Wort davor: Gewährde
Gewähre
Erklärung:
Gewährsmann, auctor, der für etwas oder für jemanden einsteht.
sprachliche Erläuterung:
nd. gewere, österr. auch gaber, das mit Gaber vermengt wird.
Gewähre (I)
Erklärung:
aus Vorbesitz.
Gewähre (I 1)
Erklärung:
als Verkäufer, Verpfänder, Verleiher oder ähnliches gegen Rechtsansprüche Dritter.
- Belegtext:
svie egen oder varende have verkoft, des sal he gewere sin
Datierung: 1224/35 (Hs. 1369)
Fundstelle: SspLR. III 83 § 3
Textarchiv: SspLR. III 83
- Belegtext:
promisit esse auctor gwer vulgariter appellatur
Datierung: 1244
Fundstelle: MCarinth. IV nr. 2278
- Belegtext:
pro reliquis autem nouem libris obligauit nobis partem fratris sui Heinrici, ita quod de resignatis et obligatis ipse Chunradus auctor noster erit, quod vulgariter dicitur gwer,
si a predicto Heinrico fratre suo super hijs fuerimus impetiti
Datierung: 1253
Fundstelle: NotizBlÖst. 5 (1855) 190
- Belegtext:
nos etiam una cum ipso cenventu sepedictarum possessionum auctores sui, quod vulgo dicitur gwer, erimus, ut de iure tenemur, coram quocunque lis vel questio sibi suscitata fuerit de premissis
Datierung: 1258
Fundstelle: OÖUB. III 251
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- digitalisiert vom Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ)
- Belegtext:
seit aber er, ez sei im gegeben, oder er habe ez gechauffet, so muoz er nennen seinen gewern wider den er ez hat gechauffet
Datierung: 1275/76
Fundstelle: Dsp. 146
- Belegtext:
git ein jude einem cristen iht zekouffenne, ... er sol dez cristenen gewer sin
Datierung: 1275/87
Fundstelle: Schwsp.(L.)LR. Art. 260
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- Belegtext:
lob ouch an disem brief, ob miner erben chainer oder ieman meiner vreunde dem bischof oder sinem goteshovs an dem selben gut chainen chrieg wolt machen oder tun, des sol ich sein gewere und ovzrichter sein
Datierung: 1298
Fundstelle: CDAustrFris. I 466
- Belegtext:
ich [der Verkäufer] sull nu fürbaz recht gewern sein
Datierung: 1358
Fundstelle: MBoica XX 2
- Belegtext:
willen em der ok vor allir manglik eyn gantz gewer syn
Datierung: 1381
Fundstelle: BerlinStB. 48
- Belegtext:
sulde sich der kouffir an synen geweren zihn
Datierung: Ende 14. Jh.
Fundstelle: GlWeichb. 268
- Belegtext:
das her zeyn gelt vorlust, szo verre er zeynen geweren nicht gestellen kan
Datierung: 1435/54
Fundstelle: DanzigSchB. 54
- Belegtext:
wil diß kaufs ein gewer sin
Datierung: 1510
Fundstelle: NeuzelleUB. 111
- Belegtext:
das der furste obgemelten kauffern ein notdurfftige gewere gegen meniglichen leisten und halten soll
Datierung: 1513
Fundstelle: Wutke,SchlesBergb. I 187
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- digitalisiert im Rahmen von Czech Medieval Sources online
Gewähre (I 2)
Erklärung:
als Entlastungszeuge bei Diebstahl- oder Raubverdacht.
- Belegtext:
vint en man sin gut under jeneme dat ime afgerovet is, dem he nener hanthaften dat scüldegen mach, die mut an sinen geweren tien
Datierung: 1224/35 (Hs. 1369)
Fundstelle: SspLR. III 35 § 2
Textarchiv: SspLR. III 35
- Belegtext:
umb verstolns guot auz chirchen [Überschrift], ... in swes gewalt man daz funden hat, der sol dez selben guotz seinen gewern stellen
Fundstelle: BairLR.(Schlosser/Schwab) Art. 34
Textarchiv: BairLR.(Schlosser/Schwab) [2. Titel]
- Belegtext:
vindet man dieberei oder raubiges gut in eines mannes gewalt, und sprichet, er habe seinen geweren, des schol man im tag geben uber drei vierzehen nacht
Datierung: 14. Jh.
Region/Autor/Textsorte:
SchwspVar.
