Zigeuner

Maskulinum

zur Etymologie vgl. DWB. XV 1257ff. und Pfeifer,EtymWB. 2030f.

Fremdbezeichnung für den oder die Angehörigen einer Menschengruppe, deren Auftreten auf dem Gebiet des Deutschen Reiches seit dem beginnenden 15. Jh. in den Rechtsquellen registriert wird; die Wahrnehmung der, wie man seit dem Ende des 18. Jh. weiß, aus Indien stammenden Ethnie ändert sich bereits im 15. Jh.: zunächst als unter dem Schutz des jeweiligen Territorialherrn, aber auch des Königs (Schutz-, Geleitbriefe) reisende Gruppe mit einem sog. Grafen oder Herzog an der Spitze toleriert, werden sie bald als vermeintliche Spione im Dienst der Türken und dann allgemein als fremdes, herrenloses, liederliches Gesindel (II), als 1Heiden, Landstreicher kriminalisiert, verfolgt und für vogelfrei erklärt, wobei schließlich unter dem Namen Z. alle möglichen fahrenden (B III) Leute subsumiert werden; die Schärfe der gegen die Zigeuner gerichteten Verordnungen, die deren Lebensmöglichkeiten aufs Äußerste einschränken oder zerstören sollen, erklärt sich nicht zuletzt aus einer (politisch instrumentalisierbaren) Angst vor den Fremden und einer als Bedrohung der (früh-)bürgerlichen Wertewelt empfundenen Lebensweise.
vgl. Landfahrer (I), Landläufer (I), Landstreifer (I), Müßiggänger (II) [in DRW VIII und IX]
zur Sache vgl. HRG. V 1699ff.

15 ßl. haben wir geben den zigeunern an geld, brod, fleisch und wein ihrem herzog, ihren weibern und kindern durch unser lieben frawen ehre
1418 Schmeller2 II 1094.

to der sulven tiid [1417] wanderde dorch de land en vromet hupe volkes; desse quemen uthe Tartarien; se weren swart unde eyslik unde hadden myt sik wyve unde kyndere. se toghen dorch de stede unde leghen in deme velde, wente me wolde se in den steden nicht liden umme dat se sere stelen; erer was by 400 unde nomeden sik de secanen. se hadden under sik vorsten, also enen greven unde enen hartighen; dar worden se van gherichtet, wan se mysdeden. de vorsten der lande hadden en leydebreve gegheven, dat se velich togen, wor se wolden. etlike van en reden; men de meste hupe ghink to vothe. de sake, wor se aldus umme weterden van deme enen lande to deme anderen, was, also men sede, dat se weren van deme loven treden wedder to der heydenschop, unde dar umme was en dat ghesad vor ere penitencien unde scholden dat holden 7 jar
Mitte 15. Jh. LübChr. III 108.

wen ich [graff Heinrich von Thübbingen] vor zu W. bin gelegen u. komers halben ken T. mußte von T. ken B., von do her ken R. u. uff u. nidder habe mussen czihen als cziganiter
1466 WürtJb. 1852, 1 S. 200.

es moechten ... die armen leut sich der zygeiner mit der tat wern, und daß sollen sy gen der herschafft und meniglich unentgolten und der sachen halb aller wandel frey sein
1469 Lori,BairMünzr. I 86.

[Stadtrechnung:] 5 bh. den zügynern geschancket, dass sie hynweck zügen
1486 WasungenUB. 50.

daß eyn yder kurfuerst, fuerst vnd ander oberkeit in seinen herschaften vnd gepiten ... erkundigung vnd betrachtung thue ... von der spillewt, betler vnd der zeigewner wegen
1495 RAbsch. II 26.

der jhenen halben, so sich zigeuener nennen, vnd wider vnd fuer in die land ziehen ... ist geratslagt, nachdem man anzeig hat, daß dieselben erfarer, ausspeher vnd verkuntschaffter der cristen land sein, daß man denselben hinfuero in die land zu ziehen nit gestatten noch leiden soll
1497 RAbsch. II 32.

den zegeunern verbieten wir vnser furstenthumb vnd gebiete gantz vnd gar. vnd wollenn das sie nyrgen jngelaissen gelietten ader vff enthalten werden sollen by vermydung vnser vngnedigen straiffe
1500? HessSamml. I 33.

