktesumme); dies gilt auch dann, wenn ein Fach nicht in allen vier Halbjahren belegt wurde; mitgezählt werden auch Kurse, deren Punkte nicht in die allgemeine Durchschnittsnote eingegangen sind (geklammerte Werte);
    2. die Punktesummen werden summiert und durch 16 dividiert (Gesamtpunktzahl). Der Teiler verringert sich um die Zahl der Halbjahre, für die keine Halbjahrespunktzahlen ausgewiesen sind.
    3. Die Gesamtpunktzahl wird auf zwei Stellen hinter dem Komma berechnet; es wird nicht gerundet.
  4. Bei Ranggleichheit entscheiden die allgemeine Durchschnittsnote der Hochschulzugangsberechtigung, die Wartezeit und das Los in dieser Reihenfolge.
  5. 33 Prozent der für das Eignungsfeststellungsverfahren verfügbaren Plätze werden an die rangbesten Bewerberinnen und Bewerber vergeben; die Zahl der Zulassungen erhöht sich um den erfahrungsgemäß gebotenen Überbuchungsfaktor. Ein Nachrückverfahren findet hier nicht statt.

§ 5
Auswahlgespräche

  1. In dreifacher Anzahl der für das weitere Eignungsfeststellungsverfahren verbleibenden Plätze werden die rangnächsten Bewerberinnen und Bewerber zu Auswahlgesprächen geladen. Die übrigen erhalten einen Ablehnungsbescheid; sie nehmen an eventuellen Nachrückverfahren nach der Eignungsfeststellungsrangliste nicht teil.
  2. Die Auswahlgespräche sollen sämtlich im Laufe eines Tages stattfinden, der schon in den Bewerbungsunterlagen angekündigt werden soll. Die Bewerberinnen und Bewerber erhalten von der Universitätsverwaltung persönliche Einladungsschreiben mit Zeit und Ort ihrer Auswahlgespräche.
  3. Mit jeder Bewerberin und jedem Bewerber führt ein Mitglied der Auswahlkommission ein Auswahlgespräch von mindestens 15 Minuten Dauer. Danach wird in gleicher Weise ein weiteres Auswahlgespräch mit einem anderen Mitglied der Auswahlkommission geführt. In einem halb standardisierten Interview werden Eignung und Motivation für Studium und Beruf geprüft.
  4. Jedes Mitglied der Auswahlkommission bewertet nach Abschluß aller Gespräche in einer Sitzung der Auswahlkommission, an der der Rektor oder ein von ihm Beauftragter teilnimmt, die Bewerberin oder den Bewerber mit einer Punktzahl von 1 bis 10. Unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird eine Rangliste (Eignungsfeststellungsliste) auf der Grundlage der addierten Punktzahlen der Bewerberin oder des Bewerbers gebildet. Bei Ranggleichheit entscheidet die nach § 4 ermittelte Rangfolge.
  5. Das persönliche Ergebnis wird von der Universitätsverwaltung schriftlich mitgeteilt. Die nicht ausgewählten Bewerberinnen und Bewerber nehmen an den Nachrückverfahren nach der Eignungsfeststellungsliste teil.

§ 6
Inkrafttreten

Diese Satzung gilt erstmals im Vergabeverfahren für das Wintersemester 1997/98. Sie tritt am Tage nach der Bekanntmachung im Mitteilungsblatt der Universität Heidelberg in Kraft.

Heidelberg, den 27. Mai 1997

Prof. Dr. Dres. h.c. Peter Ulmer
Rektor


Satzung der Universität Heidelberg
für das Eignungsfeststellungsverfahren
Psychologie-Nebenfach

vom 27. Mai 1997

Aufgrund des § 6 Abs. 3 Satz 3 Hochschulzulassungsgesetz vom 22. März 1993 (GBl. S. 201), zuletzt geändert durch Art. 6 des Änderungsgesetzes vom 05. Mai 1997 (GBl. S. 173) hat der Senat der Universität Heidelberg am 27. Mai 1997 die nachstehende Satzung beschlossen:

§ 1
Studiengang

Die Universität Heidelberg führt für Studienanfänger im Nebenfach Psychologie mit dem Abschlußziel Magister ein Eignungsfeststellungsverfahren durch.

