Wort davor: Banneinung
bannen
sprachliche Erläuterung:
ahd. ags. bannan, fries. banna, bonna, mhd. impf.. bien, mnd. impf. ben; rhfrk. Nebenformen bennen, benden; tirol. pennen; mlat. bannire, bandire, banniscare (in lateinischen Urkunden aus Italien 977), pannare (in unechter Urkunde MGDipl. II 383).
vgl.
ächten,
brüchen (I),
dingen,
laden,
spannen.
bannen (I)
Erklärung:
feierlich bekanntmachen.
bannen (I 1)
Erklärung:
feierlich zusammenrufen; Gericht hegen, eröffnen.
bannen (I 1 Spiegelstrich 1)
Erklärung:
friede bannen jemandes Rechtssache, Verhandlung unter Gerichtsfrieden stellen.
- Belegtext:
daz ist da von gesezzet, daz der richter dem clager vride bannen sol, unde niht dem uf den diu clage get
Datierung: 1275
Fundstelle: Schwsp.(R.)LR. Art. 251
- Belegtext:
deme radhe unde den borgheren wart daz ghewracht unde ghebannen en rechte unde recht vrede
Datierung: 1352
Fundstelle: HamelnUB. I 328
- Belegtext:
breket ein man den vreden, de an em gebannet is, dat geit em an sinen lif unde an sin gut
Datierung: 14. Jh.
Fundstelle: Bunge,Rbb. 142
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- Belegtext:
soliche tage hait ime daz gericht gesatzt und gebannet mit namen dri virzehen tage, die kuntschaft zu faren
Datierung: 1445
Fundstelle: Loersch,Ingelh. 211
- Belegtext:
der hoff meyer den hoff bennen sol also: ich gebiete diesem hoff ban und frieden von wegen St. Peters
Datierung: 1573
Fundstelle: LuxembW. 343
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- in Google Books
- Belegtext:
so nun der verleumbte inzichter solche purgation gethan hette, solle ihm darauff von unserm landtgericht ... sein frieden gebannet ... werden
Fundstelle: FrkLGO. 1619 II 2 § 13
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- digitalisiert in Kooperation mit der Universitätsbibliothek Heidelberg
- Belegtext:
sa ach thi frana sine liude to bonnene, thes keninges bon
Fundstelle: FivelgoLR. 120
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- digitalisiert vom Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ)
- Belegtext:
i agen frethe to bonnane tham erst ... alle godishusum end alle godismonnum
Fundstelle: FivelgoLR. 136
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- digitalisiert vom Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ)
- Belegtext:
frede ban ic allermanna likum ti dere seburch
Fundstelle: FriescheWetten II 118
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- in Google Books
bannen (I 1 Spiegelstrich 2)
Erklärung:
durch feierliche Erklärung zuweisen oder absprechen (z.B. Eigentum).
- Belegtext:
die schout seyt: alle die voerlesen vercoepers ban ick uuten voerscreven goeden ende die coepers der weder in, met eenen verdenban
Fundstelle: Fruin,Dordrecht I 376
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- Fundstelle: MnlWB. I 569
bannen (I 1 Spiegelstrich 3)
Erklärung:
gerichtlich bestätigen.
- Belegtext:
eene gichte bannen [eine gesetzliche Übergabe vornehmen]
Fundstelle: Stallaert I 120
[weitere Angaben: vgl. ebd. I 516 gicht ende ban]
- Fundstelle: Beekman,DijkR. I 121
bannen (I 1 Spiegelstrich 4)
- Belegtext:
noch inwendig der crutz und underschaide als sie gezaichent und gebannen sint, niemer komen
Datierung: 1370
Fundstelle: EßlingenUB. II 92
- Belegtext:
palen bannen [Grenzzeichen durch feierliche Erklärung bekräftigen]
Fundstelle: Stallaert I 121
- Belegtext:
de keersse bannen [die Kerze anstecken bei öffentlichen Verkäufen]
Fundstelle: Stallaert I 120
bannen (I 1 Spiegelstrich 5)
Erklärung:
Sühne bekräftigen.
- Belegtext:
dwelck alsoo volbracht zynde, soo bant den drossaert ... den ... soene met eenen soenvreden
Fundstelle: CoutAnvers V 856
bannen (I 2)
Erklärung:
vorladen (von Amts wegen).
bannen (I 2 Spiegelstrich 1)
Erklärung:
zur Rechnungsablegung auffordern.
bannen (I 2 Spiegelstrich 2)
Erklärung:
aufbieten, zum Heerbann aufrufen.
bannen (I 3)
Erklärung:
fluchen, verhexen, zaubern.
- Belegtext:
zwingen u. bannen als ain[en] dieb
Fundstelle: Netz 879
bannen (II)
Erklärung:
unter Strafandrohung befehlen, gebieten, verbieten.
