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Zusammensetzung
der Arbeitsgruppe: Kooperationspartner: Dr.
Thomas Beddies Prof.
Dr. Volker Roelcke Dr.
Martin Roebel
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Konstantin Klees
(1885-1940) |
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Die in einer Reihe von Einzelveröffentlichungen bisher publizierten Forschungsergebnisse der Arbeitsgruppe sollen, erweitert durch neues Archivmaterial, demnächst in einer ausführlichen Monographie zur Geschichte der Heidelberger Klinik im Nationalsozialismus zusammen getragen werden. Wichtig war der Arbeitsgruppe auch, soweit möglich, Kontakt mit den heute noch lebenden Angehörigen der getöteten Kinder aufzunehmen und entsprechende Zeitzeugen-Interviews durchzuführen. Zeitzeugen-Interviews wurden auch mit noch lebenden Beteiligten der damaligen Forschungsabteilung bzw. deren Angehörigen durchgeführt. Zum Schicksal der Heidelberger Patienten und Patientinnen im Nationalsozialismus hat Frau Sara Bienentreu eine Dissertation abgeschlossen. Sie konnte zeigen, dass von den 1936 bis 1945 in andere Anstalten verlegten Patientinnen und Patienten mindestens 211 in den verschiedenen Phasen der NS-"Euthanasie" getötet wurden. Das entspricht einem Anteil von 18,9%. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeitsgruppe ist die Auseinandersetzung mit aktuellen Themen der Ethik in der Medizin, die aus der historischen Erfahrung der Psychiatrie im Nationalsozialismus heraus diskutiert werden. Es entstanden Vorträge und Publikationen zur aktuellen Euthanasie-Debatte und zur Frage der Forschung an nicht einwilligungsfähigen Personen.
Die Arbeitsgruppe hat sich darüber hinaus nach dem Auffinden eines Teils der bislang als verschollen geltenden Krankenakten von Patienten, die der systematischen "Euthanasie"-Aktion T4 1940 bis 1941 zum Opfer fielen, intensiv dafür eingesetzt, dass dieser Bestand im Bundesarchiv zusammen gehalten, konserviert und archivisch erschlossen wird. Diese Arbeiten konnten im Sommer 2000 im Bundesarchiv abgeschlossen werden. Ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziertes Projekt zur Aufarbeitung der Krankenakten begann 2002 mit einer Vorstudie an insgesamt 185 zufällig ausgewählten Krankenakten. Das DFG-Projekt hat zum Ziel, die Krankenakten in einer größeren Stichprobe systematisch zu untersuchen, um noch offene Fragen zum tatsächlichen historischen Ablauf der ersten systematisch durchgeführten Massentötungen im Nationalsozialismus zu klären, und um ein statistisch abgesichertes Bild der Gruppe der Opfer nach ihrer sozialen und regionalen Herkunft, nach Art und Dauer des Anstaltsaufenthaltes und nach der in den Akten vorfindlichen diagnostischen, therapeutischen und prognostischen Beurteilung zu zeichnen. Darüber hinaus sollen exemplarisch die Lebenswege ermordeter Patienten aufgezeigt werden. Die Arbeitsgruppe hat weiterhin im Frühjahr 1999 die gesamten, in der Klinik verstreuten historischen Aktenbestände gesichert und inventarisiert. Die Akten sind mittlerweile Bestandteil eines neu eingerichteten kleinen historischen Archivs. Außerdem ist die Arbeitsgruppe regelmäßig an den Treffen des "Arbeitskreises zur Erforschung der nationalsozialistischen "Euthanasie und Zwangssterilisation" beteiligt und vertritt den Arbeitskreis auch im Beirat eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projektes zur Inventarisierung aller Quellen zur NS-"Euthanasie". Die
Arbeitsgruppe war wesentlich an der Vorbereitung der Ausstellung "Todesursache:
Euthanasie" beteiligt, die den 19 bisher namentlich bekannten "Euthanasie"opfern
unter den Patientenkünstlern der Sammlung Prinzhorn gewidmet war.