es soll fuerter kain zigyner inn gebietten vnd oberkaiten vnsers gnedigen herrn gedult beherbergt oder vffenthalten werden, wurden sie aber darinn erfunden, so sol man die manspersonen gefencklich annemen, vnd deren wyb vnd kind von stund an vsser dem fuerstenthum fueren lassen
1515 Reyscher,Ges. XII 33.

auch sollt du in deynem ampt keynen zeguener odder heyden zulassen, sonder sie alsbald den nechsten auß vnserm landt weyssen, vnd wo sie daryn seumig funden wurden, sie darumb zymlich straffen
1524 HessSamml. I 49.

von wegen der cigineren unnd heyden will unns gefallen, das die in unnserer eidgnoschaft furer nit me geduldet, sonder von unnsern landen abwise unnd darby warne, wo man sy daruber in unsern landen ergriffen, das man sy lut voriger abscheiden an die escht hencken werde
1532 AktBaselRef. VI 107.

so auch viel lediger unnützer leute hin und wider in landen weben, dazu man sich nichts guts vorsehen mag, als sint zigeuner und starke vormögende betler, die selben sollen in unsern landen und fürstenthumen hinforder nicht geliden oder geduldet werden
1532 Sachsen/Sehling,EvKO. I 1 S. 181.

daß angeregte paßporten, wo etwan den zigeunern, und von wem sie gleich gegeben waeren, zu cassiren, abzuthun, und zu vernichten seyen
1551 RAbsch. II 623.

[Überschrift] von den zigeünern vnnd vnbekanten argwenigen leüten
BairLO. 1553 VI 3.

welcher gestalt und maßen es ... mit den buchtruckern, -führern und -verkäufern, fremden inkömlingen, herrenlosen knechten, unbekanten krämern, betlern, heiden oder zigeunern, landläufern, netzbuben und andern argwonigen geselschaften und dero aller straf ... gehalten werden soll
1558 Jülich-Berg/QNPrivatR. II 1 S. 330.

ist auch meniglichem wissend, das der zigeiner und etlicher landstraifer wesen und practick lauter buobenwerck und verräterey, welchs dem Teutschlandt und jederman vil unrats, unglücks und ubels mitgebracht
1574 WürtLändlRQ. III 37.

derjenigen halben, so sich zeugeuner nennen ... gebieten wir allen churfuersten, fuersten und staenden, bey den pflichten, damit sie dem heil. reich verwand, ernstlich und woellen, daß sie hinfuero dieselben zeugeuner (nachdem man glaublich anzeig hat, daß sie erfahrer, verraether und ausspaeher seyen, und die christen land dem Tuercken, und andern der christenheit feinden verkundschafften) inn und durch ihre land nit ziehen, handeln und wandeln lassen
RPO. 1577 S. 393f.

als auch das loße, verloffene gesindlein die zegeyner mehrfaltig eingeriessen, mit irem wahrsagen und dergleichen fantaseyen vill betriegen, das ihrieg arglistiger weys abbiegen und entwehnen, derwegen furthin der keiner wenig oder vill in der herschaft nit geduldt ... werden solle
1577 WürtLändlRQ. I 734.

das dissen zeugeunern vnd landtleuffern kein durchtzogk viellweniger beharlicher vnderschleiff verstattet werden solle
1582 HessSamml. I 452.

lieben getreuen, wir werden berichtett das sich in vnserm furstenthum vnd lande allerhandt lose gesindt so sich zeugeuner nennen, einschleiffen, denen jhr, jhres gefallenß so lang sie wollen darinnen zu hausiren ab vnd zu zutziehen gestatten sollett
1582 HessSamml. I 452.

ob iemands, wer der sei, verdachtliche und schedliche leit ... widertauffer, zigäner und irer secten verwante und zusambenkonften in seinem haus und herberg aufhielte
1587? OÖsterr./ÖW. XIII 128.

darneben dann auch jetziger zeith das gesind so sich ziegeuner nennen, und dafuer ausgeben, zu roß und fueß sich auch finden lassen, und ueber den armen unterthanen mit dero beschwehrungen und schaden zu liegen vermeinen
1590 Schneidt,Thes. II 1866.

