Wort davor: Kesselziese
Keßler
Wortklasse: Maskulinum
Keßler (I)
Erklärung:
der sein Gewerbe (Verkauf eigener Geräteanfertigungen aus Kupfer, Messing, Eisen, Ausführung von Reparaturen an solchen Geräten) hauptsächlich im Wandern ausübende Kaltschmied
(I), der als Mitglied einer interterritorialen, zunftähnlichen Keßlergesellschaft (I) (schweiz. Keßlerkönigreich) unter dem Keßlerschutz des Inhabers
eines Keßlerlehens bzw. des Keßlerkönigs steht; ab Mitte 15.Jh.
nehmen die Keßler überwiegend den Namen Kalt- bzw. Kupferschmied
an, während als Keßler nunmehr die unehrlichen Kesselflicker ( Keßler II) bezeichnet werden.
- Belegtext:
retentis nobis dumtaxat caldariatoribus, qui kesseler vulgariter appellantur
Datierung: 1294
Fundstelle: Hornschuch,Keßler. 26
- Belegtext:
wir F., ... burggraffe ze Nürnberg, verjehen ... an dießem brieff, daz wir ... die chaldschmied und die chezzler in unßer gnade und schirme genommen haben
Datierung: 1327
Fundstelle: Hornschuch,Keßler. 403
- Belegtext:
ich Syfrit, ein ritter von Stralemberg, don kund ..., daß ich von dem riche zu lehen han ... die kesseler, die do das lant buhen, und han das rechte von ynen, daß sie mir sollen
dienen zu minen eygen neden ein mant ... und han auch macht, ynen tage zu machen in dem jare zu einem male, war ich wyle
Datierung: 1361
Fundstelle: Hornschuch,Keßler. 367
- Belegtext:
wir Ruprecht ... pfalzgraue by Rheine ... dun kund ..., das alle keßeler, die in diesen termenyen vnd kreysen sind [folgt Grenzbeschreibung], ... das die vnser eygen sind
Datierung: 1377
Chr.J. Kremer, Geschichte des rheinischen Franzien (Mannheim 1778) 402
- Datierung: 1400
Fundstelle: Hornschuch,Keßler. 405
[weitere Angaben: Schutzbrief d. Nürnberger Burggrafen]
- Datierung: um 1425
Fundstelle: WürzbPol. 117
- Belegtext:
nymand ... ir hantwerg tryben sol, sin vater sy dann ein kesler gewesen und das er ouch selbst erlich sy
Datierung: 1434
Fundstelle: Hornschuch,Keßler. 368
- Datierung: 1448
Fundstelle: Wissell,Hdw. I 225
- Datierung: 1449
Fundstelle: FschrLentze 260
- Datierung: 1460
Fundstelle: Alsatia 1854/55 S. 271
- Datierung: 1472
Fundstelle: LuzernWeißb. 55
- Datierung: 1477
Fundstelle: MarburgRQ. I 178
- Datierung: 1484
Fundstelle: ArchUFrk. 58 (1916) 59
[weitere Angaben: Eid]
- Datierung: 15. Jh.
Fundstelle: Alsatia 1854/55 S. 270
- Datierung: 1543
Fundstelle: Hornschuch,Keßler. 442
- Datierung: 1545
Fundstelle: WürtVjh. 6 (1885) 292
- Datierung: 1559
M.R. Buck, D. freie Handwerk d. Keßler in Oberschwaben/Vh. d. Vereins f. Kunst und Altertum in Ulm und Oberschwaben Nr. 4 (1872) 12
- Datierung: 1587
Fundstelle: Hornschuch,Keßler. 428
- Datierung: 1587
Fundstelle: Hornschuch,Keßler. 430
- Datierung: 1588
Fundstelle: Hornschuch,Keßler. 63 Anm. 5
- Datierung: 1642
Fundstelle: Hornschuch,Keßler. 192 Anm. 1
- Datierung: 1722
Fundstelle: Beier,HdwLex. 214
- Datierung: 1804
Fundstelle: ArchUFrk. 58 (1916) 56
- Belegtext:
[Einforderung d. Lehnsbriefes durch d. Landesdirektion Würzburg:] freiherr von Zobel wird selbst einsehen, daß die veränderten verhältnisse der territorialgewalt ... nicht mehr
geeignet sind, um dem afterlehen der schutzherrlichkeit über die keßler am rheinstrom und in Franken besondere zunftherrliche rechte zuzugestehen
Datierung: 1804
Fundstelle: Wissell,Hdw. I 239
Keßler (II)
Erklärung:
nicht zu den Keßlergesellschaften (I) gehörende Kesselflicker, die zu den unehrlichen
Leuten zählen und daher häufig mit Aufenthaltsverbot oder -beschränkung belegt werden.
Keßler (III)
Erklärung:
Knecht auf einer Alp, wohl hauptsächlich mit der Käsezubereitung beschäftigt.
vgl.
Kesselherr (I),
Kesselkäse,
Kesselrecht (I).
Keßler (IV)
Erklärung:
"Aufseher über Schmiede und Pfannen in der Salzsiederei" (von Schwäbisch-Hall).
Keßler (V)
Erklärung:
jemand, der zur Erlangung eines Amts Stimmen kauft.
vgl.
Kesselbrief,
Keßlerbrief,
Keßlerei.
Wort danach: Keßleramt
Dieser Wortartikel stammt aus dem Deutschen Rechtswörterbuch
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