Wort davor: Peilzeichen
Pein
Wortklasse: Femininum
sprachliche Erläuterung:
früh entlehnt aus mlat. pe-na.
Pein (I)
Erklärung:
Folter, Tortur, überwiegend als Mittel der Wahrheitsfindung bzw. Geständniserzwingung im gerichtlichen Vorverfahren beim Inquisitionsprozeß.
bedeutungsverwandt:
Peinlichkeit (II),
Peinmarter,
Peinqual.
vgl.
peinlich (II),
Marter (II).
- Belegtext:
tormenti pinono
Datierung: Anf. 9. Jh.
Fundstelle: AhdGl. I 48, 11
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- digitalisiert von der ULB Düsseldorf
- Belegtext:
mit der rede hiez ern vanhn und hiez in werfin in die pine
Datierung: Anf. 14. Jh.
Fundstelle: AltdPred. I 383
- Belegtext:
als ein schargie sol vüegen pîn due vorhte und toeten die sünde
Datierung: 1337
Fundstelle: Ammenh. V. 5796
- Belegtext:
das B. ... em sine husfrowen ... in sine gefencknisse gefourt, se gelick eyner myssedederschen gestocket, geblocket, by oren duemen vff gehangen myd mengerleyge anderer pine de vrouwen vntemlich ... sin
Datierung: 1381
Fundstelle: MittOsterland 3 (1853) 515
- Belegtext:
mer en machs die rechter mit scepenen of poirterkennes niet op hem kenlic maken dat hy die ondaet, die hy hem aenleit, ghedaen heeft, ende hy die sonder pyne niet lien en wil, men mach an sijn lijf mit recht niet comen
Datierung: Anf. 15. Jh.
Fundstelle: BrielRb. 198
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- Belegtext:
wy wol er sich zcu den dingen bekannte vor richter vnnd scheppen, so er jnn ernste vnnd pein gefroget ward
Datierung: 1474
Fundstelle: Neumann,MagdebW. 132
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Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Belegtext:
so er mit der scherff der pein angegrieffen
Datierung: 1510
Fundstelle: GörlitzRatsAnn. I/II 38
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- digitalisiert vom Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ)
Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Belegtext:
hat er anhe pyne vnd whe ... auß dem gfengknus offentlich bekant, das man nymants dann yn vordengken solle
Datierung: 1511
Fundstelle: ZerbstFemb. 46
- Belegtext:
hadde ick en willen angripen unde in grote pyne bringen, szo dat he van pyne wegen scolde hebben bekennen moten sodaner bosliken dat
Datierung: 1518
Region/Autor/Textsorte:
Magdeburg
Fundstelle: Wasserschleben,RQ. 128
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- Belegtext:
nun ist questio, die peinigung, ein erfarung der warheit durch pein
Datierung: 1542
Fundstelle: Klagsp.(Brant) 128v
- Belegtext:
erstlich wardt Elion, der jud, gefragt / umb seine grosse missethat / ohn alle marter und auch pein, / wie die sachen zuegangen sein
Datierung: 16. Jh.
Fundstelle: EndingerJudensp. 76
- Belegtext:
an der pyn und marter
Datierung: 1601
Fundstelle: SchweizId. IV 1307
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- digitalisiert in der Onlineversion des Schweizerischen Idiotikons
- Belegtext:
[Unholdinnen hatten] ihr schuld und missethatt ohne pein und martter offentlichen bekendt und vergächen
Datierung: 1625
Fundstelle: Schacher,HexenwLuzern 45
- Belegtext:
[die vermeintliche Hexe habe] nit bekennen wollen, sonder vilmehr alles reuocirt und angeben auß peinen geschehen zu sein, was sie bekennet
Datierung: 1631
Fundstelle: BonnArch. 5 (1893) 42b
- Belegtext:
dat der missededer thor pyne gestalt ... werde
Datierung: 1636
Fundstelle: Schlüter,WestfProvR. II 72
- Belegtext:
habe sy auss grosse der pein bekhendt, dz sy sich ... mit dem bösen find tüffellich vermischt hobe
Datierung: 1636
Fundstelle: SchweizArchVk. 1 (1897) 200
- Belegtext:
ueber dreymahl soll der richter keinen torquiren lassen, sondern denselben der die pein dreymahl außstehet, loß und ledig sprechen
Fundstelle: NÖLGO. 1656(CAustr.) 39 § 6
Pein (II)
Erklärung:
körperliche oder andere Strafe.
