Kirchensatz
Wortklasse: Maskulinum
sprachliche Erläuterung: ein Wort des deutschen Südwestens, vorwiegend im alemannischen Sprachgebiet; Nbff. (nicht sehr häufig): Kürzung des ersten Gliedes in kirsatz (1304 HanauUB. II 40; 1348 HohenloheUB. III 656), mit unorganisch erweitertem Wortausgang in kirch(en)satze (1329 WetzlarUB. I 468; 1367 MittPfalz 27 (1904) 218), in kirchsazt (1318 HohenloheUB. II 100), gelegentliche, aber wohl nicht umdeutende Schreibung -schatz (zB. 1371 HohenloheUB. III 347 (gegen SchwäbWB. VI Nachtr. 2301).
vgl. Gottesgabe (I), Gotteslehen (II), Kirch(en)gabe (I), Kirchengerechtigkeit (II), Kirchengesatz (I), Kirch(en)gift, Kirch(en)lehen, Kirchenpatronat, Kollatur, Kollaturrecht, Patronat, Patronatrecht, Pfarrlehen (I), Pfarrsatz (I), Pfründe.
Kirchensatz (I)
Erklärung: das aus dem Eigenkirchenwesen entstandene Patronatsrecht, das dem Kirchherrn (I) und Kirchenpatron (II) ua. bestimmte Mitwirkungsrechte bei der Besetzung der Pfarrstelle einräumt; meist an ein bestimmtes Landgut oder auch nur Grundstück gebunden und mit diesem übertragbar.
vgl. Kirchsatze.
Kirchensatz (II)
Erklärung: die auf Grund des Kirchensatzes (I) vom oder unter Mitwirkung des Kirchherrn (I) ( Kirchenpatron II) zu besetzende Stelle mit den zugehörigen Rechten.
vgl. Kirche (II).
Kirchensatz (III)
Erklärung: (selten:) mit dem Kirchsatz ( I und II) verbundene Einkünfte.
Kirchensatz (IV)
Erklärung: vereinzelt als Sammelbegriff für Patronats- und Vogteirecht.
Kirchensatz (V)
Erklärung: Jahressitzung zur Rechnungslegung über die kirchliche Vermögensverwaltung.
Kirchensatz (VI)
Erklärung: Kontributionsfuß bei der Bemessung der anteiligen Kirchenbaulast für die Gemeindemitglieder.
Wort davor: Kirchensäß - Wort danach: Kirchsatze