nach dem den zygeinern, darumb dz sie fuer ausspeher, kundschaffter vnd verraehter der christenheit gehalten, auch mit heidnischer abgoetterey vnd andern vnchristlichen lastern kuendlich behaftet seynd, hiebevor auff mehrmals gehaltenen reichsversamblungen das heilige reich teutscher nation gaentzlich verbotten worden, ... so befehlen wir hiemit allen vnd jeden vnsern amptleuten, befelchhabern, landsaessen vnd vnterthanen, daß sie gedachten zygeinern vnd jhrem anhang ... einigen durchzug ... keines wegs verstatten
1599 OPfalzLO. 61.

der oder die jenige, welche nicht in ernst, sonder allein aus fürwitz, schimpfsweiss und kurtzweil halben ... zigeuner, wahrsager, zauberer, und andere fragen, jhnen die hände bietten, darein sehen und wahrsagen lassen ... der oder dieselben sollen ein gantzes monat aintweders in der gefencknuss ... abgestrafft, oder aber ... handtarbeit zu verrichten ... geschickt oder ... für die kirchen gestelt, oder ... in der keuchen mir ruethen wol abbüesst werden
1611 Friedrich Panzer, Bayerische Sagen und Bräuche II (München 1855) 288.

wann aber vneracht diser reichsordnung vnd verbott die zigeuner sich ... vnderstehn in vnsern landen sich einzuschlaichen, als setzen vnd ordnen wir noch ferner, da hinfueran zigeuner bey vnsern landtgraenitzen sich erzaigen vnd sehen lassen, dieselbige alsbalden ... mit betrohung einer leibsstraff auß dem landt zu ruck gewisen, da sie aber im landt betretten, sie allen vnd jeden obrigkeiten ... mit haab vnd guet preyß gegeben ... werden ... als wir auch berichtet, daß jnen durch etliche in vnsern fuerstenthumben paßporten vnd vrkunden jhres verhaltens gegeben werden, woellen wir solches hiemit bey der straff abgeschafft ... haben
BairLR. 1616 S. 679.

verordnung der plackerey, zigeuner, bettler, gartten knechtt und ander dergleichen herrnlose gesindleins halben
1616 CCNass. I 1 Sp. 702.

es soll auch fuerther kein zigeiner in vnsers hertzogthumbs oberkeit geduldet, sonder in den anstossenden orten gewarnet vnd abgewiesen werden. wa sie aber vber das darinn betretten, sollen sie durch die amptleut von stund an gefaenglich angenommen, jhnen all jhr haab vnd gut eingezogen vnd deren weib vnd kind ausser dem land getriben werden
1621 Reyscher,Ges. XII 767.

nachdem auch die zigeuner und tartern als vorraether, außspeher, und vorbannete leute billich nicht auffgenommen, gehauset oder gedueldet werden sollen, und wir dennoch vormercken, daß nicht destominder solch gottloß, aberglaubisch, betrieglich, diebisch und morderich gesindlein in unsern landen sich ungeschewet finden lasse
1622 SchleswHLGO. 144.

wöllen wir die ... anstalt machen, daß diejenigen, welche solchen wahrsageren, teufelsbeschweereren und sägneren, wie auch den heiden oder zygineren ... nachlaufen ... als faule nichtswärtige glider von der christlichen kirchen und gemeind abgeschnitten ... werden sollen
1637 BaselRQ. I 1 S. 509.

hat die herrschaft Clauß ... auf alle straifend, gartund und andere herrenlose und unnüze gesindl und züggeiner, was nit malefizisch, die wandl zu pönen und zu straffen
1646 OÖsterr./ÖW. XIII 84.

sollen auch außerhalb der jahrmerckten die hussierer, harzer, zigeuner, gartknecht, störzer, landstreicher und alles anders herrenlos gesind ... fortgewisen werden
1651 Vorarlberg/ÖW. XVIII 38.

wann es auch sehr starcke und solche leuth seyn, welche die pein der torturn so gar hoch nicht achten oder empfinden, als wie die zigeuner, juden und andere leichtfertige leuth, koennen sie auß erheblichen anzeigungen wohl zwey, oder dreymahl ... torquirt werden
NÖLGO.1656(CAustr.) 39 § 4.

