Titulus feodorum et quorundam annexorum
Art. 185. Umb aygen und lehen
Swer den andern anspricht umb aygen und umb lehen, dez er bey nutz und bey gewer
gesezzen ist, als dez landes recht ist, so sol der anchlager dem antwurtter vor vergewizzen und guot machen, è er im antwurtt; ob er im mit dem rechten
enbrest, waz er sein dann schaden nem, den er beweisen mag mit seinem ayd, daz er im den auzricht und abtuo gar und gaentzlich und dem richter ain pfunt pfenning.
Art. 186. Umb aigen und lehen
Wirt aber ieman angesprochen umb aygen oder umb lehen, dez er gesezzen ist bei nutz und bey gewer, hat er dar umb brief, die als lang sagent, daz
er daz guot inn gehabt hat an alle ansprach, als dez landes recht ist, ie dar nach und daz guot ist, so bedarf
er der ziugen nicht; hat aber er brief oder hantvest nicht, so sol er ez beziugen, als dez landes recht ist. [Hier beginnt S. 112 der Edition] Art. 187. Umb lehen gekauft
Swer
von dem andern ein lehen chauft und daz die manns erben absterbent und dannoch frawen erben beleibent, die selben frawen erben sullen die selben lehen als wol erben,
als die manns erben, und sùllen ins die lehen herren leihen.Swer umb aygen wirt angesprochen, dez er bey nutz und bei gewer gesezzen ist ain iar und
mer an all recht ansprach, mag dann der da angesprochen wirt, ainen und zwaintzick genennen und gehaben, die unversprochen sind und die weder tayl noch gemain dar
an habent und diein der [Hier beginnt fol. 33v (früher: 27v)] grafscheft gesezzen sind oder in einer andern grafsch[ef]t oder wa er si gehaben mag, und die sol er dann fronboten nennen, und
der sol im dann die fùrbringen, und dar aus sol er dann sechs zuo im nemen und nennen, und sol er dann ayn swern, daz daz guot
sein aygen sey und daz er dez gesezzen sey bey nutz und bey gewer ain iar und mer, als dez landes recht ist, an all recht ansprach, und sùllen die sechz swern, daz in daz wars gewissen sey, daz
er dez aigens gesezzen sey bey nutz und bey gewer ain iar und mer an all recht ansprach; und ob der, der da erziugen sol, aygen law´t hat, die im
helfen wellent, die sol er understozzen ainen an den andern; und wer also erziugt, der sol fùrbaz seins aygens sitzen in stiller gewer an alle ansprach
von dem selben, dem er umb daz aigen enbrosten ist, und sol in dann der richter dar umb ze fùrbann tuon und sol in dar umb dez gerichtz brief geben
und sol er dar umb geben dez richters schreiber zwelf pfenning; enpraest aber der antwurtter dem anchlager, so sol er seinen schaden betiuren mit seinem ayd, ist er under einem halben pfund, ist er ùber
ein halb pfunt, so sol sein hant selb drittiu sein und dem richter halb als vil.Es sol auch niemant sein aygen, noch sein lehen verantwurtten, dann in der grafschaft, da ez inn gelegen ist.
Art. 190. Umb aigen und lehen
Wer den andern anspricht umb aygen oder umb lehen und geschaech dem pruch, der da an gesprochen ist, der verluiset nimer, dann daz guot, da im pruch an geschehen ist. [Hier beginnt S. 113 der Edition] Art. 191. Umb manschaft absterben
Wenn ein manschaft abstirbt, die lehen
gelihen habent an frawen, die selben frawen sùllen der lehen nicht enleihen, und die sullen leihen die eltisten manns erben oder die, [Hier beginnt fol. 34r (früher: 28r)] von den diu manschaft lehen ist, oder der lantzherre.
