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WesterlauwersR. I 130

bedingha deen heden, dae stoeden se op. Dae sioden hia en trettiensta oen der stioerne sitta ende ene gildene axe wt siner axla, deer hi mey to lande stioerde ienst wynd ende straem. Dae hia toe lande koemen, dae worp hi mey der axe op dat land ende worp ene turwe op. Dae oenspraengh deer en burna " aldeerom haet dat et Axenhowe, ende et Eswei comen hia a land ende seten om dae burna. Ende haet hiarem di trettundista lerede, dat kerren hia toe riochte; dech ne wister nemma onder dae fulke hoek di trettundis ta were, deer ti hiarem kommen was, alsoe lyk was hi eelkerlikum. Dae hi hemmen landriocht wysd hede, dae weren der naet meer dan toulif. Aldeerom schelleth deer wessa jn dae lande trettien aesghen, ende hiara dommen aeghen se toe delen toe Axenhowe ende to Eswey. Ende hweer soe hia oen twae sprecket, soe aeghen dae sauwen dae sex jn toe haliane. Aldus ist landriocht aller Fresen.
[auf ihre Knie und beteten inbrünstig. Als sie das Gebet verrichtet hatten, standen sie auf. Da sahen sie einen dreizehnten am Steuer sitzen und eine goldene Axt aus seiner Achsel, mit der er gegen Strom und Wind ans Land steuerte. Als sie an Land kamen, da schlug er mit der Axt auf die Erde und warf ein Rasenstück auf. Da entsprang dort eine Quelle, deshalb heißt es dort zu Axenhowe, und zu Eswei kamen sie an Land und saßen um die Quelle. Und was der dreizehnte sie lehrte, das kürten sie als Recht; doch niemand im Volke wußte, wer der dreizehnte sei, der zu ihnen gekommen war, so sehr glich er jedem von ihnen. Als er ihnen das Landrecht gewiesen hatte, waren da nicht mehr als zwölf. Deshalb sollen da im Lande dreizehn Asegen sein und ihre Urteile sollen sie zu Axenhowe und zu Eswei fällen. Und wenn sie uneinig sind, so sollen sieben (von ihnen) über die (anderen) sechs obsiegen. So ist es Landrecht aller Friesen.]

V. [V. DIE MAGNUS KÜREN]

Fan Magnus sauwen kerren [Von den sieben Magnusküren]

[1] Wjlla j hera ende letet ioe fertella fan dae aersta kerrem, de koning Kaerl ende Romera heren om dis pauwes Leo aghene. Dae brochte ma dae nakeda Fresen alla fara, hoe se aerst wrslayn wirde. Dae bynedent dae Fresen mey dae liuwe ende efter bifochten seth mei dae handen, dat se Romera burch wonnen oen der tredda tijd des deis, dae Romera heren wr hiara meel weren. Dae brochte Magnus, deer Fresena fanere was, zijn fana op dae alrehaegista thoer, deer binna Rome was. Hoe leed hit di koning Kaerle was, eer weren seg alle naekeda Fresen, dae heet se di koning alle heren.
[1 Wollet hören und lasset euch erzählen von den ersten Küren, welche die Friesen willkürten, als sie zu Rom den freien Stuhl erwarben und der Kampf anfing zwischen König Karl und den römischen Herren wegen der [ausgestochenen] Augen des Papstes Leo. Da führte man die nackten Friesen ganz nach vorne, damit sie zuerst erschlagen würden. Da wagten die Friesen ihr Leben dafür und nachher erkämpften sie es mit den Händen, daß sie die Römerburg eroberten zur dritten Tageszeit, als die römischen Herren bei Tische saßen. Da setzte Magnus, der der Fahnenträger der Friesen war, seine Fahne auf den allerhöchsten Turm, den es in Rom gab. Wie leid war das dem König Karl; zuvor waren sie alle nackte Friesen, nun nannte sie der König alle Herren.]
[2] Dae baede ma dae herem gold ende goedewob; dae baed ma eelkerlic zijn breda schiuld mey dae raeda gold toe bislane. Dae baed ma dae heren eelkerlijc toe setten jn en sondrighe rike ende dat ma him deeraff tienade, als ma en weldigha coninghe sculde. Alle dae ieften, deer di
[2 Da bot man den Herren Gold und feine Gewänder an; da bot man einem jeden an, seinen breiten Schild mit rotem Golde zu beschlagen. Da bot man jedem der Herren an, ihn in ein besonderes Reich einzusetzen und daß man ihm von da aus diente, wie man einem mächtigen König (dienen) sollte. Alle Gaben, die der König anbot, lehnte Magnus ab]

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