demnach auch hin vnd wieder in den landen leute herumb streichen, so sich heyden oder zygeuner nennen, vnd mit gottlosen aergerlichen dingen vmbgehen, nemlich mit zauberey, warsagerey, dieberey vnd allerley betrueglichen stuecken, weßwegen sie auch bey wolbestelten regimentern im christenthumb vnd vnter den rechtglaeubigen keines weges zu hegen, sintemal sie auch den christlichen glauben nicht verstehen noch demselben zugethan seyn, vnd man weder von ihrer geburt noch aufferziehung, leben oder wandel, vielweniger von ihrem ehestande einige gewisse nachricht haben kan, sie auch offenbarlich vnd vngescheuet ihre boese stuecke, so dem christenthumb allerdings zuwider seyn, treiben, vnd davon nicht abstehen, weßwegen auch christliche obrigkeiten sie nicht zu dulden, sondern wo sie sich angeben, so bald fort vnd hinweg zu weisen hin vnd wieder angeordnet vnd befohlen haben
1656 HessSamml. II 412.

[Pestedikt:] sonderlich sollen die außlandische frembde bettler, landlaeuffer, gaengler, frembde kraemer oder hausirer, ziegeuner, juden vnd dergleichen ... nicht auffgenommen ... werden
1666 HessSamml. II 633.

ich ordne, setz und will auch, daß keiner meiner gerichtsverwanten, underthonen und hindersäßen mit keinem juden noch jüdinen, züggainer und züggainerinn im geringsten nichts contrahiere
1672 WürtLändlRQ. III 622.

anno 1497 sind abermal viel ziegeuner hieher kommen, welche wunderliche und seltzame possen und abentheuer getrieben, es hat ihnen aber e. e. rath einen orts-gülden gegeben und sie, nach erkundigung ihres betrugs fortweisen lassen
1676 WasungenUB. 50.

lasse ihme ein ieder ... angelegen sein ... keine landfahrer, zügeiner, s. v. schünter und henkers gsündl, starke bettler und andere verdechtige mans- oder weibspersohnen zu beherbergen
1688 OÖsterr./ÖW. XII 91.

daß man die so genanten heyden oder ziegeuner, als welche nichts anders dan ausspaeher und verraether der christenheit, und dazu landbetrieger sind, in und durch die lande teutscher nation keinesweges ziehen, handeln und wandeln lassen ... solle
1695 HessSamml. III 398.

wann ain landgerichtsverwalter zu ... ausrot- und vertreibung der zigeiner oder anderer umbschwaif- und vagierenten unnuzen herrnlosen leuten und gsündl aufbieten ... thuet
1700 OÖsterr./ÖW. XIII 416.

seynd des gleitschutzes nicht werth ... die ziegeiner
1705 KlugeBeamte I2 330.

massen wir dann ... unsere unterthanen insgemein vor dem unter dem schein des bettlens und erdichtetem vorwand ihrer gebrechlichkeit ... sich einschleichendem liederlichem losem und des feuer-einlegens in staedt flecken und doerffern hoechstverdaechtigem gesinde, ins besonder denen ziegeunern ... verwarnet ... haben wollen
1710 HessSamml. III 636.

solle keiner keinen bettler, landrötter, zigeiner oder sonsten leuchtfertig, verdächtig, landfrembd, und unbekanndes gesindlen mehr haußherbergen noch unterschlauf geben
um 1710 WürtLändlRQ. I 530.

welchemnach dann sich wider den peinlich innhafftirten so viel verificirt, daß er ein zügeiner und denen künsten wohl erfahren
1714 Württemberg/ZRG.2 Germ. 114 (1997) 244.

dijenige bößwicht belanget, so unter den namen der zigeiner und rauber im land herumb vagiren und sich auf das rauben und allerhand grausamme gewathaten [!] verlegen, da statuiren wir ... das solche mörderische unmenschen ... vor vogelfrey gehalten ... werden
1720 NArchHeidelb. 3 (1898) 192.

daß ... allen ziegeunern unsere lande zu betreten, dieselbe zu durchstreifen, zu garden, und darinnen aufenthalt zu suchen, bey nachdruecklicher leibes-strafe ernstlich verbothen ist
1720 AltenburgSamml. I 243.

