Wort davor: Kapelldirektor
1Kapelle
sprachliche Erläuterung:
ahd. chap(p)ella (chapellun, chappellun AhdGl. II 254f.), kapella, mhd. cap(p)elle, capel, kap(p)elle, kappel von mittellateinisch cap(p)ella = kleines Gotteshaus oder kleiner zum Gottesdienst bestimmter Raum, eigentlich kleiner Mantel, dim. von vulgär-lateinisch und mittellateinisch cap(p)a = (Kapuzen-)Mantel, Umhang (MlatWB. II 202 und 236); vom Mantel des hl. Martin von Tours, frk. Nationalreliquie, wird das Wort auf den ganzen königlichen Reliquienschatz und das dazugehörige Meßgerät (capella regia in ursprünglicher Bedeutung) und auf dessen Aufbewahrungsort (Oratorium der Königspfalz), dann noch in karolingischer Zeit auf die (königlichen und nichtköniglichen) Eigenkirchen ohne Pfarrechte, schließlich auf jeden kleinen gottesdienstlichen Raum, die (königliche) Hofgeistlichkeit und die an fürstlichen Höfen oder anderwärts tätige) (Kirchen-)Musikvereinigung, übertragen.
vgl.
Kirche.
Sachhinweis:
zB.: zu I: Müller,HdbKirchR. I 297ff.; Bader,Dorf. II 195ff.; T.S. Scherg, Die rechtl. Stellung
d. Hof- u. Feldkapellen in Oberbayern insb. im 18. u. 19. Jh., Diss. iur. Erlangen 1961; zu III 1: J. Fleckenstein in HRG.1 I 582ff. s.v. Capella regia
(Lit.) --- zu III 2: EnzyklTonkunst IV 48f.; Smijers,Hofmusik, Ruhnke,Hofmusikkoll.
(Lit.); Engel,Musiksoziologie 83ff. uö.
1Kapelle (I)
Erklärung:
kleines Gotteshaus (auf Friedhöfen, an Straßen, in- und außerhalb der Städte, in der freien Landschaft, häufig als Wallfahrtsort, an oder auf Brücken) oder kleiner gottesdienstlicher
Raum (in Burgen, Schlössern, Rat- und Privathäusern, vielfach als Anbau, auch in Kirchen als Gebets-, Tauf-, Grabkapelle), über dessen Errichtung, Ausstattung, Verwendung, Gottesdienst usw. das kanonische
und das weltliche Recht des Mittelalters und der Neuzeit genaue Regeln enthält.
1Kapelle (I 1)
1Kapelle (I 1 a)
Erklärung:
Gebäude oder Raum für gottesdienstliche Zwecke.
- Belegtext:
eda fylkis er allar kappellur hniga til j þvi fylke
Datierung: 1189/90
Fundstelle: ZRG.2 Kan. 32 (1943) 32
- Belegtext:
daz ir by ewerm hospital ain capellen buwen und ain priester haben moegen, der euch und den armen da selbs wonenden die cristenliche sacrament raiche
Datierung: 1269
Fundstelle: Wörner,HospitalSchwGmünd 190
- Datierung: 1291
Fundstelle: NrhAnn. 160 (1958) 54f.
