6.11.1997

Erstmals EMBO-Goldmedaille an einen Deutschen:
Dr. Görlich, ZMBH

Dr. Dirk Görlich, Forschungsgruppenleiter am Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH), wurde mit der EMBO-Goldmedaille 1997 ausgezeichnet. (EMBO ist die European Molecular Biology Organization.) Görlich bekam die Medaille und einen Scheck über 15 000 Mark am 27. Oktober durch den dänischen Minister für Wissenschaft in Kopenhagen im Rahmen eines Symposiums der neuen EMBO-Mitglieder überreicht. Der Rektor der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Jürgen Siebke, gratulierte dem 31 Jahre alten Molekularbiologen und hob hervor, daß er der erste Deutsche sei, dem diese Auszeichnung zuteil wurde. Siebke: „Obwohl noch sehr jung, hat er schon auf zwei aktuellen Forschungsgebieten bahnbrechende Arbeiten geleistet."

Die Medaille der European Molecular Biology Organization wird jährlich an einen jungen Wissenschaftler unter 40 Jahren vergeben, der sich mit besonderen Leistungen auf dem Gebiet der Molekularbiologie ausgezeichnet hat. Während seiner Doktorarbeit im Labor von Prof. Tom Rapoport am Max-Delbrück-Zentrum für molekulare Medizin in Berlin hat Dr. Görlich Bestandteile der zellulären Kanäle identifiziert und charakterisiert, durch die Proteine wie zum Beispiel das Insulin der Bauchspeicheldrüse durch Membranen transportiert werden.

Nach der Promotion wandte sich Görlich im Labor von Prof. Ronald Laskey einem anderen zellulären Transportproblem zu. Wie werden Proteine in den Zellkern importiert? Der Zellkern enthält das genetische Material in Form der helikalen DNA-Stränge, auf denen die Gene hintereinander aufgereiht sind. Zur Aktivierung dieser Gene müssen Proteine aus dem Zellplasma in den Kern importiert werden. Dr. Görlich isolierte Faktoren aus dem Zellplasma, die für den Import eines Proteins in den Zellkern notwendig sind. Hiermit gelang ihm ein wichtiger Schritt zur Analyse der komplexen Maschinerie, durch die Proteine in den Zellkern – und wie Dr. Görlich vor kurzem außerdem zeigen konnte – Makromoleküle aus dem Zellkern transportiert werden.

MS

(Dr. Dirk Görlich ist unter Telefon 06221 54 5884, Fax 54 5892 oder e-mail dg@zmbh.uni-heidelberg.de zu erreichen.)


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Updated: 06.11.97 at 18:51:33