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BairLR.(Schlosser/Schwab) [17. Titel]

Titulus super iure pignorationis

Art. 221. Aygen oder lehen in pfantschaft

Wer aygen oder lehen ze pfantschaft inne hat, wirt der dar umb angesprochen, mag er dann zwen zuo im gehaben, die swern, daz er daz pfant iar und tack hab inn gehabt an ienez recht ansprach und sey auch dez gesezzen bey nutz und gewer, so sol dann iener, der daz pfant inne hat, nennen, waz im daz pfant ste, und sol dar auf bereden mit seinem ayde, daz des geltz so vil sey als er benennt hab; er hab dann brief oder hantfest umb daz pfant, so bedarf er der ziucknùzz niht und sol er dann gevarn mit dem pfand, als recht ist; und die da swernt, die sùllen swern, daz in daz wars wizzent sey; iaech aber er icht schadens, den er dez rechtens genomen hiet, den sol er betiuren mit seinem ayde, ist er under einem halben pfund, ist er ùber ein halbs pfunt, so sol sein hant selb dritt sein.

Art. 222. Umb pfant antwurtten daz aigen oder lehen ist

Wer dem andern pfant antwurt, daz aigen oder lehen ist, und daz pfant dannoch in seiner gewalt beleibt und daz er ez ienem, dem er ez gesetzt hat, ze hant nicht undertaenick macht, mit welhem geding daz geschicht, da sol er im brief ùbergeben mit seinem insigel, ob er ayn aygen insigel hat, und mit dez gerichtz insigel dar zuo; ez sol auch der richter sein insigel nicht anlegen, sein beger dann iener vor offem gericht; ist ez aber ein sogetan man, der insigels nicht enhat, der sol ez tuon mit gerichtz insigel.

Art. 223. Umb pfant antwurtten, daz varntiu hab ist

Antwurtt man einem pfant, daz varntiu hab ist, die man getreiben undgetragen mag, der sol er sich underwinden [Hier beginnt fol. 39v (früher: 33v)] und underziehen und haymen in sein gewalt; taet er dez nicht und liezz ienem, der ims geantwurt hat, in seiner gewalt und begrif si ein anderr in seiner gewalt mit dem rechten, der mag sich der selben pfant mit dem rechten wol underwinden. [Hier beginnt S. 122 der Edition]

Art. 224. Umb pfant

Choment zwen fùr recht und chlagent umb ain pfant, dez entwederr bey nutz und gewer sitzt, die sùllen bed wol nennen, ze welher zìt ez dem mann gesetzt ist von dem, dez ez gewesen ist, der sol daz bringen mit zwain erbern mannen zuo im, die des mit im swern, der sol dez geniezzen, ez hab dann ainer brief dar umb, da sol auch geschehen nach, waz recht ist.

Art. 225. Umb pfant

Chumpt ayner fùr recht und bitt gerichtz umb ein guot, wie daz genant ist, und spricht, daz sùll sein pfant sein, antwurtt dann iener und sprich, "umb daz pfant han ich vor mit im gerecht und han auch ims anbehabt", und entwederr chain gewer an dem pfant nicht hat, dar umb sol man dez chlagers laugen nemen, ez mùg dann der antwurtter war machen mit zwain unversprochen mannen zuo im, daz er ims èmaln anbehabt hab oder in mit dem rechten enprosten ist, dez sol er geniezzen und sol man in ze fùrbann dar umb tuon und gerichtz brief geben; und welhem also bruch geschaech an den rechten, der ist dem andern schuldich zway pfunt pfenning und dem gericht ain pfunt pfenning.

Art. 226. Umb pfant antwurtten

Wer dem anderm pfant antwurtt, wie die genant sint, oder si mit dem rechten in sein gewalt bracht hat, spraech dann ieman den andern an, er hiet diu pfant anders gehandelt oder da mit gevarn, dann recht ist, wie er in dar umb angesprochen hat, da sol man sein laugen umb nemen mit seinem ayd und da gehòrt dhein ziuck ùber.

