Aus dem Protokoll 2000

Dr. Nasima Frey-Rahman, Praesidentin der Baltistan Health & Education Foundation (BHEF) berichtet ueber die weitere Entwicklung:

a. Die BHEF hat 3,000 qm unbebautes Land fuer einen guenstigen Preis von Rs. 250,000 erwerben können. Es liegt an der Strasse vom Flugplatz nach Skardu (siehe Abb.) und ist fuer den Bau eines Krankenhauses vorgesehen. An dieser Stelle sind eine gute Verkehrsanbindung, Grundwasser, Strom- und Telefonanschluss vorhanden.
Fuer das Grundstueck und den Bau des Krankenhauses (mit Maternity Home) steht eine Spende von $ 20,000 von einem muslimischen Geschaeftsmann zur Verfuegung. Wir hoffen, auch einen Spendenbeitrag des DBFK dafür verwenden zu können. Wir rechnen mit Bau- und Erschliessungskosten in der ersten Baustufe von Rs.3,000,000. Das sind umgerechnet etwa DM 100.000. Davon waere die Haelfte gedeckt. Weitere Zuschüesse über DM 20.000 sind in Aussicht gestellt. Eine intensive Spendenkampagne, die das Krankenhausprojekt vorstellt, soll den Rest mobilisieren.
Der Bau kann erst im naechsten Fruhjahr beginnen, weil ab Oktober der Boden zu frieren beginnt. Der Bau soll besonders energieeffizient gestaltet werden, d.h. die Sonneneinstrahlung soll zur Heizung und Stromgewinnung genutzt werden. Insbesondere fuer letzteres werden Foerderer gesucht.
Fuer den Krankenhausbetrieb muessen zusaetzlich zu den juengeren pakistanischen Aerztinnen, auslaendische Fachaerzte, mindestens eine erfahrene Gynaekologin und ein/e Anaesthesist/in geworben werden. Auf dem pakistanischen Arbeitsmarkt sind diese nur fuer horrende Gehaelter motivierbar. Wie schon im letzten Bericht erwaehnt, wird an Kurzeinsaetze von Aerzten und Aerztinnen gedacht, die bereit sind, in einem Entwicklungsland fuer einige Monate umsonst zu arbeiten. Lediglich der Aufenthalt kann von uns finanziert werden.
Durch spezielle Dienstleistungen fuer Privatpatienten könnten hoehere Einkommen erwirtschaftet werden. Üeber staatliche Zuschuesse wird verhandelt. Als letzter Ausweg, die laufenden Kosten zu decken, wird an den Betrieb von Touristenunterkuenften und lokale Reisefuehrungen gedacht, da Zimmer, Kueche und Waescherei vorhanden waeren.
Die Ausbildung und Betreuung von Community Healthworkers kann nur mit weiterer externer Finanzierung fortgefuehrt werden. Die Finanzierung durch Brot fuer die Welt wird 2002 und diejenige durch den pakistanischen Trust for Voluntary Organisations im Gebiet Khaplu 2005 auslaufen. Antraege an die UN-Familienplanungsorganisation und die Asian Development Bank sind gestellt.
b. Die Anzahl der Patienten steigt stetig. Unsere Tetanusimpfaktion fuer die Frauen ist erfolgreich. Auch unsere Beteiligung an der Impfung von Kindern. Die Mobilisierung der Maenner fuer die Familienplanung, insbesondere Sterilisation, wird weiterhin erfolgreich betrieben.
c. Im Projekt zur Nutzung lokaler Heilkraeuter bemuehen wir uns weiter um die Identifizierung der geeigneten Pflanzen. Das medizinische Personal wird darin unterrichtet, diese qualitativ einwandfrei anzuwenden.
d. Das Schulgesundheitsprogramm ist wiederbelebt worden, ist aber von externer Finanzierung abhaengig, bis unsere Mitarbeiter geeignete Finanzierungsmodelle mit den Schulen, Eltern und Gemeinden entwickeln.
e. Das Programm des Technical Training Instituts fuer Frauen musste wegen fehlender Anschlussfinanzierung verkleinert werden. Es verdient z.Zt. Geld mit der Computerausbildung auch von Maennern. Durch eine Berufsausbildung kann die Position der Frauen in dieser Gesellschaft erheblich gestärkt werden. Den Durchbruch, vermehrt ausgebildete Frauen dann auch einzustellen, haben wir noch nicht geschafft. Finanzierungsantraege an verschiedene Geber sind gestellt und die Mobilisierung von Arbeitsplaetzen laufen. Gudula und Ernst Schwab, die uns vor einigen Monaten besucht haben, interessieren sich fuer einen Einsatz in diesem Projekt.