Wort davor: Kirchenschändung
Kirch(en)schatz
Wortklasse: Maskulinum
Kirch(en)schatz (I)
Erklärung:
Abgabe zugunsten der Kirche (II) und die zur Erhebung der Abgabe benutzte Rechnungseinheit; im Ags. eine allgemeine öffentliche
Grundlast, seit Mitte 10. Jh. Pflichtabgabe, die einmal jährlich (meist in Getreide) geleistet wird, wobei sich offenbar eine feste Einheit auf der Grundlage der Hide
herausbildet; bei Nichtentrichtung droht als weltl. Strafe eine hohe Buße, in die sich König und Kirche teilen; später tritt als geistl. Strafe die Exkommunikation hinzu; das Wort ist im Deutschen späte
belegt, wobei die rügischen Formen möglicherweise mit Kirchenschoß identisch sind.
vgl.
Kirchenschatzung,
Kirch(en)steuer.
- Belegtext:
ciricsceattas si-n agifene be sce Martines mæssan; gif hwa ðæt ne gelæste, sie he scyldig lx scill. 7 be xiifealdum agife þone ciricsceat
Datierung: 688/95
Fundstelle: Liebermann,AgsG. 90
- Belegtext:
ciricsceat mon sceal agifan to ðam healme (and) to ðam heorðe, ðe se mon on bið to middum wintra
Datierung: 688/95
Fundstelle: Liebermann,AgsG. 116.
- Datierung: 871/77
Fundstelle: Birch,CartSax. II 163
- Belegtext:
elce gere ðreo mittan hwætes to ciricsceatte
Datierung: 899/904
Fundstelle: Birch,CartSax. II 199
- Datierung: 925/36
Fundstelle: Liebermann,AgsG. 146
- Belegtext:
teoðunge we bebeodað ælcu[m] cristene m[en] be his cristendóme and ciricsceat (and) ro[m] feoh (and) sulhælmessan. and gif hit hwá don nelle, si he amansumod
Datierung: 942/46
Fundstelle: Liebermann,AgsG. 184
- Datierung: 959/62
Fundstelle: Liebermann,AgsG. 196
- Datierung: 961
Fundstelle: Birch,CartSax. III 305
- Datierung: 962/63
Fundstelle: Liebermann,AgsG. 206
- Datierung: 963
Fundstelle: Birch,CartSax. III 339
- Datierung: 963
Fundstelle: Birch,CartSax. III 343
- Datierung: 1020/30
Fundstelle: Liebermann,AgsG. 445
- Belegtext:
kotsetlan riht. ... (and) sylle his cyricsceat to Martinus mæssan
Datierung: 1020/30
Fundstelle: Liebermann,AgsG. 446
- Datierung: um 1070/1100
Fundstelle: Liebermann,AgsG. 277
- Belegtext:
ælc geneat ænne sester cornes to syricsceatte
Datierung: Ende 11. Jh.
Fundstelle: Robertson,AngloSaxChart. 240
- Datierung: 2. Hälfte 11. Jh.
Fundstelle: Kemble,CDipl. IV 233
- Belegtext:
cyricsceat, id est ecclesie census, in festo sancti Martini
Datierung: um 1114
Fundstelle: Liebermann,AgsG. 292
- Belegtext:
van landschatte, kerkenschatte und derer gemeinen unplicht des adels
Datierung: vor 1531
Fundstelle: RügenLR. Kap. 165
[weitere Angaben: ebd. 57]
Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Belegtext:
fevdo cognatis ... iurium dimidiatorum genera ... kerchenschatz
Datierung: 1737
Fundstelle: Ludewig,Client. 161 Anm. q
- Datierung: 1793
Fundstelle: Lang,Steuerverf. 34
- Belegtext:
der hebungfuehrende lehnsmann ... hebt ... fuer das kirchspiel den kirchenschatz zur bestreitung der ausgaben der kirche ... zur ablieferung ... an den jedesmahligen kirchenbaumeister
Datierung: 1823
Fundstelle: StaatsbMag. II 208
Kirch(en)schatz (II)
Erklärung:
Sammelbegriff für die wertvolleren Sachen des beweglichen Kirchenvermögens (meist Kultgegenstände), teilweise auch für Geldeinnahmen und allgemein das Kirchenvermögen.
- Belegtext:
so zerget uil sciere, da diu werlt mit ist gezieret: ... chelche unde chierch scaz
Datierung: 2. Hälfte 12. Jh.
Fundstelle: ZDPhil. 19 (1887) 307
- Datierung: 13. Jh.
Fundstelle: Hoffmann,Fundgr. I 99
- Belegtext:
das enhein cauwerschin, jude noch iudenne ald ieman, die pfennige umbe gesuoch lihent, enhein kilchunschatz von niemanne verpfenden sol
Datierung: 1304
Fundstelle: ZürichRBf. 263
- Belegtext:
si [vndertan] sond och kilchwarten setzen ... vnd sond och den kilchenschatz versorgen, als not dürftig ist
Datierung: 1328
Region/Autor/Textsorte:
Luzern
Fundstelle: Geschfrd. der 5 Orte 49 (1894) 204
- Belegtext:
der kilwart sol behuten den kilchschatz
Datierung: 1339
Fundstelle: Schöpflin,AlsDipl. II 166
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- digitalisiert vom Göttinger Digitalisierungszentrum (GDZ)
- Belegtext:
wer ouch uff der tafernhofstatt ze R. sesshaft ist, der sol ... aller hand pfender ... nemen avn allein kilchenschatz, nassi tuecher, ungewannet korn und bluotigi pfender
Datierung: 15. Jh.
Fundstelle: ZürichOffn. I 121
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- digitalisiert im Rahmen der "Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen online"
Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Datierung: 1655
Region/Autor/Textsorte:
Jauer
Fundstelle: SchlesKirchSchulO. 250
- Datierung: 1756
Fundstelle: Moser,Staatsarch. 1756 I-VI 45
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- digitalisiert in Kooperation mit der Universitätsbibliothek Heidelberg
- Belegtext:
ob ... ein landesherr befugt sey, die kirchenschaetze und baaren capitalien zu sich zu nehmen und den kirchen die zinsen oder den kirchenbedienten ihren unterhalt davon auszusetzen, das getrauen wir uns nicht zu entscheiden
Datierung: 1758
Fundstelle: v.Justi,Staatsw. II 429
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- Datierung: 1774
Fundstelle: Wagner,Civilbeamte I 138
- Belegtext:
[Behauptung,] daß ein reichsfuerst die ueberfluessigen kirchen-schaetze zu seiner rent-kammer nehmen koennte
Datierung: 1786
Fundstelle: Krünitz,Enzykl. 38 S. 742 Anm. 35
- Belegtext:
verarmte patronen genugsam dotirter kirchen haben aus dem kirchenschatze nothdürftigen unterhalt zu fordern
Datierung: 1794
Fundstelle: PreußALR. II 11 § 595
Wort danach: Kirchenschatzung
Dieser Wortartikel stammt aus dem Deutschen Rechtswörterbuch
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