HDHS: Das Projekt
Quellenkorpus
Technischer Hinweis
Der Zugang zu den Texten
HDHS: Die verwendeten Kategorien
HDHS: Das Projekt
Quellenkorpus
Der Heidelberger Hypertext-Server (HDHS) versucht, einen umfassenden Bestand
kulturhistorisch bedeutsamer Texte der mitteleuropäischen Schrifttradition
aus dem Zeitraum zwischen dem 6. Jh. und dem frühen 19. Jh. zu erschließen.
Grundlage von HDHS stellen das aus über 8000 Titeln bestehende Quellenkorpus
des Deutschen
Rechtswörterbuchs (DRW) und das rund 700 Texte und Textsammlungen
umfassende Korpus des
Frühneuhochdeutschen
Wörterbuchs (FWB) dar. Alle Quellensiglen beider Korpora sind
im internen Datenbanksystem bibliographisch erfasst. Das Quellenverzeichnis
des DRW, das für den gemeinsamen Zeitraum eine Schnittmenge von
knapp 600 Quellensiglen mit dem FWB-Korpus aufweist, steht auch im Rahmen
von DRW-Online zur Verfügung. Die sukzessive Erweiterung des öffentlich
abrufbaren Datenbestandes ist geplant. Als Publikationsform ist eine öffentlich
zugängliche Datenbank auf einem projekteigenen Server vorgesehen.
Technischer Hinweis!:
Die hier zugängliche Demonstration beruht vorläufig auf statischen
HTML-Seiten, um schon jetzt die vielfältigen Verknüpfungsmöglichkeiten
historisch-kulturwissenschaftlicher Fragestellungen innerhalb der in HDHS
behandelten Texte deutlich zu machen. An einer dynamischen
Online-Datenbank mit vielfältigen Recherche-Möglichkeiten wird
gearbeitet. |
Der Zugang zu den Texten erfolgt sowohl in
der Demonstration wie auch in der dynamischen Datenbank auf drei Wegen:
-
durch die Dokumentation der Texte: neben allgemeinen bibliographischen
Angaben zu den Texteditionen gibt HDHS Informationen zum Inhalt und zur
Form der einzelnen Quellen, zum Kontext ihrer Entstehung, zu ihrer Wirkungs-
und Rezeptionsgeschichte, zu ausgewählter wissenschaftlicher Literatur
sowie zum Standort (Archiv, Bibliothek) von Handschriften oder frühen
Drucken; ergänzende und erweiternde Informationen anderer Internetressourcen
werden dabei durch 'Verlinkung' einbezogen.
-
durch die Anbindung der Texte an die Quellenzitate der Wörterbücher:
von den Beschreibungen der einzelnen Quellen aus stellt HDHS einen Bezug
zu den Einzelbelegen her, die aus diesen Quellen vom DRW und vom FWB entnommen
werden, und verknüpft sie mit den entsprechenden Wortartikeln in den
Wörterbüchern (diese Anbindung ist bisher nur beispielhaft realisiert).
Umgekehrt werden die einzelnen Belege und Fundstellen in den Wörterbüchern
an die Quellenerschließung in HDHS zurückgebünden.
-
durch die Reproduktion der Texte: wichtige, zum Teil nur schwer zugängliche
Quellentexte oder Texte aus dem Bereich der Sekundärliteratur stellt
HDHS direkt oder indirekt (über Verweise auf andere Anbieter im Internet),
als Volltext-Digitalisate oder als Faksimiles zur Verfügung.
HDHS: Die verwendeten Kategorien
Autor von
Zeigt Werke, die im Quellenkorpus erfasst
sind und von den dargestellten Person (mit-)verfasst worden sind.
Bereich in der Handschrift
Bereich, den der Einzeltext in einer Handschrift mit mehreren Texten einnimmt.
Beziehung zu früheren Texten
Dokumentiert die Beziehung, in der ein in HDHS erfasster Text zu
zeitlich vorausgehenden Texten steht (z.B. 'Übersetzung von', 'Verwendung
von').
Beziehung zu späteren Texten
Dokumentiert die Beziehung, in der ein in HDHS erfasster Text zu
zeitlich nachfolgenden Texten steht (z.B. 'Beeinflussung von', 'Übersetzung
als').
Daten
Umfasst für die Textgeschichte oder die Biographie einer Person im
Hinblick auf das Quellenkorpus relevanten
Daten. Dazu gehören im Falle einer Textbeschreibung insbesondere Daten,
die sich auf einzelne Phasen der Textentstehung (Konzept, Abfassung, Genehmigung),
der Veröffentlichung (Erstdruck, Uraufführung) und der Textrezeption
(Übersetzung, Bearbeitung) beziehen.
Edition(en)
Verweist durch 'Verlinkung' auf die ins Quellenkorpus
aufgenommenen Editionen der Handschriften oder Drucke mit genauen bibliographischen
Angaben.
Externe Links
Gibt Links zu weiterführenden Internetressourcen.
