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§ 2 Ist aber, daz iz des nachtes geschit, daz sich lute slahn unde stechin mit einander, kumit man nach dem richtere geloufen, he sal dazu nicht gehn zu rechte, wen iz nacht ist, he wolle iz denne gerne tun.
§ 3 Ist, daz lute sich werren mit einander unde loufen zu gerichte unde wollen klagen, der eine loufe zu dem obirstin richter unde zu sime huse unde zu hove, der ander loufe zu dem undervoite unde zu sime huse unde zu hove, der beheldet di ere klage zu rechte zu dem undervoite.
§ 4 Ist, daz sich lute werren mit einander unde loufen zu gerichte unde wollen klagen, der eine loufe zu dem aftervoite, wo der ste, an der gazzen oder an dem marcte, unde klage, der ander loufe zu huse unde zu hove des aftervoitis [Hier beginnt S. 218 der Edition] unde klage der vrowen oder dem knechte oder der mait, derselbe beheldet di ere klage zu rechte.
§ 5 Ist, daz sich lute werren ane wunden, di besezzen sint, der eine laze dem anderen vorgebieten, der ander ge denne darnach unde klage zu huse unde zu hove unde laze ieme ouch vorgebieten, daz hilfet nicht, ienre beheldit di ere klage mit dem vorgebote, wen si beide besezzen sint.
§ 6 Ist, daz sich lute werren mit einander unde werden des gescheiden, der eine ge nach dem butele unde kume zu ieme unde wolle in verburgen, ienre swige al stille unde intloufe im unde ge zu huse unde zu hove des voites unde [Etwa hier beginnt bei Schott p. 262] klage uber disen selbe, der beheldet di ere klage zu rechte, wen he zu huse unde zu hove alrest geklagit hat. Were aber, daz ienre alrest were kumen zu gerichte unde hette geklagit uber ienen, unde hette denne des richteris boten genumen unde hette in gewolt verburgen, also hulfe iz ienen nicht, ab he im intliefe unde denne queme zu huse unde zu hove unde klagete, ienre behilde di ere klage, wen he vor zu gerichte were gewest.
§ 7 Ist, daz sich lute werren mit einander in der zit, daz man dinget, der eine loufe zu huse unde zu hove unde klage, der ander loufe zu dem gerichte, da man dinget, unde laze ienen ineischen, ab he nicht besezzen ist, so beheldit aber ienre di ere klage zu rechte, der zu huse unde zu hove geklagit hat.
§ 8 Ist, daz sich lute werren kegen einander vire kegen anderen viren oder sechse kegen anderen sechsen unde daz di gescheiden werden ane kampere wunden, welche alrest zu huse unde zu hove kumen unde klagen, di behalden di ere klage, aber si mugen nimande in ir klage gecihen, si [Hier beginnt S. 219 der Edition] haben si denne benant mit namen unde von ir wegen beklagit, daz an in geunvuget si, also bescheideliche ab uz den sechsen, di sich geworren haben kegen den anderen sechsen, niwan einer liefe zu gerichte zu huse unde zu hove unde spreche also: "Ich klage von deswegen unde ouch von des", unde nenne si alle, "unde ouch von miner wegen uber di herren, daz si an uns geunvuget haben", also behalden si alle di ere klage zu rechte.
§ 9 Ist, daz iene kumen hinden nach unde klagen ouch uber dise, daz hilfit si nicht zu der eren klage, iz were denne also vil, daz si einen nenten oder zwene, di vor nicht genant weren, unde di beklageten; unde di musten in denne antwerten zu rechte. Daz kumit davon. Nimant mac den anderen in sine ere klage gecihen unde brengen ane kampere wunden, he nenne in denne mit namen, alse he klagit.
§ 10 Ist, daz sich lute werren mit einander, di besezzen sint, unde werden des gescheiden von einander ane wunden, welchir ee kumit zu huse unde zu hove unde klaget uber den anderen unde lezit im vorgebieten dazu, der hat di ere klage zu rechte.
