Wort davor: Mundierungsstück
mündig
Wortklasse: Adjektiv
Wortbildungshinweis: zu
2Mund (I).
mündig (I)
Erklärung:
eigenverantwortlich, volljährig, geschäftsfähig; (Paar-)Formeln mit inländisch, sinnig, kundig
kennzeichnen Voraussetzungen für bestimmte Rechtshandlungen: Verständigkeit, Möglichkeit zu bewußter Entscheidung usw.
vgl.
großjährig,
majorenn,
mannbar (I),
momberlich (II),
2mundbar (I),
mundbürtig,
mündisch,
mundlich,
vollbürtig,
volljährig.
- Belegtext:
toter tijd dat N.['s] kinder mondich werden sijn
Datierung: 1276
Fundstelle: CorpMnlTekst. I 301
- Belegtext:
uord mer hebbe we des keyser recht also dat nu vordmer en iewelic iungelinc al en he mundich si, vnde to sinen achtein iaren comen si, he schal vntfan van deme rade vth sime sclechte
ofte andere bederve lude, de eme de rat gift to bisorgheren bet also lange dat viunttwintich iar si al vmme komen
Datierung: Ende 13. Jh.
Fundstelle: LübMndStR. Art. 207
- Belegtext:
weren kinder, dy nicht mundichen weren, dy scholen eynen vormunder kisen
Datierung: um 1300
Fundstelle: BurgLR. 163
Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Belegtext:
cum heredibus non mundigh, hoc est quod ad annos non venerunt
Datierung: 1326
Fundstelle: KampenSchActen 165
- Belegtext:
dat weder spreken ore erven dar umme, dat sie nicht mundich en si unde ok neyne kindere hebbe
Datierung: 1336
Fundstelle: StendalUrt. 90
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- Belegtext:
sterft en man unde en vrowe, die kindere hinder sek latet, de nicht mundich sint, das scal de neyste unde de eldeste swertmach vormunde sin
Datierung: 1. Hälfte 14. Jh.
Fundstelle: GoslarStR. I 2 § 22
Textarchiv: GoslarStR. I 2
- Belegtext:
eyn vormunder sal dat kint antwarden den menen maghen an beyden siden vri ende loys, alset mundich is
Datierung: 1. Hälfte 14. Jh.
Fundstelle: ZutphenRbr. 66
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- Belegtext:
dit is van muntschap der luode: eyn knet dey mundich wesen zal dey zal wesen 14 jar alt, ein maghet ... zal wesen 12 jar alt
Datierung: 1. Hälfte 14. Jh.
Fundstelle: DortmStat. 66
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- Belegtext:
de kindere, wanne se wol mundich werdet
Datierung: 1354
Fundstelle: HildeshUB. II 53
- Belegtext:
ouch sal he gewere sin vor kinder, dy nicht mundig sin unde ouch dy poben oren iarn sin
Datierung: nach 1358
Fundstelle: Rb.n.Dist. II 1 Dist. 1
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- digitalisiert vom Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ)
- Belegtext:
weren ze wol ghedegedinget vnde gheuen binnen vnzen iaren dat wi nicht mvndich en weren so willekore wy ze vnde willet truweliken holden sunder ienigerhande argelist
Datierung: 1377
Fundstelle: HoyerUB. I 154
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- digitalisiert vom Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ)
- Belegtext:
bynnen synen mundigen dagen
Datierung: 1383
Fundstelle: Ennen,QKöln V 411
- Belegtext:
her ir nicht vorczinsen sal zo lange, bys das medychen mundig und manbar wirt
Datierung: 1387
Fundstelle: LübbStB. 5
- Belegtext:
wenne ... eyn kint zu jaren komet, so hat die vormundeschaft eyn ende ... so ist das kint mundig, unde fry, zu thun unde zu lazin
Datierung: Ende 14. Jh.
Fundstelle: GlWeichb. 277
- Belegtext:
ist is eyn knecht, so wirt er mundig zu lenrechte wenne er xiii jar alt ist; zu lantrechte adir zu weichbilde rechte wenn der knecht xiv jar vol hot, so ist er mundig
Datierung: Ende 14. Jh.
