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BairLR.(Schlosser/Schwab) [13. Titel]

Titulus actionum duarum villarum vel plurium super iure proprietario fundi et super privatione iuris dictionum villarum

Art. 136.

[Hier beginnt fol. 26r (früher: 20r)]

Umb zwayer dòrffer chrieg

Wo zway dòrffer mit einander kriegent umb ein gemayn, da sol der scherg den, die sùllen daz beschawen, und waz dann der meraer tail und der pezzer auf ir ayd dar umb sagent, daz si recht dunckt oder si ir gewizzen weiset, wer ez durch recht haben sol, der sol daz fùrbaz haben und niezzen an all notrede und sol ietwederr tayl dem gericht nichtz schuldich dar umb sein.

Art. 137. Umb ains dorfs gemain

Waer auch, daz man ainen anchlagt, er hiet eins dorfs gemayn ein gevangen mit zimmer oder mit baw´, wie er sich der underwunden hiet, stet er dez an laugen, so sol man im gepieten, daz er si raum und lazz ligen und ist dem gericht dann der puozz schuldich worden ain pfunt pfennig; stet er aber mit laugen, so sol man einer kuntschaft dar auf gepieten, der eltisten und der besten, und swenn si fronboten beidenthalben lazzent wizzen, der sol in dar auf gepieten und weder tail noch gemain dar an habent, und die sùllèn ez beschawen und dar, daz dez schadens als vil sey, als er benennt hat.

Art. 138. Umb gemayn

Spraech aber er, "ich laugen nicht, ich han der gemayn als vil inn und die han ich auz gewechselt und wider legt mit anderm meinem aygen oder lehen", mag er daz beweisen mit einer erbern chuntschaft oder mit briefen oder mit dem wider wechsel, den er fùr diu gemain geben hat, dez sol er geniezzen und sol man in ze fùrbann dar umb tuon und dez gerichtz brief dar umb geben, und ist im der schuldich, der in bechlagt hat, zway pfunt pfenning und dem richter ain pfunt pfenning, dar umb, daz ez vor verrichtiu schulde gewesen ist; und ist ir mer dann ainer, die umb diu gemayn gechlagt habent, die sint im all nimer schuldich, dann waz puozz in dem artickel geschriben ist.

Art. 139. Von den dorf rechten

Man sol auch in dheinem dorfgericht umb dhein hòher gelt richten, dann umb zwen und sybentzick pfenning, und auch dhein hòher buozz nemen, dann zwelf pfenning; welich lantrichter in seinem gericht sein dar ùber gestatet, den sol der herr dar umb bezzern oder sein vitztuom an leib und an guot.

Art. 140. Umb ains dorfs gemayn

Hiet ieman eins dorfs gemayn inne, den sùllen die nachtgebauren dar umb ze rede setzen oder mit fronboten, daz er si raum und lazz ligen nach einer erbern chuntschaft sag, und tuot er daz unbetwungenlichen an recht, so sint si baidenthalben dar umb nichtz schuldich.

Art. 141. Umb lantstrazz und wagenweg

Swo ein lantstrazz oder ein ehafter wagenweck durch ein velt oder neben einem veld get, und die law´t, die an den weck aecker habent, stozzent die ackernt dem weg ze nahen, also daz der weck ze eng worden ist, da sol man einer [Hier beginnt fol. 27r (früher: 21r)] chuntschaft auf gepieten, den eltisten und den besten, und swie weit und prait si die strazz sagent und auch den weck auf ir ayd, die si dar umb swernt, als recht ist, da sol die strazz und der weck pei beleiben; ob die law´t, die aecker hin an habent stozzen, ir nutz und ir gewer verantwurtten wolten, ob si daùcht, daz man in der aecker ze vil ab sagen [Hier beginnt S. 101 der Edition] wolt zuo dem wege, so sol si nutz und gewer an der stat nicht fùr tragen und sol also beleiben, als ez diu kuntschaft auz gegangen hat.