[weitere Angaben: Rechte und Pflichten der capelle Floisdorf gegenüber der Mutterkirche Eicks]
- Belegtext:
das man damitte [Zustiftung an Spital] in der cappellun des spittals nah sinem tode ein licht sol han, das naht unde tag iemerme ewecliche da brinne
Datierung: 1295
Fundstelle: FreiburgUB. II 208
- Belegtext:
vort mehe mach ein apth von Prume setzen kirchenn off capellen vp allen steden, dae it ime vucht, bynnen der abtheien ain wiederrede eins vogts von Schonecken off emans anders
Datierung: 1298
Fundstelle: GrW. II 516
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- Belegtext:
ertzbischoff Burckardts brief, darin er virtzigk tag ablas gibt alle denjenigen, die ire almosen zu dem baw der bawfelligen capellen sancte Marie virginis und sancti Iacobi ... reichen
Datierung: 1314
Fundstelle: HalleUB. II 77
- Belegtext:
unde sint du reht also herkomen, das die capelle sol geben einen eimer vol wines unde zwelf wissu broet
Datierung: 1320
Region/Autor/Textsorte:
Oberelsaß
Fundstelle: GrW. I 665
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- Belegtext:
waer aber, daz dui capelle dehainest am andern verluihen wurde danne ainem priester, so sol und mag der ... vogt ... die nuitze der capelle innemen
âne alle widerrede und sui aentwuirten aim priester ze siner notduirft, der danne die capelle besinge, untz daz si verlihen wirt aim priester, als davor geschriben stat
Datierung: 1328
Fundstelle: ZürichUB. XI 136
- Belegtext:
uiber dui gueter ... und huoban, so zuo der capelle nu ze mâl hoeret oder hienach hoerend wirt, sol vogt sin und vogtreht han der vorgenant herr E.v.G. und sine nachkomen
an der vogtige und dui gueter der capelle besetzen und entsetzen und daz gelt und dui nuitze iaerlich saemenon und empfâhen und aim capelan der capelle
entwuirten und gen âne alle minrung, also daz im doch sin vogtreht behalten sige
Datierung: 1328
Fundstelle: ZürichUB. XI 136
- Belegtext:
wenne ouch dui vorgenant capelle widermachons oder besserons bedarf, ez sige an den muren, an dem tache, an buochen, an dem kelch, an missgewaet oder an andern getzierden,
so zer capelle oder zem alter hoerent, daz sol an capelan von dem gelt, so zer capelle hoeret, besserun und widermachon, als ez danne notduirftig ist und erlich der capelle. waer aber, daz er daz
nuit vollfuerte inrunt zwain manoden, so er dez ermant wirt von ain vogt, so sol an vogt der cappelle mit dem gelt, so zuo der capelle hoeret, selbe besserun und widermachon daz, so danne da notduirftig
ist, âne alle uinser widerrede und dez capelans
Datierung: 1328
Fundstelle: ZürichUB. XI 136f.
- Belegtext:
der vorgenant herr E.v.G. het ouch ... an die capelle gelobt ze genne eweclichen zw march geltz an herrenguilt, darumbe daz ain priester da sin notduirft dest baz han muge
Datierung: 1328
Fundstelle: ZürichUB. XI 137
- Belegtext:
daz die vorgenanten herren, der luippriester und die bruoedere des huses von Berne, die egenanten messe, die in dem egenanten spitâl sin solte, suillen von nu hin ewenklich in uinser capellen,
da under uinser gebein lit und ruowet, singen und sprechen die messe von ir bruoder einem oder von einem andern, den si daz hiessen
Datierung: 1342
Fundstelle: BernStR. VI 1 S. 28
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- Datierung: 1343
Fundstelle: OÖUB. VI 451
- Belegtext:
es i.z.w., dz min her der abt von Enselliden die capell ze T. ze lihen hat, doch mit fürworten, wem die selb cappel verluhen wirt, der sol daselbs besorgen den vntertan vngefarlich zwürent ze der wuchen mess ze haben
Datierung: 1346
Fundstelle: GrW. IV 384
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- Belegtext:
[Ministeriale haben reichliche Güter] an die ewigen messe zu der capllen in vnsere burge Bilriet [dotiert]
Datierung: 1352
Fundstelle: BambBer. 63 (1904) 39
- Belegtext:
so haben wir [Abt und Konvent von Reichenau] dem vorgenanten J.d.E. und allen sinen liberben, waz suen sint, die genad getan und tügen och mit disem brief, daz er oder ye der elst
sin sun ... oder anderer siner kinde eltsten suen liberben, ob er nicht süne nach im liezze, die selben cappell ainem pryester lihen sol und mag, wenn und alz dikk si ye ledig wirt
Datierung: 1356
Fundstelle: UlmUB. II 2 S. 443
- Belegtext:
wer, daz der vorgenant J.d.E. also nach im nicht liberben liez, die knaben ald man weren, so sol denn daz lihen der selben cappell ze Grymolfingen an ainen abbt unsers vorgenanten
gotzhuss, wer denne apt ist, ledeclichen vallen und gevallen sin, und sol denne der oder sin nachkomen ... die selben cappell ye lihen ainem erbern pryester, der da gotzdienst hab
Datierung: 1356
Fundstelle: UlmUB. II 2 S. 443
- Belegtext:
