Titulus quid iuris habeat molendinum
Wo zwen mulner mit vorsprechen
fùr recht choment und mit einander ze krieg werdent umb ir wazzer, ein oberr oder ein niderr oder ob ir mer ist, den sol man fùmf mulner dar zuo
schaffen und gebieten und auch nòten, die weder tayl noch gemain dar an habent an gevaerd, die pey dem wazzer nicht gesezzen sein, dar umb si chriegent, die sùllen swern, daz si nach ir
paider fùrgab umb den chrieck mit einander berichten an gevaerd, und sùllen auch paid dar an genuock haben; und ob die fùmf ze krieg
wurden, wo dann der meraer tail hin gevellt, da mit sol [Hier beginnt fol. 54v (früher: 48v)] ez gericht sein; und wem also bruch geschicht, der geit dem richter zwen und sibentzick pfenning.
Ez sol ein iglich mùlner noch mùlknecht nimer ze lon haben noch nemen, dann den dreizzigisten
metzen .Ez sol auch ein iglich mulner in seiner mùl ein metzlìn
haben, der dreizzick an einen metzen gent, dar umb daz den armen, die wenich habent und in diu mùl bringent, als recht geschech als den reichen; si sùllen auch chain mel mer nemen als si emaln getan habent.
Art. 339. Von zargen und von mùl laùffen
Ez sùllen auch all mùl in lauff gen, wan man von den flodermùln
grozzen schaden nimpt und sùllen auch die lauff nicht weiter sein, dann daz ein ungevaerlich ein niwes strengs silsail da zwischen gen mùg, ez sol auch in iedem gericht der sail ains sein,
da man die mùl nach beschaw´.Art. 340. Wie man die mùl bestaeten sol
Ez sol auch ein iglich mùllner,
wenn er sein mùl auf hebt durch pillens willen oder durch welherley notdurft daz sey, wann er die stain und den lauf wider nider legt, so sol er die mùl selb bemalen und mit sein selbs [Hier
beginnt S. 148 der Edition] chleiben und mit einer gauffen voller chorens dar zuo, welherley daz sey, also daz der lauf vol werd.Art.
341. Wie man daz mel von der zarg slahen sol
Ez sol ein iglich mensch, wann ez sein mel ab der steig traet oder chert, ab dem lauff auzzen slahen mit einem pill oder mit einem kerwisch oder mit
weu ez in der hant hat, und waz in dem lauff beleibt, daz ist dez mùlners.Ez sol auch ein igleich mulner ob der steig weder taecken noch hùrd
noch preter noch nichtz haben, da daz mel auf gevallen mùg . [Hier beginnt fol. 55r (früher: 49r)] Ez sol auch ein iglich richter
in dem iar ainsten nach der umbsaezzen rat vier oder sechser, daz zimmerlaw´t, paurn und purger sind und erberig edel man, der ist auch wol da pey,
beschawen alles mùlmaz und die gesetzt, die in gesetzt sind, ob si ez also vinden ungevaerlìch, als vor geschriben ist; und welhen mulner also pruch geschicht, der ist dem gericht schuldich zwayer pfunt pfenninge.
Ez sol auch ein iglich richter in dem gericht ainsten in dem iar beschawen nach zwayer oder dreyer gesworn purger rat alles gewaeg und alles maz,
er sol auch bey den metzen einen pecken oder zwen haben und welhes er ungerechtz vindet, der ist dem richter schuldich sechzick und driu pfunt pfenning.
vgl.
DRW: Mühlmaß, nöten (I)