Fundstelle: GlWeichb. 312
- Belegtext:
to achteyn iaren so synd kinder mundich ore gued to warende
Datierung: um 1400
Fundstelle: BillwLR. Art. 48
- Belegtext:
wenne eyn kint czwelff iar alt wirt, so ist is mundig unde man mag obir is richten
Datierung: um 1400
Fundstelle: MagdebFr. I 9, 1
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- Belegtext:
gesinde, daz nit mondig oder verstendig were
Datierung: 1415
Region/Autor/Textsorte:
Franken
Fundstelle: GrW. III 511
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Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Belegtext:
wenn sie [Kinder] mundik werden, so moegin sie ... zcu vormuende kysen, wen sie wollen, unde ap sie denn mit irem gelde von N. keren wolden, sullen sie im eyn virtel iars aufsagen
Datierung: 1415
Fundstelle: FreibergStB. 309
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- digitalisiert vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV)
- Belegtext:
eyn kneytchen is mundich ze 15 jaren
Datierung: 1420/40
Fundstelle: Loersch,AachRdm. 113
- Belegtext:
vort na den dage, dat sii mondich werden, suelen vormonder rekenyngh aver doen ende geven van der kinder saken, die sii gehantiert hebn die wiile
Datierung: 1426/40
Fundstelle: KleveStR. Art. 79
- Belegtext:
das wenne dy egenanten kinder mundig werden adir czu eren jaren komen
Datierung: 1430
Fundstelle: PosenStB. I 184
- Belegtext:
weis men ouch des knechtes mundige jare nicht, wen her zich beweiszet hör habende in dem barte und under seynen armen, denne so ist her mundig
Datierung: 1435/54
Fundstelle: DanzigSchB. 27
- Belegtext:
das her die schulde nicht pflichtig were zu beczalen bas czu seynen mundigen jaren, das dornoch in gedult so lange bleip sten
Datierung: 1436
Fundstelle: HanseRez.2 II 70
- Belegtext:
seinem sone und ... einer tochter, die czu yren jaren komen und mundik worden sein
Datierung: 1451
Fundstelle: OlmützStB.(Saliger) 114
- Belegtext:
sell een weduwe hoir kijndere selve vermombaren totter kijnder mundigen dagen toe
Datierung: 1456
Fundstelle: UtrechtRBr. II 271
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- Belegtext:
unde ist dieselbige M. ...sollich zcyt und darobir inlendisch, synnig unde mundig gewest
Datierung: 1474
Fundstelle: PössneckSchSpr. I 122
- Belegtext:
dasselbe soellen die kinde, so sie muendig vnnd vnueruormundt sein
Fundstelle: NürnbRef.(1479/84) XIII 3
Volltext (und Faksimile)
- in DRQEdit
- Belegtext:
wann die gnante ... zu iren mündigen jaren kommen ader sich elich verandern wirdet
Datierung: 1482/92
Fundstelle: ErfurtRatGB. 399
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- Belegtext:
vatter vnd muotter ... moegen iunge persone, die noch nit mündiger iare syn, vmb missetat straffen, doch zimlich züchtiglich vnd messiglich nach gestalt der sach als vatterlicher liebe vnd früntschafft wol gepürt
Datierung: 1499
Fundstelle: WormsRef. VI 1, 24 § 1
Volltext (und Faksimile)
- in DRQEdit
- Belegtext:
want een weeskijnt en mach zijn goet niet versuimen tot zinen mondighen dage toe
Datierung: 15. Jh.
Fundstelle: Fruin,Dordrecht I 211
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- Belegtext:
wan dan dieselbige kindere gibig und mundig ... so sol inen ir vorauß one hinderung gegeben werden
Datierung: 15. Jh.
Fundstelle: Mergentheim 159
Faksimile
- Belegtext:
O. ... die nun zo yren mondigen dagenn ind bescheydenen jaeren komen
Datierung: 1508
Fundstelle: Loersch,AachRdm. 235
- Belegtext:
die waisen komen dan ee czu iren mundigen und manperigen jaren
Datierung: 1510
Fundstelle: Zycha,BöhmBgr. II 462
- Belegtext:
wo olt eyn manname edder vrowesname schole syn, dath ze mundich moghen syn van rechte
Datierung: 1518
Region/Autor/Textsorte:
Magdeburg
Fundstelle: Wasserschleben,RQ. 68
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- Belegtext:
so mag wol eyn mundiger knecht seinem herrn und frawen, gewonlich yhre notdorfft keuffen
Datierung: vor 1523
Fundstelle: KönigsbergWillk. 44
- Belegtext:
unter solchen vierzehen schopffen sollen funff wirtzpurgisch sein, die sollen so mundig vnnd kundig sey, das sie alle vrtheyl wissen sollen
Datierung: 1523
Region/Autor/Textsorte:
Henneberg
Fundstelle: GrW. III 891
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Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Belegtext:
so es sich aber begeb, das die kinder abgingen unter iren mundigen jaren, ßo felt es [Erbteil] von eim kind auf das ander
Datierung: 1536
Fundstelle: Schlesinger,Weist. I 179
- Belegtext:
[da die Selbstmörderin] tho ohren mundigen jaren is ... so scholen de olderen ... nemande derhalven dar tho tho anthwordende vorplichtet syn
Datierung: 1547