Faksimiles
Verweist durch 'Verlinkung' auf Digitalisate oder Faksimile(s) des beschriebenen
Textes, sofern sie im Internet direkt einsehbar sind.
Gliederungsart
Beschreibt das konzeptionelle Ordnungsschema des Textes.
Handschrift-/Druckbeschreibung
Gibt minimale Informationen zu Beschreibmaterial, Blattzahl und Format
einer Handschrift oder eines Druckes sowie gegebenenfalls zu den darin
enthaltenen Illustrationen.
Herkunft der Angaben
Verweist durch 'Verlinkung' auf die bei der Dokumentation des Textes verwendete
Sekundärliteratur, soweit sie in der bibliographischen Datenbank des
Quellenkorpus
aufgenommen ist. Siehe auch Weitere Literatur.
Hinweise/Kommentare
Gibt sonstige Informationen zum Text.
Inhalt
Gibt eine kurze Zusammenfassung des Inhalts.
Inhaltsklassifikation
Gibt eine Verschlagwortung der Textinhalte auf unterschiedlichen Gliederungs-
oder Abstraktionsebenen des Textes.
Intention
Klassifiziert den Text unter Zugrundelegung der Einteilung in Reichmann/Wegera,
Frühneuhochdeutsches Lesebuch, Tübingen 1988 nach der Intention
der Textproduzenten. Unterschieden wird zwischen
agitierendem Text
anleitendem Text
belehrendem Text
dokumentierendem Text
erbauendem Text
informierendem Text
legitimierendem
Text
sozial bindendem
Text = normierende Texte, u.a. Rechtstexte
unterhaltendem Text
Kartographie
Es ist geplant, aus den geographischen Koordinaten der Orte, denen Texte
in irgendeiner Weise zugeordnet werden können, mit Hilfe Geographischer
Informationssysteme (GIS) (rechts-)sprachgeographische und andere Kartendarstellungen
automatisch erzeugen zu lassen. Siehe auch Raum/Ort.
Kurztitel
Dient der Identifikation des zu beschreibenden Textes. Gewählt wird
in der Regel eine möglichst konventionelle Form (z.B. 'Rôles
d'Oléron' oder 'Umgearbeitete Rigische Statuten'). Originaltitel
werden nur in solchen Fällen verwendet, in denen sich diese in der
einschlägigen Literatur anstelle eines beschreibungssprachlichen Titels
eingebürgert haben.
Folgende Abkürzungen werden - als Ergänzung zu den Kurztiteln
- in runden Klammern beigefügt, um den jeweiligen Status der Bezugsgröße
Text kenntlich zu machen; handelt es sich um einen Text mit untergeordneten
Einträgen enthält der Kurztitel keine Abkurzung.
| Hs |
Handschrift |
| Dr |
Druck |
| Cod |
Codex |
| Ts |
Textsammlung |
Mitglied
Verweist auf die Personen, aus denen sich eine Personengruppe zusammensetzt
(Beispiele für solche Personengruppen wären: 'Senat der Stadt
Hamburg', 'Reichsritterschaft', 'Deutschordenshochmeister').
Originalsprachliche Gliederung
Gibt die originalsprachliche Gliederung in ihrem genauen Wortlaut wieder,
wie sie in den einzelnen Textzeugen
überliefert ist.
Originaltitel
Gibt den Originaltitel in seinem genauen Wortlaut wieder, wie er in den
einzelnen
Textzeugen
überliefert ist.
Personen
Umfasst die an der Textgenese bzw. Textrezeption beteiligten Personen unter
Angabe ihrer spezifischen Rolle (Bearbeiter, Herausgeber, Drucker,
Gesetzgeber, Übersetzer, Verfasser etc.).
Personenbeziehungen
Stellt die Beziehungen zwischen Personen dar, die im Hinblick auf das Quellenkorpus
relevant sind.
Provenienz
Macht Angaben zur Herkunft der Handschrift (z.B. Besitzgeschichte, Exlibris,
Stempel).
Raum/Ort
HDHS sieht es nicht als seine genuine Aufgabe an, Orts- und Territoriengeschichte
zu betreiben. Wegen des HDHS zugrundeliegenden Subsidiaritätsprinzips
ist es jedoch erforderlich, solange zumindest rudimentäre Angaben
zu erfassen, wie keine ausführlicheren Informationen im Internet erreichbar
sind. Fernziel der in HDHS verwendeten Ortsangaben ist es, durch die Einbeziehung
der jeweiligen geographischen Koordinaten die Wörterbuchbelege mit
einem Geographischen Informationssystem (GIS) auswerten zu lassen und damit
die (Rechts-)Sprachgeographie mit bislang nirgendwo sonst verfügbaren
Informationen zu versehen. Siehe auch Kartographie.
Sonstige Werke
Verweist auf weitere Werke eines Autors, die nicht zum von HDHS ausgewerteten
Quellenkorpus
gehören.
Sprache
Ordnet den Text nach dialektgeographischen (=sprachräumlichen) Kriterien
ein. Die verwendeten Kategorien sollen in einem Thesaurus
erläutert werden. Siehe auch Kartographie.
