Wort davor: Beiläufer
1Beilbrief
sprachliche Erläuterung:
Nebenform biel-; aus der ndl. bijlbrief; nd., schwed. bilbref, dän.-norw. bilbrev.
1Beilbrief (I)
Erklärung:
Schiffsbauvertrag(surkunde).
vgl.
Mahlbrief.
- Belegtext:
beil-brieff. heist der contract, der mit denen schiffbauern aufgerichtet wird, wergen erbauung eines oder mehrerer schiffe
Datierung: 1722
Fundstelle: Beier,HdwLex. 45
1Beilbrief (II)
Erklärung:
(öffentliche) Beweisurkunde über die erfolgte Erbauung eines Schiffes, auch über das Eigentum und die Staatszugehörigkeit.
- Belegtext:
der beyl-brief, woraus wahrzunehmen, wo es gebauet
Datierung: 1715
Region/Autor/Textsorte:
Stralsund
Fundstelle: Lünig,CJMilit. Anh. Sp. 193 Art. 11
- Belegtext:
beylbriefe sollen von keiner kraft seyn, wann ... nicht ... in behöriger ... form ... authorisiret
Datierung: 1727
Fundstelle: PreußSeeR. I 8
[weitere Angaben: siehe auch 7]
- Belegtext:
kein schiff soll gebraucht werden, wenn es nicht mit einem atteste der obrigkeit über den vorschriftsmäßigen bau desselben (beylbrief) versehen ist
Datierung: 1794
Fundstelle: PreußALR. II 8 § 1392
- Belegtext:
dieses schiff mit einem hamburger biel-briefe versehen
Datierung: 1801
Fundstelle: QHambSchiffahrt 52
- Fundstelle: Kamptz,PreußProvR. II 19 nr. 81
1Beilbrief (II Spiegelstrich 1)
Erklärung:
In die gemeindeutsche Seegesetzgebung (seit 1861) ist das Wort nicht eingedrungen. Es stirbt ab. Siehe jedoch lüb.V.v. 22.7. 1868 § 6: auf verlangen wird das handelsgericht
einen beilbrief ausstellen; öst.Ges.v. 7.5. 1879 § 16: der beilbrief hat zu enthalten: den namen, die bauart ... des schiffes, ... den namen ... des eigentümers.
vgl.
Zimmerbrief.
1Beilbrief (III)
Erklärung:
Urkunde über ein (Pfand)darlehen zur Haus- oder Schiffserbauung oder -ausbesserung, dann auch zur Ausrüstung, Bemannung und dergleichen.
- Belegtext:
[Ein stillschweigendes Pfandrecht hat] iemand die geld heeft gheleent om een huis ofte schip te bouwen ofte te herbouwen, ofte den arbeid daer toe heeft gedaen over 't zelve huis
ofte schip; den brief van deze schuld werd ghemaeckt noemtmen den bijl-brief
Datierung: 1631
Fundstelle: Groot,Inleid.(1952) 189 (II 48 § 13)
1Beilbrief (III Spiegelstrich 1)
Erklärung:
Von hier aus erklärt sich die Bedeutung des b. auch als einer ausdrücklichen Verpfändungsurkunde und mithin die Gleichstellung oder gar Verwechslung von
Beilbrief und Bodemereibrief. Doch galt z.B. der Spruch: bielbrief geht vor bodmereibrief oder bielbrief geht vor kielbrief.
- Belegtext:
instrumentum est, quod apud nos appellatur den byl-brief, nempe instrumentum pecuniae creditae in navem extruendam et instruendam: ende sulcken
brief gaet voor bodemerie-brief ... unde fit, ut creditores, qui pecuniam dant op bodemerye, saepe incidant in damnum, te weten alsher een byl-brief
is, quod creditorem tempore pecuniae creditae latebat
Vinnius' Note bei Peckius, Ad rem nauticam, zu D. 14, 1, 1, 7 (ed. Amst. 1668 S. 95)
- Schwed. Seerecht v. 1667 IV 9
- Molengraaff, Het nederlandsche handelsrecht 5 II (1925) § 55 S. 534
- Wagner-Pappenheim, SeeR. I (1884) 155 9, 163 31 und 164
- Wagner-Pappenheim, SeeR. II (1906) 83 und 94 1
- Wüstendörfer, SeeschifffahrtsR. I (1923) 143
- Pöhls, SeeR. I (1830) 55, 91
- v. Kaltenborn, SeeR. (1851) I 85, 98 und II 238
- Fundstelle: Kluge,SeemSpr. 80
- Fundstelle: Langenbeck,SeeR. 16, 282
- Fundstelle: NlWB. II 2622
Wort danach: 2Beilbrief
Dieser Wortartikel stammt aus dem Deutschen Rechtswörterbuch
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