Fundstelle: Dittmer,Sassenrecht 129
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- digitalisiert vom Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ)
- Belegtext:
ehr he tho sinen mundigen jharen kheme edder dorch de avericht mundich erkandt wurde
Datierung: 1572
Fundstelle: NordstrandLR.(nd.) II 10
- Belegtext:
zu S. mußen die kinder erster ehe zu ihrem mundigen jahren kommen sein, wann die einkindschaft aufgericht werden soll
Datierung: 1573
Fundstelle: MarburgRQ. I 431
- Belegtext:
ingleichen sollen auch unter mündigen personen alle jede heimlich verlöbniss unbündig ... sein
Datierung: 1584
Region/Autor/Textsorte:
Herzogtum Preußen
Fundstelle: Sehling,EvKO. IV 132
Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Belegtext:
tuegen se [der älteste Bruder als Vormund und seine Frau] kinder mit einander unde sine sødsken [= Geschwister] syn muendich edder
mælende [= Mädchen] unde willen daraver nicht klagen, so nemen des oeldesten broders sine kinder in der gemenschop vullen deel mit suester unde broederen
Datierung: 1593
Fundstelle: JütLow. 1590 I 19 § 1
Volltext (und Faksimile)
- in DRQEdit
- Belegtext:
werden im logbogk de knaben, de 18 jar oldt geworden sin, mundig geholden. und dadt [wan] se ere laweolder und suluest vormunde sin, ehr egen guder bewehlige und unbeweglige affhenden voreuterenn und vorkopen mogen
Datierung: 1595
Fundstelle: Ekenberger,Eluc. 61
- Belegtext:
bis seine tochter ... zu ihren mundigen jahren kommen oder zu ehren ausgesteuret wirdt
Datierung: 1604
Fundstelle: BrandenbSchSt. II 366
- Belegtext:
obschon einer nur 20 jahr alt ist, von dem moment, als er den handel vor sich selbsten treibt, vor muendig erkant wird
Datierung: 1676
Fundstelle: Savary,Kaufmann 277
- Belegtext:
[sind] im testament keine vormuender verordnet, sol nach absterben der eltern der muendige bluts-freund, welcher zum erbe der unmuendigen ...am naehesten
ist ... wegen der vormundschafft sich anzumelden schuldig seyn
Datierung: 1693
Fundstelle: BremPolO. 27
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- digitalisiert in Kooperation mit der Universitätsbibliothek Heidelberg
- Belegtext:
eyd machet muendig; juramentum ex minori facit majorem
Datierung: 1716
Fundstelle: Pistorius,Thes. 29
- Belegtext:
wollen wir ..., daß ... denen ledigen weibes-personen, welche ihre muendige jahre erreichet ... ihres fahrnuesses halber ... sich ohne curatore verbindlich zu machen [erlaubt sei]
Datierung: 1722
Fundstelle: CAug. I 1209
- Belegtext:
das mündige alter, nämlich das zurückgelegte fünfundzwanzigste jahr
Datierung: um 1772
Fundstelle: Pufendorf,HannovLREntw. Tit. 44 § 2
- Belegtext:
die kinder ... werden ... durch die bloße gelangung zu dem vermögen der selbsterhaltung ... mündig (maiorennes), d.i. ihre eigene herren (sui iuris)
Datierung: 1797
Fundstelle: Kant,Rechtslehre 87
- Belegtext:
in der regel wird der mensch dann muendig, wann wir ihn fuer muendig erklaeren und bleibt auch so lange wirklich unmuendig, als wir ihm die rechte der muendigkeit vorenthalten
Datierung: 1808
Fundstelle: Krug,StaatswPreuß. 198
- Belegtext:
[Bestimmung von Vormündern,] die seine kinder vnd ihr gut vermompern und verwahren alß recht ist, biß sie zu ihren muendigen tagen kommen
Fundstelle: SaarbrückenLR. 1009
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- digitalisiert vom Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte
Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
mündig (II)
Erklärung:
bevollmächtigt, anspruchsberechigt, auch formelhaft: mündig und mächtig.
- Belegtext:
de se mit eren breven mundich und mechtich makeden, van erer wegene to donde und to latende
Datierung: 1388
Fundstelle: LivlUB. I 3 S. 560
- Belegtext:
en sal gheen joncvrouwe hoor selvis mundich wesen noch machtich hoors goets en wech to gheven, sie en sie out dertien jaar
Datierung: 14./15. Jh.
Fundstelle: StaverenStR. Art. 129
- Belegtext:
zo schal her N. hyr zenden enen mundighen boden myt enem opennen breuoe
Datierung: 1420
Region/Autor/Textsorte:
Rügen
Fundstelle: Lasch,NdStB. 32
- Belegtext:
H.L. ist mundig von W. czu fordern eyn schok of dem erbe
Datierung: 1423
Fundstelle: SPPolsk. XI 155
- Belegtext:
sie gingen mit ym vor eyn gehegt landding und machten en do mechtig und mundig dem koufer das selbe gekoufte gut uff czulangen
Datierung: 1436
Fundstelle: Stobbe,Beitr. 112
- Belegtext:
soe en sal gheen knecht syn seluis gued mondich of machtich wesen ende wech te gheuen ... hy en sye oldt fier ende twintich jaeren
Fundstelle: BolswardStB. 1455 Kap. 112
Wort danach: Mündige
Dieser Wortartikel stammt aus dem Deutschen Rechtswörterbuch
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