Art. 192. Kauff umb aygen und lehen
Wer dem andern sein guot ze verchauffen geit, ez sey aygen oder lehen, der sol dez sein gewer
sein und ims vertigen und vertreten mit dem rechten, ob ez anspraech wurd, als dez landes recht ist und der grafschaft, da ez inn gelegen ist, er hab ims gehaizzen oder nicht; und naem er sein icht schaden,
den sol er im gaentzlich abtuon.Art. 193. Gewerschaft umb aigen
Wer angesprochen wirt umb aygen, dez er nicht gesezzen ist ain
iar und mer bey nutz und bey gewer, der mag sich dez wol verantwurtten mit seinem gewern, ob er in gehaben mag, mit hantvest, mit briefen, mit erbschaft und mit
gewer; der ims geben hat, der sol im hilflich sein und mit fùrpfanten und mit allem dem rechten, dez er geniezzen mag.Art. 194. Umb lehen mit dez lehenherren hant
Es
mag ein iglich man bei seinem gesunten leib mit seinem lehen wol tuon, waz er wil mit dez leherren hant, und mùgen in die erben nichtz dar an geirren;
waer aber, ob er an seinem totpett mit dem lehen anders schaffen wolt, dann den erben liep waer, daz sol chain chraft haben.Art. 195. Umb aigen daz ze antwurt kumpt mit dem rechten
Spricht
iemant den andern an umb aygen als lang, ùntz daz er mit dem rechten ze antwurtt kumpt, get dann der chlager von dem rechten, so ist der antwurtter, der daz aygen inne hat, der ansprach aller ding
ledich, in irr dann èhaft not, die sol er fùrbringen, als recht ist; swenn die fùr chumpt, so sol man im nach ehafter not tack geben auf daz naechst recht, und wer dann behabt, den
sol man dann ze fùrbann tuon, als hie vor geschriben ist.Art. 196. Stèt und maergt ir altiu recht
[Hier beginnt
fol. 34v (früher: 28v)] Wir wellen auch, daz all stèt und maergt irew´ altiu recht und gewonheit in irem purchfrid haben sùllen,
als si von alter her gehabt habent, die an dem puoch nicht stent. [Hier beginnt S. 114 der Edition] Art. 197. Umb nutz und
gewer swelherley guot daz ist
Wer umb ein guot wirt angesprochen, dez er bey nutz und bey gewer gesezzen
ist, antwurtt er und spricht, in hab iener emaln dar umb angesprochen als verr, daz er im enbrosten ist und dar umb ze fùrbann getan ist, mag er daz war gemachen mit zwain, dez sol er geniezzen
– es mag auch fronbot fùr einen wol guot ziuck sein – und sol ez dem anchlager pùzzen mit zwain pfunt pfenning und dem gericht ain pfunt pfenning;
enpraest aber der antwurter dem chlager, so ist er dez selben schuldich.Art. 198. Umb nutz und gewer ains guotz
Wer ains guotz bei nutz und bei gewer gesezzen ist, ez sey aygen oder lehen, als dez landes recht ist und meins hern, in dez selben nutz und gewer sol nieman erziugen.Art. 199. Umb aygen, dez ainer ze antwurtt kumpt
Chlagt ainer den andern an umb aygen als verr, daz der antwurtter ze antwurt chumpt, und spricht, dez aigens sitz er bey nutz und bey
gewer und ist des gotzhauzz rechtz einwartz aygen und nennt auch den herren, so sol si der richter ped vertigen mit seinem brief fùr den herren, da von
si bed iehent, dez einwartz aigen ez sey, und sol der herr si ped betagen fùr sein man und swie sich daz recht erget vor dem hern, also sol si dann derselb
herre vertigen fùr den richter mit seinem brief.Art. 200. Umb aigen verchauffen
Wir wellen auch, wer aigen verchauft in dem land, der sol nicht lenger gewerschaft
tuon, wan iar und tack fùr erben in dem land, fùr erben auzzer land zwai iar, ez sey dann, ob er weder [Hier beginnt fol. 35r (früher:
29r)] pùrgen noch gewerschaft gehaben mack, der sol ez staeten, als daz puoch seit; wann daz geschicht, so hat sich elliu gewerschaft ergangen.