Art. 227. Umb pfant antwurtten

[Hier beginnt fol. 40r (früher: 34r)] Wer dem andern ain pfant antwurtt mit dem rechten in sein gewalt und er in daz pfant solt anbieten und mòcht er sich da von genemen mit seinem ayd, daz er ienen nicht west ze suochen oder ze verbotscheften, dez sol er chein engeltnùzz haben gen dem anchlager und gen dem gericht; er sol auch in nicht verrer suochen, dann in dem selben gericht.

Art. 228. Von dem pfenter ze Mùnichen

Wir wellen auch, daz unser purger ze Mùnichen und die stat iren pfenter haben in allem dem rechten, als si in her gehabt habent. [Hier beginnt S. 123 der Edition]

Art. 229. Umb pfant antwurtten

Swenn ainem pfant geantwurtt werdent, vert er da mit nicht, als recht ist, und naem dez diser schaden, den sol er im abtuon; spraech in dann iener dar umb an, er hiet mit den pfanden nicht gevarn, als recht waer, so sol der antwurtter war machen mit seinem ayd, daz er da mit gevarn hab, als recht ist, und dez sol er geniezzen; hat aber er anders gevarn mit den pfanden, dann er tuon solt, daz sol er pezzern dem richter mit zwain und sybentzick pfenningen.

Art. 230. Umb pfant verchauffen e zeit

Swer dem andern sein pfant verchauft è der zit, als im daz recht gesagt hat, des laugen sol man dar umb nemen, daz er dez nicht getan hab, ez mùg dann dirr war gemachen, daz er im ez verchauft hab è der zit und im daz recht gesagt hat, der sol disem sein pfant widergeben; und mag er im der pfant nicht widergeben, so sol er im si gelten, als si diser betiurt nach seinem ayde, und ist dem richter schuldich zwen und sibentzick pfenning.

Art. 231. Umb pfant antwurtten

Wenn einem pfant geantwurt werdent in sein gewalt fùr sein gelt, welich schad im dar an wider fùr ungevaerlich, e er seins guotz gewert wurd und daz selb pfant verchauft wurd, dez sol er chein engeltnùzz haben und auch an der [Hier beginnt fol. 40r (früher: 34v)] schuld, die man im gelten sol, nichtz ab gen.

Art. 232. Wer hintz dez andern hab chlagt

Wer hintz des andern hab chlagt, wie diu genant ist, und bringt daz mit recht in sein gewalt und chumpt dann ieman hin nach und spricht "daz guot daz ist mein oder mein pfant und han umb die chlag nicht gewest und ist mir auch nie kunt getan, als recht ist", dem sol man tack geben auf daz naechst recht und sol im fronbot daz selb recht kunt tuon, daz er es verantwurtt ze dem naechsten rechten oder tuo er dez nicht, so hab er sein chlag verlorn; und kumpt er dann auf daz recht, mag dann iener bestaeten mit seinem ayd, daz er seiner chlag, noch seins rechten nicht gewest hab und im auch nie kunt sey getan, als recht sey, dez sol er geniezzen und sol sein chlag und sein recht ab sein, daz er vor behabt hat, und da gehòrt dhein ziuck wider und sùllen payd da vor sein und sùllen dulden, waz recht sey.

Art. 233. Umb gelt

Waer, daz ein man den andern bechlagt umb gelt als verre, daz man im pfant solt antwurtten, dem sol der richter pfant haizzen antwurtten, die [Hier beginnt S. 124 der Edition] er getragen und getreiben mag umb als vil, daz er seins geltz gewert wurd, er vind ir dann nicht an alles gevaerd, so sol man im antwurtten, swelherlay pfant er gehaben mag, und antwurtt man im ezzentiu pfant und hat er gewisheit oder pùrgen dar auf genomen, die sol er behalten vierzehen tag; hat aber er nicht pùrgschaft dar auf, so mag er die selben essentiu pfant verchauffen, so er aller paldest mag, ungechlagt, im selb an schaden; und gieng im an den pfanden icht ab, dez er beweisen mag mit seinem ayd, da sol im der richter mer pfant umb antwurtten; wurd im icht ùber an den pfanden, daz sol er ienem widergeben.