wer och, daz der selb J.d.E. oder sin liberben ... die selben cappell, so si ye ledig würde, ainem pryester nicht verlihen ymraichalb den nechsten zwain manoden darnach, so si
ledig würde, so sönt sie denne ze dem mal kainen gewalt daran haben ze lihent und sülln wir apt Eberhart si lihen oder unser nachkomm
Datierung: 1356
Fundstelle: UlmUB. II 2 S. 444
- Belegtext:
diu vorgenant cappell ze Grymolfingen und ain pryester da selbs elliu diu recht han alz die von Erynstain, Jungingen und Möringen und alz ander cappellen uf dem lande, die in die
pfarr ze Ulm gehörent, die wir im und ainem yeglichen bryester da selbz für uns und für alle unser nachkommen ewiclichen ymmermer bestaeten mit disem brief
Datierung: 1356
Fundstelle: UlmUB. II 2 S. 444
- Belegtext:
das ein jeglich priester, der in der vorgenanten kilchen oder capellen ist gepfruondet, uf derselben pfruonde sitzen und si selber verdienen sol, es si denne, das in siechtage oder ander redelich und offenbar sach entschuldige
Datierung: 1364
Fundstelle: FreibMünsterBl. 5 (1909) 74
- Belegtext:
hant wir [Bischof] geordenet, das in der vorgenanten kilchen und capellen dieselben götliche dienste ernstlich und endelich nach der ... gewonheit begangen werden
Datierung: 1364
Fundstelle: FreibMünsterBl. 5 (1909) 76
- Datierung: 1382
Fundstelle: MZoll. I 246
- Belegtext:
vnd will ich [Vogt] vnd myn erben ... dem prister, dem wir die cappellen geben werden, allewege sin kost degelichs by vns in vnser burge zu Numagen willenclich
vnd gern vnd vmb gottz willen geben, als verre er die vorgeschrieben cappelle wol vordynet vnd wol dedich iz
Datierung: 1405
Fundstelle: HunolsteinUB. II 123
- Belegtext:
de capellen tho Seester, so nyelick mit unserm vulborde gestifftet unde gebuwet, scheiden und sündern wy aff mit all ehrer gerechtigkeit und thobehöringe van vörgemeldten kercken
tho Elmeshorne unde willen uthdrücklick, dat desülve capelle tho Seester der karspel karken tho Utersen alse ehrer moder henförder schall underworpen syn
Datierung: 1428
Fundstelle: Westphalen,Mon. IV 3485
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- Belegtext:
also das derselb W. vnd sein erben die egenanten stuckh mit ihren zuegehörungen nu fürbasser ihn purckhrechts weis innhaben, nuzen vnd niessen vnd jerlich an sand Michels tag zwen vnd dreyssig wienner
pfening zu vnserer capellen in vnser purckh ze Wienn ze purckhrecht davon dienen vnd reichen sullen, als purckhrechts vnd landts recht ist
Datierung: 1439
Fundstelle: Herrgott,MAustr. I 242
- Belegtext:
die geben den zehnten an die cappel unser lieben frauwen zu Brunn
Datierung: 1450
Fundstelle: GrW. V 368
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- Belegtext:
ouch ist berett worden, dz in der selben kappellen sant Anthonij kein begrebdniß, sepultur noch lichlege nuit werden sol zuo ewigen ziten, noch nuit me, den ein Anthonyer do
wonen sol, der der selben cappellen und hußes wartet und pfligt, noch kein covent niemer do sol uff erstan, uinßer luitkirchen und pfarren gantz gar unschedlichen in allen stucken
Datierung: 1454
Fundstelle: BernStR. VI 1 S. 78
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- Belegtext:
die capell zu Greweiler soll ein pastor [zu Finkenbach] belesen die woch ein meß; gibt der herrnhoff daselbst 4 ... malter korns. die capell zu Bisterschied
gibt einem pastor 20 malter frucht, halb korn und habern; soll er die woch zwo meßen daselbst lesen
Datierung: 1456
Fundstelle: PfälzW. II 509
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- Belegtext:
welke vorbenante anderhalue houe vnseme klostere to tinse gan, nemeliken to der cappellen sancti Jacobi, de dar liid bouen deme Pipenborne in dem crucegange to Ilseneborch
Datierung: 1458
Fundstelle: IlsenburgUB. I 267
- Belegtext:
ok de ergenante her J.K., wen he hedde gebouwet und gewyhet laten de capellen, wolde he bestellen eynen prester, de scholde in der weken in der genanten capellen twe missen lese gode to love, allen cristen selen to troste
Datierung: 1469
Fundstelle: HamelnUB. II 261
- Belegtext:
ok wolde de vorscreven her J.K. laten setten in de capellen eyne kisten edder block, wat dar worde in gegeven, schullen dusse genante vorstender efte olderlude afstan win und ablaten,
lucht und altarlaken efte wes nod were to behof dusser capellen
Datierung: 1469
Fundstelle: HamelnUB. II 261
- Belegtext:
indulgencie huius capelle sequuntur: item de ... byschop A. heft ghegheven allen cristenluden des stichtes van Mynden, de de komen in dusse capellen umme gnade unde aflates willen
unde sprickt eyn pater noster myt ynnycheyt synes herten vor alle cristenzele unde deyt hantrekynge to der buwecht, to wyn, lucht efte anderen clenoden van eynem jowelken hilghen van sunte Annen slechte, xl daghe aflates ...
