Wort davor: Küssung

Kust, Küst
Wortklasse: Femininum, auch Maskulinum
sprachliche Erläuterung: ahd. mhd. as. kust f., mnd. küst f., mnl. kust f. und m., afries. kest f. (danach über Pl. -en mnl. keste), ae. cyst f. und m., an. kostr m., dän. kost (kaaste), altes Abstraktum zu kiesen, jedoch nicht so reich und vielfältig belegt wie 1Kür; z. Etym. vgl. NlEtymWB. 371, deVries,AnEtymWB. 327.

Kust (I)
Erklärung: Prüfung.

Kust (I 1)
Erklärung: Einschätzung, Dafürhalten.

Kust (I 2)
Erklärung: Taxierung, amtliche Schau; nur erhalten in Kustbrot, kusten (I 1).

Kust (I 3)
Erklärung: das Auswählen, Entscheiden.
vgl. kusten (I 2).
Kust (II)
Erklärung: das Ausgewählte, Auserlesene.

Kust (II 1)
Erklärung: das Vorzügliche, Beste (vor allem ae. belegt).
Kust (II 2)
Erklärung: gute Beschaffenheit von Menschen (Tugend, Ruhm) und Dingen (rechte Art, Wert).
Kust (II 3)
Erklärung: Wertgegenstand (vgl. TijdschrTaalLk. 14 (1895) 297f.), im jütischen Recht (mit dänischer Schreibung): Sache, Gut, fahrende Habe.
Kust (III)
Erklärung: Entscheidung.

Kust (III 1)
Erklärung: (von allgemeiner Verbindlichkeit:) Beliebung, gesetztes Recht, Satzung, im friesischen Rechtsgebiet Bezeichnung für eine der 17 gemeinfriesischen Küren, gelegentlich formelhaft mit 1Kür verbunden.
Kust (III 2)
Erklärung: (von persönlicher Verbindlichkeit:) Wunsch, freiwillige Verpflichtung Wille, Befehl.
Kust (IV)
Erklärung: Entscheidungsfreiheit, Wahlmöglichkeit.
Kust (V)
Erklärung: Eid zur Beglaubigung einer Aussage vor Gericht, vgl. kusten (II) und TijdschrTaalLk. 14 (1895) 296.
vgl. Kustbot (II), Kusteid.

Wort danach: kustbar

Dieser Wortartikel stammt aus dem Deutschen Rechtswörterbuch
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