[Hier beginnt S. 127 der Edition] Titulus reconventionis
Art. 244. Von tadelhaeftigen rozzen
Spricht ainer den andern an, er hab im ein ros ze
kauffen geben an allen tadel und daz sey tadelhaeftich, antwurtt iener und spricht, "ich han im daz ros nicht anders geben, dann er gesehen hat", oder spricht er, "ich han ims da fùr geben, als
ze der zeit, da ich ims gab, und dhainen tadel dar an nicht west", da sol man seinen ayt fùr nemen, ez mach dann diser war aintwedern artickel mit zwain, die dez mit im swern, daz er ims also geben
hat, als er da fùr geben hat, dez sol er geniezzen.Art. 245. Man sol ieden man bechlagen in dem gericht da er inn sitzt
Swer hintz dem andern icht ze chlagen hat, umb
welherley sache daz ist, an umb aygen und umb lehen, der sol im nachvarn und bechlagen in dem gericht, da er inn gesezzen ist; spraech aber er, er solt im ein
recht her wider tuon, dez sol er nicht tuon, er sol im auch nachvarn in sein gericht, da er inn gesezzen ist.
Art. 246. Wie man einen gast wider chlagen sol
Waer, daz ein gast einen anchlagt umb swelherley sache daz ist, dem sol der richter richten, als die ansprach ist; [Hier beginnt
fol. 43r (früher: 37r)] hat aber der antwurtter hintz demgast ichtz ze sprechen, der sol im auch ein recht tuon vor dem selben richter, der in meins
hern lande nicht gesezzen ist, da man nach dem puoch richt, und ist dar umb erfunden, swer dez puochs geniezzen
well, der sol sein auch engelten. [Hier beginnt S. 128 der Edition] Art. 247. Wie man in der chlag den chauf nennen sol
Chlagt einer den andern umb einen chauf, den
selben kauf sol er nennen, den er im chauflich geben hat; spricht dann iener, "ich han dir dez kaufs also nicht geben", dez laugen sol man da fùr nemen mit seinem ayd, er beziug ez dann mit zwain
zuo im, die ez gehort und gesehen haben, mit ainem, der den kauf gemacht hat, daz er den kauf von im gekauft hab, dez sol er geniezzen, und gicht er dann
icht schadens, den er dez kaufs genomen hab, oder dez rechten, den sol er betiuren mit seinem ayde, ist er under einem halben pfund, ist sein ùber ein halb pfunt, so sol sein hant selb dritt sein;
und wem also bruch geschicht, der geit dem richter zwen und sybentzick pfenning.Art. 248. Umb guot vertigen swie ez genant ist
Swer
guot von einem gekauft und hat im gehaizzen, er well ims vertigen, als recht ist, spricht er in dar umb an und laugent dez iener, da sol man seinen ayt fùr
nemen oder er mache ez war mit zwain zuo im, die dez mit im swern, daz er ims gehaizzen hab, so sol enem daz gericht seins guotz
als vil ein antwurtten, als ditz guotz sey, und sol er daz mit nutz und mit gewer mit sampt disem guot inn haben, ùntz an diu zìt, daz er im sein guot vertig; hiet er aber nicht guotz,
so sol in der richter benòten und betwingen an leib und an guot, ùntz daz er im sein guot vertig;
und hiet er seins geltz dannoch icht inn, daz er im solt, daz sol auch er inn haben, ùntz im daz guot gevertigt wirt.Art. 249.
Umb artikel geminnert oder gemert
Wir haben auch erfunden und sprechen mit unsern triwen, swelhie artickel geminnert oder gemert sind oder new funden sein, [Hier beginnt fol. 43v (früher:
37v)] daz die nieman an seinem rechten chainen schaden bringen sùllen, daz er mit dem rechten erlangt hat nach den pùnden, als vor geschriben stet,
als meins hern puoch sagt, oder mit dem rechten erlangt hat, è daz puoch gemacht ist.Art.
250. Umb fùrbringen umb gelt
Wer den andern fùrbringt mit dem rechten umb gelt, der sol im chain recht tuon, ùntz daz er im daz
selb recht auz bringt an gevaerde mit dem rechten, waz er hintz enem ze sprechen oder ze vodern hat; wenn sich daz recht verget, so sol er im ein recht her wider tuon an der stat, do er mit haus und mit hof gesezzen ist, ez ge dann von der chlag her, die er hintz im ze sprechen hat; waer aber, daz der anchlager dem antwurtter
icht anbehùb mit dem rechten und iaech er, er solt ims vergewizzen, dez ensol er nicht [Hier beginnt S. 129 der Edition] entuon, biz daz sich
ir baider voderung erget, die diu anchlag antriffet; swer dem andern also icht anbehabt, daz sol man im gepieten, ob si potmaezzig sind und in ainem gericht gesezzen sind; ist aber der ein gast, so sol
ie einer dem andern vergewizzen, ob einer dem andern icht anbehabt.Art. 251. Umb all ansprach
Umb swelherley ainer angesprochen wirt, der sol umb die selben ansprach laugen
oder iehen, und geschech hin nach, daz recht sey.Art. 252. Umb zwen anchlager
Swer mer anchlager hat, dann ainen, swelher sein chlag
dez ersten fùrbringt und war gemacht mit dem gerichtbuoch oder mit dem richter ain oder mit dem fronboten ain oder mit zwain zuo im, der sol des ersten seineu recht haben, und dar nach ie ainer nach dem andern sol seiner chlag und ansprach geniezzen, der seineu recht also fùrbringt und war macht
; swer der erst chlager ist, der sol sich [Hier beginnt fol. 44r (früher: 38r)] wern inner viertzehen tagen an gevaerde, ob er mag; wolten im die andern dez nicht gelauben, mag er ez dann
bereden, dez sol er geniezzen und habent die andern chlager dez gewalt, daz si den ersten ie ùber vierzehen tag wol ansprechent.Art. 253. Von der ersten chlag in dem gericht
Swer
in einem gericht mit der ersten anchlag begriffen wirt und er dar nach auz dem gericht fùr, daz dann der anchlager chlagen mag auf elliu sein hab, swie diu genant ist, die er hinder im gelazzen
hat, daz im der richter da hin richten sùlle, als ob er in dem gericht gesezzen sey, umb alle sache, dar umb er in fùrbracht hiet.Art. 254. Umb zwen mit einander
ze rechten umb waz sache daz waer
Waer, daz zwen mit einander ze schaffen hieten, welherley sache daz waer, und ainer von dem andern nicht recht nemen wolt, dem sol der richter zuo sprechen und dar zuo benòten, daz si an einander versichern auf ein recht; waer aber der ain in einem andern gericht gesezzen,
der da nicht recht nemen wolt, so sol der richter dem andern richter zuo sprechen, daz er in dar zuo bring inner
vierzehen tagen, daz iener gesichert werd; geschaech aber dez nicht, so sol diser richter ienem nachvarn in ienes gericht und benòten an leib und an guot, biz daz er gesichert werd.
vgl. DRW: innehaben (II 3 a), innehaben (III 1)