Datierung: 1490
Fundstelle: HamelnUB. II 429
- Datierung: 1494
Fundstelle: HamelnUB. II 441f.
- Datierung: 1516
Fundstelle: Staphorst,HambKG. I 1 S. 673f.
- Belegtext:
sondrig personen, so besonder altaren vnd capellen haben, die mögen mit den mäßgwender, kleidern, zierden, kelchen etc., die sy oder jr vorder dargeben haben, handeln nach jrem gefallen
Datierung: 1528
Fundstelle: deQuervain,BernRef. 191
- Belegtext:
nach mittag ... auf eine gelegne stunde sol der diacon in der capellen in der nider kirchen ... die epistel desselbigen sontags ... predigen
Datierung: 1533
Fundstelle: Sehling,EvKO. I 1 S. 508
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- Belegtext:
dat register der tinze der capellen to vnßer lieuen frawen ...
Datierung: 1545
Fundstelle: PrignitzVis. 134
[weitere Angaben: ebd.ö.]
- Belegtext:
[ist] vorkommen, das die knapschaft [in Annaberg] einen sonderlichen und aigen prediger, dero ihnen auf etliche namhaftige und gewisse tage in ihrer cappel alhier predigte, zu bestellen, auf und anzunehmen privilegiret und befuget [war]
Datierung: 1555
Fundstelle: Sehling,EvKO. I 1 S. 522
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- Belegtext:
[wird] geordnet, das ... das funus oder leiche ... hinausgetragen und in der capel alsdenne eine predigt ausm catechismo ... gehalten werden solle
Datierung: 1555
Fundstelle: Sehling,EvKO. I 1 S. 523
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- Belegtext:
wellen wir ..., das die unnotwendigen veldkirchen oder capellen, wo sie hin und wieder in den holzen und auf den ainöden außerhalb der dörfer oder filial ligen, darin bisher das
predigtampt nit gebraucht oder des herrn abentmahl nit gehalten worden, abgetan und niedergebrochen ... werden
Datierung: 1555
Fundstelle: Sehling,EvKO. XIII 106
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- Datierung: 1557
Fundstelle: Sehling,EvKO. VIII 1 S. 163
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- Belegtext:
in der capel [im Spital in Rothenhurg o.d.T.] lest es ein erbarer rat auch bei getaner verordnung [Gottesdienstordnung] bleiben, nemlich: ...
Datierung: 1559
Fundstelle: Sehling,EvKO. XI 593
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- Datierung: 1576
Fundstelle: Sehling,EvKO. XIII 207
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- Belegtext:
die römisch-katholischen haben noch einen vicarien ... und eine kapelle beneben der pfarrkirchen ist, welche ihnen noch viel zu groß, worin sie ihr exercitium wollen treiben und können ohne einige molestation
Datierung: 1612
Fundstelle: JbWestfKG. 7 (1905) 39
- Belegtext:
hiernechst so sollen vorgedachter beyder religionen augspurgischer confession reformirte und lutherische prediger, pfarrer, kirchen, capellen, schulen und andere gehoerige haeuser
und wohnungen, auch gewidmete gueter, renthen und gefaellen alle geistliche freyheit vor ihre personen und vor die zu ihren pfarrern gewidmete gueter, wie und wo dieselben im lande gelegen, ueberall
gleich wie die roemisch-catholische indifferenter geniessen
Datierung: 1714
Fundstelle: Struve,PfälzKHist. 1274
- Belegtext:
die capellen muessen zu denen visitations-kosten nach beschaffenheit ihres vermoegens und ermaeßigung der visitatorum concurriren
Datierung: 1727
Fundstelle: BrschwLO. I 473
- Belegtext:
hat der magistrat die erklärung getan, daß man über die hl. capelle nicht mehr macht haben wolle, als man bisher gehabt
Datierung: 1741
Fundstelle: Disch,ChrZell 335
- Belegtext:
ist einem theile der gemeine die errichtung einer besondern capelle oder eines bethhauses in einer entlegneren gegend des kirchspiels verstattet worden: so muß dennoch dergleichen
capelle so wie die hauptkirche von denjenigen, die zu letztrer verpflichtet sind, unterhalten werden
Datierung: 1794
Fundstelle: PreußALR. II 11 § 728
- Belegtext:
seine fuerstliche gnaden [Herzog von Württemberg] ließen [1535] dero eigene capelle von allen bildern entledigen
Datierung: 1798
Fundstelle: Schnurrer,WürtKRef. 163
- Belegtext:
das ganze stiftungsvermögen von der capelle st. Jost wird der kirche von st. Anton einverleibt und ausschließlich von den gemeindsbewohnern von Bürgen verwaltet, um daraus die
baulichkeiten und ausgaben bemeldter kirche zu bestreiten
Datierung: 1801
Fundstelle: AktSammlHelvet. VII 71
1Kapelle (I 1 b)
Erklärung:
zum Begriff zB.:
1Kapelle (I 2)
Erklärung:
Verwendung zu säkularen Zwecken.