Fundstelle: WSB. 75 (1873) 117
- Belegtext:
so yemandt eynich varnuss antast oder anclagt als gerawbt oder gestolen so mag der inhaber desselben seinen geweren stellen
Fundstelle: NürnbRef.(1479/84) XXIX 2
Volltext (und Faksimile)
- in DRQEdit
- Belegtext:
ob ainer ain dienstpotten hat, der ain phant zu ainem wiert prächt, das soll kein wiert nit gestatten, sonder er hab dann sein gaber
Region/Autor/Textsorte:
Niederösterreich
Fundstelle: ÖW. VII 319
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Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Belegtext:
wen einer ausliech sein guet oder gelt auf kirchgrat, auf pluetigs gewand und einer stellet sollichen güetern nach, der soll die güeter wider geben und soll darneben seinen gaber stellen
Region/Autor/Textsorte:
Niederösterreich
Fundstelle: ÖW. XI 206
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Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Belegtext:
so ainer kam und sprach ain an umb menigerlai gut und so er hat sein gegenwurtigen gaber und geber, so ist er ledig und nichts dem schuldig
Fundstelle: ÖW. XII 228
Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Belegtext:
bi swem ein man sin gute vindet, daz im verstolen ist, bietet er sinen gewern, er sol des swern daz er in nenne an ubel liste
Fundstelle: Rockinger,Dm. 46
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Gewähre (I 3)
Erklärung:
als Beistand des Beklagten vor Gericht.
- Belegtext:
sve so klaget up enen anderen, he neme ime gut, sal sinen geweren to dinge bringen
Datierung: 1224/35 (Hs. 1369)
Fundstelle: SspLR. II 42 § 1
Textarchiv: SspLR. II 42
- Datierung: 1275/76
Fundstelle: Dsp. 153
- Belegtext:
[bei] real clagen, welche vmb güetter beschehen, stehet ainem ieden seinem gaber vnd schermb fürtzuwenden bevor
Datierung: 1573
Fundstelle: NÖLTfl. 57
- Belegtext:
wellicher umb daz aigenthumb ligunder güeter oder unsichtbarer rechten clagt und hat dasselbe clagte ein geweher, den soll er alsbald verkhünden
Datierung: 1599
Fundstelle: NÖLREntw. I 18 § 1
- Belegtext:
were auch, dasz einer ein gutt drü iahr vor einem der inn lanz ist, vnansprächig hatt, behebt, dasz es im vor gericht nit angesprochen wirt, den sol ein herr ze G. uud ein gewer dabei halten vnd schirmen
Fundstelle: GrW. IV 271
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- Belegtext:
swer sich vermizzet aines gewern ze stellen, oder ainen zeug ze laiten
Fundstelle: MünchenStR.(Auer) 68
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- Fundstelle: NeumarktRb. Kap. 355
Gewähre (I 4)
Erklärung:
als selbständiger Beklagter, der im Prozeß an Stelle des ursprünglich Beklagten tritt und die Stellung eines Treuhänders, eines Salmannes, einnimmt.
- Belegtext:
clagent zwene vf ein guot ... vnd kvment beide fvir gerihte, vnd giht der eine an einen gewern, der ander an den andren, vnd gehent beide si habent ir gewern,
... in sol der rihter einen tag geben, daz si beide ir gewern bringen. ... vnd bringent si beide ir gewern, so rehten die gewern mit ein ander
Datierung: 1275/87
Fundstelle: Schwsp.(L.)LR. Art. 207 a
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- Belegtext:
kumt her mit dem geweren vor unde bekennet im der were, das her him das ding vorkouft habin, so mus her entworten dem clager an iens stat
Datierung: vor 1320
Fundstelle: ÄltpolnRdm. 12
- Belegtext:
das kainer den andern ... an clag verbieten soll, ausgenummen seinen rechten gweer und selbstholden [lies selbscholl]
Datierung: 16. Jh.
Region/Autor/Textsorte:
Niederösterreich
Fundstelle: ÖW. VII 302
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Gewähre (II)
Erklärung:
aus Oberbesitz im Lehnrecht.
- Belegtext:
sol auch des selben lehens sin rehter gewaer sin
Datierung: 1280
Fundstelle: WirtUB. VIII 234
- Belegtext:
sind auch hern Cesari gewern des selben lehens also landes recht ist
Datierung: 1327
Fundstelle: MittSalzbLk. 36 (1896) 10
- Belegtext:
des kouffes wil ich eyn bekenner sin unde der lehen eyn gewere si
Datierung: 1351
Fundstelle: HMerseburgUB. 895
- Belegtext:
ir recht gewern und scherm für alle ansprach
Datierung: 1374
Fundstelle: FRAustr. 59 S. 32
- Belegtext:
ock wyl wie lehnnhere unde gewehre syn
Datierung: 1521
Fundstelle: MagdebLiebFrauUB. 367
- Belegtext:
ick will genanten des vorgenanten gudes en recht lehnhere und gewehre wesen
Datierung: 1537
Fundstelle: BrandenbSchSt. III 1
Gewähre (III)
Erklärung:
aus Vertrag oder obrigkeitlichem Akt, der der Sicherstellung Dritter dient.