- Belegtext:
nu hort van B. duo man si zuo der pinen [hier: Todesstrafe] leide aldus unvro
Datierung: 1220/30
Fundstelle: Morant(Frings/Linke) V. 3394
- Belegtext:
swelk man enen beklageden man um ungerichte weldeleke deme gerichte untvuret, wert he gevangen mit geruchte, he scal like pine jeneme liden
Datierung: 1224/25
Fundstelle: Ssp.(Eckh.2)LR. III 9 § 5
Textarchiv: SspLR. III 9
- Belegtext:
doen sis oec niet so, moten si gedogen de pine
Datierung: 1236
Fundstelle: CorpMnlTekst. I 21
- Belegtext:
suoelge buoesse inde pine alse hie vorgescrieven steit
Datierung: 1269
Region/Autor/Textsorte:
Köln
Fundstelle: CorpAltdtOrUrk. I 87
- Belegtext:
vijftich lb hollansc van pinen
Datierung: 1278
Fundstelle: CorpMnlTekst. I 406
- Belegtext:
wodane eveninge, de se en don hetet, de solen se holden bi alsodaner pine, alse se darup settet
Datierung: 1295
Fundstelle: Nowgorod(7 Fassungen) 102
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- Belegtext:
dat hi mach ... up ons sette pine in penninghen, in ghoede, in dienste ... na sinen wille
Datierung: 1299
Fundstelle: CorpMnlTekst. I 2694
- Belegtext:
jowellick borghere scal emme anderen borghere umme scult bi koninghes banne sweren bi der pine, de dhe het vare, also vor unschult
Datierung: um 1300
Fundstelle: HildeshUB. I 283
- Belegtext:
thet is thiu sextendeste kest, thet alle fresa hira frethe mith fia bete. thruch thet skelen hia wesa a saxina merkum uter stoc and uter stupa, uter besma and uter skera and uter alle pinum
[das ist die sechzehnte Küre, daß alle Friesen ihren Friedensbruch mit Geld büßen sollen. Infolgedessen sollen sie im sächsischen Gebiet befreit sein von Stock und Staupe, von Zuchtrute
und von Schere und von allen Leibesstrafen]
Datierung: um 1300
Fundstelle: HunsingoR. 28
Textarchiv: HunsingoR. 28
- Belegtext:
sol er liden die pin vnd die buoße der diebstal
Datierung: vor 1309
Fundstelle: BruggStR. 17
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- digitalisiert im Rahmen der "Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen online"
- Belegtext:
daz man dekeinen purger ... der gevangen wirt ... teurre oder hohe vmme keiner slachte pein nit anders losen, denne vm dreuzehen haller
Datierung: 1317
Fundstelle: MEgrana 238
- Belegtext:
so we dessen willekore yenegh brikt, de schal vallen an desse vorbenomeden pine
Datierung: 1321
Fundstelle: HanseRez. I 60
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- in Google Books
- Belegtext:
das sie alle dise ... stuocke ... bewarin ungeleczit by der pine der druowen, dy si lipliche mit guodeme willin dar ubir gegebin hant an eidis stat
Datierung: 1330
Fundstelle: DOrdHessenUB. II 397
- Belegtext:
hon wir gelobet daz keyner hande vorbot bannes oder ander pyne ... vns nyt entschuldigen mag
Datierung: 1330
Fundstelle: EberbachUB. II 918
- Belegtext:
want wer anders dede vnd nwe gewoinheit machen wolde, dy des keysers recht vorirden vnd dy lude czu vnrechter gewoinde brechten, der redet an das riche vnd gibet sich in des keysers pine
Datierung: 1330/42
Fundstelle: KlKaiserr.(Hs. Corvey) II 96
Textarchiv: KlKaiserr.(Hs. Corvey) II 96
- Belegtext:
die ... schullen auch in aller pein vnd puzze sein gen der stat
Datierung: 1351
Fundstelle: RegensbStat. 135
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- digitalisiert vom Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ)
- Belegtext:
by pyne ener lödighen mark sülvers
Datierung: 1353
Fundstelle: Fock,RügPommG. III 85 Anm.