Art. 201. Nutz und gewer aygens und lehens
Swer umb ein lehen wirt angesprochen, dez er bey nutz und bey gewer gesezzen ist iar und tack und mer, an all recht ansprach, mag dann,
der da angesprochen wirt, zwen erber unversprochen man zuo im gehaben, die weder tail, noch gemain dar an habent, so sol er vor dem rechten mit den selben
zwain erziugen und sùllen die swern, daz in daz wars gewissen sei, [Hier beginnt S. 115 der Edition] daz er dez lehens sey gesezzen bey nutz und bey gewer iar und tack oder mer, an all recht
ansprach, als des landes recht ist, so sol dann der antwurtter, der an gesprochen ist umb daz lehen, seinen herren nennen und sol daz lehen in seins hern hant bereden, wo halt der herr sey, und der hat
sein lehen da mit behabt; und ob die zwen, die im helfen wellent, sein aigen sind, die sol er understozzen, ainen an den andern, und wer also sein gewer erziugt mit zwain umb sein lehen, den sol man
vor gericht dar umb ze fùrbann tuon gen enem, dem er enprosten ist, und sol der antwurtter hintz dem chlager bereden mit seinem ayd, waz er dez rechtens
schaden hab genomen, ist er under einem halben pfunt, ist er uber ein halbs pfunt, so sol sein hant selb drittiu sein und dem richter halb als vil ze puozz.
Art. 202. Umb lehen, daz ze antwurt kumpt
Spricht ieman den andern an umb lehen als lang, daz er im ze antwurtt chumpt mit dem rechten, und get der chlager von dem rechten, so
sol es sten in allem dem rechten, als von dem aygen da vor geschriben stet, do der chlager nicht fùrchumpt.Art. 203. Nutz und gewer aigens und lehens
[Hier beginnt
fol. 35v (früher: 29v)] Waer aber, ob iemant ains aygens oder ains lehens saezz bey nutz und bey gewer, und wurd er dez entwert mit herren brief oder von
welherley sache oder von welhem gewalt daz geschaech, daz sol dem unschedlich sein an seiner gewer, der also entwert ist; und chòm aber ez ze einem rechten,
so sol ez sten in allem dem rechten, als des tags, da er sein entwert ward.Art. 204. Aigen und lehen vil oder wenick
Wer aygen oder lehen hat, dez vil oder wenick ist, und
wellent in die erben dar an irren, der sol sten auf recht und sol bereden gen den heiligen, daz er daz guot nicht lenger ersparn mùg von hunger und
von frost und von geltz not oder von besunderr ehafter not, wie die genant sey, und die ehaft not sol er benennen und seinen erben durch chayn gevaerd, der sol ez dar nach die naechsten erben anpieten;
wellent si ims gelten als ander law´t, so sol er in ez geben; taeten si dez nicht, so hat er gewalt ze geben, wem er wil, und sol man im gerichtz
brief dar umb geben und sol sich da mit [Hier beginnt S. 116 der Edition] elliu gewerschaft ergangen haben und sol auch der, der da gechauft hat, da mit alliu sein gewer erlangt haben.
Art. 205. Umb entwert aigens oder lehens
Swer den andern anspricht, er hab in seins aigens oder seins lehens entwert mit gewalt an recht, dez er bey nutz und bey gewer sitzet,
dez laugen sol man nemen mit seinem ayde, er mach ez dann war mit zwain, die dez mit im swern und die daz wars wizzen, daz er dez guotz sey gesezzen bey nutz
und bey gewer untz an die zìt, daz er sein entwert sey an recht, so sol in daz gericht wider setzen in sein gewer und sol da mit als lang sitzen mit geruo
als lang daz ist, daz er in entwert hat; hab er dann hin nach hintz im icht ze sprechen umb daz guot, da sol umb geschehen als recht ist, und ister dem gericht
[Hier beginnt fol. 36r (früher: 30r)] dar umb schuldich worden ze puozz sechzick und fùmf pfunt pfenning; waer aber iemant, der sein aygen
oder sein lehen verantwurtten wolt, dez er bey nutz und bey gewer gesezzen waer, als meins hern puoch seit, dez sol auch er geniezzen.Art.
