Ritter- und Landrecht Estland 1650 (Dr)


beteiligte Personen: Verfasser Crusius, Philipp
Orig.titel: Des Herzogthums Esthen Ritter- und Landrechte
Edition: EstRitterLR. 141-481 (identisch)
Daten: Reval 1648/1650 Abfassung
1718 Revision
Dorpat 1821 Druck
Sprache: nhd
Intention: normierend
Textsorte: Landrecht
Ritterrecht
Inhalt
Inhalt: Gerichtsverfassung und Prozessrecht; Ehe- und Vormundschaftsrecht; Erbrecht; Schuld- und Sachenrecht; Strafrecht; Polizei- und Landordnung
Gliederungsart: 6 Bücher, unterteilt in Titel und Artikel
Textteil von: Ritter- und Landrecht Estland 1650 mit Nachträgen (Ts)
Textgeschichte
Beziehung zu früheren Texten: schöpft aus Fabri, Dionysius: Formulare procuratorum
schöpft aus Hilchen, David: Landrechtsentwurf 1599
schöpft aus Constitutio criminalis Carolina
schöpft aus Sachsenspiegel
schöpft aus Weichbildrecht Sachsen
Überlieferung: Einziger Druck von 1821
Wirkung: Förmliches Gerichtsbuch der estländischen Gerichte mit Ausnahme der Städte Reval, Hapsal und Wesenberg (Lübecker Recht) sowie Narwa
Herkunft der Angaben: Coing,Hdb. II/2, 545 f.
Schmidt,LivlRG. 178 f.
°Bunge, Friedrich Georg von 1971 222-225
Hinweise / Kommentare: Beruht auf einer privaten Rechtsaufzeichnung, die Moritz Brandis im Jahre 1600 zusammenstellte; trotz rascher Anwendung im Gerichtsverfahren keine offizielle landesherrliche Bestätigung
"Die Quellen, aus denen die Compilatoren schöpften, sind bei den meisten Artikeln mit ziemlicher Genauigkeit angegeben. Wir finden in diesen Citaten nicht nur das Waldemar-Erich'sche Lehnrecht allegirt, sondern auch das wiek-ösel'sche Lehnrecht, das umgearbeitete livländische Ritterrecht, Fabri's Formulare procuratorum, ja sogar Hilchen's Landrechtsentwurf für Livland; demnächst nicht wenige einheimische Rechtsquellen geringern Umfangs aus der dänischen, Ordens- und schwedischen Regierungszeit, und viele Protocolle und Urtheile des esthländischen Oberlandesgerichts, so wie die Collectaneen oder Ritterrechte von M. Brandis. Unter den fremden Rechten spielt eine Hauptrolle das römische Recht, welches insbesondere im Privatrecht stark benutzt ist; ferner das canonische Recht, deutsche Reichsgesetze, - die Carolina ist Hauptquelle des fünften Buches, - der Sachsenspiegel und das sächsische Weichbild, desgleichen das mosaische Recht und die Bibel. Endlichen finden sich die Schriften von vielen (über 40), besonders sächsischen, Practikern benutzt, am häufigsten die von B. Carpzov, A. Gail, D. Mevius, J. Schneidewin und M. Wesenbek." (Bunge, 1971, 224/225).
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