Vorbemerkung für Spiegel-Leser:

 

Das altgriechische Kochbuch ist nur sehr fragmentarisch erhalten, vieles ist ergänzt, die genaue Bedeutung der Zutaten ist oft unsicher. Also nur mit Vorsicht zu genießen!

 

Vorderseite

 

            Kol. 7, Z. 4 ...... [Das Übrige] machen sie wie oben.

            Fischbrühe: [Wenn du] Graupen, Koriander, L[auch], Zwiebel, Dill ..., feinen Annesos  ... [zusammengemengt hast], koche (das Gericht) auf Kohlen, und (zwar) indem du es mit einer Mischung aus Wasser, Wein, (Fisch?-)Brühe anfeuchtest. Wenn es gekocht ist und du es wegnehmen willst, sprenge Pfeffer, (Feigen?-)Saft nebst scharfem Essig darüber. Ünd man <läßt> dies ein wenig mitkochen, dann aber beschützt man es vor dem Feuer. Manche gießen Essig daran und kochen alles, nachdem sie das Grünzeug noch darunter gemengt haben. Im übrigen machen sie es wie oben.

         Pökelfleisch oder Schinkenstücke Fleisch in gleicher Weise roh. Das Pökelfleisch kocht man vorher, damit man nur seinen Salzgeschmack beseitigt. Dann (tut man) alles in ein Geschirr: vier Teile Wein, zwei Teile Süßen (Wein?), ein Teil Essig. Dörre (oder röste?) trockenen Koriander, Thymian, Annesos, Fenchel, nachdem du von Anfang an alles zusammengeschüttet hast. Koche (das Gemisch). Wenn es halb fertig ist, tue Honig und milden Kümmel daran. Andere (geben) auch Pfeffer (daran), gießen die Brühe in einen heißen Topf und werfen Bröckchen von Ma[rk] und frischem Brot dazu (hinein).

            Linsenbrei:   Zerdrücke Linsenbrei sorgfältig in Brühe von Vogelfleisch und koche (dies) oder (koche) in Wein, Wasser, An­nesos, Kümmel, ... trockenen Dill (und) Kümmel. Die Linsen aber koche eigens, reibe Zwiebel ...

            Kolumne 8, Z. 26. . . . mit Öl und E[ssig?] . . . . [Die Spröß]linge von Weinstöcken laß ans Licht kommen. Nachdem du sie gewaschen und abgerieben (abgeschabt) hast, (tue) Senf und Honig (daran), dann Tunke.

            Zerschneide eine schöne Leber und richte sie mit Öl zu. (Stecke sie) mit Salz, Koriander, Thymian, (Feigen?-)Saft, Essig an einen Spieß. Röste sie heiß und serviere sie.

           Lenden und Fleischartiges richte sorgfältig zu und brate sie in Salz, Koriander, (Feigen?‑)Saft, solange sie nur (solchen) aufnehmen. In einem Topf aber halte heiße Brühe, Essig, Öl (zu einem Teil), Süßwein (zu zwei Teilen), etwas Salz. Wenn (diese) Mischung kocht, wirf Spitzen von origanum hinein ... ...

 

 

Rückseite

 

            Kol. 5. Tue [das Fleisch] in eine große Schüssel, [stelle es in] den Ofen. Wenn es halb fertig ist, gieße [die Brühe] ab und zerschneide das Fleisch. [Dann] tue Öl in einen Kochtopf und stelle [das Fleisch] wiederum in den Ofen. Wenn es gekocht ist, dann (tue) Essig mit den vorhergenannten [Gewürzen] (daran). [Schütte auch] etwas Salz hinzu, wenn du es in ein feuchtes [Gefäß] umschüttest. Auch legen (manche) das Fleisch in einen mit Löchern versehenen Pithos und von einem Salzklumpen ... ... damit das vom Fleisch ... und das Übrige (machen sie) ähnlich. Manche (geben) ein wenig ... ... vor dem Essig [an das] Fleisch.

            Kol. 6, Z. 2. (Tue) trockenen Kalmus, Eppichsamen, Essig in einen Mörser, mache auch etwas (Feigen-)Saft und Süßen (sc. Wein) mit dem Essig etwas an, lasse (das Gemisch) zwei Stunden lang stehen. Dann (gieße) die schöne Brühe in einen Topf, (stelle) die starke (Brühe) in den Ofen. Wenn sie gekocht ist, (gib) Pfeffer (daran).

            (Nimm) Ligustikum, Kümmel, zwei Maß Wein, ein Maß Brühe. Wenn beides tüchtig gekocht ist, (gib) Pfeffer, (Feigen-)Saft trockenen Koriander daran er allein wird gedörrt.