niemand ... soll einige fremde betteler, landläuffer noch ziegeuner oder heiden bey sich unter dach nehmen, noch einigen auffenthalt geben, bey straffe 5 gfl. an unsern gnädigsten fürsten und herrn und einer halben tonne bieres für die gemeine
1721 OstfriesBauerR. 114.

sub nocturno tempore effregerunt fures vulgo zigeuner in custodiam nostram et sustulerunt argenteos calices
1728 KlArchRhProv. III 54.

die ziegeuner ..., welche nicht allein unter sich ein atheistisches suendliches leben fuehren, sondern auch im buergerlichen staat, außer ihrer muthwilligen und gefaehrlichen betteley, mit fast offenbaren stehlen und rauben, auch verfuehrung der alten und jungen, grosses unheil stiften
1736 CCHolsat. I 538.

daß die im lande befindliche zigeuner, wann sie attrapiret werden, nach der naechsten festung zu schwerer arbeit gebracht werden sollen
1741 CCHolsat. I 946.

[policey-ordnung] und weil die zigeuner, als ein dem muessiggange ergebenes, unflaetiges, religion- und gottes-dienst nicht achtendes unnuetzes gesindlein gemeiniglich vom stehlen und rauben profession machet, mithin von loeblichen fraenkischen creisses wegen der allgemeine schlus gefasset worden, solche leute als einen abscheu menschlicher societaet in den creis-landen gar nicht mehr zu dulden
1746 CCBrandenbCulmb. II 1 S. 733.

was die zigeuner anbetrifft, welche unter die gefährlichsten landstreicher zu zehlen sind
1748 Krüger,PreußManufakt. 606.

gleichwie nun also heut zu tage die ziegeuner als schaedliche boesewichter, ja als ausspaeher, kundschaffter und verraether der christenheit angesehen werden: also sind sie auch aus Deutschland so wohl, als andern reichen vielfaeltig verbannet, ja durch ein urtheil des cammer-gerichts zu Speyer alles schutzes entsetzet und vogelfrey erklaeret worden
1749 Zedler 62 S. 527.

an allen gränzen unsers hochstifts Paderborn besondere pfähle mit darüber hangenden tafeln errichten, und darauf zu jeder warnung und wissenschaft die wörter deutlich schreiben zu lassen: auswärtigen bettelnden christen und juden, landstreichern und anderen liederlichen gesindel ist bey straf lebens-länglichen zuchthauses und karren-schiebens, hingegen denen ziegeuneren bey leib- und lebens-straf der eintritt in das hochstift Paderborn verbotten
1750 ZWestf. 94, 2 (1938) 199.

daß die jauner, zigeuner, vaganten, landstreicher, deserteurs ... in denen gemeinden nicht gedultet ... werden sollen
1751 SammlBadDurlach II 90.

ist das hinlaenglichste, wann jede obrigkeit auf einen einbringenden ziegeuner ein namhafftes kopf-geld setzet, und hernach, wann ein creiß eine parthie beysammen hat, solche man entweder in wohlverwahrte festungen zum schantzen, oder ueber meer in plantagen und colonien bringen lasse
1761 Hönn,Betrugslex. 519.

sollen die zigeuner, welche sich nach der unten zu gueltigkeit dieser ordnung fuer fremde bestimten zeit noch in unsern landen betreten lassen, als ein vogelfreies raubgesindel, wenn sie unserm peinlichen gericht eingebracht werden, sogleich aufgehangen, und fals sie sich beim arretiren, wozu ebenfals ein jeder unserer unterthanen schuldig seyn sol, mit der flucht retten wollen, tod geschossen werden
1770 LVerordnLippe II 370.

obwohl es ehemals erlaubt war, die zigeuner und in die reichs- und oberacht verfallenen verbrecher ungestraft zu toedten; so finden jedoch auch hierin bey dem veraenderten justitzwesen in Deutschland andere grundsaetze statt
1783 Quistorp,GrundsPeinlR. 408.

das uebrigens verbrecher, denen die oeffentliche sicherheit benommen ist, ingleichen zigeuner und andere vagabunden dieser rechte [der Reisenden] nicht theilhaftig seyen, darin stimmen alle und jede landesordnungen mit einander ueberein
1805 RepRecht XII 253.