Wort davor: Mahntagschuld
Mahnung
Wortklasse: Femininum
sprachliche Erläuterung:
ahd. manunga glossiert suggestio, admonitio, commonitorium AhdGlWB. 400.
Mahnung (I)
Erklärung:
Aufforderung, Ermahnung, Einforderung.
Mahnung (I 1)
Erklärung:
Aufforderung eines Rechtsinhabers (auch im gerichtl. Verfahren) an den Schuldner oder sonstwie Verpflichteten, seine Leistung zu erbringen; an jemandes Mahnung stehen
'verpflichtet sein, auf Aufforderung hin Hilfe zu leisten', jemand in Mahnung halten 'jemand mit Rechtsmitteln verfolgen', aus der Mahnung sein 'von
der angemahnten Verpflichtung frei sein'.
- Belegtext:
côm est þider sê þe geswænced wæs mid þæs gafoles manunge [cum is qui necessitate debiti affligebatur rediret]
Datierung: um 885
Fundstelle: Bosw.-Toller,Suppl. 632
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- digitalisiert vom Germanic Lexicon Project
- Belegtext:
exactio monung
Datierung: 9. Jh.
Fundstelle: AhdGl. II 248, 54
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- digitalisiert von der ULB Düsseldorf
- Belegtext:
symle he sceal his hyrmen scyrpan mid manunge to hlafordes neode [immer soll er (Amtmann) seine Gutsuntertanen ermuntern durch Ermahnung zu des Gutsherrn Bedarf]
Datierung: um 1025
Fundstelle: Liebermann,AgsG. 454
- Belegtext:
werit ever also dat wir na ierre maningin diese suone brechin
Datierung: 1263
Region/Autor/Textsorte:
Köln
Fundstelle: CorpAltdtOrUrk. I 115
- Belegtext:
so bliuet iere stede ... die mainninge die si hait gedain in vnsme capittele ze Kolne na ieren eirsten brieven der mainningen der enverziet si niet
Datierung: 1275
Region/Autor/Textsorte:
Köln
Fundstelle: CorpAltdtOrUrk. I 267
- Belegtext:
ist daz, daz man ... die gevangen niht geledigt an schaden nach der manung in vierzehen tagen
Datierung: 1293
Region/Autor/Textsorte:
Regensburg
Fundstelle: MGConst. III 614
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- digitalisiert im Rahmen des Projekts dMGH
- Belegtext:
gheen pander en mach hebben meer dan ij s. van elcker maningen
Datierung: 13. Jh.?
Fundstelle: CoutDiv. 8
- Datierung: Anfang 14. Jh.
Fundstelle: ÖRChr. I Vers 19609
- Belegtext:
swenne die fride aus giengen, so sullen wier im aver geholfen sein, swenne er uns manet ... und sullen auch daz tuen, als offte ez ze schulden und ze manunge chumt
Datierung: 1327
Fundstelle: MGConst. VI 1 S. 162
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- digitalisiert im Rahmen des Projekts dMGH
- Belegtext:
scal nen unse geldebroder den anderen vorbeden laten, he scal one erst manen laten mit twen unsen geldebroderen. de maninghe scal overnachtich werden, er he one vorbeden late
Datierung: 1334
Fundstelle: GoslarUB. III 660
- Datierung: 1335
Fundstelle: QuedlinbUB. I 94
- Belegtext:
der sol im des helfen ob er mag, nach der manunge innewendig einem mande
Datierung: 1339
Fundstelle: CDRhMos. III 1 S. 401
- Belegtext:
wellen wir bynnen vier wochen, di noch der manung allerschirist sich noch enander volgen ..., in ze hulfe komen
Datierung: 1348
Region/Autor/Textsorte:
Dresden
Fundstelle: MGConst. VIII 733
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- digitalisiert im Rahmen des Projekts dMGH
- Belegtext:
einche aensprake ... oder maninge oder ongemaich
Datierung: 1351
Fundstelle: DortmUB. I 476
- Belegtext:
alle vnser schelinghe vnde maninghe vmme alle sake vnde stuocke
Datierung: 1355
Fundstelle: MecklUB. XIII 591
- Datierung: 1357
Fundstelle: BadenArgUrk. I 43
- Datierung: 1379
Fundstelle: SeitenstettenUB. 281
- Belegtext:
de ... vorstender ... schal denne ermanen ... alle rente ... unde schal tovorn darvon nemen, wes men to der maninge bedarf
Datierung: 1386
Fundstelle: HHalberstUB. IV 288
- Datierung: 1391
Fundstelle: CDPruss. IV 137
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- digitalisiert von "Kujawsko-Pomorska Digitale Bibliothek"
- Belegtext:
wy ... ne hebbet des in neyner wonheyt, dat we jemende geleyde gheven, aver nach unser wonheyt geve we vorword vor manighe unde besate
Datierung: 1393
Fundstelle: HildeshUB. II 454
- Datierung: 1396
Fundstelle: NrhAnn. 54 (1892) 24
- Belegtext:
bynnen der tyd als wy des hern homesters hulpe plichtich syn und an siner maninghe stan dat wy uns bynnen der tyd mit nymande vorbynden scolen
Datierung: 1399
Fundstelle: CDPruss. V 152
DjVu-Faksimile
- digitalisiert von "Kujawsko-Pomorska Digitale Bibliothek"
- Datierung: um 1415
Fundstelle: NijmegenStR. 4
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- Belegtext:
wy wellen ene alike wol in maninghe holden
Datierung: 1417
Fundstelle: Stieda,Veckinchusen 193
- Datierung: 1427
Fundstelle: ArchHessG. 9 (1861) 438
- Datierung: 1429
Fundstelle: BairLT. II 31
- Datierung: 1443
Fundstelle: HansGBl. 1874 S. 69
- Belegtext:
[den Bernern] nach ir manung mit lib und guot getruilichen hilflich ze sinde
Datierung: 1447
Fundstelle: SaanenLschStat. 70
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- digitalisiert im Rahmen der "Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen online"
- Belegtext:
van vorder maninghe unde tôsage gentzliken qwijt, leddich unde lôs
Datierung: 1449
Region/Autor/Textsorte:
Lübeck
Fundstelle: LSchrP. 220
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- Belegtext:
unde alle-de-wile hee an der maninghe steyt, so schal hee [Ratsmann] an unsen radstol nicht kamen
Datierung: 1451
Fundstelle: PommGeschDm. II 67
- Belegtext:
dat wy ... vnsen gnedigen junchern verlaten aller schulde vnde maninge de wy to en hebben
Datierung: 1457
Fundstelle: HoyerUB. I 319
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- digitalisiert vom Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ)
- Datierung: 1464 (Hs.)
Fundstelle: WesterlauwersR. I 636
Textarchiv: WesterlauwersR. I 636
Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Datierung: 1474
Fundstelle: PössneckSchSpr. I 273
- Belegtext:
C. ... keyn rechte manunge nach furderunge sollicher schult halbin nicht getan hette
Datierung: 1474
Fundstelle: PössneckSchSpr. I 310
Faksimile der Quellenseite
- Belegtext:
[beim Tod des überschuldeten Mannes] so wil de frouwe uth eren maningen wesen, dore se dat in den hilgen sweren, dat se neen geld ofte gudt heft tho betalende de schuldenere
Datierung: 15. Jh.
Fundstelle: Hach,LübR. 575
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- Belegtext:
umb unkostunge, so die kleger in der manung wegen eres freundes gedan hedden
Datierung: vor 1531
Fundstelle: RügenLR. Kap. 12 § 7
- Belegtext:
ist aber beklagter der schuld nicht gestaendig, und sich zu recht darueber wollt erbieten, muß solchs fuer der dritten manung geschehen
Datierung: 1583
Fundstelle: HadelnLR.(Spangenb.) II 2
Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Belegtext:
die gewohnliche mahnung der lehenleuth
Datierung: 1621
Fundstelle: Hanßelmann,LHoheitHohenl. Beil. 177
Mahnung (I 2)
Erklärung:
Aufforderung, zu einem Gerichts- oder Versammlungstermin zu erscheinen, sich an einem Ort einzufinden, um das Einlager (I) zu leisten.
vgl.
mahnen (IV).
- Belegtext:
sullin wir vns nach der manunge in dien fúnzehen tagen antwúrten gisel ze B.
Datierung: 1271
Region/Autor/Textsorte:
Basel
Fundstelle: CorpAltdtOrUrk. I 183
- Datierung: 1281
Fundstelle: CoutBruges I 241
- Belegtext:
ene volghet dey man der manyncge nicht, worde hey dan anders war mit gherichte an gesproken, dar is hey schuldich to antwordene
Datierung: um 1300
Fundstelle: DortmStat. 122
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- Belegtext:
sueln si nach seiner monung in geisel weis ze S. in varen
Datierung: 1311
Fundstelle: HohenloheUB. II 1
- Datierung: 1335
Fundstelle: HildeshUB. I 512
- Datierung: 1346
Region/Autor/Textsorte:
Köln
Fundstelle: MGConst. VIII 85
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- digitalisiert im Rahmen des Projekts dMGH
- Belegtext:
des schal juve gnade weten, dat ju nener swarliken manighe jeghen uns nod is. we willen ju gerne leghelke dage holden, dar we velich af unde to komen moghen
Datierung: 1385
Fundstelle: HildeshUB. II 360
- Belegtext:
were purge wirt nach der stat recht czu B., den schol man manen mit dem putel vnd in mit gericht czu leystunnge prengen; vnd schol im sust kein manung schaden
Datierung: Ende 14. Jh.
