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FivelgoR. 130

[384] Hwersa hit a kemen is, sa istio bote a thrimen furdel aldervmbe, thet hit heth den thi eta brond. Walland weter alsa. Aldus mey ma thet bronddolch ne thet seden dolch nout twiskia ne a bote ne an scrifte.
[384 Wo immer es [die Brandwunde] eingedrungen ist, da ist die Buße jederzeit anderthalbmal so hoch, weil es das heiße Feuer getan hat. Vom kochenden Wasser gilt das gleiche. Also darf man die Brandwunde und die Brühwunde nicht unterschiedlich behandeln, weder in bezug auf die Buße noch auf die Wundschrift.]
[385] Jst thio tunge alle ofefallen fonta heta bronde, thet is en hel ield; fonta othera dedem sa ist en twede ield.
[385 Ist die Zunge durch das heiße Feuer ganz abgefallen, so beträgt die Buße ein volles Wergeld; (geschieht es) infolge anderer Verletzungen, so ist die Buße zweidrittel Wergeld.]
[386] Hwasa sterft fonta bronde, sa scel man thrimen diorra ielda.
[386 Wenn jemand durch das Feuer stirbt, so soll man ihn anderthalbmal so hoch büßen.]
[387] Brenget en frowe en liflas bern to ther wralde fonta heta bronde, sa scel ma thet thrimene diurra ielda, sa ma hit scold ielda fon othera dedum.
[387 Bringt eine Frau durch das heiße Feuer ein lebloses Kind zur Welt, so soll man das anderthalbmal so hoch büßen, als man es infolge anderer Verletzungen büßen sollte.]

fonter waldwaxa.

[Vom Rückgrat.]

[388] Hwane sa ma slait in tha waldwaxa, thet him thio tunge vtskiate and nammermar sprecande nerthe, sa ach hi bi riuchta fonter waldwaxa dede. Sa fif sin ewert sen therfon, mith fiwm to biswerane, and therto tha xi wendan and mith ethe to biswerane.
[388 Wenn man jemanden (so) auf das Rückgrat schlägt, daß ihm die Zunge (zum Munde) herausschießt und er nie wieder sprechen kann, so gebührt ihm Rechtens die Buße für die Verletzung des Rückgrats. Falls demzufolge die fünf Sinne verschlechtert sind, (so hat er das) mit fünf (Eidhelfern) zu beschwören, und außerdem (kommt ihm die Buße für) die elf Begleiterscheinungen (zu), die er mit einem Eide beschwören soll.]
[389] Hwene sa ma slait iefta vndat, thet hi altherfon wert in ther jecht ief in ther fallanda secht, sa ach hi bi riuchta thet halue ield aldervmbe, thet hi heth tha serlike deda and thet scomelike ewel, want hi mei to lesta den dath theron resta.
[389 Wenn man jemanden (so) schlägt oder verwundet, daß er dadurch die Gicht oder die Fallsucht bekommt, so gebührt ihm Rechtens das halbe Wergeld, deswegen, weil er das schmerzhafte Ungemach und das beschämende Übel hat, denn am Ende kann er daran des Todes sterben.]

lyf.

[Leib.]

[390] Hwene sa ma vndat in thet lif and him therfon kumth thet steenewel, herum iefta frowm, sa achter bi riuchta en thrimen ield. And tha deda ach ma therto ti scriuane bi riuchta scrifta.
[390 Wenn man jemanden am Leibe verwundet und er sich dadurch die Blasensteinkrankheit zuzieht, (es sei bei) Männern oder Frauen, so gebührt ihm Rechtens ein drittel Wergeld. Und die Verletzungen soll man der gesetzlichen Wundschrift gemäß hinzuverzeichnen.]
[391] Hwene sa ma dolgat in tha waldwaxa jefta in thene reg an him therfon offallit thi fot, sa ach hi bi riuchta thet halue jeld.
[391 Wenn man jemanden am Rückgrat oder am Rücken verwundet und ihm demzufolge der Fuß verkümmert, so gebührt ihm Rechtens das halbe Wergeld.]
[392] Jster buppa tha lithe ouet ofta bene fallen, sa ist thet to tha fote xxiiij scillinga.
[392 Ist oberhalb dieses Gliedes ein Stück vom Beine verkümmert, so kommen zu der Fuß(buße) vierundzwanzig Schillinge hinzu.]

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