§ 11 Ist aber, daz einer klaget uber den anderen, di besezzene lute sint, unde lezet im nicht vorgebieten, unde klaget ienre nicht unde lezet diseme vorgebieten, so gewinnet ienre, der da nicht geklagit hat unde hat diseme lazen vorgebieten, di ere klage zu rechte mit dem vorgebote; damite hat he in dincstudelic bracht. Daz kumit davon. Eime iklicheme besezzenen manne muz man iu vorgebieten; daz man vil uber in klagit zu huse unde zu hove ane wunden, daz schadit im nicht, man laze im denne vorgebieten unde gebe im schult, alse recht ist. [Hier beginnt S. 220 der Edition]
§ 12 Ist ouch, daz ienre diseme lezit vorgebieten, der uber in geklagit hat, daz sin vorgebot ee geschit den dissis, [Etwa hier beginnt bei Schott p. 263] der davor geklagit hat, daz hilfet in nicht zu rechte, wen ot des klegeris vorgebot geschit, iz si vor oder nach oder des tages oder des anderen tages, ab kein dinctac ist, so muz im ienre iu antwerten, unde sin vorgebot ist verlorn.
§ 13 Ist, daz sich lute werren, daz kamper wunden geslagen werden, welche denne alrest kumen zu gerichte zu huse unde zu hove oder ir vrunt oder ir knecht oder ir mait unde klagen, daz ir herre oder ir vrunt gewundit si, daz habe getan der man unde andere sine volleist, der gewinnet di ere klage unde der mac cihen in sine ere klage, wen he wil, di in deme urhabe gewest sin, wen he kampere wunden hat, si sin genant oder nicht.
§ 14 Ist, daz iene kumen hinden nach unde klagen unde haben ouch kampere wunden, iz hilfit si nicht, si muzen disen alrest antwerten zu rechte.
§ 15 Ist aber, daz hi dissit ein totslac ist oder wirdit, ee man dingit, der totslac beheldit di ere klage zu rechte, he habe geklaget oder nicht, unde mac wol cihen in sine klage, wen he wil, di sine helfere sin gewest unde da gewest sin in dem urhabe, si sin beklagit oder nicht, so beheldit he si in siner eren klage, daz man in antwerten muz von erst zu allem rechte.
§ 16 [bei Schott: § II] Ist, daz ein man den anderen ansichtic wirdit, der im schuldic ist, unde hat he des gerichtis bi im nicht, he mac wol sprechen mit rechte: "Iunger man, steht, biz daz der richter oder sin bote kumit". Wil he is denne nicht tun, ist he also starc, he mac in wol ufhalden mit gewalt an sinen danc zuchtekliche, he missetut dran nicht. He sal in abir nirgen vuren wider sinen willen. Wil he gutlichen mit im gen [Hier beginnt S. 221 der Edition] zu gerichte, iz si mit dem butele oder ane butele, daz tun si ouch wol mit rechte.
§ 17 Ist, daz ein man den anderen verburgen wil unde kumit mit dem butele, ist, daz ienre mit im gehn wil, daz mac he tun; wil he nicht mit im gehn, he mac iz lazen. An sinen danc sal man in nicht vuren, he wert sich ouch denne keines gerichtes nicht; wende der butel ist ein butel, he ist kein richter nicht.
§ 18 Ist, daz ein man den anderen ansichtik wirdit, der im schuldic ist oder zu dem he zu klagende hat unde der da nicht besezzen ist, der sal gen zu dem richter unde sal sprechen also: "Her richter, ich weiz einen man an einer stat, zu dem habe ich zu teidingene, tut wol unde get mit mir unde helfet mir rechtis". Daz sal der richter tun zu rechte. Ist aber, daz der richter alse unmuzic ist zu der zit, daz he dar nicht kumen mac, so mac he wol sprechen zu sinen boten: "Gee nach dem manne, heiz in kumen vor mich, daz he hi antwerte. Ist, daz he denne nicht kumen wil, unde ist, daz der richter selbe nach im get, so hat der richter wol di gewalt an der stat, daz he in in den stok setzet, ab [Etwa hier beginnt bei Schott p. 264] he wil, oder daz he burgen von im nimet, ab he wil, wen he unbesezzen ist.
§ 19 [bei Schott: § III] Ist, daz sich imant uber daz gerichtes werit, da der richter selbe keinwertik ist, daz sal der richter vorderen mit rechte; he sal is selber nicht richter sin. Ist, daz he is in uberzuget mit zwen erhaften besezzenen mannen, iz get im an sinen hals. Mac he is in nicht bezugen, so muz he zu sime rechte grifen.
§ 20 [bei Schott: § IV] Der undervoit sal ouch zu der burger gebote sten an allen sachen, an allem geheize, iz si groz oder kleine. Unde di schillinge an der buze di sint sin unde di [Hier beginnt S. 222 der Edition] vir schillinge alle unde allirleie urkunde, unde schozvri ist he, di wile he richter ist.
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