Titulus de conditionibus fideiussorum
Art. 300. Umb porgen setzen
Swer den andern ze porgen setzt, swelherley voderung der hintz dem porgen hat, dem
der porg gehaizzen hat, daz sol der selbschol, der den porgen versetzt hat, selb ausrichten und verantwurtten, dem porgen an allen schaden.Art. 301. Umb porgen setzen1
Spraech
aber der, der den porgen versetzt hat, "er mant dich ze unrecht, ich han dich also nicht versetzt", so sol er doch dem porgen seinen schaden abtuon und umb
den selben schaden sol er ienem selb nachvarn und der porg nicht. [Hier beginnt S. 140 der Edition] Spraech aber einer, "du pist mein porg nicht,
ich han dich nicht versetzt", daz sol er gen dem, der den porgen gemant hat, selb auzbringen und der porg nicht, und sol iener, fùr den der porg gemant ist, dem porgen seinen schaden abtuon, den er genomen hat oder nimpt .Swer fùr den andern porg ist oder wirt und naem er der porgschaft schaden, den sol er
bestaeten mit sein ayns ayd; er sol auch den schaden benennen und sol swern, daz er den schaden von der porgschaft genomen hab, und da gehòrt dhein ziuck ùber. [Hier beginnt fol. 50v (früher: 44v)] Kumpt ein porg fùr recht, der seinen schaden mit seinem ayd bestaeten muos hintz
dem, der in versetzt hat oder der im gehaizzen hat, da von ze helfen, so ist iener, hintz dem er gesworn hat, dem gericht nach dem ayd schuldich zwayer und sybentzick pfenning.Wirt ein porg angesprochen mit dem rechten, spricht dann der porg hin wider, "ich laugen nicht der porgschaft, ez spricht aber der gelter, er hab dich gewert", und begert eins
tags auf den gelter, den sol man im geben auf daz naechst taedinck; swaz dann der, der da anchlagt, dem gelter mit dem rechten anbehabt, da sol der porg umb laisten, ez tuo dann der gelter selb.
Swer den andern anspricht umb purgschaft, dem sol man fronboten geben ze haus und ze hof, und stet er im an laugen, so sol man im gebieten, daz er in richt
mit pfant und mit pfenning; laugent aber er, so sol man nemen sein laugen mit seinem ayd, ez mùg dann der anchlager war gemachen mit zwain, die mit im swern, daz si daz wars wizzen und weder tayl
noch gemain dar an haben, und sol im der richter pfant antwurtten, als umb gelt recht ist. Art. 307. Umb gewern ze stellen
Wer sich eins gewern vermisset ze stellen und auch
den stellt, als recht ist, da mit sol der porg mit ruo sitzen, biz daz sich daz recht verget; swaz dann dem gewern an gehabt wirt, da sol der porg umb behaft
sein. [Hier beginnt S. 141 der Edition] Art. 308. Umb gewern ze stellen
Ez sol auch nieman chainen andern gewern stellen, dann den rechten selbscholen, der dem chlager
mit dem mund oder mit der hant lobt oder ge-[Hier beginnt fol. 51r haizzen hat; taet er dez nicht und (früher: 45r)] wurd er dez ùberziugt, so sol der anchlager behabt haben und ist
iener dem richter schuldich zwen und sybentzick pfenning.Art. 309. Umb gewerschaft
In welhem gericht einer in ein gewerschaft stet, in dem gericht da selben sol er diu gewerschaft volfùrn.
Wer sich eins gewern vermisset zu stellen und den nicht stellt, als recht ist, dem ist pruch geschehen, umb wew er den gewern boten hat gen dem, der in bechlagt
hat; hat aber in iener gesaumpt, der sein gewer solt sein gewesen, so sol er im nachvarn, als recht ist, und dem richter zwen und sibentzick pfenning.
vgl. DRW: heißen (VI)