§ 2
Bewerbung

  1. An der Vergabe der für das Eignungsfeststellungsverfahren zur Verfügung stehenden Studienplätze nimmt nur teil, wer sich darum innerhalb der allgemeinen Bewerbungsfrist auf dem dafür von der Universitätsverwaltung vorgeschriebenen zusätzlichen Formular beworben hat und im Hauptverfahren nicht schon für die Quoten nach § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 oder 2 Hochschulzulassungsgesetz (HZG) ausgewählt worden ist. Mit folgenden zusätzlichen Unterlagen können sich die Zulassungschancen der Bewerberin oder des Bewerbers erhöhen:
    1. Einem tabellarischen Lebenslauf, der den bisherigen Werdegang darstellt;
    2. einem schriftlichen Bericht, der die Erwägungen darlegt, die zur Wahl des angestrebten Studiums und des angestrebten Berufs geführt haben (maximal eine Seite);
    3. Kopien der Zeugnisse und anderer Dokumente, die den bisherigen Werdegang belegen, insbesondere Belege, die erkennen lassen, inwiefern bei einer beruflichen Ausbildung oder einem tätigen Engagement eine Nähe zum psychologischen Bereich im Sinne von § 4 Abs. 1 Nr. 2 und 3 gegeben ist.
  2. Die Originale der nach Abs. 1 Nr. 3 eingereichten Kopien sind im Falle der Zulassung bei der Einschreibung zur Prüfung vorzulegen.

§ 3
Auswahlkommission

  1. Die Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften setzt eine Auswahlkommission ein, der mindestens zwei Professorinnen oder Professoren des in § 1 genannten Faches angehören.
  2. Die Auswahlkommission sorgt in fachlicher Hinsicht für den ordnungsgemäßen Ablauf des Eignungsfeststellungsverfahrens einschließlich der Bewertung der in § 4 Abs. 1 Nr. 2 und 3 beschriebenen Aktivitäten, der Auswahl der Aufgaben nach § 5 Abs. 2 und der Bewertung der Lösungen nach § 5 Abs. 3 sowie der Vorbereitung und einheitlichen Durchführung der Auswahlgespräche, über deren Ergebnis sie nach § 6 Abs. 4 entscheidet.
  3. Die Auswahlkommission berichtet der Fakultät nach Abschluß des Vergabeverfahrens über die gesammelten Erfahrungen und macht Vorschläge für die Weiterentwicklung des Eignungsfeststellungsverfahrens.

