Wort davor: Johannesschild
Johannssegen
vgl.
Johannisbier,
Johannisminne,
Johannistrunk,
Johanneswein.
- Fundstelle: AberglWB. IV 745ff.
- Fundstelle: DWB. IV 2 Sp. 2333
- Fundstelle: RhJbVk. 5 (1954) 201ff.
- Fundstelle: WBDVk. 380
- Fundstelle: WSB. 40 (1862) 177ff.
[weitere Angaben: I. Zingerle, Johannissegen und Gertrudenminne]
Johannssegen (I)
Erklärung:
geweihter Wein, den der Priester am Tage Johannis Evangelist (27. XII.) der Gemeinde reicht, zum Gedenken an den Heiligen, dem nach der Legende vergiftete Tränke nicht zu schaden vermochten.
Johannssegen (II)
Erklärung:
Abschiedstrunk.
vgl.
Johannsliebe.
Johannssegen (II 1)
Erklärung:
im ursprünglichen Sinne.
Johannssegen (II 2)
Erklärung:
des Sterbenden.
- Belegtext:
sy begert awch for zw trynken sent johans segn
Datierung: 16. Jh.
Region/Autor/Textsorte:
Nürnberg
Fundstelle: AberglWB. IV 756
Johannssegen (II 3)
Erklärung:
des armen Sünders vor der Hinrichtung.
- Belegtext:
da bracht man [den Verurteilten auf ihrem letzten Gange], wie man spricht, sant johanns segen oder den scheidttrunck
Datierung: 1524
Fundstelle: ZRG.2 Germ. 44 (1924) 326
- Belegtext:
darnach [die Kindsmörderin] dem nachrichter an die hand bevelhen, durch den vom thurm für den spital, s. johanssegen zu trinckhen, alsdann [zu den Säcken zu führen]
Datierung: 1576
Fundstelle: Schindler,VerbrFreib. 238
- Belegtext:
alda dann der arm jung sollt ... sant johannssegen drinken
Datierung: 16. Jh.
Fundstelle: ZimmernChr.2 II 582
- Belegtext:
ehe man den armen sünder ausführt, soll ihme st. joannissegen gegeben auch dessen evangelium oder ein anderer segen über ihm gesprochen werden. darzue soll auch der nachrichter angehalten werden
Datierung: 17. Jh.
Fundstelle: Schmeller2 I 1618
Faksimile
- digitalisiert im Rahmen von "austrian literature online (ALO)"
- Datierung: 18. Jh.
Fundstelle: v.Hentig,Henkersm. 27
- Region/Autor/Textsorte:
Mackensen
Fundstelle: ZRG.2 Germ. 44 (1924) 325ff.
Johannssegen (II 3 Spiegelstrich 1)
Erklärung:
übertragen Trunk eines Teufelsbündlers, der vor Ablauf seines Paktes St. Johannisminne trinkt und dadurch gerettet wird.
- Belegtext:
also name zu danck ein anfang sanct johannessegen
Datierung: 16. Jh.
Fundstelle: ZDMyth. 3 (1855) 300
[weitere Angaben: als Ursprung des Johannessegens gedeutet, vergleiche dazu aber A. Franz, Die kirchlichen Benediktionen im Mittelalter (Freiburg 1909) I 294ff.]
Johannssegen (II 4)
Erklärung:
Schlußtrunk der Trauungszeremonie.
- Belegtext:
nach dem hochamte ist gewöhnlich die trauung, wobey der johannissegen getrunken wird
Datierung: 1796
Fundstelle: Hübner,ErzstSalzb. II 386
Johannssegen (II 5)
Erklärung:
Abschiedstrunk bei der Hochzeitsfeier.
- Belegtext:
welch frowe zuo der hochtzit ingat, der mag man von der hochtzit, ob man wil, wol ainen ertrunk wins geben und so si dannan gat, sant johanns segen und nicht mer aune alle geverde
Datierung: 1376/1445
Fundstelle: UlmRotB. Art. 424
Faksimile
Johannssegen (II 6)
Erklärung:
Abschiedstrunk bei Kindbettbesuchen.
- Belegtext:
[Besucherinnen, die nicht zur Verwandtschaft gehören,] sol man den erwin und sant johanssegen geben und da mit enweg lassen gan
Datierung: 1422
Fundstelle: ZürichStB. I 394
Johannssegen (II 7)
Erklärung:
bei der Abfahrt der Salzschiffe in Passau.
Wort danach: Johannser
Dieser Wortartikel stammt aus dem Deutschen Rechtswörterbuch
- online verfügbar mit vielfältigen Recherchemöglichkeiten