206. Umb entwern aigens oder lehens an recht
Wir wellen auch, wer seins aygens oder seins lehens entwert wurd mit gewalt an recht, wirt der dar umb angesprochen mit dem rechten, dez laugen sol
man nemen mit seinem ayd, ez mùg dann der anchlager war machen mit zwain erbern mannen, daz er in dez guotz also entwert hiet, daz er dez selben guotz gesezzen sey, ez sey aigen oder lehen, als lange ein man seins guotz sitzen sol an all recht ansprach, biz als
lang in der dez selben guotz entwert hab mit gewalt an recht, und die sùllen dez swern, daz in daz wars wizzent sey, daz daz ein warheit sey, und wer
also beziugt hat sein aygen oder sein lehen, den sol man setzen in nutz und gewer und sol er als lang sitzen in nutz und gewer, als er entwert ist und als sich daz verget; hat der selb dann hintz dem
guot icht ze sprechen, da sol er umb ein recht vodern, als recht ist, und ist dem richter schuldich sechzick und fùmf pfunt pfenning; ez sol auch fronbot den ziugen pieten, als recht ist.
Art. 207. Umb entwerns erbs und aygens
Swer den andern seins erbs und seins aygens entwert mit gewalt an recht und bringt er daz mit recht
wider in sein gewalt, so sol im diser sein nùtz [Hier beginnt S. 117 der Edition] widercheren, die er ab dem guot genomen hat, und als vil dar
zuo und dem richter sechzick und fùmf pfunt pfenning.Art. 208. Umb varnt hab swie die genant ist
Waer aber, daz ieman varnter
hab, swie die genant sey, sitz bey nutz und gewer, hat iemant da hin icht ze sprechen [Hier beginnt fol. 36v (früher: 30v)] mit dem rechten, der sol infùrbringen, als recht ist, und
recht nemen; entwert er in aber an recht, mag daz dann der chlager war machen mit zwain zuo im, dez sol er geniezzen und sol im daz mit der zwigùlt
wider gelten, dem richter sechzick und driu pfunt pfenning.Art. 209. Umb lehen, dez zwen von einem hern iehent
Spricht ainer den andern an umb lehen, dez si peid von einem
hern iehent, die sol man betagen fùr iren hern und sol in der tack geben fùr sein man, als vil er seiner mann gehaben mack, und wen si paid dar zuo
werbent auz den allen, sol er nach ir paider rat zuo dem rechten setzen und seiner mann recht geben als lang, ùntz sich daz recht verget.Art. 210. Umb recht, bei dem lehenherren ze beleiben
Ez sol auch daz recht bey dem hern beleiben und von im nicht gedingt noch gezogen werden,
biz daz recht ein ende nimpt; und wer also behabt, daz sol der herr geschribens auf die schrannen senden under seinen insigel, und da sol man in ze fùrbann tuon und dez gerichtz brief dar umb geben; und dem an dem rechten bruch geschicht, der sol ez bezzern und den schaden abtuon,
als vor geschriben stet umb aygen und umb lehen.Art. 211. Umb manschaft von zwain lehenherren
Wenn zwen lehenherren mit einander chriegent umb ein manschaft, die si leihen
sùllen, daz sol den unschedlìch sein, der dez guotz bey nutz und bey gewer gesezzen ist, und sol der mit ruo
sitzen biz an diu zìt, daz ez die herren mit dem rechten aus bringent, wer ez durch recht leihen sùlle, der sol ims leihen und sol er es von im enpfahen.Art. 212.
