Mehr Medienkompetenz für Dolmetscher

Konferenzanlage für 750.000 Mark – Nutzung für andere Institute möglich

Eine Hightechanlage für das Dolmetschen von Konferenzen und Videokonferenzen hat das Heidelberger Institut für Übersetzen und Dolmetschen (IÜD) erhalten.

Die DFG übernahm die Kosten für die Geräte im Wert von 750.000 Mark, und die Universität Heidelberg führte den umfangreichen Umbau durch, der sich über fast ein Jahr erstreckte. "Die neue Anlage ist für eine zeitgemäße Dolmetsch- und Übersetzungs-Ausbildung dringend erforderlich", erklärt Prof. Joachim Kornelius, Medienbeauftragter des IÜD und Initiator der Maßnahme.

Die auch während der Semesterferien fast ständig belegte Dolmetsch- und Konferenzanlage umfasst zwölf Kabinen für Dolmetscher und Studierende. 93 Sitzplätze mit 16 eingebauten Mikrofonen machen den Raum für große Veranstaltungen nutzbar. Drei digitale Videokameras können bei weltweiten Videokonferenzen zum Einsatz kommen oder für Teleteaching genutzt werden. "Die neue Anlage ist einfach zu handhaben und vom Dozenten zentral steuerbar", erklärt Techniker Rüdiger Arnold.

Multimedialer Hörsaal

Das Spektrum der multimedialen Hilfsmittel für das Übersetzen ist heute breit gefächert: digitale Lexika, Enzyklopädien und elektronische Textkorpora, Sprach- und Datenbanken sowie multilinguale Datenbank-Managementsysteme, Recherche im WWW sowie Kommunikation mittels E-Mail oder in Newsgroups, aber auch Autorenprogramme für die Entwicklung eigener digitaler Hilfsmittel. Die Konsequenz: Forschung und Lehre müssen dem Einzug neuer Medien in das Berufsfeld Rechnung tragen. Am Heidelberger Institut für Übersetzen und Dolmetschen werden Studierende verschiedener Nationalitäten vor allem in den Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Russisch, Portugiesisch und Niederländisch ausgebildet. Kornelius weiß: "Potentielle Arbeitgeber erwarten, daß Professoren und Studierende den Umgang mit den neuen Medien beherrschen." Darum ist die computerlose Zeit in dem alten Gebäude in der Plöck – hier forschte und lehrte schon Bunsen – heute lange vorüber. Einen multimedialen Hörsaal mit Beamer, Computer und Internet-Anbindung gibt es ebenso wie einen CIP-Pool mit 20 Plätzen, der von 1200 Anwendern für weltweite elektronische Kommunikation und Recherche genutzt werden kann. Weitere Initiativen und Investitionen in Sachen neue Medien sind geplant. Dabei will man über den Tellerrand des eigenen Instituts hinausblicken. Die seit Jahren bestehende Kooperation mit dem Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie soll fortgesetzt werden. Auch weiterhin will man medientechnische Anlagen gemeinsam nutzen. Kornelius befürwortet auch die geplante Vernetzung verschiedener Uni-Institute. Ferner möchte er, daß das Institut neben seinen Aufgaben in Forschung und Lehre "seine Infrastruktur auch für Sprachdienstleistungen" zur Verfügung stellt: "Unser Ziel ist es, in der Altstadt ein Konferenz- und Tagungszentrum einzurichten, das von anderen Instituten genutzt wird." Die IÜD-Homepage: www.iued.uni-heidelberg.de

Katrin Bischl / Foto: Becker

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Updated: 12.11.99