§ 4
Vorauswahl

  1. Zum Zwecke einer Vorauswahl wird unter allen Bewerbern und Bewerberinnen eine Rangfolge nach den folgenden Kriterien gebildet:
    1. Eingangskriterium der Rangbildung ist eine besondere Durchschnittsnote aus den Leistungen in den Oberstufenkursen in Deutsch, Englisch und Mathematik. Sie wird in folgenden Schritten ermittelt:
      • pro Fach werden die Punktezahlen addiert (Punktesumme); die Halbjahre, in denen ein Fach nicht belegt wurde, gehen mit dem Wert Null ein; mitgezählt werden auch Kurse, deren Punkte nicht in die allgemeine Durchschnittsnote eingegangen sind (geklammerte Werte);
      • die Punktesummen werden mit folgenden fachspezifischen Faktoren gewichtet (multipliziert): Deutsch mit 45, Englisch mit 35 und Mathematik mit 20; bei Fächern, die als Leistungskurs absolviert wurden, werden die fachspezifischen Faktoren doppelt gewichtet (mit 2 multipliziert); es werden maximal zwei Leistungskurse gewichtet, wobei deren Auswahl erforderlichenfalls so erfolgen soll, daß sich die höchsten Punktesummen nach den Gewichtungen bei den ausgewählten Leistungsfächern ergeben;
      • die gewichteten Punktesummen werden summiert und durch das Vierfache der Summe der Gewichtungsfaktoren dividiert (Gesamtpunktzahl).
      Die Gesamtpunktzahl wird nach den für Abiturzeugnisse in Baden-Württemberg geltenden Regeln in eine Note (besondere Durchschnittsnote) umgerechnet mit einer Stelle hinter dem Komma; es wird nicht gerundet.
    2. Abgeschlossene Ausbildungen, die als der Psychologie nahestehend anerkannt werden, werden nach ihrer Nähe zur Psychologie mit einer Note zwischen 1,0 und 4,0 bewertet. Nach dem Komma wird nur eine Stelle gewertet; es wird nicht gerundet. Liegt keine anerkannte Ausbildung vor, wird die Gesamtnote 5 eingesetzt.
    3. Ein tätiges Engagement in einem der Psychologie nahestehenden Bereich wird mit einer Note zwischen 1,0 und 4,0 bewertet. Liegt kein anerkanntes Engagement vor, wird die Note 5 eingesetzt.
  2. Die Durchschnittsnote nach Abs. 1 Nr. 1 und die Gesamtnote nach Abs. 1 Nr. 2 werden verdoppelt, die Note nach Abs. 1 Nr. 3 wird einfach gezählt; ihre Summe wird durch fünf geteilt. Nach dem Komma wird nur eine Stelle gewertet; es wird nicht gerundet.
  3. Die nach Abs. 2 gebildete Endnote bestimmt die Rangfolge. Bei Ranggleichheit entscheiden die allgemeine Durchschnittsnote der Hochschulzugangsberechtigung, die Wartezeit und das Los in dieser Reihenfolge.
  4. Am weiteren Eignungsfeststellungsverfahren nehmen von den nach Absatz 3 rangbesten Bewerberinnen und Bewerbern nur dreimal soviele teil, wie Studienplätze dafür zur Verfügung stehen; die Zahl erhöht sich um den erfahrungsgemäß gebotenen Überbuchungsfaktor. Die übrigen erhalten einen Ablehnungsbescheid und nehmen auch an eventuellen Nachrückverfahren nach § 6 Abs. 5 Satz 2 nicht teil.

§ 5
Auswahl durch Klausur

  1. Die Bewerberinnen und Bewerber, die nach § 4 Abs. 4 Satz 1 die Vorauswahl bestanden haben, werden von der Zentralen Universitätsverwaltung schriftlich zu einem Klausurtermin geladen, der schon in den Bewerbungsunterlagen bekannt zu machen ist.
  2. Die Klausur besteht aus drei Teilen von je etwa 20 Minuten Dauer:
    1. einem Test zur Verbalen Intelligenz,
    2. einem Test zur Sozialen Intelligenz und
    3. einem Test zum Vorverständnis für psychologische Fragestellungen. Eine Computerisierung der Aufgabenbearbeitung ist zulässig.
  3. Die richtigen Lösungen der Testaufgaben werden mit Punkten bewertet, deren Addition der Rangliste zugrundegelegt wird. Die höchste Punktzahl steht an der Spitze der Rangliste. Bei gleicher Punktzahl entscheidet der Rangplatz nach § 4 Abs. 3.
  4. Die Hälfte der für das Eignungsfeststellungsverfahren verfügbaren Plätze wird auf Vorschlag der Auswahlkommission von der Zentralen Universitätsverwaltung an die testbesten Bewerberinnen und Bewerber vergeben; eine Überbuchung und ein Nachrückverfahren finden hier nicht statt.
  5. In zweifacher Anzahl der für das Eignungsfeststellungsverfahren verbleibenden Plätze können die im Test nächstbesten Bewerberinnen und Bewerber an Auswahlgesprächen teilnehmen. Die übrigen erhalten einen Ablehnungsbescheid; sie nehmen an eventuellen Nachrückverfahren nach § 6 Abs. 5 Satz 2 nicht teil.