Gewähre (III 1)
Erklärung:
als Bürge.
- Belegtext:
ist ... selbgeschol vnd gewer worden vnser lieber oheim L. von H.
Datierung: 1342
Fundstelle: MZoll. III 82
- Belegtext:
ze ainer bezzer sicherhait setz ich ze rehten geweren Lutzen
Datierung: 1352
Fundstelle: MBoica 22 S. 326
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- in Google Books
- Belegtext:
der auch der sach rechter gewer und selbgeschol ist
Datierung: 1364
Fundstelle: OÖUB. VIII 163
- Belegtext:
darumb sie uns zu bürgen und geweren geben hattend zwen und vierzig man
Datierung: 1372
Fundstelle: GlarusUrkS. I 273
- Belegtext:
welch bürgen oder geweren behaft sint
Datierung: 1396
Fundstelle: MemmingenStR. 261
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- digitalisiert vom Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ)
- Belegtext:
waer aber, ob wir ... selbscholen nicht genug darumb taten ... so süllen wir v"ns ... porgen vnd gewern ... stellen
Datierung: 1413
Fundstelle: Indersdorf I 170 (nr. 436)
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- Belegtext:
hab ich minen herrn zuo rechten geweren und tröstere gesetzt U. und H. wa ich den stucken nit nachkem, dann mögen min herrn di gemelten gewern darum mit recht ersuchen und anlangen
so vil bis von mir volstreckt und gehalten wurde mit diser verschribung
Datierung: 1490
Fundstelle: ZGO.2 2 (1887) 493
- Belegtext:
wo E. nit gewern kunt, so ist M. eyn gewer, purg vor sulch gelt
Datierung: 1499
Fundstelle: FalkenauStB. 49
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- Belegtext:
zu meerer und pesserer sicherhait aller sachen, zu rechten bürgen und geweeren gesetzt
Fundstelle: TirolLO. 1532 8, 58
Volltext (und Faksimile)
- in DRQEdit
Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Belegtext:
das nunhinfüro dhainer mer für niemandts bürg, gwer noch selbstschuldner werden solle
Datierung: 1532
Fundstelle: ÜberlingenStR. 377
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- Belegtext:
es soll auch keiner für den andern bürgschuldner noch gwer werden
Datierung: 1550
Fundstelle: Alemannia 30 (1903) 127
- Belegtext:
H.B. und U.M. als mitgülten vnd gewärn
Datierung: 1553
Region/Autor/Textsorte:
Buchhorn
Fundstelle: SchrBodensee 18 (1889) 52
Gewähre (III 2)
Erklärung:
als Vertreter, Verteidiger.
Gewähre (IV)
Erklärung:
Vormund.
Gewähre (V)
Erklärung:
Beistand und Helfer.
- Belegtext:
daz ich an deme gerichte wel getruwe sin, glich gewer unde recht sin deme armen also deme richen, wettewen unde weisen des unrechten zcu schucczen unde richten deme gaste also deme ingesessen
Datierung: nach 1358
Fundstelle: Rb.n.Dist. III 1 Dist. 1
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- digitalisiert vom Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ)
Gewähre (VI)
Erklärung:
bevorrechtigter Gläubiger.
- Belegtext:
ain ieder erster verleger sol erster gewer sein, dann ausgenomen was glidlon sol vorgen, darnach kostgelt
Datierung: 1486
Fundstelle: ZBergr. 48 (1907) 512
Gewähre (VII)
Erklärung:
Zeuge eines Vorganges, insbesondere des Erben, daß dieser von seinem Vorfahren rechtmäßig erworben hat.
- Belegtext:
debet esse gewer vel testis de proprietate
Datierung: 1244
Fundstelle: MGConst. II 579
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- digitalisiert im Rahmen des Projekts dMGH
- Belegtext:
diu cristen e ist komen her ein geziug und ein gewer, daz siu die warheit kunde
Datierung: 1293
Fundstelle: Langenstein,Martina 460
- Belegtext:
J.N. dedit H. herediatem sitam apud S. et vult esse ghewere iar unde dagh
Datierung: 1349
Fundstelle: AkenSchB. II 150
- Belegtext:
ich sol des erb sein gewer sein als erbs recht ist
Datierung: 1353
Fundstelle: Rockinger
- Belegtext:
ob ich ein urteil beschulden wirt, daz man bringen an die phalnzen vnde der bischof sal senden vmme die gewere, die ambaht haben
Fundstelle: AnzGMus. 2 (1833) 257
Wort danach: Gewährempfangung
Dieser Wortartikel stammt aus dem Deutschen Rechtswörterbuch
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