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WesterlauwersR. I 198

soe mei hi bihalda dae sextigha scillingen; hit ne se dat hijt swara wille, als hi sauwen ieer ald is, dat hi soe radich ende soe wittich is, dat hij zijn goed bigaen ende bistaen moeghe ende bireda, ende dy aesghe stawie him dijn eed; soe schel hi iaen fyf ende tritich scellingha ende wessa mond zijnre modere. Zoe moet dan zijn moedir mey des lutheris laen kaepia ende sella ende oen ieften iaen sonder des mondes reed ende ielkers ne aegh hio nautes oen wald sonder hir ledena ende des liues.
[acht Sachen, vor denen sie ihn behüten sollte, beschwören wolle; dann kann er die sechzig Schillinge behalten. oder es müßte denn sein, er wolle schwören, sobald er sieben Jahre alt ist, daß er so tüchtig und so klug sei, daß er sein Gut bestellen, besorgen und verwalten könne, und der Asega soll ihm dazu den Eid abnehmen; dann soll er fünfunddreißig Schillinge hergeben und der Vormund seiner Mutter sein. Seine Mutter darf dann ohne die zustimmung ihres Vormundes mit dem Pflegelohn kaufen und verkaufen und ihn zu Schenkungen verwenden, und sonst kann sie über nichts verfügen, ausgenommen über ihre Glieder und ihren Leib.]
[3] Dj tredda dom is, dat di landzeta aech ti witane mit eenre hand, hwanne hij dae here golden habbe dae aersta twa ieer. Dis tredda jeris is di landhera niaer to witane, hoe langhe hiara eentaele se. Als hi him der here iecht, soe aegh hi zijn kerre, her hine wrdriue soe hine sitta lete.
[3 Die dritte Rechtfindung ist, daß ein Pächter in den ersten zwei Jahren mit seinem Eineid bezeugen soll, wann er den Pachtzins bezahlt hat. Im dritten Jahre ist der Grundherr näher berechtigt zu bezeugen, wie lange ihr Vertrag dauert. Wenn er ihm die Pachtfrist nachweist, so hat er die Wahl, ihn entweder zu vertreiben oder ihn (auf dem Gute) sitzen zu lassen.]
[4] Dj fiaerda dom is, dat alla lawa aghen foerd toe gaene, als hia deden fan Abraham ende fan Ysaack ende fan lacobe ende fan alle hiare iongeren alont dyn hiodelika dey.
[4 Die vierte Rechtfindung ist, daß alle Hinterlassenschaften sich (so) vererben sollen, wie sie (es) seit Abraham und saak und Jakob und all ihren Abkömmlingen bis zum heutigen Tage getan haben.]
[5] Dj fyfta dom is, dat dae wesenclene innie hiara aldfadirs lawa ende hiara aldmoedirs mey mara riochta dan hia aegh wrbeck ti gaene iefta oen dae sida.
[5 Die fünfte Rechtfindung ist, daß die Waisen den Nachlaß ihres Großvaters und ihrer Großmutter mit größerem Rechte erwerben sollen, als daß er zurückfallen oder an die Seitenverwandten gehen soll.]
[6] Dj sexta dom is, datter nemma ne aegh zijn stiaepfadirs lawa ner sijnre stiaepmodirs lawa; om dat aegh di haelfbroedir mey eenre hand toe ti faene ende di fulbroedir mit twam handem zijns halfbroeders lawa.
[6 Die sechste Rechtfindung ist, daß niemand Recht hat auf den Nachlaß seines Stiefvaters oder auf den Nachlaß seiner Stiefmutter; deshalb soll der Halbbruder mit einer Hand an den Nachlaß seines Halbbruders fassen und der Vollbruder mit zwei Händen.]
[7] Dj sauwenda dom is, dat dio fulsister nime hir fulbroedirs lawa ende hir halfbroedir nime se half, omdat hir oera aldera him al fraemd was.
[7 Die siebente Rechtfindung ist, daß eine Vollschwester einen vollen Anteil am Nachlaß ihres Vollbruders und ihr Halbbruder einen halben Anteil daran nehmen soll, weil (jeweils) einer ihrer beiden Eltern ihnen völlig unverwandt war.]
[8a] Dj achtenda dom is: Hweer soe di man gheeth fan zijn aefta wiue ti ena oera wiue ende deer eenre berde oen tilat bi dis fiandis sponste, ende dio barde dan waxt ende hewa wint ende dan wrslain wirt iefta ielkers sterft, soe aegh dio frouwe, deer se bi des fiandis sponste vndrein ward, dae ielda ende iouwa ende dae lawa, als ief hioet mey hir ledum wonnen heed, ende dio nene fiafullingha, deer him ti der wralde droegh; aldus is hit landtriocht allere Fresana.
[8a Die achte Rechtfindung ist: Wenn ein Mann seine Ehefrau verläßt und zu einer anderen Frau geht und er durch die Verführung des Teufels ein Kind mit ihr zeugt, und dieses Kind dann heranwächst und Hab und Gut gewinnt und danach erschlagen wird oder auf andere Weise stirbt, so hat die (Ehe)frau, der es durch die Verführung des Teufels vorenthalten wurde, ein Recht auf die Wergeldbeträge und Geschenke und den Nachlaß, wie wenn sie es aus ihrem Leibe geboren hätte, und diejenige, die es zur Welt gebracht hat, kein Recht auf Entschädigung; so ist es Landrecht aller Friesen.]


vgl. DRW: Landsasse, Lohn

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