Wort davor: Judenhülweg
Judenhut
vgl.
Jude (I 5),
Judenkopf.
Sachhinweis:
R. Strauß, The "Jewish Hat" as an Aspect of Social History (in: Jewish Social Studies 3, 1947, 15ff.). Abb. bei Liebe,Judentum 26 und 27.
Judenhut (I)
Erklärung:
als den Juden von christlicher Seite vorgeschriebene Tracht.
vgl.
1Hut (A VI 4),
Judenringlein,
Judenzeichen.
- Belegtext:
unde der selbe iude [Verkäufer an der jüdischen Fleischbank] sol einen iudenhuot ufe haben
Datierung: 1276
Fundstelle: AugsbStR. Art. 19 § 13
Textarchiv: AugsbStR. Art. 19
- Belegtext:
der jude sal nicht uz der synagogen ghen ane judenhut
Datierung: Ende 14. Jh.
Fundstelle: GlWeichb. 438 Art. 135
- Belegtext:
die juden sullen judenhüete tragen in allen steten dâ si sint
Datierung: 14. Jh. (Hs.)
Fundstelle: Schwsp.(W.) 214
- Belegtext:
der jud sol nicht aus der synagogen gen an judenhut
Datierung: 1449
Region/Autor/Textsorte:
Th. von Bocksdorff
Fundstelle: Kisch,JewLaw 132
- Fundstelle: Kisch,ForschJud. 303
- Fundstelle: Kisch,Jews 296f.
[weitere Angaben: zS.]
Judenhut (II)
Erklärung:
als Schandmütze.
vgl.
Judenhütlein.
Judenhut (III)
Erklärung:
als Zeichen jüdischer Händler und Gewerbetreibender und übertragen auf topographische Namen; Flur- und Häusername.
vgl.
Judenhaus.
- Belegtext:
citra vicum, qui vocatur judenhut, in quo venduntur carnes rancee
Datierung: 1332
Fundstelle: ErfurtWeist. 87
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- digitalisiert vom Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ)
- Belegtext:
fynnecht fleysch vnd das fleysch, das mit linkuchen gemest ist, ... sal man das hawen vnter dem judenhuess
Datierung: 1351
Fundstelle: ErfurtZuchtbf. 113
[weitere Angaben: wohl verschrieben für judenhut (III), vgl. auch Kirchhoffs Anmerkung in ErfurtWeist. 87]
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- Belegtext:
finnichtes ... vnd ander böses fleisch soll nirgends anders denn vnter dem iudenhut verkaufft werden
Datierung: 1351
Region/Autor/Textsorte:
Erfurt
Fundstelle: Haltaus 1053
- Belegtext:
ein dritteil an dem huse zum judenhut am obßmarkte
Datierung: 1425
Fundstelle: SpeyerKoB. 55v
- Belegtext:
juden-hut, ein leerer platz im Ober-elsaß, im stifft Murbach, ol. jaeger-haus, jetzt steht darauf der markstein des Gebweiler stadt-baums, welcher ein judenhut auf der form jetziger
granadier-kappen, von welchem zeichen der ort den namen behalten
Datierung: 1741
Fundstelle: Frisch I 492
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- in Google Books
Judenhut (III Spiegelstrich 1)
Erklärung:
übertragen auch Freibank.
- Datierung: 1488
Fundstelle: MittErfurt 47 (1931) 96
Judenhut (IV)
Erklärung:
sächsische Münze, 1444ff. geprägt, die einen Helm mit einem Kopf als Helmschmuck zeigt, der wegen eines eigentümlich spitzen Hutes mit einer Pfauenfeder als Darstellung eines Juden angesprochen wurde.
vgl.
Judengroschen (I).
- Belegtext:
van cix silveren jooden hoeden te maken
Datierung: 1390/1460
Fundstelle: MnlWB. III 1045
[weitere Angaben: hierher? oder Gegenstand in Form eines Judenhutes?]
- Belegtext:
1444 ist die münz der groschen, die man nennt judenhuth, erstlich geschlagen worden
Datierung: 1521
Fundstelle: MittZwickau 10 (1910) 21
- Fundstelle: Halke,MünzWB. 146f.
- Fundstelle: Schmieder,MünzWB. 244
- Fundstelle: Schrötter,MünzWB. 288
Wort danach: Judenhütlein
Dieser Wortartikel stammt aus dem Deutschen Rechtswörterbuch
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