§ 6
Auswahlgespräche

  1. Die Auswahlgespräche finden in der Regel am selben Tage statt wie die Klausur. Auf den Termin ist schon in den Bewerbungsunterlagen und in den Einladungen zur Klausur hinzuweisen. Nach Auswertung der Klausur werden die Namen der Bewerberinnen und Bewerber mündlich bekanntgegeben, die an den Auswahlgesprächen teilnehmen dürfen.
  2. Die Auswahlgespräche werden von einem/r Prüfer/in und einem/r Beisitzer/in im Sinne des § 5 Abs. 1 Satz 1, 2 und 4 der Prüfungsordnung der Universität Heidelberg für den Diplomstudiengang Psychologie geführt. Der Geschäftsführende Direktor des Psychologischen Instituts bestimmt in genügender Anzahl die Mitglieder des Lehrkörpers, die die Auswahlgespräche zu führen haben.
  3. Der/die Prüfer/in und der/die Beisitzer/in führen gemeinsam ein Gespräch mit jedem/r Bewerber/in einzeln für die Dauer von mindestens 15 Minuten. In einem halb standardisierten Interview werden Studienmotivation und Berufsinteresse geprüft. Nach Abschluß der Gespräche bewerten Prüfer/in und Beisitzer/in gemeinsam den Gesamteindruck mit einer Note, die hinter dem Komma nur eine Stelle haben darf.
  4. Die Auswahlkommission entscheidet über die Zulassung oder Ablehnung in einer Sitzung, an der der Rektor oder ein von ihm Beauftragter wahrnehmend teilnehmen kann, nach einer Aussprache mit allen an den Gesprächen beteiligten Prüfer/inne/n und Beisitzer/inne/n über die gesammelten Eindrücke und ihre Bewertungen; dabei dürfen die verfügbaren Plätze überbucht werden. Unter den abgelehnten Teilnehmer/inne/n bildet die Auswahlkommission eine Nachrückrangliste. Bei Ranggleichheit entscheidet der Rangplatz nach § 5 Abs. 3.
  5. Die Zulassung oder Ablehnung wird von der Zentralen Universitätsverwaltung schriftlich mitgeteilt. Die nicht ausgewählten Bewerber(innen) nehmen an den Nachrückverfahren nach Maßgabe des Abs. 4 Satz 2 teil. Verfügbar gebliebene Plätze der Quote nach § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 HZG werden der Quote nach Nr. 2 a.a.O. hinzugerechnet.

§ 7 Inkrafttreten

Diese Satzung gilt erstmals im Vergabeverfahren für das Wintersemester 1997/98. Sie tritt am Tage nach der Bekanntmachung im Mitteilungsblatt der Universität Heidelberg in Kraft.

Heidelberg, den 27. Mai 1997

Prof. Dr. Dres. h.c. Peter Ulmer
Rektor


Satzung der Universität Heidelberg
für das Eignungsfeststellungsverfahren
Sportwissenschaft

vom 27. Mai 1997

Aufgrund des § 6 Abs. 3 Satz 3 Hochschulzulassungsgesetz vom 22. März 1993 (GBl. S. 201), zuletzt geändert durch Art. 6 des Änderungsgesetzes vom 05. Mai 1997 (GBl. S. 173) hat der Senat der Universität Heidelberg am 27. Mai 1997 die nachstehende Satzung beschlossen:

§ 1
Studiengang

Die Universität Heidelberg führt für Studienanfänger im Hauptfach Sportwissenschaft mit den Abschlußzielen Magister oder Lehramt ein Eignungsfeststellungsverfahren durch.

§ 2
Bewerbung

  1. An der Vergabe der für das Eignungsfeststellungsverfahren zur Verfügung stehenden Studienplätze nimmt nur teil, wer sich darum innerhalb der allgemeinen Bewerbungsfrist auf dem dafür von der Universitätsverwaltung vorgeschriebenen zusätzlichen Formular beworben hat und im Hauptverfahren nicht schon für die Quoten nach § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 oder 2 Hochschulzulassungsgesetz (HZG) ausgewählt worden ist. Mit folgenden zusätzlichen Unterlagen können sich die Zulassungschancen der Bewerberin oder des Bewerbers erhöhen:
    1. Einem tabellarischen Lebenslauf,
    2. einem schriftlichen Bericht, der den bisherigen Werdegang im Hinblick auf das angestrebte Studium und den angestrebten Beruf darstellt und dabei insbesondere auf außerschulische sportliche Aktivitäten (Leistungen und Weiterbildungen) eingeht,
    3. Kopien der Zeugnisse und anderer Dokumente, die den bisherigen Werdegang (insbesondere zu § 4 Abs. 3) belegen,
  2. Die Originale der nach Abs. 1 Nr. 3 eingereichten Kopien sind im Falle der Zulassung bei der Einschreibung zur Prüfung vorzulegen.