Art. 234. Umb schreinpfant

[Hier beginnt fol. 41r (früher: 35r)] Antwurtt man einem schreinpfant, die sol er behalten vierzehen tag in dem gericht und sol si ienen anbieten, ob er si lòsen welle ze haus und ze hof, und sol si dann verchauffen an alles gevaerd; gieng im dar an icht ab, daz sol er beweisen mit seinem ayd, da sol im der richter mer pfant dar umb antwurtten; wurd im icht ùber an dem pfant, daz sol er ienen widergeben.

Art. 235. Umb pfant behalten

Wann ainer pfant behalt vierzehen tag und mag er si in dem gericht nicht verchauffen, noch an werden, so mag er si aus dem gericht fùren, wo er hin wil, und da verchauffen an alles gevaerde, im selber an schaden.

Art. 236. Umb pfant antwurtten daz aigen ist

Antwurtt man einem guot mit gericht ze pfant, daz aygen ist, daz sol er behalten vierzehen tag und sol ez dann ienen anpieten; lòst er dann sein nicht, so sol er ez dann verchauffen an alles gevaerd, ob er mag; mag aber er dheinen chauffman dar zuo vinden, so sol im der richter daz selb aygen antwurtten mit seinem brief ledich und loz und sol er daz guot inn haben mit ruo, als ander guot, daz sein aygen ist; ist aber daz guot bezzer dann daz gelt, so sol der richter zwen erber man dar zuo schaffen und geben, die daz guot schatzen, und waz daz guot bezzer sey dann daz gelt, daz sol er im widergeben; hiet er dez nicht stat, daz er ez getuon mòcht, so sol man im als vil aus dem guot geben, als vil dez ùberigen geltz ist. [Hier beginnt S. 125 der Edition]

Art. 237. Umb pfant antwurtten daz lehen ist

Wirt ainem pfant geantwurtt, daz lehen ist und daz er mit recht in sein gewalt bracht hat, der sol daz behalten vierzehen tag und sol ez disen anbieten; geit er im dann nicht pfenning, so mag er es verchauffen an alles gevaerd an aller stat, im selber an schaden also, daz dem herren sein lehen nicht genidert werd, und sol im der richter von gerichtz wegen seinen brief [Hier beginnt fol. 41v (früher: 35v)] geben an den lehenherren, daz ez daz recht also gesagt hat; mag aber er sein nicht verchauffen, so sol im der lehenherre daz selb guot leihen in dem rechten, als vor geschriben ist; wolt aber der lehenherre daz lehen nicht leihen, als in daz recht weist mit gerichtz brief, so sol er varn an den lantzherren, der sol ims leihen und sol er dann da mit sitzen geruowet, als ein man durch recht bey seinem lehen sitzen sol, biz daz sich der lehenherr bedenckt, daz er ims leihen welle; waer auch, daz ein sogetaner erber man waer, daz er nicht lehen von im haben solt, so sol ers seinem trager leihen, wen er zuo einem trager nimpt.

Art. 238. Umb pfantschaft

Swer chlagt, er hab ein guot mit dem rechten ze pfantschaft in sein gewalt pracht und dez er nicht bey nutz und gewer sitzet, und der ander hin wider antwurtt, er hab ims èmaln anbehabet mit dem rechten und daz ims daz gericht ein geantwurtt hab und daz welle er war machen, als recht sey, da sol man sein laugen umb nemen mit seinem ayd, daz des nicht geschehen sey, ez mùg dann der ander war gemachen mit zwain, die dez mit im swern, daz er im daz guot mit dem rechten emaln anbehabt hab und daz im daz gericht ein geantwurtt hab, dez sol er geniezzen; ist ez ein lay oder ein frawe, der sol mit den ziugen swern, ist es ein prelat, dez amptman sol mit den ziugen swern, ist es aber sust ein pfaff, der sol es auch tuon an der stat, da er es durch recht tuon sol vor seinem dechant.