1Kapelle (I 2 a)
Erklärung:
als Ort weltlicher Rechtshandlungen.
- Belegtext:
[Belehnungsakt mit den obersten Hofämtern des Hochstifts Bamberg] in sant Egidien closter hinten in dem cleinen capellein, unser lieben frawen capellen genannt
Datierung: 1467
Fundstelle: BambBer. 78 (1922/24) 163 Anm. 4
- Belegtext:
[Belehnungsakt mit den obersten Hofämtern des Hochstifts Bamberg] in sant Gilgen capellen des closters daselbst
Datierung: 1467
Fundstelle: BambBer. 78 (1922/24) 163 Anm. 4
- Belegtext:
dis sint die recht, die die huber zu Ütenheim jarlich zu recht sprechent in der hern von Honowe dinghof doselbs, und werdent gesprochen zu allen gedingen in s. Briden capellen
bi den eiden, so sie getan und geschworen habent in dem selben dinghof und ouch verbunden sind zu halten. zu dem ersten so sollen die herren haben einen geschwornen meiger, der sol ... zu dinge sitzen in der capellen
Datierung: 16. Jh.
Fundstelle: GrW. I 729
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- Belegtext:
[bei der Kaiserkrönung in Frankfurt begibt sich der erste kurbrandenburgische Gesandte] in der kirchen ... in einen vor ihn expresse bereiteten und mit rothem sammet beschlagenen
stuhl, an dessen hoehe der name ChurBrandenburg mit gueldenen buchstaben gezeichnet ist, hoeret das veni sancte etc. hier wieder, da die catholische knien, stehend an und reteriret sich nachmahlen,
wann die messe angehet, ... in die capelle
Datierung: 1700
Fundstelle: Zwantzig,CeremBrandenb. 29
1Kapelle (I 2 b)
Erklärung:
als Archiv und Schatzkammer.
- Belegtext:
[in Westhoven lag] die scharbyle in einer kisten binnen der kapellen verschloiten
Datierung: 15./16. Jh.
Fundstelle: Zierenberg,GevelsbMark 34 Anm. 5
- Belegtext:
[die] insignien des koenigreichs werden von den staenden des reichs in der capell des heiligen Wenceslai bestaendig aufbehalten
Datierung: 1720
Fundstelle: Lünig,TheatrCerem. II 89
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- Belegtext:
nach dieser gemeldten allgemeinen bedeutung enthaelt eine registratur zugleich das sogenannte archiv, das chartophylacium und tabularium oder die registraturam proprie et in specie sic dictam; ... welches
alles vormahls vor ordentlicher einrichtung der heutigen registraturen gemeiniglich in denen capellen verwahrlich aufbehalten und daher dem capellano die aufsicht darueber anvertrauet
war, der dahero auch so viel als archivarius gewesen
Datierung: 1764
Fundstelle: Fladt,Registratur. 12
1Kapelle (I 3)
Erklärung:
rechtliche Bedeutung als Asylstätte.