- Belegtext:
were abir, daz unsir rad und schepphin zcu M. zcu rade wordin, daz sii bede setzin woldin, dy soldin sii setzin uf irn eyd deme richin als dem armen, und wer undir unsirn burgirn ... sii darane straffete,
der solde dy pyne lidin, als doruff ist gesazt
Datierung: 1357
Fundstelle: MarburgRQ. I 82
- Belegtext:
wirt eyn man an den rot gekorn vnde wil her nicht rotman syn, by welchir pyne se das besatzt habin, dy mus her dorumme lydin
Datierung: 1359/89
Fundstelle: MagdebBresl. I 5
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- Belegtext:
daz bilde fedirlichir irbesunde sulte an in [Kindern] mit grymmer pine gemessin werdin
Datierung: um 1360
Fundstelle: GoldBulle 139
Textarchiv: GoldBulle 139
- Belegtext:
hain wir dieselve punte ind die artikule ... geloift ... zuo halden ... ein ieclich punte under sijnre pijnen ind boeszen
Datierung: 1378
Fundstelle: KölnZftUrk. I 107
- Belegtext:
wat unevoghe in unser stad schuet, de richte wy na unses stades rechte mit pynen eder broken na erer schult
Datierung: 1378
Fundstelle: Richter,Paderb. I Anh. 58
- Belegtext:
welchim misteter vm seine mistat seine beschrebyn peine angeleyt wirt, der mistat ist uor gote uorgessin, vnd mit der peine wirt gotis czorn gesenftit
Datierung: um 1390
Fundstelle: BlumeMagdeb. 71
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- Belegtext:
under pynen des entsetzens myns offerampts
Datierung: 1397
Fundstelle: NrhAnn. 74 (1902) 178
- Belegtext:
pynliche clage ist anders nicht mehr, wen die do vordert von dem bruchhaftigin sine vordinte pyn
Datierung: Ende 14. Jh.
Fundstelle: GlWeichb. 258
- Belegtext:
in burglicher clage, also umme schult, richtit der schultheis obir den voit; daz ist solliche clage, die nicht pynlich wirt gevordert ... ist aber die sache pynlich, daz ist, ab sy pyn
vordert an libe ander an glidern, an hut adir an hare; in sollichin sachen mag der schultheise nicht richter gesien obir sinen obirrichter
Datierung: Ende 14. Jh.
Fundstelle: GlWeichb. 253
- Belegtext:
[1395] was dat erste romessche afflat binnen Bremen ... van pyne vnde van scult
Datierung: 2. Hälfte 14. Jh.
Fundstelle: BremGQ.(L.) 127
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- Belegtext:
ob iemen den andern an swelher slacht sache oder serung laidigt, und wil darumb dem chlager oder dem gelaidigten ein pilleich pezzerunge nach gesatzter pein und puezz erzaigen vor gericht
Datierung: 14. Jh.
Fundstelle: BabbÖstUB. II 290
- Belegtext:
der [richter] sol in behalten in so getaner haft, das er ym nicht entlauf, anders sol er yn kain pein anlegen
Datierung: 1403/392
Fundstelle: OfenStR.(Mollay) Art. 160
Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Belegtext:
dy fyfta pont is, dat dae greetman nen liode toscriue to liker pina, hit ne se dattet ghunge oen lijf ende oen era [die fünfte Bestimmung ist, daß die Grietmannen
keinen Parteien die gleiche Strafe auferlegen sollen, es sei denn, daß es um Leben oder Ehre geht]
Datierung: 1404
Fundstelle: WesterlauwersR. I 612
Textarchiv: WesterlauwersR. I 612
Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Belegtext:
bi pinen fan achte punden
Datierung: 1417
Fundstelle: Sipma,FriesOork. II 12
- Belegtext:
wart ym dy pyne der funffczig mark goldes vore czu geteilt
Datierung: 1424
Fundstelle: HalleSchB. II 220
Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Belegtext:
die andere [clage] heitet een piinlike clage ind is, dat men een dinck claget, dat op piin geet ind anders niet en begeert, dan dat men den anderen om die broike piiniget
Datierung: 1430
Fundstelle: KleveÄltStRHs. 46
- Belegtext:
desse pyne des dodes mach de rad delen in enen anderen dot wanner dat recht gheordelt is
Datierung: 1433
Fundstelle: BremRQ. 246
Textarchiv: BremRQ. 246
- Belegtext:
pro delictis puniendis. men scal den mynschen vor sine sunde unde unredelke levent pyne geven unde setten, dede allermeyst to vorchtende is
Datierung: um 1440
Fundstelle: WernigerodeUB. 268
- Belegtext:
emenda vel multa est in causis civilibus, et dicitur eyn wette; sed pena est in criminalibus casibus, et dicitur eyne busse adir eyn vordynte pein
Datierung: Mitte 15. Jh.
