Chefs rechneten falsch

Alexandra Hake : Statistik hat Grenzen

Statistiken orientieren sich an Personengruppen, nicht an Individuen. Personalchefs, die das bei der Bewerberauswahl mit Hilfe psychologischer Tests nicht berücksichtigen, begehen einen Fehler.
Das fand die Heidelberger Psychologin Alexandra Hake (unser Bild) in ihrer Diplomarbeit heraus, für die sie in Bonn mit dem Georg-Sieber-Preis für angewandte Psychologie ausgezeichnet wurde. Alexandra Hake führte Interviews mit zwölf Personalfachleuten, die in Unternehmen mit mindestens 500 Beschäftigten eignungsdiagnostische Tests durchführen. Die Psychologin legte ihren Probanden Zitate und Szenarien zur Bewertung vor. Dabei zeigte sich, daß die Personalexperten gruppenbezogene Statistiken häufig auch auf Einzelfälle bezogen und damit unzulässig mit statistischen Werten umgingen. Alexandra Hake betonte, daß ihre Untersuchung selbstverständlich nicht den Wert statistischer Vorhersagemodelle und Durchschnittsberechnungen in Frage stelle. Allerdings müßten sie richtig angewandt werden.

Die "Wissenschaftliche Gesellschaft zur Förderung der Psychologie" vergibt den Förderpreis für besonders originelle und anwendungsbezogene Diplomarbeiten. Alexandra Hake hat ihr Thema erweitert und promoviert zur Zeit bei Prof. Manfred Amelang.

bec /Foto: privat


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Updated: 16.11.98 at 18:35:43