Art. 239. Umb pfant verchauffen

Swer dem andern seine pfant verchauft und in dez geinnert hat in der frist und er es bestaet hat, als recht ist, daz er ez an recht getan hat, der ist ienem schuldich seineu pfant wider ze geben; ob er dez nicht getuon mag, so sol er es ienem gelten, swie er es betiurt nach dem ayd, und ist dem gericht [Hier beginnt fol. 42r (früher: 36r)] schuldich sechzich und dreu pfunt.

Art. 240. Umb gelt, dez ainer nicht laugent

Chlagt ainer den andern an umb gelt und spricht dann iener, "ich laugen im dez geltz nicht, dar umb er mich an spricht, er hat aber ein pfant von mir", so sol er daz pfant nennen; stet dann iener mit laugen, er hab chain [Hier beginnt S. 126 der Edition] pfant von im inne, getar er daz bereden, daz er chain pfant von im hab, dez sol er geniezzen, ez mach dann iener war mit zwain unversprochen mannen zuo im, die es gehòrt und gesehen haben, daz er daz pfant, daz er genennt hat, von im inne hab umb daz gelt, da er in umb bechlagt hat, dez sol er geniezzen und sol iener mit geruo sitzen, untz daz er daz pfant verchauft, als recht ist, und ist direr schuldich worden, der ùber diu pfant gechlagt hat, dem gericht zwen und sybentzick pfenning; enpraest aber der antwurtter dem chlager, so ist er als vil schuldich.

Art. 241. Umb varntiu pfant

Chlagt ainer ainen, er hab ein ros oder ein rint oder welherley pfant daz sei, daz varntiu hab sey, daz seins gelters sey, antwurtt dann iener hin wider und spricht, "daz pfant ist è mein pfant gewesen, e du mich bechlagt hast", mag er daz war gemachen mit seinem ayd, daz daz pfant èmaln sein pfant sey gewesen an allen vridsal, è daz er in bechlagt hat, und sol auch nemen in den ayt, waz im daz pfant ste, und da mit sol er behabt haben und sol daz pfant hin geben, als recht ist, an gevaerd; wirt im dann icht ùber, daz sol er enem widergeben oder, wer sich mit dem rechten dar zuo ziuhet; gieng im an den pfanden icht ab, da sol iener sein gelter umb sein, von dem er daz pfant gehabt hab.

Art. 242. Wer under zwain der erst an dem pfant sey

Chriegent zwen umb ein pfant und ziehent sich dez payd an fronboten, welhem ers dann bey dem ayd [Hier beginnt fol. 42v (früher: 36v)] sagt, der es durch recht haben sùlle, der sol dez geniezzen und ist entwederr dem gericht nichtz schuldich.

Art. 243. Wie man ezzentiu pfant behalten sol

Setzt ainer dem andern ain ros ze pfant, swaz den zwischen barns und wazzers geschicht, daz ist dem geschehen, der ims gesetzt hat; rit oder fùr er uber lant da mit an seinen willen, so sol er im ie von der meyl sechs pfenning geben hin und her also, daz ez im icht geergert werd; geschaech ez aber, so sol er ims gelten, wie er es betiuren mag mit seinem ayd, ist er under einem halben pfund, ist er ùber ein halbs pfunt, so sol sein hant selb drittiu sein und dem gericht zwen und sybentzich pfenning, und ment er ims in den pfluog, so sol er im geben ie von dem tag zwelf pfenning.



vgl. DRW: essen (IV), getragen (I), heimen (III)

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