Region/Autor/Textsorte:
Görlitz
Fundstelle: Kisch,JurLex. 225
- Belegtext:
nel di sitter naet swera den eth, so is det sine pine, det hi scel wesa sceldich lycker wys jef hi in da riuchte wrwonnen were [will der Beklagte diesen Eid nicht
schwören, so ist das seine Strafe, daß er schuldig sein soll, gleich wie wenn er vor Gericht überführt wäre]
Datierung: 1457 (Hs.)
Fundstelle: EmsigerR. 246
Textarchiv: EmsigerR. 246
- Belegtext:
des reichs schwer ungnad, und darzu ein pfein, nemblich sestich marck loetiges goldes zu vormiden
Datierung: 1475
Fundstelle: Wigand,Denkw. 125
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- Belegtext:
ein leynman sol dar [ungeboden dinges dach] sin up sin pyne, dat is 6 (pfennig) des ersten dages
Datierung: 15. Jh.
Fundstelle: RhW. II 1 S. 86
Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Belegtext:
darumb sein gemacht die gesatz, das den bösen aus furcht der pein [lat. Text: formidato supplicio] die mechtikait zw schaden gezemth werde
Datierung: um 1500
Fundstelle: Summa legum 135
- Belegtext:
welche auf der gassen schreyen, püllen undt plätzen, wie die wilden eseln, stier unnd khälber, die sollen unndt jeder seinen verbrechen nach am ley"b oder anderer pein gestrafft werden
Datierung: 1601
Fundstelle: MHungJurHist. V 2 S. 92
- Belegtext:
wann die verbrechen sehr groß ... soll mans ... mit nachfolgenden peinen ... vermehren ... schlaipffen ... mit gluenden zangen reissen ... riemen schneiden
Fundstelle: NÖLGO. 1656(CAustr.) 48 § 8
- Belegtext:
pine des hovedes: lebensstrafe
Datierung: 1756
Fundstelle: Strodtmann 160
- Belegtext:
sollen die gericht einen jeglichen gezeugen in sonderheit allein in ihr rathkammer nehmen, ihn erst ermahnen die schwerheit deß ayds, vnd pyn deß ayds
Fundstelle: SaarbrückenLR. 1005
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- digitalisiert vom Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte
Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
Pein (III)
Erklärung:
erhöhte Stätte zur Hinrichtung.
- Belegtext:
ward ein pinn eines mans hoch vor dem rathaus auffgericht
Datierung: 1514
Fundstelle: BayrStChr. 23
- Belegtext:
damit trat er hin zu der pein. / als er zu höchst an d' leiter kam, / der nachrichter her den strick nam, / hieng den Unfaldo beim hals dran
Datierung: 1517
Fundstelle: Teuerdank 111, 39
[weitere Angaben: Fundstelle = 111. Kap. Zeile 39. Oder S. 282 ?]
Pein (IV)
Erklärung:
Mühe.
- Belegtext:
dat van allen ghevalle ... F. hebben sal ... déne helt, ende ic dandre te goeder rekeninghen, ouer minen cost ende ouer mine pine
Datierung: 1276
Fundstelle: CorpMnlTekst. I 300
Wort danach: Peinamt
Dieser Wortartikel stammt aus dem Deutschen Rechtswörterbuch
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