- Datierung: 13. Jh./1441
Fundstelle: Ernst V. 1287
- Belegtext:
sie [Herzog Ernst und seine Helfer] heten im [dem Kaiser] nâch den lîp benomen, wær er niht in ein kappellen komen, sô hæte er den lîp verlorn
Datierung: 13. Jh./1441
Fundstelle: Ernst V. 1412
1Kapelle (II)
Erklärung:
der Friedhof (I), Gottesacker (II), auf dem eine 1Kapelle
(I) steht.
sprachliche Erläuterung:
übertragen (nur in Livland?).
1Kapelle (III)
Erklärung:
übertragen.
1Kapelle (III 1)
Erklärung:
am karolingischen und hoch-mittelalterlichen deutschen Königshof die Gemeinschaft der Geistlichkeit der königlichen 1Kapelle
(I), die die Keimzelle der königlichen Kanzlei bildet, in den Quellen aber durchweg mit dem mittellateinischen Ausdruck capella
(regalis, regia, palatina) bezeichnet wird.
1Kapelle (III 2)
Erklärung:
außerhalb des Königshofs im Mittelalter (bis ins 16. Jh.) allgemein - meist freilich in der mittellateinischen Form capella - die Gemeinschaft derjenigen, die einen
höfischen Gottesdienst in einer fürstlichen Hofkapelle (I) durchführen: Hofgeistliche, Meßdiener, Sänger, Sängerknaben und Organisten,
vielfach (nicht allerorts) unter Einschluß der Instrumentisten; in der Neuzeit allmähliche Verengung des Begriffs: zunächst in Anlehnung an italienisch cappella auf den höfischen
oder städtischen Sängerchor (meist einschließlich der Organisten; an den evangelischen Höfen des 16./17. Jh. = Kantorei, und zwar Vokalkantorei),
seit dem 17 Jh. mehr und mehr auf das ganze am fürstlichen Hof tätige, organisatorisch verselbständigte Musikkollegium ( Hofkapelle II,
gemischte Kantorei, auch an katholischen Höfen), schließlich auf jedes Instrumentalorchester.
- Datierung: 1517
Fundstelle: Sittard,GMusikWürt. I 11
- Datierung: 1524
Fundstelle: HeidelbStudMusikw. 8 (1939) 13
- Belegtext:
capelordnung [König Ferdinands I.] ... es soll auch die ganz capell ir gehorsam dem öbristen caplan thun, der soll sein guet ordnung der ceremonien ... halten
Datierung: 1527
Fundstelle: Fellner-Kretschmayr II 113
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- Datierung: 1546
Fundstelle: Smijers,Hofmusik III 194
- Datierung: 1546
Fundstelle: Smijers,Hofmusik IV 76
- Belegtext:
als vnns [Kurfürst] ... der alte capellnmeyster J.W. zwvilmaln ... gebeten, ime in betrachtung seines verlebten alters vnnd vnvermogennheit von der verwaltung der capellen
genedigst zuerlauben, haben wir nach einem andern trachten missen, damit gleichwol der capelle inn manngel eines ordenntlichenn haubts oder moder atorn nicht in abgange keme
Datierung: 1555
Region/Autor/Textsorte:
Sachsen
Fundstelle: MhMusikg. 9 (1877) 235f.
- Datierung: 1555
Region/Autor/Textsorte:
Bayern
Fundstelle: Ruhnke,Hofmusikkoll. 305
- Belegtext:
ist vnser [Kurfürst Ottheinrich] entlicher vnd letzter will, das vnsere angestellte capell vnd musica in gleichnus on allen abgang in gueter harmonia vnd
ordnung, insonderhait in der schloßkirchen zu Haidelberg, conseruirt vnd erhallten, auch yederzeit die fursehung geschehe, das an stat der abgehenden oder vntuglichen singer andere wolgestimbte singer,
cantores vnd musici ..., des gleichen berumbte vnd kunstreiche organisten, pusauner, harpffanisten, lautanisten, zinckhenbleser vnd trumetter zur hand gebracht vnd angestellt werden sollen, auch in betrachtung,
das solchs als ain sonderliche zier vnd wolstand von vnuerdechtlichen jaren, auch, wie wir bericht, vasst am ersten in teutschenn landen also bey der churfurstlichen Pfaltz herkomen vnd dieselbige vor andern an solchem ein sonderen rhuem gehabt
Datierung: 1556/59
Fundstelle: Stein,MusikwHeidelb. 52 Anm. 2
- Belegtext:
instruction und ordnung auf die capeln und instrumentisten
Datierung: 1565
Region/Autor/Textsorte:
Innsbruck
Fundstelle: Ruhnke,Hofmusikkoll. 276
- Datierung: 1565
Fundstelle: Schmidt,AnsbachMusik 20
- Datierung: 1570
Fundstelle: Engel,ThürMusik 78
- Datierung: 1571
Fundstelle: Smijers,Hofmusik III 196
- Datierung: 1572
Fundstelle: Rauschning,MusikDanzig 30
- Datierung: 1574
Fundstelle: Smijers,Hofmusik II 119
- Datierung: 1574
Fundstelle: Smijers,Hofmusik II 136
- Belegtext:
[aus Besoldungsabelle:] preussische kapelle: Z.E., cantor ..., beim cantor sind 8 diskantisten, ... A.L. [Bassist?] ..., lauttenist
B. ..., organist J. ..., B.v.G., instrumentist ..., T.M., altist [sowie weitere 2 Altisten, 1 Bassist u. 3 Tenoristen]
Datierung: 1578
Fundstelle: Mayer-Reinach,KönigsbHofkapelle 34
- Belegtext:
[Zusammensetzung der Heidelberger Hofkapelle] capell und sengerey: ... musica: ...
