Hochschulpolitikverdrossenheit?

Die Wahlbeteiligung erreichte ihren historischen Tiefstand

Nur 1638 Studierende fanden bei den Gremienwahlen im Juni den Weg zur Wahlurne. Damit sank die studentische Wahlbeteiligung auf 6,7 Prozent und ihren historischen Tiefstand.
In den 80er Jahren lag die Beteiligung um 15 Prozent, seit Beginn der 90er Jahre sinkt sie kontinuierlich ab. Laut Wählerverzeichnis gab es in diesem Jahr 24480 studentische Wahlberechtigte, das ist im Vergleich zu früheren Jahren eine ebenfalls sehr niedrige Zahl. Im vergangenen Sommersemester studierten fast 4500 Kommilitonen weniger in Heidelberg als noch vor vier Jahren. Insgesamt machen heute zwischen fünf und 34 Prozent der Studierenden von ihrem Wahlrecht Gebrauch, der Bundesdurchschnitt liegt bei 15 Prozent.
Jeder der Wahlberechtigten konnte drei Kandidaten wählen, und es ergab sich auch diesmal das seit Jahren gewohnte Bild: Bei insgesamt 4689 gültigen Stimmen entfielen 2715 auf Tobias Horn, Tilmann Gruhlke und Kay Dittner, die drei gewählten Kandidaten der FSK-Liste. Aus dem Felde geschlagen wurden – wieder einmal – der RCDS, die Juso-Hochschulgruppe und die Liberale Hochschulgruppe. In Baden-Württemberg ist die "verfaßte" Studentenschaft seit 1977 abgeschafft.

In unserer kleinen – selbstverständlich nicht repräsentativen – Umfrage klingt an, daß vielen offenbar grundlegende Informationen fehlen. Das bestätigte auch der Kommentar eines Kommilitonen, der namentlich nicht genannt werden wollte. Das Desinteresse sei auch deshalb so groß, weil es zuviel Zeit koste, hochschulpolitische Strukturen zu verstehen. "Bis man überhaupt begriffen hat, was einem stinkt, ist man mit dem Studium schon zu weit, um sich noch groß zu engagieren."

bec/Grafik: Sorge


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Updated: 16.11.98 at 17:23:59