Art. 142. Von einem esch

Es sol nieman in cheinem dorffe in cheinem esch nicht sneiden an der nachtgebauren rat und willen; wirt er dar umb angesprochen, so sol man seinen ayt dar umb nemen oder man mach ez dann war mit zwain oder mit dem eschayn ain, die dez mit im swern, daz er es getan hab, so sol er in iren schaden abtuon und gelten mit dem ayd, den si getiuren mùgen, und ist dem gericht dar umb schuldich worden zwen und sybentzich pfenning.

Art. 143. Umb eschayn oder wishein

Swo eschain oder wishein sind, die der meraer tail der pawlaw´t da selb genomen habent, wurden die mit ieman ze krieg umb der nachtgebawren schaden, die sol nieman wider ziugen; aber waz si benennent oder fùr gebent mit worten, daz sùllen si bestaeten mit ir aiden; umb weu si aber pfant habent, da sol man iren worten umb gelauben ungesworn.

Art. 144. Umb pauren guot verdienen

Welich pawr auf einem guot sitzet, daz er einem herren verdienen muos, iaech der chains rechten an daz guot, da sol in dhein nutz, noch gewer an fùr tragen, noch helfen, er beziug ez dann mit briefen.

Art. 145. Umb pfenten auf seinem guot ein herr

[Hier beginnt fol. 27v (früher: 21v)] Ez mag ein iglich man wol pfenten auf seinem guot umb sein gùlt und umb seins guotz recht an fronboten, im selber an schaden.

Art. 146. Umb pfenten auf dem guot den herren

Es sol auch nieman cheinen pawman noch freysaezzen oder der auf der vogtay gesezzen ist, nicht pfenden noch nòten fùr seinen hern nicht mer, dann er dem herren schuldich ist, und auf die zil, als er es ze recht geben sol.

Art. 147. Umb pawlaw´t vercheren

Waer, daz ein man einen pauren, der auf seinem guot gesezzen ist, vercheren wolt ze rechter zeit in dem paw´taedinch und der pawr an daz guot nicht ze sprechen hiet, daz mag er wol tuon; naem aber der pawr dheinen pfenning von dem, den der herre dar auf setzen wolt, haimlich oder offenlich an seins herren willen, wurd dez der herr innen, so sol er den herren die selben pfenning geben und als vil, dar zuo dem richter sechzick und fùmf pfunt pfenning. [Hier beginnt S. 102 der Edition]

Art. 148. Den herren zuo seinen law´ten in daz recht sten

Ez mag ein iglich man zuo seinen vogtlaw´ten und zuo seinen aygen law´ten, zuo allen den, die er beslozzen hat mit tùr und mit tor, wol sten mit dem rechten und zuo den, der er pfleger ist.

Art. 149. Zuo ir law´ten sten die herren

Ez mag ein herre oder sein gewaltiger amptman zuo seinem manne sten in daz recht und mag im dez rechten helfen und sol der man stille sweigen; get ez aber zuo dem ayde, den sol der man selb swern.

Art. 150. Umb gaistlich law´t zuo irn lawten ze sten

Ez ist auch erfunden, ob ein geistlich man aygen law´t hat oder sust ander erber law´t in dem land aygen law´t habent, do sagt daz puoch, es sùll ein iglich herr zuo seinem aygen manne sten auf daz recht; ist aber, ob der geistlich man im und seinen law´ten, ob si wituben oder chind sint, anweiser nemen wil, so sol [Hier beginnt fol. 28r (früher: 22r)] aintweders der herr nider sitzen oder der anweiser; und ist dar umb erfunden, daz niemant selb vierd sol stèn in dem rechten; und in dem selben rechten sol ez sten gen den layen.

