Zum ersten Mal seit Gründung der ostasiatischen Abteilung des Kunsthistorischen Instituts fuhr nach intensiven Vorbereitungen eine Gruppe von 18 Studierenden und Lehrkräften nach Japan. Hier ein Bericht:
Die Reiseroute umspannte den Großraum Tokyo, Nahoya und die Kansai-Gegend mit Kyoto und Nara. Auf dem Plan standen Ausstellungen und Einzelobjekte in Museen und Privatsammlungen, Tempel- und Gegenwartsarchitektur und Besuche in Künstlerateliers. Nach der Ankunft in Tokyo erwartete uns ein umfangreiches Programm mit fünf Schwerpunktthemen: die Architektur und Skulptur der Nara-Zeit aus dem siebten und achten Jahrhundert, die Kultur der Momoyama-Zeit um 1600, zeitgenössische Architektur, kunsthandwerkliche Techniken in Künstlerstudios und Sammlungen chinesischer Malerei und Kalligraphie.
Von unserem Kyotoer Domizil aus, einem urigen buddhistischen Tempel mit einem exzentrischen Abt, studierten wir die Jahrhundertausstellung zur goldglänzenden Monumentalmalerei der Momoyama-Zeit im Nationalmuseum. Das Künstlerehepaar Eri demonstrierte uns in seinen Ateliers der buddhistischen Skulptur und Goldeinlegetechnik die beeindruckende technische Raffinesse und Präzision japanischer Handwerkskunst. Die beiden international renommierten Töpfer Ueda Naokata und Kanzaki Shihô aus dem alten Keramikdorf Shigaraki eröffneten mit ihren mittlerweile unerschwinglichen Arbeiten ihre Technik und Lebensphilosophie. Auch bei diesen Werkstattbesuchen wurden wir von der japanischen Gastfreundschaft und ihren Köstlichkeiten überwältigt. Die Exkursion endete in der historischen Hauptstadt Nara, die für ihre wohl ältesten Holzgebäude der Welt aus dem siebten Jahrhundert berühmt ist.