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Arbeitsgruppe Prof. Dr. Dr. hc. mult.
German Müller (Emeritus)
Anorganische Umwelt
- Geochemie
Eintrag und Verbleib von Nähr- und
Schadstoffen in den Jungferweiher in der
Eifel
Das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben soll die Herkunft
und den Verbleib von Nähr- und Schadstoffen ermitteln, die aus einem
Einzugsgebiet mit unterschiedlichen Nutzungsarten in einer
Mittelgebirgslandschaft abgetragen und einem flachen stehenden Gewässer
zugeführt werden.
Der Stoffkreislauf und die Bioproduktion im Gewässer sollen
unter besonderer Berücksichtigung der Sediment-Wasser-Grenzfläche untersucht
werden, um eine Bilanzierung des Gesamtsystems zu erstellen.
Forschungsobjekt ist der Jungferweiher, der u.a. die
Funktion einer Vorsperre für das unterhalb gelegene Ulmener Maar erfüllt. Sein
Wasser/Sediment-System stellt zunächst eine Senke aller Stoffe bzw. Schadstoffe
dar, die aus dem Einzugsgebiet und über atmosphärische Depositionen eingetragen
werden. Alle in das Gewässer gelangenden Stoffe unterliegen einerseits dem
Kreislauf des Gewässers selbst und andererseits den stoffeigenen
Umwandlungsprozessen. Diese sind unter anderem eine Funktion der chemischen
Erscheinungsformen der vorliegenden Elemente, sowie der Art und der Menge ihres
Eintrages.
Eine besondere Rolle spielt für den Jungferweiher der
Eintrag von Nährstoffen, die zur Eutrophierung des Gewässers führen können.
Phosphor, der aus verschiedenen Quellen stammt und der in den meisten Seen der
limitierende Faktor der Primärproduktion ist, ist bei der Eutrophierung von
entscheidender Bedeutung. Durch Freisetzung- und Umwandlungsprozesse im
Wasserkörper werden in dem Ablauf des Weihers hohe Phosphor-Konzentrationen
erfaßt.
Ziele der Untersuchungen im Forschungsvorhaben, das vom BMBF
gefördert wurde, sind neue Erkenntnisse für den Schutz und den Erhalt der
Nutzungsmöglichkeiten des Gewässers zu erhalten.
Durch die Ermittlung der Schwermetall- und
Nährstoff-Konzentrationen in Böden des Einzugsgebiets und im Sediment des
Jungferweihers, sowie durch die Durchführung von Untersuchungen zur Klärung von
Verhalten, Mobilität und Verfügbarkeit der Elemente, sollte versucht werden, die
anstehenden Fragen über Eintrag, Transport und Verbleib der unterschiedlichen
Stoffen in diesem Ökosystem zu beantworten.
Bei einer möglichen Sedimentberäumung wurden Aussagen zu
Nutzungsmöglichkeiten des Sediments anhand der Untersuchung auf anorganische
Spurenstoffe und deren Remobilisierbarkeit gemacht.
Zum Abschluß des Forschungsvorhabens wurde ein für
Mittelgebirgslandschaften allgemeingültiges Modell für Nährstoffumsatz in einem
Flachsee erstellt.
Die Voruntersuchungen für das Forschungsvorhaben wurden 1992
mit einer Dissertation (Ehwald, F., 1995), die am Institut für Umwelt-Geochemie
durchgeführt wurde, begonnen. Dabei wurden die Sedimente des Jungferweihers
untersucht. Ergebnisse dieser Untersuchungen wurden bei der Auswertung in dieser
Arbeit berücksichtigt.
Diese Arbeit beruht auf Untersuchungen, die von F. Ehwald,
P. Gentner, A. Ludwig und A.
Yahya zwischen 1992 und 1997 durchgeführt wurden.
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