Datierung: 1579
Fundstelle: Stein,MusikwHeidelb. 56 Anm. 2
- Datierung: 1580
Region/Autor/Textsorte:
Freising
Fundstelle: Ruhnke,Hofmusikkoll. 253
- Belegtext:
das er vnns für einen capellenmeister dienen, die cantorei vnd capellen mit ehrlichen, tüchtigen, geübten personen woll bestellen ... soll
Datierung: 1585
Fundstelle: Mayer-Reinach,KönigsbHofkapelle 36
- Datierung: 1586
Region/Autor/Textsorte:
Ansbach
Fundstelle: SammelbdMusik. XII 6
- Datierung: 1587
Fundstelle: Zulauf,HessHofkapelle 31
- Datierung: 1590
Fundstelle: Schmidt,AnsbachMusik 34
- Datierung: 1593
Fundstelle: Mayer-Reinach,KönigsbHofkapelle 45
- Belegtext:
solle vnnd wölle er ... die gantze cappel vnnd cantorey, so jme allß ainem cappelmaister beuolhen, mit treüwem vleyß regieren vnnd haltten
Datierung: 1595
Fundstelle: WürtVjh.2 19 (1910) 370
- Belegtext:
wann volgendermassen in der wochen mit der ganzen cappel zusammen gesungen, die instrumentisten mit ihren pusonen vnnd zinckhen auch gewißlichen vnnd ohne feelen zugegen sein
Datierung: 1595
Fundstelle: WürtVjh.2 19 (1910) 372
- Datierung: 1595
Fundstelle: WürtVjh.2 19 (1910) 374
- Datierung: 1595
Fundstelle: WürtVjh.2 19 (1910) 371, 373
- Datierung: 1608
Fundstelle: Sittard,GMusikWürt. I 39
- Datierung: 1608
Fundstelle: WürtVjh.2 19 (1910) 348
- Datierung: 1609
Fundstelle: Smijers,Hofmusik III 194
- Belegtext:
[dem württembergischen Konsistorium ist durch fürstliches Dekret] die inspektion über die ganze kapelle und die annahme junger und alter musikanten auf i.f.g. approbation gnädigst befohlen worden
Datierung: 1610
Fundstelle: WürtVjh.2 20 (1911) 151
- Datierung: 1617
Fundstelle: Wustmann,LeipzMusikg. I 210
- Datierung: nach 1620
Fundstelle: Smijers,Hofmusik I 158
- Belegtext:
daß die cappel jedesmal mit taugenlichen personen, welche zierlich, lieblich, künstlich und perfekt sowohl mit stimmen als instrumenten zu musicieren wissen, bestellet seye
Datierung: 1634
Fundstelle: WürtVjh.2 21 (1912) 75
- Datierung: 1640
Fundstelle: Nagel,MusikDarmstadt 26
- Datierung: 1641
Fundstelle: Strube,Kantor 46
- Datierung: 1645
Fundstelle: Engel,ThürMusik 119
- Datierung: 1646
Fundstelle: Rauschning,MusikDanzig 172
- Datierung: 1647
Fundstelle: Mayer-Reinach,KönigsbHofkapelle 66
- Datierung: 1657
Fundstelle: Sittard,GMusikWürt. I 50
- Belegtext:
die capell chorus canentium, musici, cantores, chorus musicus vel musicorum
Datierung: 1663
Fundstelle: Schönsleder s.v.