Art. 151. Umb amptlaw´t oder pawlaw´t von iren herren ze varn

Ez sol chain amptman noch pawman von seinem herren niht varn, da hinder er gesezzen ist; ez sùlle der amptman seinem hern beraiten umb alles, daz er hintz im ze vodern hat; der paw´man sol den herren beraiten und berichten seiner gùlt und seins gerichtz und seins guotz recht.

Art. 152. Umb die pawren von irn hern varn

Chlagt ein herr seinen mayer, er sey im von seinem guot gevaren, dar auf er sey gesezzen oder ob ers ze einem zuopaw´ hat gehabt, und er hab im seiner gùlt oder seinz guotz recht nicht auzgericht, so sol man dez mayers laugen dar umb nicht nemen, zehant sol im daz gericht gepieten und in dar zuo nòten, daz er zuo dem hern auf sein guot kòm, und sol in beiden da ein recht widervarn nach dez guotz recht und nach der nachtgebauren rat; versaezz er daz gebot, so ist er dem herren seiner voderung schuldich mit der zwigùlt, und da sol im der richter pfant umb antwurtten, wo er sein geweist wirt.

Art. 153. Umb den herren mit ir mayern ze kriegen

Wo ein herre mit seinem mayer ze chrieg wurd umb sein gùlt oder umb seins guotz recht, da sol man dez hern worten bey seinen triwen umb gelauben ungesworn; iaech aber der mayer hintz seinem herren, er hiet sich [Hier beginnt S. 103 der Edition] vergezzen und er solt im sein nicht oder er hiet in sein bericht und dez wolt er in beweisen mit zwain erbern mannen zuo im, die ez bey ir triu auf ir ayd sagent ungesworn, spraech aber der herr, "daz ich da fùr geben han, dez wil ich dich beweisen mit zwain, die ez auf ir ayd sagent ungesworn", so hat der herr die wal, er tuo ez oder der mayer.

Art. 154. Umb einen pauman auf einem guot sitzent

[Hier beginnt fol. 28v (früher: 22v)] Welich paw´r auf einem guot sitzet, daz er einem herren verdienen muoz, iaech der chains rechten an daz guot, da sol in chein nutz noch chein gewer fùr tragen noch helfen, er beziug ez dann mit briefen an als vil; ob der pawr nichtz gicht auf grunt und auf bodem und gicht, er hab daz guot ze iaren verlantschult oder bestanden ze òdrecht oder ez sey im umb rechten dienst lazzen drew iar an pfenning, mag er daz also erziugen, ob im der herr dez laugent; erziugt er es dann mit zwain erbern mannen zuo im, daz ims der herre ze drein iaren lazzen hab oder minder, dez sol er geniezzen; iaech aber der paur icht mer dann driu iar, daz sol er beziugen mit briefen.

Art. 155. Wo sleg sint

Waer aber, swo sleg sint und iemant sein vih dar auf trib und der slack under dreyn iaren ist, so sol man ie von dem haupt geben sechs pfenning dem, dez der slack ist.

Art. 156. Umb wazzer, daz nicht schefrich ist

Wir haben auch erfunden, ob ein wazzer, daz nicht schefrich waer, ainem hin laet einen gantzen wasen, daz sol dem unschedlich sein, dez der podem gewesen ist, ez waer dann, ob ez ainem in griezz weiz wegen gaeb oder schutt, der mage ez wol fùrbaz haben.

Art. 157. Umb paw´law´t

Wir haben auch erfunden, ob ein herre einem maier sein guot liezz ze drein iarn oder minder an gewisheit, daz er im als wol getrawet hiet, ob der mayer in der zìt verdurb, von welherlay sache daz waer, daz er nicht guot pauman gesein mòcht und dem hern dez guotz recht nicht widervarn mòcht mit seinem dienst, mit gericht, daz er im sein guot pawlich ligen lazz in allen den pùnden, als er mit dem hern gedingt hiet, so sol er dem herren in den næchsten vierzehen tagen vor liechtmesse verporgen sein recht voderung; ob er dez nicht wolt oder mòcht, so hat der herr gewalt, den mayer ze vercheren; stùnd aber der mayer dem hern dhainer sache [Hier beginnt fol. 29r (früher: 23r)] mit laugen, daz mag der herr selb dritt erziugen. [Hier beginnt S. 104 der Edition]

