Editorial

Dezemberfieber

Klaus von Trothas UG-Novelle tut tatsächlich einen Schritt in Richtung Finanzautonomie der Hochschulen, enthält sie doch ein Mittel gegen ein berüchtigtes Fieber: In dem Wissen, dass nicht rechtzeitig ausgegebenes Haushaltsgeld von der Landeskasse eingezogen wird, sieht man gestandene Professoren regelmäßig gegen Jahresende fieberhaft Geld ausgeben: für Rechner, Möbel, Aktenordner – auch wenn es eigentlich an anderen Ecken fehlt, zum Beispiel bei den Hilfskräften. Klaus von Trotha möchte diesem Treiben mit seiner Novelle zwar ein Ende setzen und den Universitäten das Sparen ermöglichen, nicht aber Finanzminister Stratthaus. Der besteht weiterhin darauf, dass zumindest die Hälfte der "Restposten" in die Landeskasse fließen. Sollte sich Stratthaus durchsetzen, erhärtet sich der Verdacht, dass der Sparwille dem Finanzministerium nützt, nicht aber den Hochschulen – und das Dezemberfieber wird bleiben.

Michael Schwarz, Christoph Becker

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Updated: 11.11.99