Fundstelle: BambStR.(Parigger) § 62
- Datierung: 1437
Fundstelle: OstfriesUB. I 434
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- digitalisiert in Kooperation mit der Universitätsbibliothek Heidelberg
- Belegtext:
vnnd welche oder welcher also gemant werden, es sey durch botten, brieff, zu hauß, zu hof, oder muendtlich vnder augen, wie die manung beschicht, sol jhr jeder ... einen reisigen knecht ... in leystung schicken
Datierung: 1571
Fundstelle: TeutschForm. 140r
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Mahnung (I 3)
Erklärung:
im Gericht: Zeugen-, Schöffenmahnung; aus der Mahnung kommen 'ein Rechtserkenntnis abgeben'.
Wortbildungshinweis: zu
mahnen (V).
Mahnung (II)
Erklärung:
besondere Bedeutungen.
Mahnung (II 1)
Erklärung:
nur ae.; Amts- und Gerichtsbezirk eines Vogtes; metonymisch dazu: die dort wohnenden Menschen.
- Belegtext:
nemne man on ælces gerefan manunge swa fela manna swa man wite, þæt ungelygne syn, þæt hy beon to gewitnesse gehwylcere spræce [im Gerichtsbezirk jedes Vogts ernenne
man so viele Männer, wie man als wahrhaft kennt, daß sie jedem Rechtsfalle als Zeugen dienen]
Datierung: 927/37
Fundstelle: Liebermann,AgsG. 168
- Datierung: 930/40
Fundstelle: Liebermann,AgsG. 179
Mahnung (II 2)
Erklärung:
zeitlich begrenzte Geschäftsführung über ein Dorf, das drei Städten gemeinsam verpfändet ist.
- Datierung: 1525
Fundstelle: WürtFrk.2 1 (1882) 22
Mahnung (II 3)
Erklärung:
Anspruch, der aus einer Mahnung (I 1) erwächst, metonymisch dazu: Schuldschein über diesen Anspruch.
- Belegtext:
nemandt scall geuen geistlicken personen manhgyen vp vnsere borgere, de he süluest nich mane, by pyne dren punden
Datierung: 1516
Fundstelle: Benno,Köslin 234
- Belegtext:
nachdem ein rat ... ein groß teil der kirchenschmucks ... vorkeuft, sol die manung und aller nutz, so aus demselben kauf erspringt, auch dem gemeinen kasten zuwachsen
Datierung: 1535
Fundstelle: PommVis. I 50
Mahnung (II 4)
Erklärung:
Gefangenschaft.
- Belegtext:
sik swarliken beclagende, wo dat her E.B. ene in maningen holt, also synen vangene
Datierung: 1431
Fundstelle: LübUB. VII 435
Mahnung (II 5)
Erklärung:
die auf Grund einer Mahnung (I 2) stattfindende (Städte-, Bundes-)Versammlung.
- Belegtext:
die vart, die B.B. und P.H. teten zu der manung gen Ulm, do die herren von Beyrn mit gemainen steten kriegten
Datierung: 1388
Fundstelle: RTA. II 45
- Belegtext:
als er [landschriber] gen Ulme zuo ainer manung zuo den stetten rait von haissentz wegen der stette boten und der herschaft notturft
Datierung: 1412/13
Fundstelle: QGrafschHohenberg I 300
- Datierung: 1430
Fundstelle: HeilbronnUB. I 257
- Belegtext:
das die sache groß und notdurftig si darumbe ain kurze manung zuo haben
Datierung: 1439
Fundstelle: RTA. XIV 252
- Belegtext:
so man ain ganze manung hat, ist gesetzt, welcher nit kompt one erscheinung ehaffter oder libs-not, so musz ain prelat, graf oder herr zu pen ohnabläszlich geben zwölf guldin
Datierung: 1488
Fundstelle: UrkSchwäbBund. I 23
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- in Google Books
- Datierung: 2. Hälfte 16. Jh.
Fundstelle: FlersheimChr. 91
Mahnung (II 6)
Erklärung:
Geldbuße.
- Belegtext:
wan sich zween ohne messer mit fäusten auswendig den bannzäunen in dem feldt mit einander geschlagen, also dasz ihr keiner wund oder blutrüstig wird, der iglicher verliehre ein mahnung,
das were mit nahmen 11 schilling und 1 heller
Datierung: 1430
Region/Autor/Textsorte:
Heppenheim
Fundstelle: GrW. I 472
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Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
Wort danach: Mahnungsbrief
Dieser Wortartikel stammt aus dem Deutschen Rechtswörterbuch
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