Fundamentaler Umbau der Universität

Neue Buchhaltung – Mehr Verantwortung

Die "neue Buchhaltung", die der ehrwürdige Ruperto-Carola-Löwe in seinen Pranken hält, birgt für die Universität noch manche Überraschung. "Ich weiß heute noch nicht, wie das System am Ende aussieht", räumt selbst Rektor Jürgen Siebke ein.

Fest steht, daß die kameralistische Rechnungslegung bald endgültig der Vergangenheit angehört. Ein neues Finanzsystem ermöglicht es, künftig nach kaufmännischen Prinzipien zu wirtschaften. Doch geht das jetzt angelaufene Projekt "Dezentrale Ressourcenverantwortung" weit über eine Reform des Rechnungswesens hinaus: "Indem wir die Verantwortung für die Ressourcenverwendung auf die untere Ebene der Institute verlagern, erhalten diese zusätzlichen Bewegungsfreiraum, tragen aber auch sehr viel mehr Verantwortung für einen sparsamen Umgang mit den Ressourcen", erklärt Siebke.

Im Zentrum des Projektes steht dabei der Aufbau eines universitätsinternen Ressourcen- und Dienstleistungsmarktes - ein Vorhaben, das die Volkswagenstiftung mit fünf Millionen Mark fördert. Die Gesamtkosten für das Vorhaben veranschlagt die Universität auf 17 Millionen Mark. Bis zum Jahr 2002 werden sich die Aktivitäten auf die Zentralverwaltung und ausgewählte Pilotinstitute konzentrieren, danach ist die flächendeckende Einführung der dezentralen Ressourcenverantwortung vorgesehen. Das Projektmanagement übertrug die Universität der Mummert + Partner AG in Hamburg.

Breite Zustimmung

Bereits am 20. März 1996 hatte der Verwaltungsrat der Universität dem Antragsentwurf zugestimmt, der wenige Monate später von der VW-Stiftung positiv beschieden wurde. Der Senat der Universität billigte das Vorhaben einstimmig; auch Öffentlichkeit und Politik, insbesondere die Landesregierung, begrüßten das Vorhaben. Dennoch stockte im Jahr 1997 das Projekt. Das Land Baden-Württemberg war zwar bereit, die erforderliche Verwaltungs-EDV zu finanzieren, doch die notwendige Zusage, den Haushalt umfassend zu globalisieren und insbesondere Haushaltsreste von einem Kalenderjahr auf das folgende zu übertragen, blieb aus. Erst nach langwierigen Verhandlungen mit dem Finanzministerium erzielte das Rektorat einen Durchbruch: Die Haushaltstitel werden von über 150 auf nunmehr zehn Ausgabe- und sieben Einnahmetitel reduziert und sind gegenseitig deckungsfähig. Nun erst, Anfang 1998, war der Weg frei für den eigentlichen Start des Projekts.

Dem Projektteam gehören neben der Kanzlerin ein Interner Projektleiter, ein Externer Projektmanager, zwei Mitar-beiter der Anwendungs- und Systementwicklung sowie zwei Mitarbeiter des kaufmännischen Rechnungswesens und Controllings an. Die interne Projektleitung übernahm Dr. Herbert Schleich, Akademischer Oberrat im Institut für Hochenergiephysik, das externe Projektmanagement Dr. Josef Mauermair von Mummert+Partner.

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Updated: 06.12.98