Umb lehen verchauffen an seins hern haizz
Gibt ainer ein lehen hin und verchauft
ez an seins hern haizz und willen, von dem er ez ze lehen hat, wil [Hier beginnt fol. 37r (früher: 31r)] daz der herr selb haben und umb diepfenning, do ez sein man umb geben hat, so sol
er es haben vor aller maenichlich umb die selben pfenning, er hab ez den herren angepoten oder nicht; ez sol auch der daz guot verchauft hat den herren geinnern
mit seinem [Hier beginnt S. 118 der Edition] ayd, wie er es geben hab oder auf welhiu frist, und wil ez der herre dann haben umb daz gelt, da ez umb verchauft ist, daz mag er wol tuon; wil aber der herre daz guot selb haben, so sol er im daz gelt vergewizzen und guot
machen, dez in genùg auf die frist, als er es gen disen verchauft het.Art. 213. Umb lehen, ledick worden
Stet ainer auf recht und chlagt umb ein lehen, daz ainer von
im ze lehen gehabt hat und spricht, ez sey im ledich worden, wie er sich dez underwinden sùlle, den sol ez fronbot ein antwurtten, ienem an frum und allen lawten an schaden; und sol man ienem tack
geben drey viertzehen tag dar nach auf daz naechst recht und sol fronbot dem kunt tuon, der auf dem guot gesezzen
ist, daz ers dem chunt tuo, von wem er daz guot gehabt hab; und chumpt dann ieman in den sechs wochen auf daz
recht, der in geinnert mit dem rechten, daz er ims leihen sùlle, dem sol er es leihen; chumpt aber niemant in den sechs wochen auf daz recht, so sol er sein mit ruo
sitzen iar und tack; und waer, daz ieman inner iars frist chòm zuo dem rechten, der ez verantwurtten wolt, so sol in fronbot chunt tuon, daz er ez verantwurtte auf daz naechst recht; und chumpt er, so sol zwischen ir geschehen waz recht ist; kumpt er aber nicht, so sol man ienem sein guot mit gericht wider antwurtten und sol im der richter seinen brief an den lehenherren geben, daz er ims leich, und sol er den herren geinnern mit seinem ayd, dazer ims durch recht
leihen sùlle, ob sein der herre [Hier beginnt fol. 37v (früher: 31v)] nicht geraten welle; chaem aber nieman inner iars frist, so sol der lehenherre daz lehen verantwurtten, als ander
sein aygen oder lehen, ez waer dann, daz iener bei dem lande nicht enwaer an gevaerde, der daz lehen versprechen wolt, und kumpt er dann zuo dem land, dem
sol iens gewer an dem guot unschedlich sein und sol umb daz guot zwischen ir paider geschehen waz recht ist.
Art. 214. Umb lehen, da man dez leherren nicht waiz
Wer stet auf ein recht und spricht, er hab ein lehen und wizz seins rechten lehenherren nicht, da von er es haben sùlle,
dem sol man vorsch geben auf daz naechst taedinch; hat er dannoch seins rechten lehenherren nicht ervorscht, so sol er bereden mit seinem ayde, daz er seins rechten
leherren niht enwizz, und sol er dann seins lehens sitzen bey nutz und bey gewer iar und tack; hat er in dann nicht ervorscht, so sol er dann widerkomen auf daz recht und sol bereden mit seinem ayd, daz
er seins [Hier beginnt S. 119 der Edition] rechten lehenherren nicht ervorscht hab, noch den, da ez der selb von hat, so sol er es nemen von dem landesherren als lang, ob iemant kòm, der
bey dem land nicht gewesen waer; der selb sol sten auf daz naechst recht, daz dar nach wirt ùber vierzehen tag, und auch wenn er ze land ist chomen, mag dann der selb bereden mit seinem ayde, daz
er bey dem land nicht gewesen sey oder in dem land ist gewesen und sein nicht gewest hat und auch daz guot durch recht leihen sol, dem sol dann nicht schaden,
daz er es von dem landesherren enpfangen hat, so sol er es dann ienem leihen, der sein bey nutz und gewer sitzt, und sol ez dann der selb von im ze lehen enphahen.Art. 215. Umb
aygen oder lehen
Wær, ob ein man oder ein fraw´ chlagt auf ein guot, ez sey aygen oder lehen,
und daz guot ains herren waer, der auf dem selben guot nicht gesezzen waer und wurd dem [Hier beginnt fol.
38r (früher: 32r)] mann, der daz guot pawet, chunt getan von der schrannen diu anchlag ze haus und ze hof, daz er es dem hern kunt tuon solt, und taet der pauman dem hern nicht kunt die selben ansprach, auf welhen tag er daz verantwurtten solt, und behùb dann der anchlager daz guot und getar sich der herre da von nemen mit seinem ayd, daz ims der paur nicht chunt getan hab, so sol man im tack geben, daz guot
ze verantwurtten auf daz naechst recht, und dem arm als dem reichen und dem richter von dem gebauren, der dem hern nicht chunt getan hat, ze puozz ayn pfunt pfenning.