Standort
Macht Angaben zu dem Aufbewahrungsort einer Handschrift oder von Exemplaren
eines Druckes (in der Regel handelt es sich dabei um Bibliotheken oder
Archive).
Status/Gruppe
Macht Angaben zum sozialen Status und zur Gruppenangehörigkeit einer
Person (z.B. 'Adliger', 'Weltgeistlicher', 'Drucker').
Textsorte
Jede Textsortenzuordnung soll ausführlicher in einem Thesaurus-Eintrag
kommentiert werden.
Textteil
Dokumentiert die Zusammensetzung eines Textes oder einzelnenr Textzeugen
aus selbständigen oder in sich abgeschlossenen Texten (Bsp.: 'Augsburger
Stadtbuch' mit den 'Textteilen': 'Augsburger Stadtrecht', 'Augsburger Ratsverordnung
von 1389', 'Augsburger Ratsverordnung von 1399' etc.).
Textteil von
Dokumentiert die Zugehörigkeit eines Textes zu einem größeren
Textkorpus (Bsp.: 'Augsburger Ratsverordnung von 1389' als 'Textteil von':
'Augsburger Stadtbuch').
Textzeugen
Gibt Links auf die Beschreibungen der für einen Text und seine Edition
relevanten Textzeugen, meist Handschriften (Hs) oder Drucke (Dr). Im ersten
Stadium des Projekts werden in der Regel nur die Textzeugen aufgenommen,
die einen unmittelbaren Bezug zu den Quellen im Quellenkorpus
besitzen, weil sie Grundlage der im DRW oder FWB verwendeten Editionen
sind. In Einzelfällen wurde von dieser Beschränkung abgewichen,
um einerseits die Möglichkeiten des Projekts zu dokumentieren und
andererseits auf Besonderheiten von Rezeption und Verbreitung hinzuweisen
(z.B. Brant,Narrenschiff).
Thesaurus
Bietet erläuternde Schlagwortverzeichnisse zur (beschreibungs-)sprachlichen
Verwendung von Klassifikationskategorien und -normen (z.B. "Inhalte" ,
"Sprache", "Textsorten").
Überlieferung
Macht Angaben zum Stand der Textüberlieferung (beispielsweise zu Zahl
und Güte der erhaltenen Handschriften oder Drucke).
Untergeordnete
Einträge (Textzeugen etc.)
Die Datenmodellierung von HDHS basiert auf einer hierarchischen Struktur,
durch die in der geplanten Online-Datenbank die "Vererbung" von Eigenschaften
von den übergeordneten zu den untergeordneten Einträgen ermöglicht
werden soll. Die Abhängigkeit der Einträge kann dabei auf unterschiedlichen
Prinzipien beruhen: Wenn ein Text zunächst losgelöst von konkreten
Textfassungen beschrieben wird, handelt es sich bei den untergeordneten
Einträgen um Textzeugen - je nach Sachlage um Handschriften oder Drucke.
Wenn es genau eine als autoritativ zu betrachtende Textfassung gibt (z.B.
das Original eines Stadtbuchs), ist es unter Umständen sinnvoller,
genau diese Textfassung der übergeordneten Beschreibung zugrundezulegen
und Abschriften bzw. Nachdrucke in ihrer Beziehung zu der autoritativen
Fassung zu beschreiben. Die Art der Beziehung wird durch einen Zusatz bei
jedem Eintrag erläutert. Die idealtypisch konzipierte Datenmodellierung
in HDHS ist insoweit offen für Modifikationen, die durch Sonderfälle
erforderlich werden, wobei der Praktikabilität immer den Vorrang gegeben
wird.
Verweis von Person
Stellt eine Beziehung zu der Person bzw. Personengruppe her, von der aus
auf die vorliegende Person verwiesen wird.
Verweis von Text
Stellt eine Beziehung zu dem Text her, von dem aus auf die vorliegende
Person verwiesen wird.
Weitere Literatur
Nennt weiterführende Sekundärliteratur, die nicht im Quellenkorpus
erfasst ist und zum Teil bei der Dokumentation der Texte verwendet wurde.
Auf Vollständigkeit wird kein Anspruch erhoben. Idealerweise sollten
die Angaben repräsentativ für einen bestimmten Wissens- und Forschungsstand
sein, in der Praxis lässt sich dieses Ideal von HDHS nur in Einzelfällen
verwirklichen.
Wirkung
Macht Angaben zur Wirkungsgeschichte des Textes, u.a. zur Bedeutung des
Textes für die nachfolgende Zeit, zur Ausbreitung des Textes usw.
Gelegentlich finden sich in dieser Rubrik Angaben zum Rezeptionsmodus
(private Lektüre, öffentliche Verlesung, Rezeption in institutionellem
Rahmen) zur sozialen Zugehörigkeit der Rezipienten (bürgerlich,
höfisch, geistlich) und zur Textfunktion (Wirkung beim intendierten
Publikum).