- Belegtext:
tô in hándegên húngeriâren strénge chórnchóuf in campania ... fone demo chúninge gebannen uuart
Datierung: um 1000
Fundstelle: Notker I 27
- Belegtext:
scultetus tenetur licenciare et inhibere quod vulgariter dicitur bannare, tam in messe metendi, quam in autumpno vindemiandi
Datierung: 1317
Fundstelle: GrW. V 244
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Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Belegtext:
ic banne io ... bi dis grieuwa banne, dat i habbe ioene bannena dike alsoe wrocht ..., dat hi onbanplichtich sie ..., dat i iouwe bannena
syl ... alsoo habbe wrocht ..., dat hi onbanplichtig se ..., dat i iowene bannene heerwei ..., dat i iouwe bannena wegan, deer ti dae goedishuus gaet, alsoe wrocht habbe, dat i onbanplichtich sie
Fundstelle: FriescheWetten II 119
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- in Google Books
- Belegtext:
bannen an des gerichts stab
Fundstelle: LBAppenzIR. 62 S. 87
bannen (II Spiegelstrich 1)
Erklärung:
einen Tag als Feiertag erklären.
bannen (II Spiegelstrich 2)
Erklärung:
Wald, Wasser, Allmende usw. der allgemeinen freien Nutzung entziehen, (zeitweise oder dauernd) hegen.
bannen (II Spiegelstrich 3)
Erklärung:
hüten (vom Bannwart gesagt).
bannen (II Spiegelstrich 4)
Erklärung:
als Fischerausdruck: Fischwasser sich vorbehalten.
bannen (II Spiegelstrich 5)
- Belegtext:
ghebannen waterganghen
Datierung: 1407
Fundstelle: CoutFrancBruges II 719
- Belegtext:
gebannen hof [Gebiet eines Hofes]
Fundstelle: MnlWB. I 570
bannen (II Spiegelstrich 6)
Erklärung:
von Bannmühlen und dergleichen.
bannen (III)
Erklärung:
verbannen.
bannen (III 1)
Erklärung:
in den Kirchenbann tun.
- Belegtext:
sie bienen die sie wolten
Datierung: 1190/1230
Fundstelle: WaltherVogelw. 67, 41
- Belegtext:
den kaiser ne mut de paves noch neman bannen, seder der tiet dat he gewiet is, ane umme dre sake
Datierung: 1224/35 (Hs. 1369)
Fundstelle: SspLR. III 57 § 1
Textarchiv: SspLR. III 57
- Belegtext:
bannen bim hohsten
Datierung: 1275/87
Fundstelle: Schwsp.(R.)LR. Art. 290
[weitere Angaben: L. 313a]
- Belegtext:
es were denne ein gebannen man, der von deme gotesdinste gehindert wer
Datierung: nach 1358
Fundstelle: Rb.n.Dist. III 9 Dist. 5
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- digitalisiert vom Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ)
- Belegtext:
de bischop mach sinen werltliken man nicht bannen umme werltlike sake willen
Datierung: 14. Jh.
Fundstelle: Bunge,Rbb. 97
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- Belegtext:
und went bezalen nit by ziten man muß sie bannen und verlüten
Datierung: 1494
Fundstelle: Brant,Narrensch. 82 V. 12
- Belegtext:
echter und gebante leute
Datierung: 15. Jh.
Fundstelle: ZRG. 1 (1861) 244
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- digitalisiert vom Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte
- Belegtext:
an dher selben zit, / so mir dhe scripht urkunde git, / ben dher pabes Innocencius / dher dritte koninc Philippus
Fundstelle: BrschwRChr. V. 5598ff.
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- digitalisiert im Rahmen des Projekts dMGH
- Belegtext:
van deme banne de se sic undertwischen bennen, was ... under den bischopen unde al der papheit grot twedracht
Fundstelle: SächsWChr. 224
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- digitalisiert im Rahmen des Projekts dMGH
bannen (III 2)
Erklärung:
(weltlich) verbannen, verweisen aus Stadt oder Land.
vgl.
ausbieten (II 1),
1banen,
bannisieren (I 1),
relegieren (I).
- Belegtext:
bannen 100 jaer
Datierung: 1278
Fundstelle: CoutBruges I 228
- Belegtext:
sol man in pannen und in die acht ruffen
Datierung: 1307
Fundstelle: Tomaschek,Trient 92
- Belegtext:
waert dat hi ontruymde, so sondemen hem rechtevoort eweliken bannen, op zijn lijf
Datierung: 1411
Fundstelle: Fruin,Dordrecht I 84
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- Belegtext:
ende worden gebannen uuter stede van quaden feyten alle dieghene, die uut anderen gueden steden gebannen zijn vandenselven, op haer lijff
Datierung: 1438
Fundstelle: Fruin,Dordrecht I 274
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- Belegtext:
aus dem lande
Datierung: 1472
Fundstelle: Eyb I 78
- Belegtext:
bannen metter clocke
Datierung: 1619
Fundstelle: CoutBruges I 112
- Belegtext:
ghebannen bi jaerscare of bi termine
Fundstelle: AardenburgRbr. 199
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- Belegtext:
bannen tijt [Verbannungszeit]
Fundstelle: DelftK. I 12
- Belegtext:
gnadt und ungnad, zu geben, zu nemen, zu hencken und zu ertrencken, zu bennen und zu pfennen
Fundstelle: GrW. II 47
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Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Belegtext:
vi jaeren uten graefscepe
Fundstelle: MnlWB. I 569
- Fundstelle: Brunner,RG.2 II 772
bannen (III 3)
Erklärung:
arrestieren?
bannen (III 4)
Erklärung:
konfinieren, verstricken.
- Belegtext:
[der rückfällige wilddieb ist] mit ruthen auszustreichen ... nachmahls in seines fleckens marckung zu bannen
Datierung: 1588
Fundstelle: CJVenatorio-Forest. I 654
Wort danach: Bannentlassung
Dieser Wortartikel stammt aus dem Deutschen Rechtswörterbuch
- online verfügbar mit vielfältigen Recherchemöglichkeiten