Art. 216. Umb leipgeding aygen oder lehen, daz eins gotzhauzz wer
Wer ein leipgeding hin geit fùr aigen oder fùr lehen, daz ains gotzhauss ist, ùberwintt
in dez der herr mit dem rechten, der zuo dem gotzhaus gehòrt, als recht ist, so sol sich daz gotzhaus seins guotz
wider underwinden und sol der geben, der daz guot verchauft hat, dem gericht sechzick und fùmf pfunt, und der hat seineu recht verlorn gen dem herren.
Art. 217. Von nutz und gewer
Uns dunckt auch guot und recht umb den artickel, der in dem puoch
stet umb ein guot, dez einer bey nutz und gewer sitzet, und ainer vor mit dem rechten dar umb enbrosten ist, daz er dar umb dez gerichtes brief nemen sùlle,
als ims recht geben hat, und daz er mit zwain noch mit fronboten nicht erziugen sùll. [Hier beginnt S. 120 der Edition] Wer umb law´t wirt angesprochen, si sein aygen oder lehen, der er bey nutz und bey gewer
sitzt, der hat die wal, der pey der gewer sitzet, daz er si stell mit ir mùmlingen mit zwayn, ob er si gehaben mag; mag er der zwaier nicht gehaben, er mag ez mit ainem tuon, die des swern, ez sein frawen oder [Hier beginnt fol. 38v (früher: 32v)] man, die ir mùmlingen sint und die als nahen gesippt
sein von der muoter, daz si zuo einander niht geheyraten mùgen, und die dez swern, daz si chainen andern
herren nicht enwizzen, dez si sein; ist aber, der die gewer hat, daz er die stellung nicht tuon wil oder mag, so sol si der anchlager stellen in dem rechten
als vor geschriben stèt; waern ez aber gechauft law´t, so sol er den kauf stellen, als recht ist, mit zwain erbern mannen, und waern ez chint,
die zuo iren tagen nicht komen waern, da der herre sein law´t mit bestellen wolt, so sol der herre selb
fùr si swern, ob er wil, oder ir naechsten friunt ainer.Art. 219. Umb law´t hin geben
Ist, daz ein erber man dem
andern law´t ze chauffen geit, si sein aygen oder lehen, die sol er im mit der gewerschaft vertreten,
als recht ist, die aygen law´t ayn iar und einen tack, die lehen sind auch iar und tak ; wurden aber die law´t
von ieman anspraech, e sich die gewerschaft ergieng, und behùb man si dem an, der si gechauft hat, so sol im diser sein gelt, dar umb er si gechauft hat,
widercheren und den schaden dar zuo, den er betiuren mag mit seinem ayd; hat aber diser diu law´t inne
als lange, biz daz sich diu gewerschaft erget, swer im si dann fùrbaz anbehùb, dez sol diser, der si verchauft hat, an all engeltnuzz beleiben und ist im nichtz dar umb schuldick und sol
iener seinen schaden betiuren mit seinem ayd, ist er under einem halben pfund, ist sein ùber ein halb pfunt, so sol sein hant selb dritt sein.Art. 220. Umb law´t gekauft
Wirt ainer angesprochen umb law´t, die er gechauft hat, si sein aygen oder lehen, und da er sein
gewer an erlangt hat, mag er dann seinen chauf war gemachen mit zwain erbern mannen, die im dez helfen swern, oder mit briefen, dez sol er geniezzen; bringt er seinen chauf also, so sol ims fùrbaz
niemant mer ab stellen, und gicht er icht schadens, den er dez rechten genomen [Hier beginnt S. 121 der Edition] hat, den selben sol er betiuren mit seinem [Hier beginnt fol. 39r (früher:
33r)] ayd, ist er under einem halben pfund, ist er ùber ayn halbs pfunt, so sol sein hant selb dritt sein; geschaech aber dem pruch, der umb die law´t
angesprochen ist, der verliust genuoch an den law´ten und ist nieman dar umb nichtz schuldick.
vgl.
DRW: Ehehaftnot (I), 1Eigen (II 1 e alpha), einantworten, einundzwanzig (I), ersparen (I), geheiraten, genennen,
gut (I 1 b Spiegelstrich 1), Mühmling, 2nahen (II)