Wort davor: Mandedukatengewicht
Mandel
Wortklasse: Femininum, auch Maskulinum und Neutrum
sprachliche Erläuterung:
aus mittellateinisch mandala 'Bündel, Garbe', vgl. Kluge22 459.
Mandel (I)
Erklärung:
Bund, Bündel, Garbenstand von Heu, Getreide, Stroh uä. als Grundlage für die Bemessung von Abgaben oder die Leistung des Naturallohns; im bair.-österr. Sprachraum auch zu Männlein
umgedeutet, vgl. DWB. VI 1534 und Teuchert,NlSprachr.2 232.
vgl.
2Bund,
Garbe,
Garst,
Haufe (II 1),
Häufel (I),
Hocke (I),
Schober,
Stock,
Stiege,
Stück.
- Belegtext:
dabuntur etiam de dicta terra annuatim ... quatuor mandelle straminis in ecclesia
Datierung: 1274
Region/Autor/Textsorte:
Brüssel
Fundstelle: Stallaert II 186
- Belegtext:
[Abgaben:] ii mandelen rogs ende xvi mandel scoeven ...
Datierung: 1332
Fundstelle: ChartPierreGand II 42
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- Belegtext:
[J.N. verpflichtet sich gegenüber dem Pfarrer:] soluere pro decima campestri decimum tumulum bladorum a messoribus comportatorum seu collectorum in campis, wlgariter mandel nuncupatum
Datierung: 1393
Region/Autor/Textsorte:
Breslau
früheres Staatsarchiv
Fundstelle: DRWArch.
- Belegtext:
welke druttigeste mandel, dy en nach dem talle vallet, schal dy probst weghnemen tu tegede
Datierung: 1436
Fundstelle: Fidicin IV 152
Faksimile des Originaldrucks
- digitalisiert vom Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ)
- Datierung: 1477
Fundstelle: DiefenbGl. 46 (mit Syn.)
- Belegtext:
kaufften wir im ab ... ain mendl ha
Datierung: 1491
Fundstelle: Indersdorf II 179
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- Belegtext:
wann ainer sein trait mag haimb fueren an seines nachpaurn schaden, so soll er geen zu dem zehentner das er ims erlaub ainzufueren, darumb lässt man di mandl ligen oder man wirft im die garimb auß
Datierung: 1500/34
Region/Autor/Textsorte:
Niederösterreich
Fundstelle: ÖW. VIII 655
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- Belegtext:
szo die frucht geschnitten vnd gemandelt ist, sal er [Holzförster] der hern ... amptman ansagen, mit ihme zu gehen, vnd vff den stücken die zehenden mandel
geben vnd was ihnen geburth, sal der amptman mit ryszern bestecken
Datierung: um 1520
Fundstelle: Michelsen,MainzErfurt 31
- Datierung: 1534
Fundstelle: FrankenhausenStR. 487
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- Belegtext:
soll eins iden pfarrers unterhaltung ... sein ... den dreissigsten mandel korns uf den ... hufen
Datierung: 1541
Region/Autor/Textsorte:
Brandenburg
Fundstelle: Sehling,EvKO. III 178
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- Belegtext:
alle de gheene die eenighe thienden schuldich zijn, haere vruchten zullen zetten ende legghen in viuerlijnghen, thiendelijnghen, mandelen oft ander hoopen
Datierung: 1554
Fundstelle: PlacBFland. I 604
- Datierung: 1565
Fundstelle: Walch,Beitr. VI 210
- Datierung: 1580
Fundstelle: CöllnKons. 255
- Belegtext:
die zehentner sollen stier und beern auf ihren höfen enthalten ..., wo si aber solches nicht thäten, solle man ihnen die garben auslegen und nit mäntl stehen ze lassen schuldig
Datierung: 1590
Region/Autor/Textsorte:
Niederösterreich
Fundstelle: ÖW. VIII 449
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- Belegtext:
solle ... alles getraid so mit der sichel abgeschniten wirdt in mändl oder schober ... vor der einführung aufgeschobert werden
Datierung: 1599
Fundstelle: NÖLREntw. V 162 § 6
- Belegtext:
das 30te stiege oder mandel von allerlei korn, treget bey einem wispel
Datierung: 1600
Fundstelle: PrignitzVis. 201 Anm. 3
- Datierung: 1605
Fundstelle: CöllnKons. 457
- Datierung: 1618
Fundstelle: CoutAlost 60
- Belegtext:
sollen die zehent-leuth schuldig seyn, ... maendl oder schoeber zu machen, welcher maendl eines fuenffzehen, vnd ein jeder schober sechzig gleichmaessige garben haben solle
Datierung: 1622
Fundstelle: FinsterwalderObs. III 464
- Datierung: 1625
Fundstelle: CöllnKons. 555
- Datierung: nach 1657
Region/Autor/Textsorte:
Niederösterreich
Fundstelle: ÖW. XI 273
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- Datierung: 1750
Fundstelle: Klingner II 25
- Belegtext:
straff verwürkt ... derjenige, welher das closter mit betrüeglicher sezung der mändl oder in ander weeg bei dem auszehenden zu überfortheilen suechet
Datierung: Mitte 18. Jh.
Region/Autor/Textsorte:
Oberösterreich
Fundstelle: ÖW. XIV 241
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- Belegtext:
daß er den zehend in mändel, garben oder schober ... auf dem feld ligen laße
Datierung: 1753
Fundstelle: Chorinsky,Mat. IV 287
- Datierung: 1756
Region/Autor/Textsorte:
Oberösterreich
Fundstelle: ÖW. XII 355
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- Belegtext:
es wird ... das wintergetreide mit sicheln abgeschnitten, davor die arbeiter die zehnte garbe, oder das zehnte mandel, statt ihres lohnes, erhalten
Datierung: 1758
Fundstelle: v.Justi,Staatsw. I 585
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- Datierung: 1777
Fundstelle: Adelung III 338 u. 341
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- digitalisiert vom Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ)
- Datierung: 1783
Fundstelle: Jacobsson,TechnWB. III 13
- Belegtext:
nur im falle des koehrzehntens, oder wenn die garben und mandeln nicht von gleicher groeße sind, darf der zehntner die neunte oder die der zehnten zunaechst stehende mandel waehlen
Datierung: 1827
Fundstelle: HalberstProvR. 76
Mandel (II)
Erklärung:
aus Bedeutung I entwickelt: Stückzahl (meist 15, tw. 16) für Waren (Eier, Fische, Holz) und Münzen, die stückweise verrechnet werden.
Wort danach: Mandelakzise
Dieser Wortartikel stammt aus dem Deutschen Rechtswörterbuch
- online verfügbar mit vielfältigen Recherchemöglichkeiten