Art. 158. Umb paw´law´t

Wir haben erfunden und gesprochen mit unsern triwen, ob ein man auf einem guot saezz, daz er inn, swelherley voderung oder recht der herr hùntz dem mayer von dez guotes wegen hat rechtichlichen, da sol der herr umb sein, als recht ist, wan wir vil gesehen haben, daz herr und porgen mit gunst da mit vast ùber tragent.

Art. 159. Von amptlaw´ten

Welich herr einen amptman hat, dem er enpholhen hat, daz er im sein gùlt ein nemen sùlle, und ob ein pauman da mit ze chrieg wurd und iaech, er hiet im mer gegeben, dann der amptman iaech, mòcht sich der amptman da von genemen mit seinem ayd, daz er, noch sein gewizzer bot daz gelt von dem paumann nicht ein genomen hiet, dez sol er geniezzen und sol dann der pauman daz gelt geben, ez erziug dann der pauman die werung, als meins herren puoch sagt. [Hier beginnt fol. 29v (früher: 23v)]

Art. 160. Da einer einen zins auf ein guot legt

Ist, daz ein man sein guot besetzt und ainen zins dar auf legt, den man im gebe von iar ze iar, und stirbt er dar nach, sein erben sullen ez staet lan daz iar; besetzt er hòf oder hùb, sein erben mùgen ez staet haben, ob si wellent; waer aber, daz si die dar uf gesezzen waern verchern wolten, daz sùllen si tuon, als meins herren puoch sagt, ze rechter zit in dem pawtaeding. [Hier beginnt S. 105 der Edition]

Art. 161. Umb hindersaezzen

Ez mag in iedem dorf ein hof zwen hindersaezzen haben und nimer an der nachtgebawren willen, und ein huob ainen und nimer an der nachtgebauren willen, ez sein dann è hofstet, die den herren dienent und dem paurn nicht.

Art. 162. Daz chein pauman von seinem hern sol varn

Ez ist auch geschriben in dem puoch, daz chain amptman noch chain pauman von iren herren nicht varen sullen; ez sulle der amptman seinen hern beraiten alles dez und er hùntz im ze vodern hat, und der pauman seinen hern seiner gùlt und seins guotz recht; waer aber, ob der amptman oder der pauman von irem hern fùrn an ir urlaup ungerait und ungestift irr guot, si fùren in stet oder hinder ander erber law´t, der sol den amptman oder den pauman vodern, der sol im in antwurtten dar nach in vierzehen tagen oder er lazz in varen; taet er dez nicht und daz er in dar ùber behielt und in nicht liezz varn, so sol er im alles dez schuldich sein, dez er den amptman oder den pawman bereiten mag.

Art. 163. Da ein herre seinen aygen man oder weip vodert

Waer auch, ob ein herr aigen law´t hat, ez sey man oder fraw, und der gesezzen waer mit dienst hinder andern law´ten, so mag der herr seinen man oder sein weip ze rechter zit vodern ein dem iar und ez gewonlich ist an den, hinder den der man gesezzen ist; waer aber, ob der man oder daz weip in der zit, als recht ist, nach der voderung nicht fùren, so hat der herr gewalt, ir leib und ir guot an ze greiffen, im selber an schaden, also mit der mainung, [Hier beginnt fol. 30r (früher: 24r)] daz derman oder diu fraw´, von dem und man si gevodert hat, nicht varen sùllen, si berichten irn herren irs guotz recht und swaz si hùntz im ze vodern habent.



vgl. DRW: 1Dienst (C II 4 b), Hof (II 4 b), Leugnen (I 2 b)

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