Die Ausstellung war von Herbst 2002 bis Frühjahr 2003 in der Sammlung
Prinzhorn zu sehen. Der Ausstellungskatalog ist im Wunderhorn-Verlag
erschienen: Zur Zeit beschäftigt sich die Arbeitsgruppe ausserdem mit der Frage von "Euthanasie"tötungen oder Verlegungen in sogenannte Kinderfachabteilungen an der Heidelberger Universitätskinderklinik. Der entsprechende Krankenaktenbestand konnte auf Initiative der Arbeitsgruppe im Frühjahr 2001 in Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Moritz vom Universitätsarchiv Heidelberg vor dem Verfall gerettet und in das Universitätsarchiv übernommen werden. |
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Publikationen
der Arbeitsgruppe: Roelcke, Volker; Hohendorf, Gerrit (1993): Akten der "Euthanasie"-Aktion T4 gefunden. Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 41: 479-481 Roelcke, Volker; Hohendorf, Gerrit; Rotzoll, Maike (1994): Psychiatric research and euthanasia'. The case of the psychiatric departement at the University of Heidelberg, 1941-1945. History of Psychiatry 5: 517-532 Hohendorf, Gerrit; Roelcke, Volker; Rotzoll, Maike (1996): Innovation und Vernichtung - Psychiatrische Forschung und "Euthanasie" an der Heidelberger Psychiatrischen Klinik 1939-1945. Der Nervenarzt 67: 935-946 Hohendorf, Gerrit; Roelcke, Volker; Rotzoll, Maike (1997): Von der Ethik des wissenschaftlichen Zugriffs auf den Menschen: Die Verknüpfung von psychiatrischer Forschung und "Euthanasie" im Nationalsozialismus und einige Implikationen für die heutige Diskussion in der medizinischen Ethik. In: Hamann, Matthias; Asbeck, Hans (Hg): Halbierte Vernunft und totale Medizin - Zu Grundlagen, Realgeschichte und Fortwirkungen der Psychiatrie im Nationalsozialismus. Beiträge zur nationalsozialistischen Gesundheits- und Sozialpolitik 13, Berlin, Göttingen 1997: 81-106 Hohendorf, Gerrit (1998): Engagiert und Nachdenklich - Menschen mit Behinderungen in der biomedizinischen Forschung und Praxis (Kongreßbericht). Dr. med. Mabuse 23, Heft 113: 24-25 Roelcke, Volker; Hohendorf, Gerrit; Rotzoll, Maike (1998): Erbpsychologische Forschung im Kontext der "Euthanasie": Neue Dokumente und Aspekte zu Carl Schneider, Julius Deussen und Ernst Rüdin. Fortschritte der Neurologie Psychiatrie 66: 331-336 Rotzoll, Maike; Hohendorf, Gerrit; Scheuing, Hans-Werner (Hg.) (1998): Frühjahrstagung 1998 Arbeitskreis zur Erforschung der Geschichte der "Euthanasie" und Zwangssterilisation Heidelberg/Schwarzach 7.-10. Mai 1998. Typoskript Heidelberg 1998 Roelcke,
Volker; Hohendorf, Gerrit; Rotzoll, Maike (1999): Neue Dokumente und
Aspekte zu Ernst Rüdins Haltung gegenüber der nationalsozialistischen
"Euthanasie" Beiträge zur nationalsozialistischen Gesundheits-
und Sozialpolitik 15 (Flüchtlingspolitik und Fluchthilfe): 142-143 Hohendorf, Gerrit; Roelcke, Volker; Rotzoll, Maike (1999): Innovation without Ethical Restriction - Remarks on the History and Ethics of Psychiatric Research at the University of Heidelberg, 1941-1945. In: Engstrom, Eric J; Weber, Matthias M; Hoff, Paul (Hg.): Knowledge and Power - Perspectives in the History of Psychiatry, Berlin 1999: Verlag für Wissenschaft und Bildung: 173-179 Roelcke, Volker; Hohendorf, Gerrit; Rotzoll, Maike (2000): Psychiatrische Genetik und "Erbgesundheitspolitik" im Nationalsozialismus: Zur Zusammen-arbeit zwischen Ernst Rüdin, Carl Schneider und Paul Nitsche. In: Nissen, G.; Badura, F. (Hg.): Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Nervenheilkunde 6, 2000: 59-73 Roelcke, Volker; Hohendorf, Gerrit; Rotzoll, Maike (2000): Psychiatrische Forschung, "Euthanasie" und der "Neue Mensch": Zur Debatte um Menschenbild und Wertsetzungen im Nationalsozialismus. In: Frewer, Andreas; Eickhoff, Clemens (Hg.): "Euthanasie" und die aktuelle Sterbehilfe-Debatte - Die historischen Hintergründe medizinischer Ethik. Frankfurt/New York 2000: Campus: 193-217 Roelcke, Volker; Hohendorf, Gerrit; Rotzoll, Maike (2001): Psychiatric Research and "Euthanasia": The Case of the Psychiatric Departement at the University of Heidelberg, 1941-1945 (überarb. Nachdruck von 1994). Psychoanalytic Review 88: 275-294 Mundt, Christoph; Hohendorf, Gerrit; Rotzoll, Maike (Hg.) (2001): Psychiatrische Forschung und NS-"Euthanasie" - Beiträge zu einer Gedenkveranstaltung an der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg. Heidelberg: Wunderhorn Roelcke, Volker; Hohendorf, Gerrit; Rotzoll, Maike (2001): Die Forschungsabteilung der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg 1943-1945 und ihre Verwicklung in die nationalsozialistische "Euthanasie". In: MUNDT, CHRISTOPH; HOHENDORF, GERRIT; ROTZOLL, MAIKE (Hg.): Psychiatrische For-schung und NS-"Euthanasie" - Beiträge zu einer Gedenkveranstaltung an der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg, Heidelberg 2001: Wunderhorn: 41-62 Rotzoll, Maike; Hohendorf, Gerrit (2001). Ein Projekt zur Auswertung der T4-Krankenakten aus dem Bestand R 179 des Bundesarchivs Berlin. In: Bundesarchiv (Hg.): Frühjahrstagung 12.-14. Mai 2000 in Berlin-Lichterfelde des Arbeitskreises zur Erforschung der nationalsozialistischen "Euthanasie" und Zwangssterilisation, Berlin 2001: 5165 Hinz-Wessels, Annette; Fuchs, Petra; Hohendorf, Gerrit; Rotzoll, Maike (2005): Zur bürokratischen Abwicklung eines Massenmordes. Die "Euthanasie"-Aktion im Spiegel neuer Dokumente. Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 79-107 |