Wort davor: Däumelturm
Daumen
Daumen (I)
Erklärung:
als wichtigster Finger zuweilen durch besonders hohe Buße geschützt.
- Belegtext:
gif se ðuma bið ófaslægen, þam sceal xxx scil to bote
Datierung: 871
Fundstelle: Liebermann,AgsG. 82
- Belegtext:
thi thuma is thrimine hond [pollex est quasi tertia pars manus]
Datierung: 13. Jh.
Fundstelle: Richth. 91
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- Belegtext:
ein abgeschlagener oder ein gelahmeter daumen wird mit zehen gulden und der andern finger ... mit fünff gulden gesühnet
Datierung: 1583
Fundstelle: SiebbWB. II 20
- Belegtext:
daumen ist drittelshand
Fundstelle: Graf u.Dietherr 323
Daumen (II)
Erklärung:
über das Abschlagen des Daumens als Strafe.
Daumen (II 1)
Erklärung:
bei Taschendieben.
Daumen (II 2)
Erklärung:
bei Forst- und Wildfrevlern.
Daumen (III)
Erklärung:
als Längenmaß.
Daumen (III 1)
Erklärung:
Daumbreite; entspricht einem Zoll.
Daumen (III 2)
Erklärung:
Faßeinteilung.
vgl.
Daumemal (II).
- Belegtext:
an der Mosel wird das Faß bis auf vier Daumen gefüllt, damit der Wein beim Gären nicht überläuft; das Faß (960 l) mißt von dem Spundloch
senkrecht 36 Daumen; 18 Daumen sind ein halbes Fuder oder ein Zulast; das Fuder enthält 6 Ohm; diese mißt man wie folgt von unten nach oben: 9 Daumen
die erste Ohm, 6 Daumen die zweite Ohm, 3 Daumen die dritte Ohm, wieder 3 Daumen die vierte Ohm, wieder 6 Daumen
die fünfte Ohm, wieder 9 Daumen die sechste Ohm
Fundstelle: RhWB. I 1292
Daumen (III 3)
Erklärung:
bei Wunden dient die Länge des oberen Glieds des Daumens als Größenmaß.
Daumen (III 4)
Erklärung:
Spanne.
- Belegtext:
stapholtz sol halten in die breite zwischen dem daumenund dem nechsten finger, auf das ende des fingers nagel die lenge
Datierung: 1423
Fundstelle: KönigsbergWillk. 115
Daumen (IV)
Erklärung:
Aufsetzen des Daumens beim Siegeln oder zur Bekräftigung.
- Belegtext:
loveden vn vullborden de vor sick vn ere erven mit duymen vnt mit munde
Datierung: 14. Jh.
Fundstelle: Haltaus 220
- Belegtext:
geben ir wort, vnd versiegeln das mit aufgesetzten daumen vnd gegebenen handschlag
Datierung: 1758
Region/Autor/Textsorte:
Meißen
Fundstelle: Haltaus 220
Daumen (V)
Erklärung:
Daumen in der Hand geballte Faust mit eingeschlagenem Daumen (Gegensatz zugethanene Faust).
Daumen (VI)
Erklärung:
Daumen von Gehängten als Zaubermittel.
- Belegtext:
daß die M.T. ihn angeklaget, derowegen, daß er ihr sollte einen daumen von 2 gehangenen angebotten
Datierung: 1616
Fundstelle: MittSchlesVk. 27 (1926) 146
Daumen (VII)
Erklärung:
bei den Daumen aufhängen als Folter.
- Belegtext:
se gelick eyner myssedederschen gestocket geblocket by oren dümen vff gehangen
Datierung: 1381
Fundstelle: MittOsterland 3 (1853) 514
- Belegtext:
sittet nedder unde latet jw den duemen ten
Datierung: 1464
Fundstelle: RedentinOstersp. 160
- Belegtext:
se hadden en vpgehungen bi den dumen vnd hadden en so veer stunden hangen laten
Region/Autor/Textsorte:
Hamburg
Fundstelle: Schiller-Lübben I 594
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Wort danach: däumen
Dieser Wortartikel stammt aus dem Deutschen Rechtswörterbuch
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