Selbstbewußte Tatkraft

Ehrungen für Kanzler Siegfried Kraft

Der langjährige Kanzler der Universität Heidelberg, Siegfried Kraft, trat zum 1. August 1998 in den Ruhestand.
"Die Verabschiedung unseres Kanzlers ist ein bedenkenswerter Tag", würdigte Rektor Prof. Dr. Jürgen Siebke seine Verdienste. Kanzler Siegfried Kraft sei ein Glücksfall für die Universität gewesen. Zu seinen gelebten Prinzipien zählen Korrektheit und Loyalität: Korrektheit gegenüber den Mitarbeitern der von ihm geleiteten Universitätsverwaltung, Loyalität gegenüber den Wissenschaftlern und als Mitglied des Rektorats.

"Verwaltung ist kein Selbstzweck"

Dieser Tag sei bedenkenswert "ob der Leitlinien, unter denen Kanzler Kraft sein Amt vor mehr als zwanzig Jahren antrat und die er bis zum letzten Tag seines Dienstes verfolgt, umgesetzt und gelebt hat." Siegfried Kraft habe bei seinem Amtsantritt ausdrücklich Wert darauf gelegt, Zeitbeamter zu sein, dessen Kanzlerfunktion auf acht Jahre beschränkt war – und nicht, wie in manchen anderen Bundesländern, Kanzler auf Dauer zu sein. "Sie sind es dennoch geworden, aber wiedergewählt und nicht als permanent ernannt", sagte Siebke in einer Feierstunde. Mit dieser Leitlinie habe er selbstbewußte Tatkraft offenbart, sich unter Erfolgsdruck gesetzt – und Erfolg gehabt. "Die zweimalige Wiederwahl als Kanzler unserer Universität ist der größte Dank der Ruperto Carola, die sie Ihnen erweisen konnte."

Der scheidende Kanzler habe als Schwabe preußische Tugenden vorgelebt: sich voll und ganz der Aufgabe verschrieben, die er als Verpflichtung übernommen hatte. Bereits bei seiner Bewerbung – so Siebke – stellte Kanzler Kraft diese Tugend unter Beweis. Die eingeforderten Schwerpunkte habe er einer einzigen Leitlinie untergeordnet, zitierte Siebke aus der damaligen Presse: "Bei seiner offiziellen Amtseinführung… sprach er sich gegen eine Verwaltung als Selbstzweck aus. Die Verwaltung erfülle vielmehr eine Dienstleistungsfunktion, habe Wissenschaft an der Universität zu ermöglichen." An keiner der anderen Universitäten, die Siebke im Detail von innen kenne, habe er wie in Heidelberg erfahren, daß der Kanzler und die Verwaltung der Forschung und Lehre zuarbeiten, sie ermöglichen – und nicht umgekehrt die Wissenschaft für die Verwaltung da sei.

Im Namen der Universität Heidelberg verlieh Rektor Prof. Siebke dem scheidenden Kanzler die Große Universitätsmedaille, "als Dank und Anerkennung für seine mehr als zwanzigjährigen Verdienste um die Entwicklung der Ruprecht-Karls-Universität".

Michael Schwarz


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Updated: 16.11.98 at 17:01:16