§ 3
Auswahlkommission

Die Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften setzt eine Auswahlkommission ein, der mindestens zwei Professorinnen oder Professoren des in § 1 genannten Faches angehören. Die Auswahlkommission bewertet die außerschulischen sportlichen Aktivitäten. Sie berichtet der Fakultät nach Abschluß des Vergabeverfahrens über die gesammelten Erfahrungen und macht Vorschläge für die Weiterentwicklung des Eignungsfeststellungsverfahrens.

§ 4
Auswahl

  1. Für die Bildung der Rangliste sind maßgebend bestimmte schulische Leistungen aus der Oberstufe, die in der Hochschulzugangsberechtigung ausgewiesen sind, und von der Auswahlkommission anerkannte außerschulische sportliche Aktivitäten.
  2. Die Rangliste gliedert sich in nachfolgender Reihenfolge in vier Abschnitte:
    1. Teilnehmer am Leistungskurs Sport mit anerkannten außerschulischen Aktivitäten,
    2. Sonstige Bewerber und Bewerberinnen mit anerkannten außerschulischen Aktivitäten,
    3. Teilnehmer am Leistungskurs Sport ohne anerkannte außerschulische Aktivitäten,
    4. Sonstige Bewerber und Bewerberinnen ohne anerkannte außerschulische Aktivitäten.
  3. Als außerschulische sportliche Aktivitäten werden nachgewiesene Leistungen und Weiterbildungen anerkannt, die mindestens folgenden entsprechen:
    1. der Lizenzstufe I des Deutschen Sportbundes (Trainer C, Fachübungsleiter F, Übungsleiter Ü, Jugendleiter, Organisationsleiter) oder
    2. einer vorderen Plazierung bei Landesmeisterschaften (Individualsportarten) oder
    3. einer Mitgliedschaft im Landeskader (Mannschaftssportarten).
  4. Innerhalb der vier in Abs. 2 genannten Abschnitte ergibt sich die Rangfolge aus der fachspezifischen Gesamtnote. Sie wird aus den Leistungen in den Oberstufenkursen folgender Fächer, wie sie in der Hochschulzugangsberechtigung ausgewiesen sind, gebildet:
    1. Deutsch,
    2. Englisch,
    3. Mathematik,
    4. die bestbenotete Naturwissenschaft und
    5. Sport.
    Die Gesamtnote wird in folgenden Schritten ermittelt:
    1. pro Fach werden die Punktezahlen addiert (Punktesumme); dies gilt auch dann, wenn ein Fach nicht in allen vier Halbjahren belegt wurde; mitgezählt werden auch Kurse, deren Punkte nicht in die allgemeine Durchschnittsnote eingegangen sind (geklammerte Werte);
    2. die Punktesummen in Englisch und Sport werden doppelt gewichtet (mit 2 multipliziert);
    3. die Punktesummen werden summiert und durch 28 dividiert (Gesamtpunktzahl). Der Teiler verringert sich um die Zahl der Halbjahre, für die keine Halbjahrespunktzahlen ausgewiesen sind; dabei werden fehlende Halbjahre bei den zu gewichtenden Fächern doppelt gezählt.
    4. Die Gesamtpunktzahl wird nach den für Abiturzeugnisse in Baden-Württemberg geltenden Regeln in eine Note (fachspezifische Gesamtnote) umgerechnet mit einer Stelle hinter dem Komma; es wird nicht gerundet.
  5. Bei Ranggleichheit entscheiden die allgemeine Durchschnittsnote der Hochschulzugangsberechtigung, die Wartezeit und das Los in dieser Reihenfolge.

§ 5
Inkrafttreten

Diese Satzung gilt erstmals im Vergabeverfahren für das Wintersemester 1997/98. Sie tritt am Tage nach der Bekanntmachung im Mitteilungsblatt der Universität Heidelberg in Kraft.

Heidelberg, den 27. Mai 1997

Prof. Dr. Dres. h.c. Peter Ulmer
Rektor


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Updated: 04.07.97