- Datierung: 1664
Fundstelle: Mayer-Reinach,KönigsbHofkapelle 74
- Belegtext:
aufsatz, welcher gestalt eine compendiose, doch complete capelle aufs geringst und füglichst zu underhalten sey, ... nemlich: ...
Datierung: 1664
Fundstelle: Meyer,GGüstrowHofkapelle 41
[weitere Angaben: und JbMeckl. 83 (1919) 41]
- Datierung: 1669
Fundstelle: Meyer,GGüstrowHofkapelle 38
- Datierung: 1679
Fundstelle: Rauschning,MusikDanzig 278
- Datierung: um 1680
Fundstelle: Schmidt,AnsbachMusik 61
- Datierung: 1683
Fundstelle: Rauschning,MusikDanzig 238
- Belegtext:
derer zu e. hoch edl. gestr. raths dieser weltberühmten königl. stadt Dantzig gehörigen chapella in der pfarr kirche: 1. der capellmeister, 2. F.K. cantor, 3. G.S. organist, hierauf
folgen die ordentlichen vocalisten ..., zu diesen fünff vocalisten treten noch 2 schul collegen ..., die aber nicht zur concertal-music sondern nur zum ripieno choro gebraucht werden können
Datierung: 1686
Fundstelle: Rauschning,MusikDanzig 280
- Datierung: 1687
Fundstelle: Rauschning,MusikDanzig 282
- Datierung: 1693
Fundstelle: Rauschning,MusikDanzig 284
- Datierung: 1717
Fundstelle: Engel,ThürMusik 18
- Datierung: 1736
Fundstelle: Sittard,GMusikWürt. II 2
- Belegtext:
[die] hochfürstliche und des hohen domstiftes [von Münster] kapelle [bestand im Jahre 1750 aus] capelle meister
S., violinist V., organist T., violinist D., baßgeiger C., violinist G., bassist J.G.S., fagottist B., violinist D., violinist W., fagottist M., calcant M.
Datierung: 1750
Fundstelle: Salmen,MusikWestf. 217
- Belegtext:
die königliche [dänische] capelle, deren chef der hofmarschall ist, hat ein personal von 57 musikern
Datierung: 1823
Fundstelle: StaatsbMag. III 640
1Kapelle (IV)
Erklärung:
übertragen Kirchen-, Chormusik.
- Belegtext:
am neuen jahrstag wird capelle im pallast gehalten ... den ersten tag in der fasten wird capelle bey st. Sabina oder im pallast gehalten
Datierung: 1720
Fundstelle: Lünig,TheatrCerem. II 254
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- digitalisiert in Kooperation mit der Universitätsbibliothek Heidelberg
- Datierung: 1720
Fundstelle: Lünig,TheatrCerem. II 258
Faksimile
- digitalisiert in Kooperation mit der Universitätsbibliothek Heidelberg
- Belegtext:
se. durchlaucht hat unter den hof-offizianten [am Stuttgarter Hof] eine große reduction fürgenommen, unter andern aber alle hof-musicos, den einzigen organisten ausgenommen, abgedanket.
hochgedachte se. durchl. verlanget keine capelle noch tafel-musik, sondern will dem gottesdienst in der stadt-pfarr-kirche beywohnen
Datierung: 1737
Fundstelle: BeitrHambMusikg. 32
- Belegtext:
morgen frühe ist päpstliche capelle
Region/Autor/Textsorte:
Goethe
Fundstelle: DWB. V 183
1Kapelle (V)
Erklärung:
in Nürnberg boshafte Bezeichnung für die Folterkammer.
vgl.
Loch (I).
- Datierung: 15. Jh.?
Fundstelle: Waldau,NBeitr. I 436
- Belegtext:
den Labenwolff zu rede hallten in der capellen und, tut not, in pindten und betreten
Datierung: 1501
Fundstelle: NürnbRatsverl. I 87
- Belegtext:
"mit beiden [dem Henker und seinem Knecht] ... hatten manche der Missetäter bereits in der sogenannten kapelle, der Folterkammer des Lochgefängnisses, Bekanntschaft gemacht"
Datierung: 16./17. Jh.
Fundstelle: Hampe,NürnbMalefizB. 74
Wort danach: 2Kapelle
Dieser Wortartikel stammt aus dem Deutschen Rechtswörterbuch
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